Die F-Bombe wegen Sony Pictures

An sich bin ich ein höflicher Mensch. Doch neulich hat mich so der Rappel gepackt, dass ich auf Twitter eine F-Bombe zünden musste:

Es geht um die hervorragende letzte Staffel von «Breaking Bad», die wir uns auf Bluray besorgt haben. Nachdem wird die Scheiben aufgebraucht hatten, war noch ein dickes Stück der Staffel übrig. Ein Blick ins Internet zeigt: Es gibt auch noch eine Bluray-Box mit der Staffel 5.2 – also mit der zweiten Hälfte der Staffel.

Ehrlich: Ich bin gern bereit, für gute Unterhaltung etwas zu zahlen. Diese Masche, die Sony Pictures hier abzieht, ist meiner bescheidenen Meinung nach unter aller Sau. Da denkt man, dass man für immerhin 43 Franken 16 Folgen kauft. In Tat und Wahrheit kauft man die Folgen 1 bis 8. Für die Folgen 9 bis 16 blättert man dann noch einmal 43 Franken hin (regulärer Preis). Auf der Bluray-Box ist das nirgends ersichtlich. Auf dem Cover vorn steht ganz klar «Die fünfte Season» und nicht «Der erste Teil der fünften Season». Auch auf der Hinterseite kein einziger Hinweis – das einzige, was ins Auge sticht, ist der Hinweis «19 Folgen von Inside Breaking Bad». Wenn man oberflächlich draufschaut, nimmt man nur den Hinweis auf die 19 Folgen wahr. Da denkt sich natürlich, dass die ganze Staffel drauf und drin sein müsste.

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Da, wo «Season» draufsteht, ist nur eine halbe Staffel drin.

Mich stört die Unsitte, Staffeln auf mehrere Boxen aufzuteilen. Dafür gibt es nur einen einleuchtenden Grund: Die Kunden doppelt zur Kasse zu bitten. Richtig unfair finde ich, dass Sony Pictures den Inhalt nicht klar deklariert, sondern impliziert, dass mehr drin ist, als wirklich drin ist. Ich bin kein Jurist und kann nicht beurteilen, ob man das Täuschung nennen darf. Korrekt informiert fühle ich mich jedenfalls nicht – und ich frage mich wieder einmal, ob diese Filmindustrie ihre Kunden eigentlich für komplette Vollidioten hält.

Da muss man sich als Käufer einer DVD oder Bluray erst einmal als potenzieller Dieb und Jugendgefährder beschimpfen lassen, bevor man sich seinen Film ansehen kann – wie im Beitrag Die Filmindustrie ist doof ausgeführt. Auch der Kinobesuch wurde mir neulich total vergällt: Da wollten wir bei Kitag im Maxx im Kesselhaus «Der Hobbit – Smaugs Einöde» ansehen. Um nicht anstehen zu müssen, haben wir die Tickets via Internet bestellt. Weil nun aber die 3-D-Fassung lief, mussten wir anstehen, um dann für nochmals 3 Franken pro Person eine 3-D-Brille kaufen zu dürfen. 23 Franken ist einfach zu viel, obwohl mir der Film ganz gut gefallen hat. Und das Argument, dass die Brille ja wiederverwendet werden kann, das zieht nicht – weil ich so schnell nicht nochmals bei Kitag ins Kino gehen will.

Ich weiss nicht, wie es anderen geht. Mir stösst dieses selbstherrliche Gehabe sauer auf. Und ich frage mich schon, wann die Filmindustrie kapieren wird, dass zufriedene Kunden ihr grösstes Kapital wäre – wo sich jeder unzufriedene Kunde auch gratis im Internet bedienen kann. Damit man mich nicht falsch versteht: Ich bin selbst Urheber, der für seine Arbeit gern bezahlt werden möchte, darum haben auch die Filmschaffenden ein Recht auf ihren Lohn. Und darum sollten wir unzufriedenen Kunden uns nicht den Torrent-Sites zuwenden, sondern laut und deutlich sagen, dass uns diese Behandlung nicht passt.

Was ich hiermit getan habe. Wieder einmal – aber wohl nicht zum letzten Mal.

PS: Kommentare zum Beitrag gibt es bei Facebook.

Autor: Matthias

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