Mitten drin statt nur dabei

Nicht nur Apple startet mit 3D-Audio eine Raumklang-Initiative, auch Sony ist mit 360 Reality Audio beim neuen, immersiven Musikerlebnis mit dabei. Und da auch mein etwas älterer Sony-Kopfhörer dazu kompatibel ist, hatte ich Gelegenheit, das mit eigenen Ohren zu hören.

Mein grosser Kopfhörer, den ich zu Hause vor allem als Arbeitsinstrument bei Audio- und Videoproduktionen verwende, ist nicht mehr brandneu, sondern hat bald vier Jahre auf dem Buckel. Trotzdem erfüllt der Sony WH-1000XM2, den ich im Beitrag Mundtote Arbeitskollegen seinerzeit ausführlich vorgestellt hat, seinen Zweck nach wie vor hervorragend.

Aber gute Kopfhörer sind für die Ewigkeit – die meisten habe ich so lange benutzt, bis die Polster speckig wurden oder weggebröselt sind.

Das könnte auch bei diesem Sony-Modell passieren, zumal das eine Eigenschaft hat, die es für eine langanhaltende Nutzung prädestiniert. Es lässt sich nämlich auch passiv verwenden. Das heisst, dass der Kopfhörer auch funktioniert, wenn er nicht eingeschaltet ist – dann kann man ihn logischerweise nicht drahtlos benutzen und es gibt auch keine Geräuschunterdrückung. Aber am Kabel funktioniert er wie jeder herkömmliche Kopfhörer. Das ist inzwischen eine meiner Lieblingsfunktionen, weil sie den Gebrauch herrlich unkompliziert macht.

Trotzdem habe ich neulich wieder einmal die Begleit-App des Kopfhörers geöffnet und wurde vom Setup fürs 360 Reality Audio-Setup begrüsst. „Mitten drin statt nur dabei“ weiterlesen

Wie man Sony blamiert und Hunderte Millionen Dollar kassiert

Der Podcast «The Lazarus heist» der BBC hat alles, was man sich von einer rasanten True-Crime-Erzählung erhofft: Einen gewichtigen Bösewicht, Verwicklungen in die Wirtschaft und Politik und ambitionierte Cyberhacker, die einen Milliarden-Coup wagen.

The Lazarus heist (RSS, iTunes, Spotify, Google) ist ein Podcast, den ich sowohl aus professionellem Interesse als auch mit privatem Vergnügen anhöre. Er setzt beim epischen Hack an, von dem 2014 das Filmstudio Sony Pictures betroffen war.

Wir erinnern uns sicher noch: Die Eindringlinge konnten schalten und walten, wie sie wollten. Es gab nichts, was ihnen verborgen geblieben ist, keine Firmengeheimnisse, an die sie nicht herangelangt wären

Die Hacker – «Guardians of Peace» oder Lazarus-Gruppe genannt –  zogen noch nicht veröffentlichte Filme ab, brachten interne Mails in ihren Besitz, eigneten sich die Personalakten des Managements und der  Mitarbeiter an, inklusive Sozialversicherungsnummern, Höhe des Gehaltschecks und medizinische Vorgeschichten. Und sie wussten sogar über die Gagen der engagierten Schauspieler Bescheid. „Wie man Sony blamiert und Hunderte Millionen Dollar kassiert“ weiterlesen

Das Tracking bei smarten Fernsehern stoppen

Smart-TVs sind Datensammelmaschinen und verbreiten mitunter auch Werbung. Lässt sich das verhindern, indem man sie mit einem DNS-Dienst betreibt, der Tracking- und Werbe-Domains sperrt?

Ich habe mich neulich mit den Sicherheits-Problemen des Internet of Things (IoT) im Allgemeinen und den Lücken und fragwürdigen Hersteller-Machenschaften bei den smarten Fernsehern im Speziellen beschäftigt: Smart-TVs sind anfällig für Viren und Spionage heisst der (nur via Abo-Plus) zugängliche Beitrag.

Dabei habe ich mich an einen Tipp erinnert, der vor einiger Zeit hier im Blog erschienen ist. Im Beitrag Netzsperren für Werbung stelle ich die Möglichkeit vor, über einen speziellen DNS-Server jene Domänen zu blockieren, die für Werbe- und Tracking-Zwecke benutzt werden. Das ist geradezu ideal für IoT-Geräte, bei denen man keinen Werbeblocker installieren kann oder will.

Das Tracking via Netzwerkeinstellungen unterbinden

Darum also die Frage: Kann man beim typischen smarten Fernseher die DNS-Adresse ändern, zum Beispiel auf 194.150.168.169? „Das Tracking bei smarten Fernsehern stoppen“ weiterlesen

Smarte Fernseher sind ganz schön blöd

Der Sony KD-43XF7005 Fernseher mit Linux im Test: Die Hardware gefällt, doch die Fernbedienung stellt mich vor Rätsel. Die Firmware ist knapp genügend, der App Store aber einfach nur lachhaft.

Es ist passiert. Unser Haushalt ist tatsächlich in der Ära des smarten Fernsehens angekommen. Wir fernsehen zwar seit gut einem Jahr nur noch via Internet. Doch das Endgerät war bis anhin unsmart, d.h. nicht ans Internet angebunden. 2008 gab es das noch nicht (oder noch nicht auf breiter Basis). Als Brückentechnologie kam ein Apple-TV der vierten Generation zum Einsatz.

Beim Fernsehen bin ich eigentlich der Ansicht, dass man die so lange verwenden sollte, bis sie auseinanderfallen. Denn auch wenn die Geräte jedes Jahr zulegen, sind beim Fernsehen die Inhalte entscheidend, nicht die paar Quäntchen mehr Qualität. Aber bei der treuen alten Philips-Glotze (37PFL7403D) gab es doch ein paar Dinge, die so langsam gestört haben.

Das Bild ruckelt mir etwas zusehr. Die schwarzen Bildbereiche sind zu wenig schwarz – was wegen Netflix mehr ins Gewicht fällt, weil dort Serien wie Dark laufen, bei denen Nomen omen ist. Und schliesslich sind wir vor vier Jahren in eine grössere Wohnung gezogen – was zur Folge hatte, dass der 37-Zoll-Bildschirm (94 Zentimeter) aus der Sofaperspektive ziemlich geschrumpft war.

Keine 50 Zoll, kein OLED. Sind wir nicht etwas gar spartanisch?

Also, ich konnte eine Neuanschaffung (nach etwas Selbstüberredung) mit meinem ökologischen Gewissen vereinbaren. Wir sind bei der Diagonalengrösse nicht ins andere Extrem verfallen. Sechs Zoll mehr (15 Zentimeter) war okay. Und notwendig, weil es unter dieser Grösse keine 4k-Fernseher und überhaupt fast keine vernünftige Auswahl gibt. Klar, kann man der Ansicht sein, dass 4k bei der Grösse verschenkt ist, gerade, wenn man so «gute» Augen hat wie ich. Aber wenn man wirklich was in voller Auflösung geniessen will, rückt man den Sessel halt etwas näher ans Bild. „Smarte Fernseher sind ganz schön blöd“ weiterlesen

Kein Umgebungslärm, dafür ein flauer Magen

So praktisch die Geräuschunterdrückung (Noise Cancellation) von smarten Kopfhörern ist: Mir wird davon schlecht. Bloss Einbildung oder ein echtes medizinisches Phänomen?

Letzte Woche habe ich für den Tagi über kabellose Kopfhörer geschrieben (Das Aus für die Kopfhöreranschlüsse). Zu diesem Zweck habe ich nebst dem hier besprochenen Philips SHB5900 auch den Sony MDR 100ABN (Amazon Affiliate) auf den Ohren gehabt.

Fazit zu diesem Kopfhörer: Er klingt ausgezeichnet, ist angenehm zu tragen, auch wenn er die Ohren für meinen Geschmack etwas zu dicht umschliesst. Und dass man ihn mit oder ohne Kabel benutzen kann, gefällt mir sehr gut.

Ihr scheint nicht schlecht zu sein. (Bild: Sony)

Dieser Kopfhörer unterdrückt auch die Umgebungsgeräusche. Das Noise Cancelling durch Antischall ist gerade im Newsroom eine feine Sache: Das Grundbrummen im Raum durch all die technischen Gerätschaften wird sehr effektiv reduziert.

Gut für die Konzentration

Und auch die Gespräche und menschlichen Arbeitsgeräusche werden zwar nicht komplett eliminiert, aber deutlich reduziert. Das fördert die Konzentration, und zwar deutlich effektiver als die Übertönungsmethode.

Es könnte also so schön sein. Nur: „Kein Umgebungslärm, dafür ein flauer Magen“ weiterlesen

Eine patente Kamera

Der Sony Camcorder AX100e im ausführlichen Test.

Meine Patentrezepte-Videos habe ich bislang hauptsächlich mit der Legria-Mini von Canon gedreht. Ab und zu kam auch meine Nikon D7000 zum Einsatz, sie habe ich vor allem für Nahaufnahmen mit dem Makro oder für Stillleben wie die Mac-Ansichten hier benutzt. Für die Selfie-Sequenzen taugt die Spiegelreflexkamera leider nicht, weil sie kein ausklappbares Display hat und ich somit nicht sehen kann, ob ich richtig im Bild bin. Weiterer Nachteil: Ohne Bildstabilisation kann man sie zum Filmen nur auf dem Stativ benutzen, was die Einsatzmöglichkeiten sehr einschränkt.

Und ich drehe meine Videos meist im stillen Kämmerchen… (Bild: Sony)

Ich habe über die Anschaffung eines Camcorders nachgedacht. Die Wahl ist nach längerem Hin und Her auf den Sony AX100e gefallen, der für um die 1600 Franken zu haben ist (Amazon-Affiliate). Natürlich wäre es auch günstiger gegangen. Aber wegen des grossen Sensors habe ich mich nicht für den preiswertesten Weg entschieden: Der Sensor gibt den Bildern eine elegantere, souveräner Anmutung als die Winz-Chips der Consumer-Kameras. Ausserdem ist die AX100e etwas grösser als die Einsteiger-Modelle, weswegen sie IMHO besser in der Hand liegt.
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Als das Mobiltelefon noch ein Datengefängnis war

Alles viel einfacher heute beim Datenaustausch… oder doch nicht?

Damals der letzte Retter in der Not.

Ohne Zweifel hat die Cloud ihre Schwächen und Probleme. Das Leben macht sie uns aber leichter. Die Kamerasicherung schickt neue Fotos automatisch in die Dropbox oder in den iCloud-Fotostream. Via Google werden Kontakte und Termine synchronisiert. Und in der Datensicherung landen nicht nur SMS oder WhatsApp-Kurzmitteilungen, sondern auch spektakuläre High-Scores bei Orbital oder Relic Run.

Das war bekanntlich nicht immer so. „Als das Mobiltelefon noch ein Datengefängnis war“ weiterlesen

Die F-Bombe wegen Sony Pictures

An sich bin ich ein höflicher Mensch. Doch neulich hat mich so der Rappel gepackt, dass ich auf Twitter eine F-Bombe zünden musste:

Es geht um die hervorragende letzte Staffel von «Breaking Bad», die wir uns auf Bluray besorgt haben. Nachdem wird die Scheiben aufgebraucht hatten, war noch ein dickes Stück der Staffel übrig. Ein Blick ins Internet zeigt: Es gibt auch noch eine Bluray-Box mit der Staffel 5.2 – also mit der zweiten Hälfte der Staffel.

Ehrlich: Ich bin gern bereit, für gute Unterhaltung etwas zu zahlen. Diese Masche, die Sony Pictures hier abzieht, ist meiner bescheidenen Meinung nach unter aller Sau. „Die F-Bombe wegen Sony Pictures“ weiterlesen

Für Sportlerinnen und Putzmänner

Wasserfest und kabellos – das sind die beiden Stichworte zum Sony NWZ-W262. Und Grund genug für einen Test. Es handelt sich um einen direkt im Kopfhörer eingebauten MP3-Player. Respektive um einen Bügel, der Musik direkt in die Ohren spielt und nirgendwo eingestöpselt zu werden braucht.

Überraschend bequem zu tragen

Der Player-Kopfhörer eignet sich natürlich für sportive Leute, für die Kabel ein gewisses Risiko darstellen. Weil man sich an Kabeln verheddern kann – was im dümmsten Fall zu Selbststrangulation führt, oder weil es unpraktisch ist, den Player in einer Tasche mitzuführen oder am Körper zu befestigen (auch wenn dieses Problem zu Zeiten des Kassetten-Walkman deutlich grösser war als heute mit dem iPod Shuffle).

Keine Angst, ich habe ihn nicht reingeworfen (Sony NWZ-W262, Putzkübel)

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