Wie man Internetadressen richtig teilt

URLs erhalten oft viel mehr, als nötig wäre: Informationen über die Herkunft eines Links und Tracking-Methoden. Darum lohnt es sich, Links vor dem Teilen von jeglichem Ballast zu befreien.

Der Titel dieses Blogposts sorgt womöglich für Stirnrunzeln: Die Frage liegt auf der Hand: Wo sollte beim Teilen von Internetadressen überhaupt ein Problem liegen? Man nimmt die Adresse und teilt sie. Ende der Geschichte.

Leider ist es – wie häufiger im Leben – nicht ganz so einfach. Denn viele Internetadressen beinhalten nicht nur die Angabe, wo eine bestimmte Information im World Wide Web aufzufinden ist. Nein, es werden auch Tracking-Informationen hinzugefügt. Die haben den Zweck, dem Betreiber einer Website aufzuzeigen, woher ein Link stammt und wie er sich (allenfalls) viral durchs Netz verbreitet.

Ob das legitim ist oder nicht, darauf werde ich am Ende des Beitrags eingehen. Hier geht es erst einmal um die Selbstbestimmung von uns Nutzern: „Wie man Internetadressen richtig teilt“ weiterlesen

Das iPhone 14 Pro in einem ersten Augenschein

Meine Eindrücke nach ein paar Tagen mit Apples neuem Smartphone-Modell: Vor allem das Always-on-Display gefällt.

Von Apple habe ich ein iPhone 14 Pro¹ zum Testen bekommen. Das habe ich seit ein paar Tagen im Einsatz. Hier gibt es meine persönlichen Beobachtungen zu lesen – denn die Testberichte, bei denen das Telefon in allen Belangen oder wortwörtlich zerlegt wird², habt ihr natürlich alle schon gelesen. „Das iPhone 14 Pro in einem ersten Augenschein“ weiterlesen

So ganz ist Audible J.K. Rowling nicht gewachsen

«The Ink Black Heart» ist der neueste Fall von Cormoran Strike und Robin Ellacott, der sich span­nend und authen­tisch mit dem Cyber­mob­bing aus­ei­nander­setzt. Die Geschich­te ist gelungen, doch die Hörbuch-Um­setzung wirft Fragen auf.

Es gibt ein Leben nach Harry Potter, wie J.K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith beweist. Unter dem erscheint seit 2013 ihre Krimi-Serie mit dem Cormoran Strike und seiner Partnerin Robin Ellacott. Ich habe hier und hier zwei Bücher aus der inzwischen sechsteiligen Reihe besprochen und komme nicht umhin, dem neuesten Streich einen – ja, ich weiss, leider viel zu langen – Blogpost zu widmen.

Das tintenschwarze Herz – es schlägt auch in Internet-Nutzern.

In diesem neuesten Fall geht es um eine Mordermittlung, in zu einem grossen Teil in den sozialen Medien stattfinden. Cormoran und Robin sind mit der Aufgabe konfrontiert, in einem verwirrenden Panoptikum aus Twitter-Pseudonymen, anonymen Mitspielern in einem Videogame und realen Akteuren die richtigen Zuordnungen zu machen. Wie man sich vorstellen kann, gibt es in dieser Sphäre unendlich viel Raum für Missverständnisse und Irrtümer.

Das Buch heisst The Ink Black Heart bzw. Das tiefschwarze Herz. Es hat (in Deutsch) geschlagene 1360 Seiten und ist als englisches Hörbuch satte 32 Stunden und 43 Minuten lang. Und nein, das ist nicht das Thema: „So ganz ist Audible J.K. Rowling nicht gewachsen“ weiterlesen

Wie man sein Haus oder seine Wohnung digitalisiert

Per iPhone lässt sich eine Wohnung in ein paar Minuten scannen. Eine App wie RoomScan Lidar erzeugt ein drei­dimen­siona­les Modell oder einen Grund­riss. Im Test zeigt sich, wie präzise ein Scan ist und was sich damit anfangen lässt.

Neulich habe ich eine App vorgestellt, mit der man ein 3D-Modell seiner Wohnung anfertigt, und zwar inklusive Möbel und allem Schnickschnack, das den man so herumstehen hat. Das ist eindrücklich und amüsant – aber für planerische Zwecke wäre es praktischer, eine App zu haben, die alle beweglichen Objekte virtuell zum Verschwinden bringt und ein Modell der «nackten» Wohnung anfertigt. Man könnte ein solches Modell der leeren Räume virtuell neu möblieren und so ausstatten, wie man es sich in seinen kühnsten Träumen ausmalen will.

Eine solche App ist angekündigt; Shopify hat die Welt von entsprechenden Pläne in Kenntnis gesetzt, und es würde mich sehr wundern, wenn nicht auch Ikea und Co. bald in dieses Horn blasen würde. Zumal die Entwicklung einer solchen App keine Hexerei mehr ist: Die neuen iPhones sind mit Lidar ausgestattet, was die Vermessung präziser und einfacher macht. Und Apple selbst stellt eine Schnittstelle namens RoomPlan zur Verfügung, die den Zweck hat, Räume mit oder ohne Möbel zu erfassen.

Eine App, die von Lidar und den Vermessungsmöglichkeiten via iPhone-Kamera Gebrauch macht, ist RoomScan Lidar. (Es gibt die auch in einer Variante für iPhones ohne Lidar, die ich aber nicht ausprobiert habe.)

Sie funktioniert folgendermassen: „Wie man sein Haus oder seine Wohnung digitalisiert“ weiterlesen

Wie Facebook und Instagram uns Nutzer entmündigt haben

Die Social-Media-Platt­formen verändern sich rasant: Mark Zucker­berg und Meta nehmen uns Unsern die Kontrolle über unsere Feeds.

Die Veränderungen bei Facebook und Instagram sind unübersehbar. Erstens fällt die brutale Menge an Werbung auf, die inzwischen über diese Plattformen ausgespielt werden.

Und natürlich, ich verstehe, dass Mark Zuckerberg sie nicht zum Spass betreibt, sondern, um Geld zu verdienen. Aber es ist eine Frage des Masses. Das ist nicht mehr gewahrt, wenn jeder dritte Beitrag aus einer Anzeige besteht.

Immerhin, es gibt eine Möglichkeit, Gegensteuer zu geben: „Wie Facebook und Instagram uns Nutzer entmündigt haben“ weiterlesen

Das neue iPhone-Betriebssystem erfreut und verwirrt

iOS 16 im ersten Augen­schein: Apple macht den Sperr­bild­schirm besser, aber auch kompli­zier­ter – insbeson­dere dann, wenn man für den Home­screen ein anderes Hinter­grund­bild fest­legen will.

Gestern ist iOS 16 aufgetaucht, die neueste Version des iPhone-Betriebssystems. Das Highlight ist der neue Sperrbildschirm – der insbesondere dann schick aussieht, wenn man ein Bild hat, dessen Vordergrundmotiv vor der Uhr zu stehen scheint. (Dieser Trick funktioniert mit Bildern mit einem ruhigen Hintergrund oder mit Porträt-Bildern mit Tiefeninformationen.)

Doch das schicke Aussehen ist das eine. Bei den Funktionen habe ich ziemlich mit dieser Neuerung gehadert, weil sie nicht nur Fortschritt, sondern auch einen vermeintlichen Rückschritt zu bringen scheint.

Aber dazu komme ich gleich. Erst einmal der Hinweis, was er sonst noch kann. Er kann jetzt nämlich mit kleinen Informationshäppchen bestückt werden, sodass man den nächsten Termin oder die Wetterprognose sieht, ohne das Telefon entsperren zu müssen. Das ist nützlich, wenn man keine Smartwatch besitzt, auf der man derlei Informationen ablesen könnte.

Natürlich ist diese Neuerung hauptsächlich für Käufer des neuen iPhone 14 Pro und Pro Max gedacht: „Das neue iPhone-Betriebssystem erfreut und verwirrt“ weiterlesen

Microsofts neue Video-App ist noch nicht reif für den grossen Auftritt

Windows 11 wird um die Video-App Clipchamp ergänzt. Die ist nur einfachen Projekten gewachsen, aber einfach in der Bedienung. Trotzdem fällt das Fazit zwiespältig aus.

Windows 11 hat mit dem 22H2-Update (mehr dazu hier) auch ein neues Videoschnittprogramm. Clipchamp heisst es, was bei mir böse Vorahnungen weckt: Der Name klingt, als ob Microsoft die Absicht verfolgen würde, ein cooles und hippes Programm abzuliefern. Das ist bekanntlich keine der Stärken des sympathischen Windows-Konzerns: Wenn er sich an die Jugend heranwanzt, kommen Dinge heraus wie der Windows Media Player.

Nichtsdestotrotz wage ich einen unvoreingenommenen Augenschein dieses Clipchamps, der übrigens auch im Microsoft Store aufzufinden ist.

Nach dem Start erscheint ein Willkommensbildschirm, der mehrere Optionen bietet: „Microsofts neue Video-App ist noch nicht reif für den grossen Auftritt“ weiterlesen

Ein Kuckucksei von Andreas Eschbach

«Frei­heits­geld» beginnt als traum­hafte Utopie: Im Jahr 2063 leben wir alle ohne finan­ziel­le Sor­gen in einer wohl­geord­neten Zukunft. Am Ende ent­puppt sich die Ges­chich­te als de­sillu­sionier­te Absage an die Gegen­wart.

George Orwell lässt grüssen.

Andreas Eschbach hat sich dem bedingungslosen Grundeinkommen angenommen und daraus eine Geschichte gestrickt, die sich wie eine Utopie anlässt: In seinem neuen Buch Freiheitsgeld taucht die Leserin und der Leser in eine Geschichte ein, die im August 2063 beginnt.

Manche der Lebensumstände, wie sie Eschbach en passant schildert, wirken ungewohnt. Da ist die Tatsache, dass Gated Communities inzwischen auch hierzulande eine normale Einrichtung sind – denn diese abgeschotteten Wohneinheiten wollen nicht zum europäischen Selbstverständnis des für alle zugänglichen öffentlichen Raums passen.

Doch auch wenn dieses Detail irritiert, so konnte ich mir ausgezeichnet vorstellen, in dieser Eschbachschen Zukunft zu leben. Denn wie man wiederum nebenbei erfährt, ist die Klimaerwärmung ein weitgehend gelöstes Problem. Nicht nur das: Drogen wurden legalisiert. Und vor allem:  „Ein Kuckucksei von Andreas Eschbach“ weiterlesen

Fotos, Videos und Bildcollagen – alles aus einer App

Inshot ist ein Editor, der alle multimedialen Bedürfnisse mit einer Klappe erschlagen will. Kann das gutgehen? Nach einem ausführlichen Test ist mein Verdikt ein unter Vorbehalten geäussertes Ja.

Eine der unbestreitbaren Verdienste des Smartphones besteht darin, dass es den Software-Suiten¹ den Garaus gemacht hat. Statt riesiger Programmsammlungen, die für alle möglichen und unmöglichen Tätigkeitsfelder gerüstet sind, gibt es Apps, die sich nur einer bestimmten, überschaubaren Aufgabe widmen und dafür schlank und einfach sind.

Sollte man meinen. Doch es gibt auch Gegenbeispiele. Ein solches ist die InShot-App. Sie ist Video-Editor, Bildbearbeitungsprogramm und Collage-Gestalter in einem. InShot ist fürs iPhone und iPad und für Android erhältlich.

An dieser Stelle kann bereits einen Teil meines Fazits vorwegnehmen: „Fotos, Videos und Bildcollagen – alles aus einer App“ weiterlesen

Romantik über vier Paralleluniversen hinweg

«A Thousand Pieces of You» von Claudia Gray beweist, dass junge Frauen hervor­ragende Science-Fiction-Heldinnen abge­ben und dass das Multi­versum sich gut als Schau­platz für Liebes­ge­schichten eignet.

Ich liebe Bücher, die den linearen Zeitablauf durcheinanderbringen oder aber in Parallelwelten abtauchen. Darum sind Zeitreisen und das Multiversum beides Lieblingsthemen dieses Blogs.

Es ist in letzter Zeit jedoch still um diese beiden Themen geworden. Das liegt an zwei fundamentalen Problemen: Erstens setzen solche Geschichten abstrakte Gedankenakrobatik voraus. Sie neigen dazu, eine überaus komplexe Handlung zu erzählen. Das macht es für den Autor schwierig, die intellektuellen und emotionalen Bedürfnisse der Leserin beiderlei in gleichem Mass zu befriedigen.

Zweitens gibt es nur eine beschränkte Plots, die sich erzählen lassen: „Romantik über vier Paralleluniversen hinweg“ weiterlesen