Die Zukunft des Internets. Und der Welt

Neulich habe ich mich über den Medienwandel bei der Fotografie ausgelassen: So geht die Fotografie den Bach hinunter, war meine Erkenntnis. Kurz zusammengefasst: Fotos sind heute Massenware. Das führt zu einem Preiszerfall. Und eine Folge ist auch, dass die Wertschätzung verloren gegangen ist.

Ein bisschen wie im Journalismus. Allerdings noch drastischer, weil den Fotografen nicht nur das Internet zu schaffen macht, sondern auch der technische Fortschritt bei der Hardware. Denn um als Blogger einem gestandenen Medium die Leser abzujagen, muss man einigermassen geradeaus schreiben können.

Pressefotograf, oder «Leserreporter», wie man sie auch gerne nennt, kann jeder werden, der ein Smartphone im Sack hat. Also wirklich jeder. Er muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und sein Gerät einigermassen in die richtige Richtung halten – und er sollte nicht vergessen, auf den Aufnahmeknopf zu drücken. Das Resultat sieht man dann in der «Tagesschau». Bei spektakulären Ereignissen auch gerne mal als hochkant gefilmtes Video.

So weit die kulturpessimistische Tirade. Marc hat bei Facebook einen interessanten Kommentar dazu gemacht. Nämlich folgenden: „Die Zukunft des Internets. Und der Welt“ weiterlesen

So langsam freunde ich mich mit Systemkameras an

Manchmal tun Blogger und Journalisten den Leuten Unrecht. Heute wäre das um ein Haar passiert. Ich wollte nämlich über die App Wireless Mobile Utility von Nikon (gratis fürs iPhone und Android, aber bitte nicht herunterladen!) herziehen. Die ist dazu da, um Bilder von einer Nikon-Kamera mit WLAN herunterzuladen. Ich habe nämlich im Moment die Nikon Z6 zu Hause, über die an dieser Stelle auch noch ein paar Worte zu verlieren wären. Aber zuerst muss ich die schöne Anekdote fertig machen, die ich hier angefangen habe und die den hehren Zweck verfolgt, auf den Unzulänglichkeiten des Apple App Store herumzureiten.

Also diese App von Nikon, die kurz auch WMU genannt wird: Sie sieht so aus, als ob sie im letzten Jahrtausend entwickelt worden wäre. Und sie macht Unfug: Da hat man eine Kamera, die Bilder mit beeindruckenden 24,5 Megapixeln macht. Und was tut diese App? Sie weiss nichts Besseres, als Fotos auf 300 bis 500 KB herunterzurechnen. Sie überträgt auch keine RAW-Dateien und keine Videos. Da platzt nicht nur mir die Hutschnur, sondern auch vielen anderen Anwendern, wie man in den Kommentaren sieht.

Das Problem liegt allerdings daran, dass ich die falsche App genommen habe. „So langsam freunde ich mich mit Systemkameras an“ weiterlesen

Dieses Blog ist am Ende (Teil 2)

Gestern habe ich hier dargelegt, warum dieses Blog an einem Scheideweg angekommen ist. Das CMS, das ich verwende, wurde offiziell für tot erklärt. Es kann zwar noch ein bisschen weitergehen – aber nicht mehr allzu lange. Ich muss mir Gedanken machen, ob ich auch mein Blog hier einfach sterben lasse – oder welche Alternativen es gäbe. Das mache ich, wie es sich für einen richtigen Blogger gehört, öffentlich. Und ihr dürft gerne mitdiskutieren. Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen und Anregungen. Ich weiss, dass viele von euch sich besser mit Content-Management-Systemen, Webdesign und diesen Dingen auskennen, als ich das tue – und ich darum einiges lernen kann, was meine Optionen angeht. Darum lasst es mich via Kommentare wissen, wenn euch etwas einfällt, woran ich nicht gedacht habe.

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Migration sei die Mutter aller Probleme, hat er gesagt. In diesem speziellen Fall hat er noch nicht einmal Unrecht. (Bild: Michael Panse mit Parteitag (43)/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Also, ich werde an dieser Stelle die Möglichkeiten einer Migration erörtern. Denn damit wären alle Probleme gelöst: Alle Inhalte wandern von Flatpress in ein neues CMS und fertig. Ich mache weiter wie gehabt – bis ich an Altersschwäche von meinem Blogger-Hocker falle.

Doch geht das wirklich so einfach? Zweifel sind angebracht, weil Content-Management-Systeme sehr oft Silos sind: Man bekommt Inhalte, wenn sie einmal drinstecken, kaum mehr heraus – jedenfalls nicht so, dass man sie andernorts einfach weiterverwenden könnte. Und 2100 Beiträge von Hand transferieren – das kommt nicht in Frage.
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Wie man Dinge sagt, ohne sie zu sagen

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Falls das ein Schweizer Berg sein soll, schwenkt der Mann die falsche Flagge. (Bild: Dio Hasbi Saniskoro/Pexels, CC0)

Ich habe es wieder getan. Diese Sache, von der ich gesagt habe, dass ich sie nicht mehr tun werde. Nämlich, auf Wespennester zu schlagen. Bzw. mit Verschwörungstheoretikern zu diskutieren.

Dieses Mal bin ich in die Diskussion hineingestolpert und in einen längeren Facebook-Thread verwickelt worden, obwohl ich eigentlich nur kurz meine Meinung habe abgeben wollen. Es geht um die Besprechung von Roger Schawinskis Buch über Verschwörungstheorien (Amazon-Affiliate). Die Medienwoche hat eine Besprechung dazu veröffentlicht, die ich nicht stehen lassen wollte. Ich schätze die Medienwoche sehr, nicht zuletzt, weil sie immer mal Themen von mir aufgreifen 😊.

Doch in dem Fall hat sich die Medienwoche verrannt. Sie haben nämlich Schawinskis Buch über die Verschwörungstheoretiker von Stefan Schaer besprechen lassen, der mit den Worten «Er publiziert auf seinem Blog stefan-schaer.ch Inhalte, die andere als Verschwörungstheorien bezeichnen» vorgestellt wird. Das ist eine seltsame Distanzierung, die ich als Autor nicht so akzeptieren würde: „Wie man Dinge sagt, ohne sie zu sagen“ weiterlesen

Die Fehler bei den Fehlermeldungen

Gestern habe ich über die sprachlichen Herausforderungen geschrieben, die sich bei Texten über Tech-Themen oft stellen. Die gleichen Ursachen führen dazu, dass sich unsere Artikel oft sehr schwer bebildern lassen. Abstrakte Konzepte werden typischerweise in Symbolbildern ausgedrückt, die manchmal passen. Oft passen sie nicht, häufig sind sie ausgelutscht.

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Etwas schöner ausschneiden hätte man die auf Papier ausgedruckte Fehlermeldung ja können…

Beim Tagi unterstützt uns die Bildredaktion heute nach Kräften. Früher mussten wir uns oft selbst behelfen. So ist auch obiges Foto entstanden. Es wurde gewissermassen aus der Not geboren, um den Artikel «Tipps zur Absturzbekämpfung» vom 3. Oktober 2005 zu illustrieren. Auf dieses Meisterwerk bin ich noch heute stolz. „Die Fehler bei den Fehlermeldungen“ weiterlesen

Flattr ist gescheitert, 0-Click ist die Lösung

Flattr als Social-Payment-Service hat die Erwartungen nicht erfüllt. Mit Medienprodukten Geld zu verdienen, bleibt extrem schwierig. Wie könnte es weitergehen? Ich propagiere ein System, das die Medienbranche revolutioniert. Es heisst 0-Click und führt am Ende sogar dazu, dass Werbung nicht mehr lästig ist.

Inhalte im Internet zu Geld zu machen: Ein Thema, über das ich mich in letzter Zeit mit diversen Leuten unterhalten habe. Andreas Von Gunten hat mir gesagt, Paywalls würden nicht funktionieren. In privaten Gesprächen habe ich vor allem Ratlosigkeit gehört – und Unsicherheit, wie das noch weitergehen könnte.

So hat man Medien gestern verkauft. Aber wie könnte es heute gehen?

Dieses Blog ist mein kleines Versuchsprojekt in Sachen Geld verdienen mit dem Internet. Und bei dem ist die Diskrepanz zwischen meinen Ansprüchen Wünschen und der Realität unübersehbar. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die Werbung von Google. Adsense bezahlt die Domäne und das Hosting und wirft ein bescheidenes Taschengeld ab.

Flattr andererseits ist auch zwei Jahre nach der Einführung hier im Blog völlig vernachlässigbar. (Was nicht heisst, dass ich den treuen Seelen, die mich ab und zu flattern, nicht dankbar wäre!) Diese Tatsache kann Selbstzweifel wecken: Biete ich zu wenig Interessantes an? Schreibe ich langweilig oder an den Lesern vorbei? Habe ich die Zeichen der Zeit verpasst? Sprich: Sollte ich die sattsam bekannten Klicksteigerungsmechanismen der grossen Online-Medien adaptieren?
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15 Gründe, warum Supportwebsites nerven

Ich bewege mich berufsbedingt häufig auf den Supportwebsites der grossen Hersteller. Bei diesen Recherchen für die Kummerbox werde ich mindestens einmal pro Woche mit Umfragen konfrontiert. Da tauchen dann immer die gleichen Fragen auf: Wie fanden Sie den Besuch auf unserer Website? Haben Sie gefunden, was Sie suchen? Würden Sie uns Ihren Freunden weiterempfehlen? Was können wir verbessern?

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Der User (Mitte) und die Tech-Giganten. Oder: Katzencontent zieht immer, erst recht, wenn auch Bären dabei sind. juanedc/Flickr.com

Ich pflege immer zu antworten, dass ich die Website ganz schrecklich finde – weil die Supportwebsites in aller Regel auch ganz schrecklich sind, und weil die Hersteller auf gar keinen Fall auf die Idee verfallen sollten, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Ich gebe an, dass ich die Produkte nicht weiterempfehlen würde – weil ich das natürlich auch nicht tue, ganz bestimmt nicht in Form eines Blankoschecks. Es könnte sein, dass ich ein einzelnes Produkt gut genug finde, um es zu empfehlen. Aber danach hat ja niemand gefragt.

Und hier, ein für alle Mal (und dass ich in den Feldern mit den freien Anmerkungen einen Beitrag habe, zu dem ich jeweils einfach hinlinken kann), eine Aufstellung mit den Problemen dieser Supportwebsites: „15 Gründe, warum Supportwebsites nerven“ weiterlesen

Vergesst Outlook!

Der Kummerbox-Betreuer erlebt es immer wieder, wie sich Privatanwender mit Outlook abmühen – ohne sich jemals die entscheidende Frage zu stellen: Wäre ich ohne dieses Softwaremonster nicht besser bedient?

Im Englischen gibt es den schönen Ausdruck des Pet Peeve, den man nicht vernünftig nach Deutsch übersetzt bekommt. Die Definition von Wikipedia gefällt mir sehr gut: «Ein triviales Ärgernis, das ein bestimmter Mensch als besonders verdriesslich empfindet, während andere an derselben Kleinigkeit keinen oder nur geringen Anstoss nehmen würden.» Das passt so gut, dass ich meine Rubrik «Schinken des Monats» entsprechend umbenannt habe. Diese Bezeichnung war bei Lichte betrachtet sowieso schlichter Unsinn.

Outlook wurde mit Office 97 zum ersten Mal breit verfügbar. Dieses Bild zeigt Bill Gates anlässlich der Office-Vorstellung am 16. Januar 1997 in New York City.

Eines meiner Lieblings-Pet-Peeves ist Outlook. Das Ding ist einfach ein Moloch: Schwerig zu bedienen, fehleranfällig, ein Konfigurationsalbtraum. Wie abartig das mit Outlook läuft, führt mein Beitrag Ein Schritt in Richtung Inbox Zero vor Augen: Das automatische Sortieren von frisch eingetroffenen Mails ist ein alltägliches Anliegen, das sich in Thunderbird recht einfach lösen lässt. Bei Outlook braucht man, um das gleiche Anliegen zu bewältigen, deutlich fundiertere Kenntnisse des Programms, und man muss auch einige Unstimmigkeiten in Kauf nehmen.
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Ein Blogpost, drei Hörbuchbesprechungen

Ich habe einen neuen Lieblingsautor. John Scalzi heisst er und hat sich dem Genre des Sciencefiction verschrieben. Dieses Genre hat mir vergleichsweise viele Enttäuschungen beschert. Es verspricht, einfach zu sein: Wenn man als Autor über ein bisschen Fantasie verfügt und dieser freien Lauf lässt, kann eigentlich nichts schief gehen. So würde man meinen. Doch Fantasie reicht nicht. Es braucht auch das Talent, the Human Condition in eine andere Umgebung und Epoche zu verpflanzen und trotzdem glaubwürdig und interessant zu sein. Denn auch wenn wir Nerds das erwarten würden: Eine nur von toller Technologie und exotischen Schauplätzen dominierte Geschichte trägt nicht.

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So endet es immer. (Bild: memory-alpha.org)

Ich bin über Redshirts 1 – die ausführliche Beschreibung enthält viele Spoiler und wurde darum in die Fussnoten verbannt – gestolpert. Es enthält ein bisschen Zeitreise und, wie der Titel verrät, viele schöne Anspielungen an «Star Trek». Es geht um die Rothemden, die schon in der Originalserie nur deswegen sterben müssen, damit der Zuschauer erkennt, wie gefährlich die Missionen von Kirk, Spock und Bones sind, und wie tapfer und geschickt sich die Hauptfiguren durch ihre Abenteuer kämpfen. „Ein Blogpost, drei Hörbuchbesprechungen“ weiterlesen

Querschlägertum am Heimcomputer

Schutzprogramme sind wie die Feuerwehr und die Polizei wunderbare Errungenschaften, die dem Computer Sicherheit und seinem Nutzer Seelenfrieden verschaffen.

Es sei denn, diese Sicherheitsinstrumente verhalten sich nicht so, wie es ihr Auftrag ist und wie man es von ihnen erwartet. Dann verursachen oder verschärfen sie Probleme. Dieser hausgemachte Ärger zeichnet sich obendrein durch eine besondere Garstigkeit aus. Denn mit dem, was in der echten Welt als «friendly fire» gilt, rechnet der wohlgesinnte Mensch und Computernutzer einfach nicht. Und trotzdem gibt es in der Kummerbox-Praxis immer wieder solche Fälle.

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übereifer bei der Firewall kann das Surfvergnügen nachhaltig trüben. (Bild: Mihael Mafy/Flickr.com)

Das sind die beiden häufigsten Varianten von Querschlägertum am Heimcomputer:

Erstens: Wenn die Firewall zu viel blockt
Die Firewall hat die Aufgabe, unerwünschten Datenverkehr zu unterbinden und vor allem gezielte oder routinemässige Crack-Versuche von aussen abzublocken. „Querschlägertum am Heimcomputer“ weiterlesen