Weil Fernsehen noch nicht ganz passé ist

Ist fernsehen noch ein Ding? Ich habe neulich mit Digichris eine Nerdfunk-Sendung zu dieser Frage gemacht: Der Strassenfeger wurde weggefegt. Während der Vorbereitungen für die Sendung habe ich zum Nein tendiert. Netflix hat unser Sehverhalten nachhaltig verändert. Live schalten wir noch zum Tatort ein und einmal im Jahr zum Concours eurovision de la chanson. (Ja, ich bin so alt, dass ich den nicht Eurovision Song Contest nenne.)

Doch während der Sendung habe ich gemerkt, dass meine Meinung nicht in Stein gemeisselt ist: Der Ereignischarakter der «Strassenfeger», die es heute kaum mehr gibt – die haben etwas für sich. Sie haben etwas Verbindendes für die Fernsehnation. Und diese Klammerfunktion ist etwas, das die Kreise mit dem No-Billag-Vernichtungswunsch nicht erkannt haben oder geringschätzen. Aber es geht ja nicht nur ihnen so: In meiner Jugend herrschte in meiner Familie die (nicht ganz einhellige) Meinung, das Fernsehen sei ein Verdummungsmedium.

Ausdruck dieses Zeitgeistes war Neil Postmans Buch Wir amüsieren uns zu Tode, das ich seinerzeit in der Schule gelesen habe. Ich erinnere mich, dass mich mein Lehrer explizit aufgefordert hat, es kritisch zu lesen und die Aussagen zu hinterfragen. „Weil Fernsehen noch nicht ganz passé ist“ weiterlesen

Netflix-Tipps mit Da capo


9 Tipps und 3 Zugaben zu Netflix

Weil ein Patentrezept-Video zu Spotify vor Kurzem auf gute Resonanz gestossen ist, hatte ich einen grandiosen Geistesblitz: Wie wäre es, dieses Erfolgsrezept auf einen anderen Streamingdienst zu übertragen? Und, tadaaa!, hier kommt das Patentrezept-Video zu Netflix!

Es gibt einige Möglichkeiten, den Sehspass zu verbessern. Leider vor allem dann, wenn man Netflix im Browser benutzt. Das tue ich selten, stattdessen läuft Netflix bei uns vor allem in der App auf dem iPad und dem Apple-TV. Aber man kann die zusätzlichen Möglichkeiten im Browser mit IMDB-Erweiterung, die detaillierten Genres und den alternativen Suchmaschinen immerhin indirekt nutzen: Man sucht sich so in Google Chrome eine Handvoll Filme und Serien aus, die man sehen möchte, setzt sie auf die Wunschliste und konsumiert sie danach auf Apple TV, Tablet oder Smartphone.

Einen Tipp habe ich übrigens im Video und sogar in den Zugaben ausgelassen – obwohl der eigentlich auch ganz gut ist. Nämlich die Möglichkeit, die Untertitel anzupassen. Denn die Kurzsichtigen unter uns sind vielleicht ganz froh, wenn sie den Text etwas grösser machen können. Dazu klickt man im Browser beim Menü rechts oben auf Konto und dann im Abschnitt Mein Profil auf Untertitel-Anzeige. Nun kann man Textgrösse, Schriftart, Schatten, Farbe und Hintergrund einstellen. Wie es bei anderen Geräten geht, beschreibt die Netflix-Hilfe hier.
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Im dünnen Netflix-Angebot die dicken Dinger finden

Die Discoverability bei Netflix – Neudeutsch für Auffindbarkeit von Inhalten – ist höchstens so lala. Netflix gehört ja zu den Unternehmen, das glaubt, dank Big Data und tollen Algorithmen den Nutzer besser zu kennen, als der sich selbst kennt. Das ist etwas anmassend und im Fall von Netflix weniger zutreffend als z.B. bei Spotify, weil der Katalog zu klein ist. Er enthält zu wenig Perlen, die ein kleverer Algorithmus nach oben spülen könnte. Damit ein Algorithmus überraschende Querverbindungen herstellen kann, brauchen wir als Nutzer genügend Spielraum, um unsere seltsamen Vorlieben auszuleben und zu demonstrieren.

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Nix Blade Runner bei Netflix. (Bild: Robert Mizrahi/feelgrafix.com als Wallpaper)

Man kommt bei Netflix um manuelle Suchen nicht herum. Da helfen die verborgenen Kategorien etwas, aber alles in allem macht die Suche einen willkürlichen und unausgegorenen Eindruck. Aber es gibt ja Drittdienste:

Unogs.com zum Beispiel. Die Site erlaubt eine Suche nach Stichworten. Sie grenzt das Angebot aber auch nach diversen Parametern ein: „Im dünnen Netflix-Angebot die dicken Dinger finden“ weiterlesen

Echt jetzt?!

Seit einiger Zeit pflege ich in diesem Blog die schöne Rubrik Nerdflicks. In ihr bespreche ich Filme mit einem Nerdbezug, und zwar am liebsten, indem ich bei Netflix die Untertitel einschalte und Screenshots der besten Szenen nehme. So lässt sich der Nerdaspekt sehr schön herausarbeiten, wie zum Beispiel dieser Beitrag zeigt. Oder dieser hier. Oder der.

Damit ist jetzt allerdings Schluss. Wenn man bei iOS 10 einen Screenshot macht, sieht das so aus:

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Man sieht die Bedienelemente, falls sie eingeblendet sind, sowie die Untertitel. Was fehlt, ist der Film selbst. iOS 10 verunmöglicht bei kopiergeschützten Videoinhalten Screenshots.

Schuld an diesem neuen «Feature» sind natürlich die Idioten unfreundlichen Menschen der Content Mafia. „Echt jetzt?!“ weiterlesen

Die versteckten Netflix-Kategorien

Die Site What’s on Netflix pflegt die schöne Kategorie Netflix Hacks. Hier findet sich ein Beitrag, der erläutert, wie man im Katalog an Kategorien herankommt, die offiziell nicht ausgewiesen werden.

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Das Codewort für die freizügigen Filme ist bei Netflix übrigens «steamy».

Dazu verwendet man die URL www.netflix.com/browse/genre/[Code], wobei [Code] als Platzhalter für die diversen Kategorien dient.

47147 ist beispielsweise der Code für klassische Sciencefiction und Fantasy, was den Link www.netflix.com/browse/genre/47147 ergibt. So weit, so einfach. Aber funktioniert es?

Erfreuliche Antwort: „Die versteckten Netflix-Kategorien“ weiterlesen

Noch so eine Droge der Digital-Ära

Beim Tagi haben wir ausführlich über den Netflix-Start in der Schweiz berichtet. Und auch wenn ich bei der Launch-Party verhindert war, hat mir Kollege Zeier (hier sein Interview mit Netflix-Chef Reed Hastings) eines dieser Böxchen mitgebracht, dass einen Gutschein für ein «Probe-Streaming-Jahr» enthält.

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Sprachkanäle und Untertitel à la carte. (Bei «Misfits» vermisse ich allerdings die englischen Untertitel.)

Aber in meinem Berufsstand hat man keine Wahl, als sich in sein Schicksal zu fügen und den Test in Angriff zu nehmen. Nun mag es Uneingeweihten sicherlich hochgradig wehleidig vorkommen, wenn ich mich hier beklage, Netflix testen zu müssen. „Noch so eine Droge der Digital-Ära“ weiterlesen