Weniger Kunst, mehr Spass

Bei Apple Arcade sind diverse neue Titel dazugekommen. Ich habe die Neuerungen handverlesen und die spannendsten herausgesucht.

Vor knapp einem Jahr habe ich dargelegt, was mir an Apple Arcade gefällt und was noch besser werden kann. Mein Hauptkritikpunkt lautete damals, dass mir das Angebot zu elitär sei: Apple kaprizierte sich auf die Spiele mit hohem künstlerischem Anspruch, vernachlässigte aber die simplen Titel für zwischendurch. Doch so toll die Vorzeigetitel auch sind: Es gibt auch ein Bedürfnis nach dem etwas weniger anspruchsvollen Zeitvertreib. Denn wir gehen auch nicht immer ins Fünfsternelokal zum Dinieren, sondern drücken und gelegentlich auch einfach mal ein Sandwich rein.

Apple ist offensichtlich zur selben Erkenntnis gelangt: Anfang April gab der Konzern die bislang grösste Erweiterung bekannt. 30 Titel kamen dazu, plus die zwei neuen Kategorien, die «zeitlose Klassiker» und «legendäre Spiele» heissen.

Keine Werbung, kein In-App-Nepp

Man kann sich natürlich fragen, wie sich die genau unterscheiden sollen, bzw. ob das nicht zweimal das Gleiche ist. Aber ich verstehe es so, dass unter den legendären Spielen Titel auftauchen, die im App-Store für Furore gesorgt haben und nun zum Abopreis, ohne Werbung und In-App-Käufe noch einmal neu aufgelegt werden. Das ist in der Tat ein starkes Argument für den Arcade-Dienst, für den man bekanntlich 6 Franken im Monat berappt.

Zu den legendären Spielen gehören folgende: „Weniger Kunst, mehr Spass“ weiterlesen

Zeitvertreib für Wortmenschen

«Words of Wonders» ist ein Scrabble-artiges Buchstabenrätsel, bei dem der Spieler aus einer Handvoll Buchstaben möglichst viele sinnvolle Wörter heraustüfteln muss.

Mit meiner Mutter spiele ich gelegentlich Scrabble. Und obwohl ich der Journalist der Familie bin, weiss sie mit ihren Buchstaben meist mehr anzufangen als ich. Das hat mit Training zu tun – denn wer oft scrabbelt, der hat für manche ungünstige Kombination aus seltsamen Konsonanten und raren Vokalen eine erfolgversprechende Strategie parat.

Vielleicht haben ihre regelmässigen Siege auch damit zu tun, dass mir Worte vor allem innerhalb eines Kontexts einfallen und nicht einfach so, nur anhand ihrer buchstäblichen Erscheinung. Das wiederum hat sicherlich damit zu tun, dass ich Journalist bin – denn das vordringliche Ziel meiner Berufsgattung ist es nicht, ansprechendes Schriftbild zu erzielen, sondern wichtige Inhalte auf die passende Weise zu transportieren. Das rede ich mir zumindest ein.

Als neulich jemand auf Twitter die App Words of Wonders (Wortkreuz) erwähnt hat, bin ich sogleich auf die angesprungen. Die scheint mir ideal für jemanden wie ich, der unbotmässige Scrabble-Lücken aufweist. Sie ist mit dem bekannten Worträtselspiel verwandt, eignet sich aber bestens fürs Solo-Spiel und dürfte bei regelmässiger Anwendung auch die Punktzahl beim Scrabbeln verbessern.

Ein paar Buchstaben – und was daraus wird

Das Spielprinzip ist einfach: „Zeitvertreib für Wortmenschen“ weiterlesen

Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert

Bei Microsoft bedeutet Innovation, Games aus der Steinzeit neu aufzulegen. Das ist nicht ganz so unsinnig, wie es klingt – zumindest, wenn man ein Flair für die Klassiker wie Mahjong hat, das es nun fürs iPhone und Android gibt.

Manche Menschen sind Neuem aufgeschlossen, andere nicht: Dieser Gegensatz gehört zu den beliebtesten Kategorien, mit denen man sich selbst und andere beschreibt. Und die meisten Menschen beziehen Selbstwertgefühl oder sogar Stolz aus der Tatsache, dass sie progressiv und nicht konservativ sind – oder umgekehrt.

Nun ist in mir der Verdacht gereift, dass diese Einteilung auf keinen Fall universell gilt – beziehungsweise nur in Ausnahmefällen. Es gibt, so denke ich, jene Leute, die Neuerungen in jedem Lebensbereich ablehnen. Aber umgekehrt sind auch progressive Naturen nicht in jeder Lebenslage progressiv. Sondern eben nur in manchen.

Vermutlich hilft ein Beispiel, diese These zu erläutern: „Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert“ weiterlesen

Der Verkehrskollaps ist unvermeidlich

Das Spiel «Mini Motorways» weckt weniger den Ehrgeiz eines Strassenbauers – sondern zeigt vielmehr, dass der Club of Rome mit seiner Wachstumskritik völlig richtig lag.

Im Beitrag Ein Herz für U-Bahn-Bauer habe ich vor vier Jahren das Spiel «Mini Metro» vorgestellt. Bei dem geht es darum, ein leistungsfähiges U-Bahn-Netz aufzubauen. Während die Stadt wächst und die Pendlerströme zunehmen, muss das Streckennetz mithalten – sonst ereignet sich ein plötzlicher Verkehrskollaps, und man hat verloren.

Nun gibt es bei Apple Arcade, dem Abodienst für iPhone-Spiele, das Spiel Mini Motorways des gleichen Herstellers Dinosaur Polo Club (cooler Name, übrigens). Nicht nur der Name ähnelt dem Vorgänger; es handelt sich auch um die gleiche Spielidee – mit dem Unterschied, dass man keine Untergrundbahnen baut, sondern oberirdische Strassen.

Fragt sich natürlich: Ist die Begeisterung noch so gross wie damals? Ich gehöre bekanntlich nicht zu den Puristen, die finden, man dürfe eine Spielidee nicht rezyklieren. (Wie könnte ich auch; zumal ich selbst erst Clickomania und dann Clickomania Next Generation in die Welt gesetzt habe.) Man darf eine Idee neu auflegen – und sei es nur, um den Fans Abwechslung zu bieten.

Um das Fazit vorwegzunehmen: „Der Verkehrskollaps ist unvermeidlich“ weiterlesen

Ein Rennspiel für Rennspiel-Ignoranten

Ich kann noch nicht einmal mit «Mario Kart» etwas anfangen. Aber «Super Impossible Road» gefällt mir. (Und ja, das sagt etwas über mich aus.)

Super Impossible Road – das ist jenes Spiel aus Apple Arcade, das mir bislang am besten gefällt. Obwohl es so frustrierend anspruchsvoll ist, dass ich mich immer mal wieder gegen den Impuls wehren muss, es für seinen unanständig hohen Schwierigkeitsgrad mit der Deinstallation zu bestrafen.

Wie der Name andeutet, handelt es sich um ein Rennspiel. Die besagte unmögliche Strasse führt nicht durch schöne Landschaften, Berge und Täler, sondern windet sich um den Orbit von exotischen extraterrestrischen Planeten. Dort herrscht nur noch geringe Schwerkraft, sodass man auch einmal neben die Strasse fahren kann, ohne gleich wie ein Stein nach unten zu krachen. Man sinkt relativ langsam dem Planeten entgegen.

Und das ist der eigentliche Clou: „Ein Rennspiel für Rennspiel-Ignoranten“ weiterlesen

Was mir an Apple Arcade gefällt – und was noch besser werden kann

Der Abodienst für Spiele hält wunderschöne Titel bereit. Er ist aber auch etwas gar elitär – und bemüht, den mittels In-App-Käufen Kohle scheffelnden Titeln nicht zusehr in die Quere zu kommen.

Ich bin seit einiger Zeit dabei, Apple Arcade zu testen. Das ist Apples Abodienst für Spiele, der sicherlich auch als Antwort auf die Free-to-Play-Auswüchse zu verstehen ist. Denn das typische Gratis-Game aus dem App Store hat nur noch vordergründig den Zweck, den Spieler zu unterhalten. Der eigentliche Zweck ist, ihm mit allen Mitteln Kohle aus der Tasche zu locken.

Diese Motivation ist nicht zu übersehen bei den Endless-Runner-Titeln, die ich vor kurzem hier vorgestellt habe. Es ist unbestreitbar bei all den «Blast»-Varianten (Toon Blast, Angry Birds Blast). Und leider gilt es auch für «Homescapes» (Android/iPhone und iPad): Das könnte ein charmantes Casual Game sein, wenn es nicht offensichtlich wäre, dass die zwischendurch frustrierend schweren Level nur den Zweck haben, den Spieler dazu zu bringen, alle seine Powerups zu verballern, damit er hinterher für viel Geld neue kauft.

Auch «Homescapes» ist übrigens ein Vertreter des Match-3-Spielprinzips, das man auch von «Candy Crush Saga», «Toon Blast» und Konsorten und vielen anderen Vertretern kennt.

Apple Arcade kostet 6 Franken im Monat. Dafür gibt es Zugang zu inzwischen mehr als hundert Spielen, die man ganz ohne Werbung und In-App-Käufe geniessen darf. Ich habe folgende Titel ausprobiert: „Was mir an Apple Arcade gefällt – und was noch besser werden kann“ weiterlesen

Da läuft man sich gleich viermal die virtuellen Hacken wund

Mit Om Nom Run, Jumanji: Epic Run, Blades of Brim und Talking Tom Hero Dash trete ich den vierfachen Beweis an: Das Genre des Endless Runner ist nicht tot – aber es ist auch nicht origineller geworden.

Neulich ist mir ein epochales Versäumnis meinerseits aufgefallen. Ich habe nämlich – und jetzt haltet euch fest! – schon seit Oktober 2017 etwas nicht mehr getan, was ich eigentlich regelmässig tun sollte. Ich habe nämlich seit mehr als zwei Jahren keine Spiel mehr besprochen, das in die Kategorie der Endless Runner gehört. Wikipedia nennt sie Auto-Runner.

Das Genre zeichnet sich dadurch aus, dass die Spielfigur sich selbsttätig in einem (meist mit der Zeit zunehmenden) Tempo bewegt. Als Spieler muss man sie davor bewahren, irgendwo dagegenzurennen und tot zu sein. Gleichzeitig gilt es, Dinge wie Bananen, Goldstücke oder Powerups aufzusammeln. Ein solcher Spieletitel versammelt Elemente des Jump ’n’ Run, Geschicklichkeitsspiels und Rennspiels. Und aus unerfindlichen Gründe fahre ich voll darauf ab.

Darum soll es hier um die Frage gehen, ob das nun tatsächlich ein Versäumnis von mir ist – oder ob des die Gameindustrie in den letzten Jahren nicht geschafft hat, für anständigen Nachschub zu sorgen. Mit etwas Suchen findet man einige neue Vertreter. Fragt sich nur noch, ob die auch etwas taugen. „Da läuft man sich gleich viermal die virtuellen Hacken wund“ weiterlesen

So fliegt der Schmetterling!

Threes! ist ein kleines Logikpuzzle, das 2014 Massstäbe gesetzt hat. Es hat alles richtig gemacht: Eine hatte eine neue, überraschende Spielidee die toll umgesetzt war. Und es sorgte für anhaltenden Diskussionsstoff, indem es diverse Nachahmer auf den Plan rief.

«Threes!» ist nach wie vor eine Empfehlung wert: Es gibt das Spiel für 6 Franken ohne Werbung und In-App-Käufe fürs iPhone und iPad und für Android. Es gibt auch eine Gratisversion fürs iPhone und Android. Und man kann es inzwischen sogar im Browser spielen.

Was mich angeht, habe ich «Threes!» auch nach fünf Jahren noch nicht gelöscht. Ich spiele es nicht mehr häufig, aber es gehört zu den berühmten zehn Titeln, die ich auf die einsame Insel mitnehmen würde. Und es gibt noch immer Games, die die Spielmechanik aufgreifen und variieren. Zur Erinnerung: „So fliegt der Schmetterling!“ weiterlesen

Haben die bei Rovio einen Dachschaden?

Eigentlich sollte das heute ein simpler kleiner Game-Tipp werden. Mir ist das Spiel «Angry Birds Dream Blast» (kostenlos, Free to Play, für Android und iPhone/iPad) in die Finger geraten. Das passt mit Fug und recht in meine kleine Reihe mit indirekten Nachfolgern meines Spiels Clickomania. Doch mir ist dann etwas dazwischen gekommen. Doch bevor ich das ausführe, doch noch ein paar Worte zum Spiel:

Die Grundidee ist die alt bekannte: Das Spiel wirft bunte Bälle (bzw. «Blasen») aufs Spielfeld, die man platzen lassen muss. Das ist möglich, wenn mehrere Blasen mit der gleichen Farbe eine Gruppe bilden. Je grösser die Gruppe, desto besser: Punktemässig und allenfalls auch, was die Durchschlagskraft angeht.

Doch was die Ausführung angeht, liegen Welten zwischen meinem Spiel und dem von Rovio: Die App ist aufwändiger und abwechslungsreicher, als es mein simples Progrämmchen je war. Es gibt hübsche Grafiken und Animationen. Man bekommt es mit vielfältigen Power-Ups und speziellen Spielelementen zu tun. Natürlich haben auch die wütenden Vögel und die bescheuerten Schweine einen Auftritt. Denn dieses Spiel ist ein Spin-off des hier vorgestellten «Angry Birds Blast». (Das wiederum ein Spin-off des allerersten Angry-Birds-Titels ist.) „Haben die bei Rovio einen Dachschaden?“ weiterlesen

Verhungere nicht. (Und zünde dich nicht an.)

«Don’t starve, bitte nicht verhungern», ist ein guter Ratschlag für viele Regionen dieser Erde. Bei uns müsste er mutmasslich eher «Überfriss dich nicht» heissen. Aber das ist eine moralische Betrachtungsweise, die für das Thema nicht angebracht ist. Denn wenn man mit Moral ans Werk gehen möchte, wäre die Empfehlung wahrscheinlich: «Willst du nicht lieber an die frische Luft gehen, statt schon wieder am Smartphone/Computer abzuhängen?»

Da ich ein Stubenhocker bin, wäre die Antwort auf diese Frage sowieso ein klares Nein. Es geht um ein Spiel, das man auf allen möglichen und unmöglichen Plattformen spielen kann. Windows, Mac und Windows bei Steam, iPhone und iPad und Android, um nur einige zu nennen. Der Preis variiert je nach Plattform und Darreichungsform (Bundles) und beläuft sich irgendwo zwischen 10.50 Franken und 99 Rappen. Ich glaube, ich habe 4.50 dafür bezahlt.

In «Don’t starve» regnet es häufig, und die Hauptfigur hat dementsprechend schlechte Laune. Sie irrt durch eine karge Welt und muss sehen, wie sie nicht vom Fleisch fällt. Dazu sammelt sie Beeren, Blütenblätter und andere Dinge. Manche lassen sich direkt vertilgen, doch wer mit der menschlichen Natur (oder Minecraft) vertraut ist, der weiss natürlich, dass es damit nicht getan ist. Man möchte die Welt um einen herum verändern, gemütlicher machen und seine Existenz vom nackten Überlebenskampf in ein angenehmes Dasein verlagern.

„Verhungere nicht. (Und zünde dich nicht an.)“ weiterlesen