Hey Mark, so präsentiert man VR-Brillen

Die Teeologie gehört zu den vernachlässigten Rubriken dieses Blogs. Und die Nerdflicks. Immerhin habe ich bei den Nerdflicks eine gute Begründung. Und heute wieder ein mal einen Film, der so gut in diese Rubrik hier passt, dass man vermuten könnte, er sei extra für mich gedreht worden.

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Fürs Bewerbungsgespräch wird schnell die VR-Brille übergestülpt…

Der Film heisst Father of the Year bzw. zu Deutsch Vater des Jahres. Und er ist so fussnägelhochbiegend und fremdschamauslösend schlecht, wie es für diese Rubrik eigentlich Bedingung ist1. Denn hier geht es um die Filme, die man nur per Streaming konsumiert und für die man nie ein Kinoticket lösen oder Geld für eine Bluray aufwerfen würde. In dem Fall könnte man das noch nicht einmal tun, selbst wenn man wollte. Der Film wurde nämlich für Netflix produziert und läuft nur dort.

Er hat, zu meiner Verblüffung, sogar ein paar gute Aspekte. „Hey Mark, so präsentiert man VR-Brillen“ weiterlesen

Zeitreisen sind nicht mehrheitsfähig

Die Fernsehserie Timeless, momentan bei Netflix zu sehen, beschäftigt sich mit Zeitreisen. Industriemagnat Connor Mason hat in seinem Unternehmen im Geheimen eine Zeitmaschine bauen lassen.

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Die Zeitmaschine, die ein bisschen wie ein Auge aussieht und beim Gebrauch bedrohlich rattert.

Das Projekt war aber nicht so geheim, dass Garcia Flynn nicht davon Wind bekommen hätte. Flynn klaut die Zeitmaschine, um ein bisschen temporalen Terrorismus zu verbreiten. Ein Team von drei Leuten erhält den Auftrag, dem Terroristen und seinen Spiessgesellen mit einer Ersatz-Zeitmaschine hintendreinzujagen. Historikerin Lucy Preston, Elitesoldat Wyatt Logan und der ungelenke Nerd Rufus Carlin sollen den Mann einfangen und gleichzeitig allzu schlimme historische Entgleisungen verhindern oder zurechtrücken. Das funktioniert natürlich nicht. Schon nach der Pilotfolge ist Welt nicht mehr dieselbe: In den Geschichtsbüchern steht etwas anderes zur Hindenburg. Und Lucy ist plötzlich ein Einzelkind, weil ihre Mutter die Schwester namens Amy in diesem Zeitstrang nie geboren hat.

Das kitzelte meinen Nerv für das Thema. Das Fazit nach einigen Folgen: „Zeitreisen sind nicht mehrheitsfähig“ weiterlesen

Schweizweite Zeitreisen

Youtube ist für mich ein Medium, auf das ich zwar nicht verzichten würde, doch von dem ich auch nicht allzuviel erwarte. Es gibt dort Millionen von Clips – nicht nur Schrott, sondern auch viele lustige und gute Sachen. Dennoch versprüht Youtube den Charme von Amateurhaftigkeit und Chaos. Wackelige Handyvideos, Verschwörungstheorie-Clips, mitgeschnittene und mutmasslich nicht sauber lizenzierte Fernsehausstrahlungen, lustige Fundstücke und Unsinniges, wie Hitler, der zehn Minuten lang Nein sagt und dafür 3,5 Millionen Views bekommt – das ist Youtube.

Die Stärke von Youtube ist, dass man dort meistens irgend etwas zu einem Thema findet, zu dem man ein Video sucht. Man kann Videos selbst kostenlos hochladen und sehr einfach auf seiner eigenen Website einbinden – das ist um Welten simpler, als wenn man sie selbst hosten müsste. Und da sich sehr viele Leute auf Youtube tummeln, haben Videos eine unter Umständen sehr lange Halbwertszeit. „Schweizweite Zeitreisen“ weiterlesen

Adam Sandler als Nerd?

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Was, Pacman ist der Bösewicht?

«Pixels» – das ist dieser Film (Wiki, Amazon Affiliate), in dem die Aliens Videospiele für echt halten und die Menschheit in «Pacman», «Space Invaders», «Frogger», «Galaga» und «Donkey Kong» herausforden. Die Idee ist … naja, ein Klassiker. Bei «Armada» von Ernest Cline (So geht das mit den Aliens), bei «Ender’s Game» (Da hat Audible voll daneben gehauen) oder The Last Starfighter geht es um Videospieler, die den Tag retten, indem sie den Ausserirdischen zeigen, wo der pixelige Hammer hängt. Und die Vermengung von Videospielen und realer Welt hat literarisch noch mehr Potenzial. Das exerziert Scott Meyer bei «An Unwelcome Quest» (In einem schrecklichen Videospiel gefangen) und «Off to be the wizard» (Zauberer sind Hacker der Realität) vor. Man sieht es wunderbar bei «Ready Player One» von Ernest Cline (Nerdgasmus und Popkulturklimax) und, mehr auf der formalen Ebene, bei «Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt» (Die Liebe ist ein Videospiel). Und auch «Extraleben» von Constantin Gillies muss in diesem Zusammenhang lobend erwähnt werden (Ready für das Extraleben?).
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Im dünnen Netflix-Angebot die dicken Dinger finden

Die Discoverability bei Netflix – Neudeutsch für Auffindbarkeit von Inhalten – ist höchstens so lala. Netflix gehört ja zu den Unternehmen, das glaubt, dank Big Data und tollen Algorithmen den Nutzer besser zu kennen, als der sich selbst kennt. Das ist etwas anmassend und im Fall von Netflix weniger zutreffend als z.B. bei Spotify, weil der Katalog zu klein ist. Er enthält zu wenig Perlen, die ein kleverer Algorithmus nach oben spülen könnte. Damit ein Algorithmus überraschende Querverbindungen herstellen kann, brauchen wir als Nutzer genügend Spielraum, um unsere seltsamen Vorlieben auszuleben und zu demonstrieren.

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Nix Blade Runner bei Netflix. (Bild: Robert Mizrahi/feelgrafix.com als Wallpaper)

Man kommt bei Netflix um manuelle Suchen nicht herum. Da helfen die verborgenen Kategorien etwas, aber alles in allem macht die Suche einen willkürlichen und unausgegorenen Eindruck. Aber es gibt ja Drittdienste:

Unogs.com zum Beispiel. Die Site erlaubt eine Suche nach Stichworten. Sie grenzt das Angebot aber auch nach diversen Parametern ein: „Im dünnen Netflix-Angebot die dicken Dinger finden“ weiterlesen

Sehbefehl!

Netflix hat mir aus unerfindlichen Gründen Kapitalismuskritik als Interesse zugeordnet und mir den Film Requiem for the American Dream (Netflix, IMDB, Wiki, Amazon Affiliate) vorgeschlagen.

Der Film trägt, wie der Titel ankündigt, den amerikanischen Traum zu Grabe. Totengräber ist Noam Chomsky, mit dem ich es in seiner Eigenschaft als Linguist während meines Studiums zu tun bekommen habe. Er ist auch ein kühler Kopf und engagierter Linker, der es in 73 Minuten schafft uns zu erklären, weswegen heute die Welt aus dem Ruder läuft und die Demokratie von den dunklen Wirtschafts-Overlords untergebuttert wird. „Sehbefehl!“ weiterlesen

Groundhog Day mit Krieg

«Edge of Tomorrow» (Wiki, IMDB, Amazon Affiliate) ist ein Film, der hier unvermeidlicherweise besprochen werden muss: Schliesslich geht es um eine Geschichte, die den normalen, linearen Ablauf der Zeit unterbricht. Und dieses Blog hat sich den Geschichten verschrieben, die in der einen oder anderen Form die Naturgesetze ausser Kraft setzen.

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Aliens…

In diesem Film von 2014 ist es Tom Cruise, seines Zeichens kleingewachsener Scientologe, der sich mit den grossen wissenschaftlichen Konstanten unseres Unviversums anlegt. Allerdings völlig unerwartet, und ohne dass er es überhaupt wollte. US-Major Bill Cage dient zwar im Militär, ist aber dennoch kein mutiger Mensch, sondern ein ausgemachter Feigling. Als PR-Offizier will er nicht an die Front, um dort den Mimics heimzuleuchten – denn das könnte ja gefährlich werden. Die Mimics sind Aliens, die zwar besiegbar scheinen. Aber trotzdem keine sonderlich freundlichen Erscheinungen sind.
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Sogar Adam Sandler sagt, dass ihr backuppen sollt

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Er sollte Brand Ambassador für Crashplan werden.

Netflix hat mir aus unerfindlichen (?) Gründen den Film «The Do-Over» (Wiki, Netflix) vorgeschlagen, den ich mir dann auch brav zu Gemüte geführt habe.

Und, was soll ich sagen…? Es ist immerhin der erste Film mit Adam Sandler, von dem ich öffentlich zugeben würde, dass ich ihn gesehen habe. Er hat eine nicht völlig hanebüchene Story, ist in Momenten tatsächlich lustig, hat auch einige ernste Untertöne, die aber nicht als Feigenblatt oder aufgesetzt wirken. Und auch David Spade gefällt mir gut, der zwar ebenfalls die eine oder andere Leiche in seiner Filmografie vergraben hat, den ich in Just Shoot Me seinerzeit aber sehr gerne geschaut habe.
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Paradox ist, dass dieser Film überhaupt gedreht worden ist

Diese Zeitreise ging nach hinten los. (Und das ist jetzt nicht temporal gemeint.)

Es gibt diverse Filme mit dem Titel «Paradox». Nämlich diesen, diesen oder auch diesen. Oder diesen. Ich haben neulich einen Film mit dem Titel «Paradox» auf Netflix geschaut. Aber leider keiner der vorher genannten. Sondern diesen hier: Geschrieben und inszeniert1 von Michael Hurst. Die Story:

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Da kriegt man ja schon vom Zusehen Kopfschmerzen! Jim, das personifizerte Paradoxon. (Screenshot: Imdb.com)

Ein Forscherteam hat eine Zeitmaschine erfunden. Sie soll getestet werden, indem einer der Forscher eine Stunde in die Zukunft geschickt wird und dann zurückkommt, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Als Jim (Adam Huss) dort ankommt, sind alle tot, einem seiner Kollegen fehlt sogar der Kopf. Er kehrt zurück, um seine Kollegen zu warnen. Doch weil ausserhalb des Labors der Strom ausgefallen ist, funktionieren die Lifte nicht und es gibt kein Entkommen.
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