Wir Nerds damals in den Achtzigern

Da ist mir, Netflix sei Dank, eine Fernsehserie über den Weg gelaufen, die mir bei ihrer ersten Ausstrahlung völlig entgangen war. Freaks and Geeks (Amazon-Affiliate) heisst sie und wird auf Netflix ohne Synchronisation angeboten. Das kann technische Gründe haben oder daran liegen, dass die Übersetzung stinkt. Der deutsche Titel (Voll daneben, voll im Leben) lässt darauf schliessen, dass letzteres der Fall ist.

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Bei diesem Sportlehrer haben die Nerds nichts zu lachen.

Die Serie wurde Ende der 1990er gedreht, spielt aber in den 1980ern. Das ist die Zeit, in der ich einen Grossteil meiner Schulbildung genoss. Und ohne jetzt in Nostalgie auszubrechen, wurde ich intensiv an jene Zeit erinnert. Obwohl in den USA spielend, mit all den seltsamen Auswüchsen des Schulsystems dort wie Abschlussbälle und Cheerleadern, war der gesellschaftliche Groove aus heutiger Sicht nicht so weit auseinander, als dass man sich nicht damit identifizieren könnte: „Wir Nerds damals in den Achtzigern“ weiterlesen

Ja, Herr Professor, ich defragmentiere meine Festplatte

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Die liebliche Melissa «Oregon» Shawcross weiss: Mit Augenaufschlag defragmentiert es sich besser.

In Fresh Meat – bei Netflix zu sehen – geht es um sechs Studenten, die sich eine WG teilen. Mit Howard McGregor ist auch ein Schotte mit dabei, der alle Bedingungen für einen bedingungslosen Nerd erfüllt: Langzeitstudi, verlottertes Aussehen, seltsame Hobbys wie LAN-Partys und ein Mangel an Selbstbewusstsein.
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Die versteckten Netflix-Kategorien

Die Site What’s on Netflix pflegt die schöne Kategorie Netflix Hacks. Hier findet sich ein Beitrag, der erläutert, wie man im Katalog an Kategorien herankommt, die offiziell nicht ausgewiesen werden.

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Das Codewort für die freizügigen Filme ist bei Netflix übrigens «steamy».

Dazu verwendet man die URL www.netflix.com/browse/genre/[Code], wobei [Code] als Platzhalter für die diversen Kategorien dient.

47147 ist beispielsweise der Code für klassische Sciencefiction und Fantasy, was den Link www.netflix.com/browse/genre/47147 ergibt. So weit, so einfach. Aber funktioniert es?

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F wie Film. Oder Facepalm.

Der nachfolgende Blogpost ist mir schon jetzt peinlich. Doch meine Generation hat noch gelernt, dass einer, der einmal A gesagt hat, auch B sagen muss. Das ist mit ziemlicher Sicherheit eine jener Lebensweisheiten, die bei näherer Betrachtung völliger Unsinn ist: Denn wenn man im Verlauf von A klüger wird und sieht, dass B nicht nur überflüssig, sondern vielleicht sogar schädlich ist, sollte seine Pläne ändern. Was einem hier gelehrt wird, ist, stumpfsinnig an einmal gefassten Vorsätzen festzuhalten, statt das Leben flexibel – oder, wie das neuerdings heisst, «agil» – anzugehen. Aber wie das so ist: Die eingeimpften Verhaltensweisen lassen sich auch mit Vernunft nur schwer austreiben.

Und darum hier eine Fortsetzung meiner kleinen Blog-Reihe, in der es darum geht, Netflix auf die schlimmsten Filme hin abzuklopfen, die man dort zwecks Zeitverschwendung und Zelebrierung des schlechten Geschmacks in die gute Stube streamen lassen könnte. Es sind wieder einmal grauenhafte Filme. Aber wtf, nach A, B, C, D und E sage ich jetzt halt F.
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Breaking News in Sachen Internetporn

«Don Jon» (IMDB, Wikipedia, Amazon Affiliate) ist ein Film aus dem Jahr 2013, der sich mit der Internetpornografie beschäftigt.

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Sie erklärt ihm, wie der Hase hoppelt.

Pornografie gehört zum Internet wie ein Popel unter eine Kindernase. Das rechtfertigt einen Film zum Thema, und Leute wie ich, die sich beruflich mit dem Internet beschäftigen, haben entsprechend eine professionelle Verpflichtung zur Rezeption des Films. Als pflichtbewusster Mensch habe ich mich also hingesetzt und in der Hoffnung auf neue, interessante Erkenntnisse Netflix angeworfen.

Und auch wenn es mir etwas widerstrebt, hier schon gleich am Anfang – als Antiklimax und Lustkiller quasi – die Katze aus dem Sack zu lassen, so gebietet es mir mein professioneller Impetus, nicht weiter um den heissen Brei herumzureden:
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Alles gut auf der anderen Erde?

In meinem Zyklus zu den alternativen Welten gibt es heute einen Film zu besprechen, der sich schon allein durch den Titel aufdrängt: «Another Earth» (Wiki, IMDB, Amazon Affiliate) heisst er und bespricht das Schicksal von Rhoda Williams. Sie versaut sich eine vielversprechende akademische Karriere, als sie nach einer feuchtfröhlichen Feier ein Auto rammt und eine dreiköpfige Familie fast komplett auslöscht. Nur der Familienvater, der Musikprofessor John Burroughs kommt mit dem Leben davon.

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Gute Erde, du gehst so stille…

Rhoda sitzt ihre Strafe ab, wird die Schuld aber nicht los. In der Hoffnung auf Vergebung nähert sie sich dem nun alleine in einem zunehmend verwahrlosenden Haushalt lebenden John Burroughs. Doch sie getraut sich nicht zu sagen, wer sie ist und gibt sich als Putzfrau aus (die Katharsis wörtlich genommen) und nähert sich Burroughs an. „Alles gut auf der anderen Erde?“ weiterlesen

Verflixt, falsches Paralleluniversum

Mit einer gewissen Vorfreude habe ich mich neulich an die Rezeption von Parallels gemacht. Die Vorfreude rührt daher, dass dieser Film vom Plot her annähernd eine 1:1-Kopie von Sliders zu sein scheint.


Wie war nochmal mein Geburtstag?

Sliders (DVDs bei Amazon), ihr erinnert euch, ist eine Sciencefiction-Serie, die von Mitte bis Ende der 1990er Jahre in der Glotze lief: Ein Grüppchen von vier Leuten hüpft von Paralleluniversum zu Paralleluniversum. Der nerdige Physikstudent Quinn Mallory hat eine Maschine erfunden, die das ermöglicht. Doch er hat nicht bedacht, dass es nicht so einfach sein würde, die Ursprungs-Dimension wiederzufinden.

Ich finde die Ausgangslage grossartig: „Verflixt, falsches Paralleluniversum“ weiterlesen

Da ist was los in Norwegen!

Ich nehme es vorweg: An «Lesbian Vampire Killers» (siehe Der beste schlechte Film auf Netflix) kommt Trollhunter (Amazon) nicht heran: Es werden schliesslich auch nur Trolle und keine lesbischen Vampire gejagt. Und eben: Trolle sind keine lesbischen Vampire, das schleckt nicht mal eine Zombie-Geiss weg.

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Definitiv kein Bär! (Aber definitiv eine schön cheesy Animation.)

Aber da nicht jeder B-Movie ein leuchtendes Vorbild seines Genres sein kann und dieser Film seine Momente hat, sei er hier dennoch wärmstens empfohlen. „Da ist was los in Norwegen!“ weiterlesen

Zeit für Superhelden?

In den letzten Jahren ist der Wunsch nach Superhelden beträchtlich gestiegen. Kein Wunder, dass wir in Zeiten des Terrors gerne Lichtgestalten hätten, die auf unseren Strassen patroullieren und uns guten Menschen die Bösewichte vom Leib halten. Und so irreal wie diese übermenschlichen Retter in der Not erscheinen, so wenig nah an der Wirklichkeit sind oft auch die Antipoden. Bei Ex-Heroes von Peter Clines sind es Zombies. Also keine Selbstmordattentäter oder Dschihadisten, sondern Zombies. In Clines Welt hat sich der so genannte Islamische Staat selbst überlebt, so wie auch die meisten anderen Staaten nur noch eine vage Erinnerung sind. Hier hat nämlich ein Virus zugeschlagen, sodass nun Mutanten mit Superkräften auf der einen Seite und untote Hohlbirnen auf der anderen stehen.

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Hätten längst die Welt gerettet, wenn das nicht so langweilig wäre (Originalbild: JD Hancock/Flickr.com)

«Superman», «Asterix und Obelix»
Superhelden übten auf mich lange Zeit nur eine beschränkte Faszination aus. Comics wie «Super-», «Spider-» oder «Batman» waren mir in meiner Jugend zu … amerikanisch. Sprich: Zu weit weg von meiner Fantasiewelt, die durch europäische und vor allem belgische und französische Comics geprägt war. Nun, klar, in gewisser Weise sind auch Asterix und Obelix Superhelden – aber dass sie nicht so genannt werden, ist gleichzeitig auch ihre Stärke. „Zeit für Superhelden?“ weiterlesen

Das Unmögliche ausloten

Zeitreisegeschichten, alternate realities und nichtlineare Erzählweisen faszinieren mich seit ich Karl May entwachsen bin. Nicht, dass ich nicht auch Freude an einer geradlinigen Story hätte. Aber da Realität für uns Menschen halt nun einmal das ist, was unser Gehirn daraus macht, ist IMHO unvermeidlich, die Möglichkeiten des Daseins auszuloten, wenn eine Geschichte aus der engen Alltagssicht ausbricht. Und zwar auf klügere Weise, als dass am Schluss irgend ein Gebäude in die Luft fliegt, das in Wirklichkeit noch steht.

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Mr. Nobody: Das «Was wäre wenn» bei den Hörnern gepackt.

Seit Back to the Future liebe ich Geschichten wie Inception, Memento die entweder nur auf der Erzählebene oder auch auf der Handlungsschiene unerwartete Abzweigungen nehmen. Das ist nicht immer gelungen – Donnie Darko liess mich unbefriedigt zurück. Ebenso Mulholland Drive, der auf der Erzählebene ungewöhnliches tut.

Hier einige Tipps über Filme und Serien, die sich um die Reality distortion verdient gemacht haben, ohne zur absoluten Spitzenklasse zu gehören – jene Streife sammle ich für the one and only Blogpost, der das Thema dereinst umfassend und abschliessend behandeln wird:
„Das Unmögliche ausloten“ weiterlesen