So viel Bytes auf einem Haufen!

Das Internet ist ein faszinierendes Gebilde. Auf der untersten Ebene ist es nichts anderes als ein riesiger Umschlagplatz für Datenpakete. Und wenn wir mal auf dieser Ebene bleiben, dann sollten wir einen Moment darauf verwenden, von der schieren Grösse der Datentransfers beeindruckt zu sein.

Ich habe seinerzeit die Infografik «What happens in an Internet Minute?» vorgestellt: Was passiert während einer Minute im Internet? Die stammt von 2013 und ist massiv überholt. Ich habe darum nach einer Neuauflage gesucht und bin fündig geworden.

Die Aufdatierung stammt von @LoriLewis und @OfficiallyChadd. Sie ist leider nur bedingt mit der sechs Jahre alten Variante vergleichbar, da nicht die identischen Kategorien berücksichtigt wurden.

Ein paar Kategorien sind zum Glück erhalten geblieben. Die Zahl der heruntergeladenen Apps belief sich 2013 auf 47’000 Stück. Heute sind es 390’030 Apps. Bei Facebook loggten sich damals 277’000 Leute pro Minute ein. Heute sind es eine Million. Und Google hat sich von zwei Millionen Suchanfragen auf 3,8 Millionen gesteigert.

Es gibt die Grafik auch in einer Variante für 2018; hier finden sich die beiden Varianten nebeneinandergestellt. Verblüffend da der stramme Wachstumskurs von Instagram. In einem Jahr hat sich die Zahl der Nutzer pro Minute von 174’000 auf 347’222 erhöht. Und Netflix hat massiv zugelegt: Von 266’000 Stunden auf 694’444 Stunden Videokonsum – pro Minute!

Das ist so viel, dass man sich fragt, ob das stimmen kann. Jedenfalls ist belegt, dass Netflix ein strammes Wachstum an den Tag legt.

Sogar das altehrwürdige Mail hat um ein bescheidenes Milliönchen zugelegt: Von 187 auf 188 Millionen Mails.

Wenn man sucht, findet man auch einen rückläufigen Trend. Bei Snapchats waren es vor Jahresfrist noch 2,4 Millionen Snaps pro Minute, jetzt sind es noch 2,1 Millionen.

Man kann natürlich versuchen, sich das vorzustellen – oder das irgendwie zu visualisieren. Aber bei solchen Grössenordnungen wird es schwierig. Ganz abgesehen davon, dass man Datenmengen nicht in Fussballfelder umrechnen kann. Damit fällt der grosse Veranschaulichungstrick von uns Medien schon einmal flach.

Auf internetlivestats.com (siehe auch Die etwas andere Weltzeituhr) in der Rubrik «1 second» wird diese Herausforderung angegangen, indem die Datenmenge auf eine Sekunde heruntergebrochen und dann visualisiert wird. Zum Beispiel gibt es 8552 Twitter-Icons, die die Zahl der abgesetzten Tweets demonstrieren. Oder 3916 Skype-Symbole für die Zahl der Telefongespräche. Und 79’422 Youtube-Videos, die gestartet werden. Aber auch das sprengt zumindest mein Vorstellungsvermögen…

Damals war der Datenverkehr im ganzen Internet 639 Terabyte pro Minute. Heute beträgt die gesamte Datenmenge des Internets in der Sekunde live-counter.com 45’051 Gigabyte, was 2703 Terabyte pro Minute wären. Also gut viermal so viel. Die Gesamtdatenmenge, die via Internet zugänglich ist, beträgt nach dieser Quelle 15’434’373 Petabyte oder 15,4 Zettabyte – damit ihr wisst, worauf ihr euch einstellen müsst, falls ihr eine Hardcopy machen möchtet…

Beitragsbild: Das Internet viel grösser, aber ähnlich schön aufgeräumt (Pixabay/Pexels, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzegungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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