Das sollten alle Browser können!

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle Firefox Lockbox vorstellen. Das ist eine App, die am iPhone Zugriff auf die in Firefox gespeicherten Passwörter gibt. Die gelangen am einfachsten via Firefox Sync aufs Mobilgerät. Und mit der App wird so aus Firefox ein simpler Passwortmanager – man kann ein Passwort in der App nachschlagen, wenn man es in einem anderen Browser oder an einem Computer benötigt, wo Sync nicht eingerichtet ist.

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Wie grossartig ist das denn? Zwei Webseiten nebeneinander! (Aus unerfindlichen Gründen erscheint mein Blog-CMS links in der mobilen Version – vielleicht fordert Side View diese an, damit die Seite in der Leiste auch schmal optimal angezeigt wird.)

Leider steht diese App im Schweizer Store nicht zur Verfügung, da es sich um ein Testpilot-Projekt handelt. Und darum benötige ich an dieser Stelle ein Ausweichthema. Und das ist naheliegenderweise testpilot.firefox.com. Ich verstehe, wenn es Leute gibt, die der Ansicht sind, dass ich mir nicht gerade ein Bein ausgerissen habe, um auf besagtes Ausweichthema zu stossen. Aber ich glaube, dass es eine Bereicherung ist. Denn mein Tipp hier ist um Welten besser als Firefox Lockbox – ehrlich wahr!

Mozilla Testpilot ist die Spielwiese für Entwickler. Hier werden Dinge ausprobiert und soweit verfeinert, dass man sie ins fertige Produkt einbauen kann. Wenn sie sich bewähren, natürlich. Falls nicht, verschwinden sie wieder, bevor sie Schaden anrichten konnten. Es kann also sein, dass Testpilot-Projekte, die Leute wie ich in ihren Blogs besprechen, obsolet sind. Im dümmsten Fall noch bevor der Blogpost überhaupt veröffentlicht ist. Aber niemand hat gesagt, das Leben eines Bloggers sei frei von Risiken.

Ich habe neulich im Beitrag Wie man als Whistleblower anonym bleibt Firefox Send vorgestellt, ein solches Testpilot-Projekt.

Ein anderes ist Side View: Dieses Experiment erlaubt es, zwei Websites nebeneinander darzustellen. Das ist eine so naheliegende Funktion, dass ich mich frage, warum es die nicht seit Jahrzehnten standardmässig in jedem Browser verbaut ist. Die Sache mit den Reitern ist gut und recht – aber diese Reiter sind nicht wirklich praktisch, wenn man im Browser parallel zwei Tätigkeiten ausführt: Zum Beispiel, so wie ich jetzt gerade, recherchiere und schreibe. Dann muss man ständig zwischen dem Reiter mit dem Texteingabefenster des CMS und den Recherche-Tabs hin und her wechseln. Klar, man könnte zwei Fenster nebeneinanderstellen – aber wenn man zwischendurch zu einem anderen Programm wie zum Beispiel dem Windows Explorer wechselt, ist das auch nicht praktisch.

Side View erscheint als Knopf in der Firefox-Leiste. Man kann kürzlich verwendete Websites oder einen der offenen Reiter in die Seitenleiste verschieben. Diese erscheint am linken Rand, und über einen Anfasser macht man den linken Bereich grösser und den rechten kleiner, oder vice versa. Es gibt ein Menü links oben, über das man die Seitenleiste auch an den rechten Rand verschieben darf. Und es ist möglich, Lesezeichen, die Chronik oder synchronisierte Tabs in der Seitenleiste zu öffnen.

Die Side View wird auch über das Menü geschlossen. Wenn man mit Lesezeichen, Reitern und Such- und Adressfeld operiert, tangiert das nie die Ansicht in der Side View. Es sollte somit auch nicht passieren, dass man im Reiter mit dem CMS aus Versehen etwas anderes lädt und so seinen ganzen Text verliert. (Aber das sollte sowieso nicht passieren.)

Fazit: Ich nutze das jetzt seit einiger Zeit und nicht nur fürs Bloggen, sondern generell für Webanwendungen ist das überaus praktisch. Ich hoffe sehr, dass dieses Feature den Weg in die reguläre Firefox-Version finden wird – und nicht etwa verschwindet. Immerhin, dürfte es dann sofort Erweiterungen geben, über die man die Funktion zurückbringen kann.

Also, ein hervorragender Tipp. Aber es geht noch weiter. Allerdings erst morgen – mit Teil zwei dieses Tipps.

Autor: Matthias

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