Der würdige Nachfolger des Polaroids

Für unsere Gadget-Tipps für Weihnachten dieses Jahres (Ihr Gadgetlein kommet, Abo plus) habe ich den HP Sprocket (2. Edition) mit Lichterkette (Amazon Affiliate) vorgestellt. Ja, ich weiss. Ich und drucker, das passt nicht zusammen. Ich bin fürs papierlose Büro. Und wenn ich einsehen muss, dass sich das noch nicht ganz realisieren lässt, dann ärgert micht das. Aber dieser kleine Drucker ist charmant. Und weil er kein richtiger Drucker, sondern bloss ein Spass-Drucker ist, braucht man ihn auch nicht so ganz ernst zu nehmen.

Die Idee ist, dass man mit ihm Fotos ab Handy in richtige Fotos verwandelt. Das ist eine legitime Idee. Denn die Handy-Fotos sind zwar immer dabei. Man kann sie auch leicht weitergeben und «verschenken». Doch schön sind Fotos eben auch, wenn man sie in physischer Form zur Verfügung hat. Dann kann man sie an den Kühlschrank hängen, beim Schreibtisch platzieren oder im Portemonnaie mit herumtragen (solange man noch ein Portemonnaie hat): Dann sieht man seine Fotos eben nicht nur, wenn man sie im Smartphone abruft, sondern auch zufällig, wenn der Blick dorthin fällt, wo man sie platziert hat. Die Sprocket-Fotos sind folgerichtig denn auch selbstklebend. (Auch wenn ich grösste Mühe bekunde, die Abdeckschicht wegzubekommen.)

Der Drucker hat ungefähr Handygrösse.  „Der würdige Nachfolger des Polaroids“ weiterlesen

Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten

Das ist der zweite Teil der epischen Saga. Zur Erinnerung: Wir sind mit der Mission aufgebrochen, hier zusammen den schönsten aller Markdown-Editoren zu finden. Heute ist Typora dran. Dieses Programm gibt es kostenlos für Windows, Mac und Linux.

Typora präsentiert sich so minimalistisch, dass man diesen Editor leicht mit dem Windows-Editor (Notepad) verwechseln könnte. Aber nur auf den ersten Blick. Man merkt schnell, dass bei Typora eine Design-Absicht hinter der kargen Erscheinung steckt und nicht bloss Feature-Armut. Es gibt zum Beispiel einen angenehmen Abstand zwischen Fensterrand und Text. Bei Notepad kleben die Buchstaben direkt am Menü und an den Kanten, was nicht schön aussieht. Und die Bildlaufleiste am rechten Rand ist hübscher als der typische Windows-Scrollbalken: Bloss eine dezente, schmale Fläche im Verhältnis des sichtbaren zum ganzen Text.

Oberfläche

Typora hat, anders als die meisten Markdown-Programme, keine zweigeteilte Oberfläche.  „Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten“ weiterlesen

Eine neue Liebe finden

Es ist immer das gleiche: Wenn man mit einem Buch durch ist, spürt man einen mehr oder weniger grossen Abschiedschmerz. Dieses Gefühl der Trennung ist ein guter Indikator für die subjektive Wichtigkeit – und zwar auf der Gefühlsebene. Es kann sein, dass man ein Buch intellektuell gut fand, aber keinen Abschiedsschmerz fühlt. Das ist typischerweise bei Sachbüchern der Fall, so erhellend sie auch gewesen sein mögen.

Umgekehrt kann das Lebewohl weh tun, selbst wenn wir Leser uns den Grund nicht so richtig erklären können – bei Büchern, die wir nicht unbedingt weiterempfehlen würden und die uns vielleicht sogar ein bisschen peinlich sind.

Woran das liegt? Schwer zu sagen, wie das bei Liebesdingen halt so ist. Wahrscheinlich ist einem eine Hauptfigur ans Herz gewachsen. Oder wir vermissen die Atmosphäre der Geschichte – die Geborgenheit einer Welt, die vielleicht nicht mal besonders erstrebenswert ist.  „Eine neue Liebe finden“ weiterlesen

Wir schicken Word in Rente

Es scheint, dass sich (nach den RAW-Konverter-Auswüchsen dieses Jahres) eine neue Mission für dieses Blog abzeichnet: Nämlich eine übertrieben ausführliche Testreihe für Markdown-Editoren. Ich mache aber keine Versprechen – denn es ist durchaus möglich, dass mich die Lust dann doch vorzeitig verlässt. Denn es liegt auf der Hand, das Markdown-Editoren nicht ganz so fancy sind wie Programme, die unsere nicht über alle Zweifel erhabenen Fotos in wahre Wunderwerke verwandeln.

Also, lassen wir uns überraschen, ob das nun eine unendliche Serie wird oder ob ich gleich am Anfang ein so tolles Programm finde, dass sich jegliches weitere Suchen erübrigt. Bevor wir aber loslegen, eine kleine Einführung in Markdown. Es handelt sich um eine Auszeichnungssprache für Textdokumente. Formatierungen werden nicht per Wysiwyg hinzugefügt, sondern über Steuerzeichen.

Steuerzeichen? Die erinnern an die Texteditoren der ersten Stunde, die wir seinerzeit unter DOS oder bei noch archaischeren Betriebssystemen benutzt haben. Und ja, es ist anachronistisch und frappant rückwärtsgerichtet – wie die Analogfotografie und jene Leute, die ihre Vinylplatten vor die Tür stellen, um Platz für Tonträger auf Schellack zu machen.

Aber dieser Trend lässt sich leicht erklären: „Wir schicken Word in Rente“ weiterlesen

Smarte Fernseher sind ganz schön blöd

Es ist passiert. Unser Haushalt ist tatsächlich in der Ära des smarten Fernsehens angekommen. Wir fernsehen zwar seit gut einem Jahr nur noch via Internet. Doch das Endgerät war bis anhin unsmart, d.h. nicht ans Internet angebunden. 2008 gab es das noch nicht (oder noch nicht auf breiter Basis). Als Brückentechnologie kam ein Apple-TV der vierten Generation zum Einsatz.

Beim Fernsehen bin ich eigentlich der Ansicht, dass man die so lange verwenden sollte, bis sie auseinanderfallen. Denn auch wenn die Geräte jedes Jahr zulegen, sind beim Fernsehen die Inhalte entscheidend, nicht die paar Quäntchen mehr Qualität. Aber bei der treuen alten Philips-Glotze (37PFL7403D) gab es doch ein paar Dinge, die so langsam gestört haben. Das Bild ruckelt mir etwas zusehr. Die schwarzen Bildbereiche sind zu wenig schwarz – was wegen Netflix mehr ins Gewicht fällt, weil dort Serien wie Dark laufen, bei denen Nomen omen ist. Und schliesslich sind wir vor vier Jahren in eine grössere Wohnung gezogen – was zur Folge hatte, dass der 37-Zoll-Bildschirm (94 Zentimeter) aus der Sofaperspektive ziemlich geschrumpft war.

Also, ich konnte eine Neuanschaffung (nach etwas Selbstüberredung) mit meinem ökologischen Gewissen vereinbaren. Wir sind bei der Diagonalengrösse nicht ins andere Extrem verfallen. Sechs Zoll mehr (15 Zentimeter) war okay. Und notwendig, weil es unter dieser Grösse keine 4k-Fernseher und überhaupt fast keine vernünftige Auswahl gibt. Klar, kann man der Ansicht sein, dass 4k bei der Grösse verschenkt ist, gerade, wenn man so «gute» Augen hat wie ich. Aber wenn man wirklich was in voller Auflösung geniessen will, rückt man den Sessel halt etwas näher ans Bild. „Smarte Fernseher sind ganz schön blöd“ weiterlesen

7-Zip sollte jeder kennen

Ich bespreche hier nicht immer nur brandneue Programme, sondern manchmal auch die Klassiker – die es schon seit (fast) immer gibt und die nicht wegzudenken sind. Weil sie so selbstverständlich sind, könnte man meinen, sie seien nicht der Rede wert. Doch wenn man sie einmal nicht zur Verfügung hat, sieht man, wie falsch diese Annahme ist.

Eines dieser unverzichtbaren Programme ist 7-Zip. Das gibt es (laut Wikipedia) seit 1999, und es sieht aus, als sei seit der erste Version an der Oberfläche rein gar nichts mehr verändert worden: Es ist optisch ein ziemlich dröges Programm – so, wie es sich für ein Open-Source-Produkt gehört. Was dieses Programm ausmacht, sind die inneren Stärken: Es beherrscht viele der gängigen Formaten für die Datenkompression.

Wem dieser Begriff nichts sagt: Die Datenkompression verringert die Grösse von Dateien, indem wiederkehrende Datenmuster verkürzt abgespeichert werden.  „7-Zip sollte jeder kennen“ weiterlesen

Lichtspielereien

Im Beitrag Da weinen Bildbearbeiter vor Glück! habe ich eine Besprechung der App Apollo: Immersive Beleuchtung versprochen. Ich war damals so begeistert, dass ich bereits ausgeplaudert habe, was diese App so besonders macht. Das widerspricht sämtlichen Gesetzen von Medienteasern, und es schmälert die Spannung an dieser Stelle. Nicht nur das: Ich habe die App auch noch im Tagi-Artikel Wie Software die Fotografie verändert erwähnt. Aber mit etwas Glück haben die meisten von euch den erwähnten Artikel nicht gelesen oder bereits wieder vergessen.

Also, die Apollo-App rechnet künstliches Licht auf die Bilder. Der naheliegende Einsatzzweck ist die Rettung eines Schnappschusses, der ein hübsches Portrait hätte werden können, dann aber doch eher in die Kategorie der missratenen Fotos fällt, weil das Gesicht der Hauptperson im Schatten versinkt.  „Lichtspielereien“ weiterlesen

Mark ist ein Depp

Mit einem ziemlichen Erstaunen musste ich als erklärter Trendbanause zur Kenntnis nehmen, dass das Popup wieder in Mode ist. Das Popup! Genau das Ding, was uns vor zehn, fünfzehn Jahren das Surfen verleidet hat.

Damals war es eine aufdringliche Form der Werbung, die mit der amerikanischen Redewendung in your face recht gut beschrieben ist: Man bekommt etwas vor den Latz geballert, um das man nicht gebeten hat. Man könnte das auch als Form des Aufmerksamkeitsdiebstahls bezeichnen.

Immerhin: Die Belästigung ist weitgehend gebannt. Einerseits dank Technik: Die modernen Browser unterdrücken Fenster, die sich automatisch öffnen. Was zur Folge hat, dass legitime Popup-Fenster verhindert werden. Aber gut, diese Art von Kollateralschaden ist man sich im Internet gewohnt.

Noch wirksamer als die Blockade im Browser dürfte aber die offizielle Ächtung gewesen sein.  „Mark ist ein Depp“ weiterlesen

Microsoft hat es komplett versemmelt

Microsoft hat es beim letzten Update für Windows 10 komplett versemmelt. (Manchen wären an dieser Stelle sicher auch noch drastischere Vokabeln eingefallen, aber ich wollte keine entsprechende Visualisierung als Beitragsbild haben.) Ein Update fürs Betriebssystem hat Datenverlust verursacht und bei manchen Benutzern die Ordner Dokumente und Bilder zum Verschwinden gebracht. Von wegen «Ihre Dateien befinden sich dort, wo Sie sie zuletzt abgelegt haben»! Microsoft war gezwungen, die Auslieferung zu stoppen, nachzubessern und das Update erneut zu veröffentlichen. Wie Heise schreibt, war es kein völliges Desaster, weil die Verteilung noch nicht ans breite Publikum erfolgte, sondern erst an Leute, die explizit danach gesucht haben.

Es gab noch andere Probleme mit der Build 1809, nämlich Bluescreens und Probleme mit den Audio-Treibern, die zum Beispiel hier aufgedröselt werden – plus weitere, siehe Kommentar. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Microsoft den eigenen Ansprüchen mit zwei grossen Funktionsupdates im Jahr noch gewachsen ist.

Denn schon früher war Kritik laut geworden. Im Beitrag Apples Behauptungen zum Trotz: Der PC hat noch viele Fans wird Susan Bradley erwähnt, die zusammen mit anderen Windows-Experten den Microsoft-Chef Satya Nadella aufgefordert hatte, mehr für die Zuverlässigkeit der Updates zu tun. Eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit hatte erschütternde Resultate ergeben.  „Microsoft hat es komplett versemmelt“ weiterlesen

Retro, Prüderie, George Soros

Die neue und letzte Publisher-Ausgabe von 2018 ist da, mit folgender Beteiligung  meinerseits:

Automatische Inhalte zeigt eine spannende Möglichkeit auf, in InDesign dynamische Inhalte aus dem Netz einzubetten. Die weiteren Tricks in InDesign erklären ein nützliches Tastaturkürzel bei der Suche bzw. bei Suchen-Ersetzen-Operationen. Es gibt die Möglichkeit, Text per Drag&Drop zu verschieben und Farbeffekte ohne Photoshop zu erzielen. Und wir erklären, wie man ohne viel Einarbeitungsaufwand mit den alternativen Layouts (Liquid Layouts) operiert.

In Photoshop zeigen wir auf, wie man die Werkzeugleiste aufräumt und den eigenen Wünschen anpasst, wie man mittels der Zeichenflächen-Funktion mit Varianten eines Designs umgeht, überflüssige Masken weglässt, über alle Ebenen hinweg kopiert und grosse Dateien schneller öffnet. Für alle CC-Anwendungen gilt die Möglichkeit, alle Dokumente zu schliessen, wenn man beim Klick auf das x bei einem Reiter die Umschalttaste gedrückt hält.

Hier haben Sie eins auf die Mütze! umfasst eine Reihe spannender Downloads, namentlich das Cineware-Plugin für Illustrator von Cinema 4D-Hersteller Maxon.  „Retro, Prüderie, George Soros“ weiterlesen