Pulsspitzen im Smartwatchbereich

Dank Klimawandel kommt der Frühling immer früher, und da will man auf jeden Fall vermeiden, dass man beim Lustwandeln den falschen Fitnesstracker verwendet. Denn wo kämen wir hin, wenn unsere (bewegungs- oder frühlingsgefühlbedingten) Pulsausschläge nicht korrekt registriert würden?

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Hier hält sich der frühlingsmässig angeheizte Puls noch in Grenzen.

Da kommt die neue Withings Steel HR gerade gelegen (Amazon Affiliate). Die zählt nämlich nicht nur Schritte, sondern misst auch den Puls. Das ist für den Hersteller Grund genug, sie als Gesundheitsgadget zu positionieren. Für meinen Geschmack etwas hochgegriffen: Es bleibt ein Fitnessgadget – wobei ich nicht bestreite, dass eine bessere Fitness der Gesundheit zuträglich ist.

Aber genug der Haarspalterei. Optisch gefällt mir die Activité Pop (Die halbsmarte Uhr von Withings) etwas besser – noch klarer im Design und ohne das etwas laberige Armband (das man aber natürlich ersetzen kann). Bezüglich der Funktionen ist das neue Modell aber ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Die Uhr ist nun aufladbar, was das hier beschriebene Ärgernis des Batteriewechsels überflüssig macht. Trotzdem ist die Batterielaufzeit beachtlich, der Hersteller gibt bis 25 Tage an. Ich habe sie nun seit gut zehn Tagen in Betrieb und sie macht noch keine Anstalten, geladen werden zu wollen. Geladen wird die Uhr über ein proprietäres Ladegerät, leider nicht über ein Standardkabel.

Auffällig ist das runde Display über dem Zeiger des Tageszielfortschritts. Es ist normalerweise dunkel, was mir nicht besonders gut gefällt. Auch wenn man die Uhr nicht kennt, sieht man, dass da etwas sein müsste – es ist eine offensichtliche Leerstelle, was es bei klassischen Armbanduhren nicht gibt. Die zeigen immer etwas an, selbst wenn sie stehen geblieben sind. Wenn man auf die Krone drückt – die eigentlich keine Krone ist, sondern nur ein Knopf – erscheint auf dem runden Display erst das Datum, dann die Uhrzeit (wozu? praktisch, um im Dunkeln zu sehen, wie spät es ist), der Puls, die Schrittzahl, die zurückgelegte Distanz und der Wecker.

Der Puls wird normalerweise alle zehn Minuten automatisch gemessen. Wenn man die Funktion über die Krone aufruft, initiiert man eine Messung. Und wenn man eine sportliche Aktivität aufzeichnet, dann erfolgt die Pulsmessung kontinuierlich. Eine solche Sportsession startet man durch langes Drücken der Krone. In der App gibt man hinterher dann an, um was für eine Aktivität es sich gehandelt hat.

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Links: Die App, die auch den Puls über den Tag ausweist.
Rechts: Die Optionen zu den Benachrichtigungen.

Fazit: Eine sinnvolle Weiterentwicklung. Die Uhren von Withings sind nach wie vor eine gelungene Kombination aus klassischer Armbanduhr und Smartwatch. Die Withings zeigt auf Wunsch am Display auch Benachrichtigungen an – konfiguriert wird das in der App über die Geräte-Rubrik. Angezeigt werden eingehende Anrufe, Nachrichten und Kalendereinträge. Tweets, Facebook-Notifications oder Pushes von Newssites landen aber nicht auf der Uhr.

Ohne dass ich das im Detail überprüft hätte, scheint mir die Steel HR etwas genauer als ältere Withings-Modelle zu sein. Sie zählt etwas mehr Schritte als die Activité Pop, und ist damit etwas näher am Fitbit Flex 2 dran (siehe Ein Fitnesstracker in Zäpfchenform).

Preislich ist die Uhr (ab 200 Franken) teuer, wenn man sie mit einem klassischen Fitnesstracker vergleicht, aber preiswert im Vergleich zu anderen (teils hässlicheren) Smartwatches.

Update vom 25. April

Zu kritisieren ist ein Phänomen, dass sich manchmal (und zwar inzwischen schon mehrfach) Kondenswasser auf dem Glas ablagert. Und zwar vor allem dann, wenn man sich draussen betätigt, etwas schwitzt und die Uhr über seine Haut etwas erwärmt. Der Nebel vor dem Zifferblatt ist nicht schlimm, aber etwas störend.

Autor: Matthias

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2 Gedanken zu „Pulsspitzen im Smartwatchbereich“

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