Es ist Zeit für Skeptik

Vereinsmeierei ist nicht mein Ding. Dennoch habe ich mich, nachdem ich das Vorhaben längere Zeit zwischen beiden Hirnhälften hin und her gewälzt habe, nun zu einer Mitgliedschaft bei Skeptiker Schweiz entschieden. Wobei – ich habe den Antrag gestellt, der erst noch gutgeheissen werden muss. Aufgrund gewisser Aktivitäten ist es alles andere als gewiss, dass diesem stattgegeben werden wird.

Ausschlag für den Antrag hat unser gebührenfinanzierter Staatssender DRS3, der gestern irgend einen Typi von «seriöser Astrologie» schwadronieren liess. Es ging glaubs drum, dass man einen seriösen Astrologen daran erkennt, dass er einem keine konkreten Börsentipps gibt. Die Sterne wissen nichts vom Börsenhandel und geben darum keine entsprechende Auskunft. Oder so. Man darf natürlich auch darauf hinweisen, dass ein konkreter Börsentipp das gleiche Problem aufwirft, wie eine genau datierte Prognose zum Weltuntergang. Beide Aussagen sind überprüfbar und könnten die Glaubwürdigkeit des ganzen Lehre in Frage stellen. Und darum wird ein seriöser Astrologe einem erzählen, dass das aufsteigende Haus im Merkur und der gegenläufige Aszendent in der Venus eindeutig beweist, wie kreativ, genial und liebenswert man ist, aber keine falsifizierbaren Tipps abgeben.
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In medias Wikipedia

Das Lexikon aller Lexika ist aus dem Leben des Homo Interneticus nicht mehr wegzudenken. Mit ein paar Tricks und Kniffen lässt sich diese unerschöpfliche Informationsquelle noch besser erschliessen.

Klar, Wikipedia ist nicht perfekt – die «Löschtrolle» machen vielen Autoren und auch den Nutzern das Leben schwer. Es gibt Fehlinformationen, Marketinggeschwafel und Propaganda im freien Lexikon. Und manche Artikel sind so umfangreich und ausführlich, dass man als Nichtexperte gar nicht mehr durchblickt. Trotzdem: Wikipedia ist etwas vom Besten, was das Internet hervorgebracht hat.

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Links: Die nützlichste Funktion der offiziellen Wikipedia-App (siehe unten) ist die Artikel-Verortung in der Kartenansicht.
Rechts: Minipedia speichert einen Auszug aus Wikipedia auf dem iOS-Gerät und zeigt Artikel daraus auch ohne Internetverbindung an.

Mit ein paar Tricks lässt sich Wikipedia noch einfacher benutzen:

Browser-Erweiterungen erleichtern den Zugang zu Wikipedia. Simpel und einfach funktioniert Right-Click Search Wikipedia für Googles Chrome-Browser: „In medias Wikipedia“ weiterlesen

Ataris Spieleklassiker laufen jetzt in jedem Browser

1972 wurde in New York das Unterhaltungselektronik-Unternehmen Atari gegründet. Nolan Bushnell und Ted Dabney liessen sich von Games inspirieren, die man damals auf Grossrechnern spielte – wenn man denn Zugang zu solchen Maschinen hatte. «Spacewar» gehörte zu den Titeln, die die beiden für ihre Spielautomaten adaptierten. Zur Legende aus der Anfangszeit von Atari gehört auch die Geschichte, dass Steve Wozniak für Atari eine optimierte Spielkonsole baute und von Steve Jobs um seinen Bonus beschissen wurde.

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Bei «Centipede» müssen Hundertfüssler weggeballert werden. Dieses Spiel aus dem Jahr 1980 war der erste Arcade-Klassiker, der von einer Frau entwickelt wurde.

Ein Geschenk zum Vierzigsten
Zum 40. Geburtstag führt Atari vor, dass die Spiele aus der Anfangszeit nichts von ihrem Reiz verloren haben. «Pong», «Missile Command», «Centipede», «Asteroids» und «Lunar Lander» dürfen nun gratis und franko gespielt werden. Atari hat die Spieleklassiker mit HTM5, CSS und JavaScript zu neuem Leben erweckt. „Ataris Spieleklassiker laufen jetzt in jedem Browser“ weiterlesen

MP3-Hexerei, kostenfrei!

Das Programm mp3DirectCut stellt einfache Bearbeitungsmöglichkeiten für Musikdateien bereit. Weil die MP3-Dateien nicht neu codiert werden müssen, erfolgt diese Bearbeitung ohne Qualitätsverlust.

Das MP3-Format hat viele Vorteile, aber auch einen gewichtigen Nachteil: Zur Bearbeitung ist es nicht geeignet. Wenn man eine MP3-Datei mit einem gängigen Audio-Editor öffnet und neu speichert, dann wird die Datei erst decodiert und dann erneut encodiert. Das führt unweigerlich zu einem Qualitätsverlust. Dieser ist im Idealfall klein – doch er kann auch hörbare Spuren hinterlassen. Das liegt an der verlustbehafteten Kompression des MP3-Musikcodec, bei der sich negative Effekte bei mehrfacher Speicherung aufsummieren.

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Auch stundenlange Aufnahmen lassen sich zügig und unkompliziert bearbeiten.

Das Freeware-Programm mp3DirectCut verhindert die Verschlechterung der Tonqualität. Die MP3-Dateien werden nicht neu codiert, denn die Bearbeitung erfolgt direkt auf den komprimierten Daten. „MP3-Hexerei, kostenfrei!“ weiterlesen

Das Versprechen, dass es weitergeht

Neulich habe ich in einem Podcast gehört, dass wir nun im Anthropozän leben. Der Mensch erschien, laut Max Frisch, im Holozän, und hat sich sogleich den darauffolgenden Abschnitt der Erdgeschichte unter den Nagel gerissen.

Jetzt begann sogleich die Diskussion, wann das Anthropozän denn genau beginnt. Der ORF führt sie, ebenso der Standard, und zur Debatte stehen der Beginn der Industrialisierung, oder aber, die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Ich vote für den Anfang der 1970er-Jahre. Denn dann wäre das Anthropozän ungefähr gleich alt wie ich, was es einfacher machen würde, sich die Zahl zu merken.

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Das Antlitz der Erde verändert.

Der Mensch habe «das Antlitz der Erde verändert», schreibt der Standard mit einer guten Portion Pathos. Und darum ist das jetzt unser Zeitalter. Es kann natürlich auch sein, dass im Begriff vor allem die typisch menschliche Selbstüberschätzung zum Ausdruck kommt. „Das Versprechen, dass es weitergeht“ weiterlesen

Weiter vorausschauen im Windows-Explorer

Eine Erweiterung macht das Betriebssystem mit zusätzlichen Videoformaten vertraut, sodass bei der Dateinavigation auch von Flash-Video, QuickTime, MPEG oder DivX eine Vorschau angezeigt wird.

Windows zeichnet sich nicht durch Offenheit gegenüber von Multimedia-Formaten aus, die nicht aus dem Haus Microsoft stammen. Ob Mpeg2, Flash-Video (flv) oder QuickTime (mov), RealMedia oder Matroska (mkv), Handy-Videos (3gp) oder DVD-Images (vob) – Windows zeigt im Internet Explorer nur ein generisches Symbol, aber keine Miniaturansicht.

Aussagekräftige Miniaturansichten
Eine kostenlose Erweiterung beseitigt diesen Mangel. Media Preview klinkt sich als so genannte Shell-Extension in den Windows Explorer ein und generiert für all die erwähnten Formate (und viele mehr) Vorschaubildchen, die im Explorer angezeigt werden können. Die Software ist auch sonst klever, indem sie die Vorschau nicht aus dem allerersten Bild im Videostrom generiert – denn dieses ist oft nichtssagend: Man sieht bloss schwarz, weil das Bild erst eingeblendet wird, oder die bekannte Altersfreigabe, die bei Filmen oder Trailern oft vorgeschaltet ist.
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Kacheln, Linsenraster, Youtube-Kommentare

Windows 8 wird ab nächsten Freitag erhältlich sein. Das Betriebssystem bewegt die Gemüter, wie die (im Schnitt sehr differenzierten) Kommentare zu meinem Artikel Auf die Fenster folgen die Kacheln zeigen. Und wer nicht lesen mag, der kann hören. In der Folge Windows 8? Gute Nacht! des Digitalmagazins spreche ich mit Kevin über das gleiche Thema.

Druckfrisch ist auch die neue Ausgabe des Publisher – mit spekakulärem Lentikularcover. Nach dem so genannten Linsenraster sieht man auf der Front eine Frau, die sich in eine Wildkatze verwandelt… klingt reichlich stereotyp, ist aber nett anzusehen. Auf der Hinterseite des Hefts gibt es eine Anzeige mit 3D-Effekt und im Inneren gibt es wieder Tipps und Tricks, die ich höchstselbst handverlesen habe. Wie packt man in Photoshop mehrere Ebeneneffekte auf eine Ebene? Was ist der schnellste Weg, ein Bild Sepia einzufärben? Und der Titel «Kein Ausrasten wegen dem Einrasten!» spricht ja eh für sich. Nachzulesen hier.

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Auch Photoshop kann Hipstamatic.
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Ein Leben ohne Photoshop

Das Gimp ist ein freies Bildbearbeitungsprogramm, in dem mehr als 14 Jahre Erfahrung stecken und das für seinen Funktionsumfang hohes Lob verdient – jedoch nicht für die Benutzerführung.

Das Bildbearbeitungsprogramm Gimp gilt in der Open-Source-Welt als Vorzeigeprojekt. Seit mehr als 14 Jahren wird es vorangetrieben (die erste Version ist sogar schon 1995) erschienen. Es bietet heute einen Umfang an Funktionen, den man sonst nur bei teurer Profi-Software findet. Und es gibt eine eingeschworene Nutzer-Community, die Anleitungen, bereitstellt, Wettbewerbe organisiert oder Podcasts produziert. (Auf gimpusers.de oder meetthegimp.org).

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Gimp ist nichts für Gimpel – sondern nur für ernsthafte Bildbearbeiter.

Gimp teilt jedoch auch die Nachteile einer klassischen Open-Source-Anwendung. Mit der Benutzerfreundlichkeit ist es nicht weit her. Die Benutzeroberfläche empfinden Windows- und Mac-Benutzer gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig – und darum existieren inzwischen auch so genannte «Forks», die das Erscheinungsbild an bekannte Programme angleichen. „Ein Leben ohne Photoshop“ weiterlesen

Herausfinden, warum Windows ächzt und stöhnt

Gut versteckt, aber enorm informativ: Der Ressourcenmonitor verrät, welche Programme für Prozessorlast, Datenverkehr auf dem Netz und für Festplattenrappeln verantwortlich sind.

Bei der Selbstdiagnose hat Windows Vista einen grossen Schritt nach vorn gemacht, und Windows 7 hat noch einmal eins draufgesetzt. Ressourcenmonitor heisst das Analyseinstrument, das Auskunft darüber gibt, wie stark der Prozessor, das Netz, der Arbeitsspeicher und die Festplatte ausgelastet sind.

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Die Fieberkurven des PC in der Übersicht.

Doch in typischer Microsoft-Manier ist das Programm so gut versteckt, dass es die meisten Anwender überhaupt nicht kennen und in hundert Jahren nicht zufällig darauf stossen würden. Es wird über die Systemsteuerung aufgerufen: Klicken Sie auf System und Sicherheit und dann unter System auf Windows-Leistungsindex prüfen. Nun steht im linken Streifen die der Eintrag Weitere Tools zur Verfügung, der zu einer Übersicht aller Werkzeuge führt und auch den Link Ressourcenmonitor öffnen zur Verfügung stellt.
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