In den App-Stores kommt die freie Software unter die Räder

Ich sehe die Vision der freien und offenen Software in der Defensiven. Die Freiheitsrechte, die sie den Nutzern gewährt, sind nicht kompatibel zu den App-Stores. Trotzdem sollte man diese Bewegung noch nicht abschreiben.

Neulich gab es die laute Klage auf Twitter¹, mein Gspändli Rafael Zeier und ich würden zu oft Apple abhandeln und uns zu wenig um Open Source kümmern. Die Meinungen über die Setzung und Gewichtung von Themen gehen auseinander – ist ja klar. Doch wenn neue Versionen der Betriebssysteme für iPhone und iPad erscheinen, dünkt mir die Sache so klar wie selten: Das ist ein Thema, das einen beträchtlichen Anteil unserer Leserinnen und Leser direkt betrifft. Wir müssen es aufgreifen, wenn wir unseren Service-Auftrag ernst nehmen.

Abgesehen davon halte ich Open-Source bzw. freie und offene Software (FOSS) für wichtig – nicht unbedingt als Selbstzweck, weil ich nicht zu den Leuten gehöre, die proprietäre Softwareprodukte grundsätzlich ablehnen und sich ihnen verweigern. Aber wenn die offene Software als ernstzunehmende Alternative zu einem kommerziellen Produkt auf den Plan tritt, dann gebe ich ihr selbstverständlich eine Chance.

Bei der Diskussion hat sich mir eine weitere Frage gestellt. Und zwar die, ob freie Software an Bedeutung verliert. Die Ursache für eine solche Entwicklung läge auf der Hand: „In den App-Stores kommt die freie Software unter die Räder“ weiterlesen

Ich ess Blumen, denn das Klima tut mir leid

Ich habe mich entschieden, zum Vegetarismus zu konvertieren. Und wie es sich gehört, werden solche Entscheidungen heutzutage in den sozialen Medien verbreitet und online bekräftigt.

Der letzte IPCC-Bericht hat mich ausreichend beeindruckt, dass ich ein altes, halbherzig angegangenes Vorhaben umsetzen will: Meine Konvertierung zum Vegetarier. Ich habe bisher versucht, unter der Woche kein Fleisch zu essen – aber das Klima spinnt ja offensichtlich auch samstags und sonntags.

Und ja, eigentlich wäre es geboten, Veganer zu werden – aber das schaffe ich allein wegen meiner Vorliebe für diverse nicht-vegane Süssspeisen nicht. Darum ein realistisches Ziel!

Ihr könnt mich unterstützen, indem ihr mich an mein Vorhaben erinnert, wenn ihr mich am Foodtruck herzhaft in einen Burger beissen seht. Aber seit nachsichtig: „Ich ess Blumen, denn das Klima tut mir leid“ weiterlesen

Mitten drin statt nur dabei

Nicht nur Apple startet mit 3D-Audio eine Raumklang-Initiative, auch Sony ist mit 360 Reality Audio beim neuen, immersiven Musikerlebnis mit dabei. Und da auch mein etwas älterer Sony-Kopfhörer dazu kompatibel ist, hatte ich Gelegenheit, das mit eigenen Ohren zu hören.

Mein grosser Kopfhörer, den ich zu Hause vor allem als Arbeitsinstrument bei Audio- und Videoproduktionen verwende, ist nicht mehr brandneu, sondern hat bald vier Jahre auf dem Buckel. Trotzdem erfüllt der Sony WH-1000XM2, den ich im Beitrag Mundtote Arbeitskollegen seinerzeit ausführlich vorgestellt hat, seinen Zweck nach wie vor hervorragend.

Aber gute Kopfhörer sind für die Ewigkeit – die meisten habe ich so lange benutzt, bis die Polster speckig wurden oder weggebröselt sind.

Das könnte auch bei diesem Sony-Modell passieren, zumal das eine Eigenschaft hat, die es für eine langanhaltende Nutzung prädestiniert. Es lässt sich nämlich auch passiv verwenden. Das heisst, dass der Kopfhörer auch funktioniert, wenn er nicht eingeschaltet ist – dann kann man ihn logischerweise nicht drahtlos benutzen und es gibt auch keine Geräuschunterdrückung. Aber am Kabel funktioniert er wie jeder herkömmliche Kopfhörer. Das ist inzwischen eine meiner Lieblingsfunktionen, weil sie den Gebrauch herrlich unkompliziert macht.

Trotzdem habe ich neulich wieder einmal die Begleit-App des Kopfhörers geöffnet und wurde vom Setup fürs 360 Reality Audio-Setup begrüsst. „Mitten drin statt nur dabei“ weiterlesen

Alles Gute hat sein Ende

Nach sechs Jahren und 267 Folgen ist Schluss: Heute erscheint die letzte Folge in meiner Videoreihe «Digitale Patentrezepte».

Heute habe ich eine betrübliche Mitteilung zu machen: Im Lauf des Tages erscheint bei Tagesanzeiger.ch und den anderen Tamedia-Newssites die letzte Folge «Digitale Patentrezepte».

Im finalen Video geht es um einen souveränen Umgang mit der Technik: Ich gebe zehn Tipps, wie man sich von Smartphone, Computer und anverwandten Geräten nicht unterbuttern lässt, sondern einen souveränen Umgang mit ihnen pflegt. Sie ist unter dem Titel Mit 10 Tipps zum besseren PC- und Handy-Nutzer online.

Dieses 267. Video ist ein würdiger Abschluss für ein Projekt, das mir viel bedeutet hat und das ich seit fast genau sechs Jahren mit viel Herzblut betrieben habe und das mich oft an den Rand eines Nervenzusammenbruchs führte. „Alles Gute hat sein Ende“ weiterlesen

Einfache Frage – frustrierende Antwort

Ich wohne in einem Mietshaus mit einem Flachdach, das perfekt für Solarzellen wäre. Doch es hat keine. Warum nicht? Ich bin diesem Rätsel nachgegangen und die Erklärung, die ich gefunden habe, gefällt mir nicht sonderlich.

Ich wohne in einem Mietshaus mit Flachdach. Und natürlich fragt ihr euch an dieser Stelle, warum ich euch mit dieser Feststellung langweile und ob mir nun endgültig die Themen ausgegangen sind. Aber fällt euer Urteil nicht vorschnell: Ich will nämlich tatsächlich auf etwas hinaus.

Man sieht, dass man nichts sieht.

Also, ich habe neulich unser Miethaus mithilfe von Google Maps von oben angeschaut und festgestellt, dass es auf dem besagten Flachdach etwas nicht gibt, das meines Erachtens dort hingehört: Solarzellen, nämlich.

Es wäre an dieser Stelle Eulen nach Athen getragen, wenn ich zu Ausführungen über erneuerbare Energien ansetzen würde. Denn wer nicht unter einem Stein lebt, der weiss: „Einfache Frage – frustrierende Antwort“ weiterlesen

QR-Code-Hack, Fernbedienung, Non-Fungible Tokens

Die 51 besten Links, die mir in der letzten Zeit begegnet sind – ein Rückblick auf elf Artikel, elf Videos und elf Radiosendungen, plus einige Zugaben.

Es ist wieder einmal Zeit für einen Rückblick auf mein journalistisches Schaffen. Hier die Beiträge für die Tamedia im Mai:

Das waren die Geschichten, die mich und hoffentlich auch euch im April beschäftigt haben: „QR-Code-Hack, Fernbedienung, Non-Fungible Tokens“ weiterlesen

Sechs Dauerbrenner, drei Todesfälle, elf Verstossene und eine Abbitte

Vor bald einem Jahrzehnt habe ich meine Lieblingspodcasts gekürt. Jetzt komme ich auf meine damaligen Empfehlungen zurück und sage, welche sich bestätigt haben, welche nicht – und wo ich so falsch lag, dass ich mich heute entschuldigen muss.

Beitragsbild: Dick DeBartolo und Leo Laporte bei der Aufzeichnung des Podcasts «The Daily Giz Wiz» anlässlich der Eröffnung der Twit Brickhouse Studios in Petaluma, Kalifornien, am 24. Juli 2011 (Pax Ahimsa Gethen/Wikimedia, CC BY-SA 4.0).

Blogs sind etwas Tolles. Das gilt allgemein, aber es trifft speziell auch auf dieses Blog hier zu. Das schreibe ich ganz unbescheiden, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass der Nutzen für mich selbst grösser ist als für die Allgemein- oder gar die Menschheit.

Also, es gibt einen bestimmten Grund, warum ich mein Blog gerade so toll finde. Ich habe nämlich den Beitrag Durchlauferhitzer für Podcasts wiederentdeckt. In dem habe ich im Dezember 2013 die Podcasts aufgezählt, die ich damals abonniert hatte. Das erlaubt es mir nun, ein bisschen persönliche Geschichtsschreibung zu betreiben: Welche Podcasts von dieser Auswahl höre ich noch immer? Welche sind auf der Strecke geblieben?

Die Erkenntnisse sind durchaus interessant. Zumindest für mich – und vielleicht auch für andere langjährige Podcastfans: „Sechs Dauerbrenner, drei Todesfälle, elf Verstossene und eine Abbitte“ weiterlesen

Roger Schawinski kämpft den falschen Kampf

Die Abschaltung der UKW-Sender im nächsten Jahr ist nicht die grösste Herausforderung, die der ehemalige Radiopirat zu meistern hat.

Ich bin ein Fan des Radiopioniers: Ich mag seine kämpferische Ader, seine geradlinige Art und die Tatsache, dass er einiges für die Schweizer Medienlandschaft getan hat. Und ich mag ihn auch als Interviewer, auch wenn er für meinen Geschmack manchmal zu parteiisch ist.

Aber geschenkt. Ich hoffe, dass er seine Sendungen auf Radio 1, die ich immer als Podcast höre, noch mit 120 machen wird.

Ein neueres Foto von Roger Schawinski mit passendem Creative Commons habe ich leider nicht gefunden (Roger Schawinski (1991); Walter Rutishauser, Fotograf – Bibliothek am Guisanplatz, Sammlung Rutishauser/Wikimedia, CC BY-SA 4.0).

Neuerdings kämpft Roger Schawinski einen Kampf, den ich zu einem gewissen Grad verstehe, aber trotzdem für vergebliche Liebes­mühe halte. Er setzt sich nämlich gegen die Abschal­tung der UKW-Verbrei­tung des Radios ein. Die hat das Bakom für 2022 und 2023 verordnet. Lineares Radio wird man ab dann noch via DAB+ und natürlich via Internet zu hören sein.

Teure Doppelspurigkeit

Der Grund für die Abschaltung besteht darin, dass die Verbreitung auf drei Wegen sehr teuer ist, gerade in einem bergigen Land wie der Schweiz, wo es für eine flächendeckende Versorgung bis in die hintersten Täler viele kleine Umsetzer braucht. „Roger Schawinski kämpft den falschen Kampf“ weiterlesen

Das Empire schlägt zurück: Wo Windows den Mac abtrocknet

So toll der Mac und sein Betriebssystem auch sind: In einigen Punkten kann Mac OS nicht mit der Konkurrenz mithalten. Die Top-6, wo Windows mehr zu bieten hat.

Ist das ein k. o.? Wo der Mac über Windows triumphiert: In dem Beitrag habe ich fünf Stärken eruiert, die Apples Computer den hunds­ge­wöhn­lichen PCs voraushaben. Doch dieses Duell endete nicht mit einem totalen Triumph von Mac OS. Es gibt nämlich auch einige Dinge, die Windows dem Konkurrenten voraus hat. Und darum geht es nun in dieser zweiten Runde: Um die Bereiche, in denen Microsoft obsiegt. Und ja, auch diese Rangliste hier ist natürlich subjektiv.

Platz sechs: Die Windows-Zeitleiste

Die Windows-Timeline, eingeführt mit dem April-2018-Update, ist ein nützliches Ding. Ich habe sie im Beitrag Das Patentrezept für echte Windows-Verbesserungen ausführlich vorgestellt. „Das Empire schlägt zurück: Wo Windows den Mac abtrocknet“ weiterlesen

Ist das ein k. o.? Wo der Mac über Windows triumphiert

Was kann Mac OS besser als Microsofts Betriebssystem? Meine Top-Fünf-Rangliste mit Apples Vorteilen – und einem weiteren Vorteil, der ausser Konkurrenz läuft.

Neulich feierte Mac OS ein rundes Jubiläum, was ich für die Tamedia-Zeitungen mit 20 Tipps zum 20. Geburtstag (Abo+) gewürdigt habe.

Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen, bei denen Mac OS Windows überlegen ist – ohne Wenn und Aber.

Und damit diese Erkenntnis nicht mein Privatvergnügen bleibt, hier eine Rangliste mit meinen persönlichen Favoriten:

Platz fünf: Die mitgelieferten Apps

Ich bin kein grosser Fan von Apple Mail. Trotzdem ist dieses Mailprogramm ohne Zweifel um Welten besser als die Mail-App von Microsoft. Das Gleiche gilt auch für den Kalender und die Kontakte. Apple punktet ausserdem bei der Musik- und der Podcast-App, bei Fotos und iMovie – auch wenn Windows bei diesem Punkt aufgeholt hat (Aus einem Mauerblümchen wird eine richtige Foto-App).

Nicht zu vergessen: „Ist das ein k. o.? Wo der Mac über Windows triumphiert“ weiterlesen