Das sträflich vernachlässigte Zeitungsarchiv von Google

Bei Google News gibt es einen grossen Bestand mit digitalisierten alten Zeitungen. Wenn man sich mit Neugierde und Forschungsdrang auf den stürzt, erlebt man leider eine Enttäuschung: Das Archiv ist hundslausig erschlossen.

Google News ist seit 2002 am Start: Unter news.google.com werden die Schlagzeilen vieler Newssites aggregiert. Wer keine bevorzugte Nachrichtenquelle hat, kann sich dort durch die Nachrichtenlage klicken.

Wie es Googles Art ist, bekommen nicht alle das gleiche Angebot, sondern eine personalisierte Variante davon. Ich bin kein Fan Google News, sondern halte das für eine erstaunlich schlechte Google-App. Und ich halte an der Meinung fest, dass man sich seine News nicht von Google (oder sonst wem) auswählen lassen sollte, sondern sie selbst kuratieren muss. Der Tipp dazu ist RSS und eine vielversprechende Möglichkeit, den zu nutzen, ist die Feedbro-Erweiterung für Firefox.

Trotzdem ergibt sich hier die Gelegenheit, auf Google News zurückzukommen. Mir ist neulich per Zufall aufgefallen, dass es dort nicht nur neue, sondern auch alte News gibt. Unter news.google.com/newspapers findet sich ein Archiv von eingescannten Zeitungen, das an Google Books erinnert – das wiederum ein Google-Dienst, den ich sehr gern nutze.

Diese Seite sieht aus wie Yahoo 1996.

Soweit ich sagen kann, sind Zeitungen aus Nordamerika archiviert. Auf mich, der ich kein Experte für die US-amerikanische Zeitungslandschaft bin, macht die Auswahl einen willkürlichen bis chaotischen Eindruck: „Das sträflich vernachlässigte Zeitungsarchiv von Google“ weiterlesen

Wie man Bücher per Cloud auf den Tolino bekommt

Eigene Bücher bringt man nicht nur per USB-Kabel auf den Tolino-E-Book-Reader, wie ich neulich be­haup­tet habe. Es klappt ein­facher und schnel­ler auch via Cloud.

Ich muss auf meinen Beitrag Ein Ding fehlt dem E-Book noch zur Perfektion von letzter Woche zurückkommen: Dort ging es um den neuen Tolino Vision 6 und meine Behauptung, man müsse Bücher, die man nicht im eingebauten Store des E-Book-Readers gekauft habe, via USB-Kabel aufs Gerät verfrachten – was ein umständliches Verfahren ist.

Nun, diese Behauptung stimmt nicht. Es geht deutlich einfacher und bequemer. Aber man muss erst draufkommen.

Leider habe ich das nicht von selbst kapiert. Aber ich habe Nachhilfe vom Tolino-Twitter-Account bekommen: „Wie man Bücher per Cloud auf den Tolino bekommt“ weiterlesen

Was tun, wenn am iPhone ständig die Lautstärke-Anzeige aufpoppt?

iPhone und iPad neigen dazu, willkürlich die Lautstärkeanzeige einzublenden, auch wenn niemand den Lauter- oder Leiser-Knopf gedrückt hat. Tipps, was man dagegen tun kann – und was hilft, wenn sich die Lautstärke von allein verändert.

Neulich wurde ich gefragt, ob ich folgendes iPhone-Phänomen kennen würde: Es geht um die Lautstärke-Anzeige, die nur dann eingeblendet werden sollte, wenn man auf den Lauter- oder Leiser-Knopf drückt. Doch sie erscheint manchmal auch einfach so, aus heiterem Himmel.

Meine Antwort war ja: Ich kenne dieses Problem. Mir ist nicht bewusst, wie lang es schon auftritt, aber gefühlt seit einer Ewigkeit. Ich habe es bislang ignoriert, denn meines Erachtens stört es nicht weiter – vor allem seit iOS 13 die neue Anzeige eingeführt hat, die am linken Rand neben den Lautstärke-Knöpfen erscheint und nicht wie vorher als klotziges Icon in der Mitte des Bildschirms.

Drückt etwa ein Hacker die Volume-Knöpfe?

Während ich mich davon nicht verunsichern lasse, wollte der Fragesteller wissen, ob das ein ernsthaftes Problem darstellen würde: „Was tun, wenn am iPhone ständig die Lautstärke-Anzeige aufpoppt?“ weiterlesen

Wie man die miserable WordPress-Suche verbessert

Eine der Schwachstellen des global beliebtesten Content-Management-Systems ist die unterentwickelte Suchfunktion. Anhand meiner neuen Artikeldatenbank führe ich vor, wie sich dieses Manko beheben lässt.

WordPress ist nicht nur ein Content Management System, sondern auch ein Tummelplatz für Nerd-mässig veranlagte Spielkinder. Und es ist eine Software, die man auf vielfältige Weise zweckentfremden kann.

Eine solche Zweckentfremdung beschreibe ich im Beitrag Trick 77 für historische Datensammlungen: Es geht darin um mein Projekt, meine seit 1981 in Microsoft Access geführte Artikeldatenbank ins Netz zu verfrachten. Das Resultat der Bemühungen ist unter  archiv.matthiasschuessler.ch zu finden.

Diese Lösung erfüllt ihren Zweck gut: „Wie man die miserable WordPress-Suche verbessert“ weiterlesen

Ein Ding fehlt dem E-Book noch zur Perfektion

Der Tolino Vision 6 im Test: Zum perfekten digitalen Leseglück fehlt ein kleines, aber entscheidendes Detail: Die Reader brauchen einen App-Store, damit die Leserin und der Leser digitale Bücher so einfach verwenden können wie gedruckte.

Ich habe einen Tolino Vision 6 zum Testen erhalten. Das ist ein schmucker, leichter E-Book-Reader, den ich gerne empfehle – und im Beitrag Zeit, vom gedruckten Buch Abschied zu nehmen in gewisser Weise auch schon empfohlen habe. Der Tolino Vision 6 ist nämlich fast identisch mit dem damals getesteten Kobo Libra 2: Äusserlich sind sie nicht zu unterscheiden (ausser am Logo).

Die Punkte, die mir an beiden Geräten gefallen, kurz zusammengefasst: Der Reader ist leicht und hat (anders als frühere Modelle) nun ein ansehnliches Design. Es war eine vernünftige Entscheidung der Produktgestalter, anstelle der Verlängerung am unteren Rand eine vertikale Griffleiste einzuführen. Diese ist normalerweise am rechten Rand, was Rechtshändern entgegenkommt. Man kann die Anzeige drehen und quer oder mit der Leiste links lesen. „Ein Ding fehlt dem E-Book noch zur Perfektion“ weiterlesen

Die App, auf die man zählen kann

Mit der Hand­zähler-App erfasst man Schnee­män­ner, rosa­rote Autos, wei­dende Ein­hörner am Küchen­fenster oder andere exo­tische Exem­plare aus der Tier­welt. Sie ist auch ein Vor­bild an Nutzer­freund­lich­keit.

Es gibt eine App für alles – auch für die banalen Dinge des Lebens. Und eine solche App stelle ich heute vor.

Aber wieso auch nicht? Die meisten von uns beschäftigen sich nicht ausschliesslich mit den letzten grossen Fragen der Menschheit, mit ethischen Dilemmata oder wortwörtlicher Raketentechnik. Die meisten von uns müssen auch mal einkaufen, den Küchenboden wischen und dem Kinde zum 25. Mal erklären, warum Pippi Langstrumpf, Annika und Tommy so viel Kaffee trinken, obwohl sie noch Kinder sind.

Also, zur App, die dieser einen banalen Aufgabe dient: „Die App, auf die man zählen kann“ weiterlesen

Wie man kurze Aufmerksamkeitsspannen maximal ausreizt

Die Prequel-App motzt Fotos und Videos nach allen Regeln der Kunst auf: Mit Effek­ten, Anima­tio­nen, Texten, Vor­spännen und 3D-Schnick­schnack erhält man Kurz-Clips, die sich in den sozia­len Medien gut machen.

Hier im Blog wurde schon öfters das Instagram-Zeitalter für beendet erklärt. Das nicht deswegen, weil sich dieses Netzwerk von einer Foto-Plattform in einen Hort der Eitelkeit, der Schleichwerbung und der Selbstdarstellung verwandelt hat – diese Metamorphose habe ich zum zehnten Geburtstag ausführlich angeprangert und hier erläutert.

Nein, vor fünf Jahren habe ich Instagram aus technischer Sicht zu einem Ding der Vergangenheit erklärt: Die simplen Effekte, die ursprünglich das Markenzeichen waren, sind nicht mehr das Nonplusultra. Heute sind die Ansprüche höher: Wenn nicht mindestens KI mit im Spiel ist, lockt eine Foto-App niemand mehr hinter dem Ofen hervor.

Das gilt auch für die App Prequel, die fürs iPhone und iPad und für Android existiert. Sie sieht zwar aus wie eine aufgebohrte Variante von Instagram, hat jedoch mehr auf dem Kasten: „Wie man kurze Aufmerksamkeitsspannen maximal ausreizt“ weiterlesen

Wie eine Rätsel-App, nur in Echt

Die Cluebox bzw. der «Davy Jones’ Locker» ist ein Holzwürfel mit einem Geheimnis in Form eines verborgenen Fachs, an dessen Inhalt man mit Tüfteln und logischem Denken kommt – und den man auch für romantische Heiratsanträge verwenden könnte.

Die Cluebox ist, so behauptet es der Hersteller, ein «Escape-Room in einer Box». Das mag etwas hochgegriffen sein, aber amüsant ist dieses Gadget allemal: wie eine Rätsel-App, bloss in greifbarer Form.

Der Holzwürfel erinnert mich ein wenig an «Myst» – auch wenn er sich schneller lösen lässt als das Kult-Spiel von 1993.

Wenn es euch damals so ging wie mir, dann seid ihr daran fast verzweifelt: „Wie eine Rätsel-App, nur in Echt“ weiterlesen

Diese Apps helfen, wenn sich Dateien nicht öffnen lassen

Was tun, wenn ein Doku­ment in einem Format vor­liegt, das nicht kom­pati­bel zur bevor­zug­ten An­wen­dung ist? Man führt eine Kon­ver­tierung durch: mit Web­apps wie convertio.co, Open-Source-Program­men wie File Converter oder dem genia­len Filestar.

Im Nerdfunk in einer Kummerbox-Live-Frage hatten wir neulich die Frage, was man tun möchte, wenn man eine Excel-Datei im alten XLS-Format am iPad bearbeiten möchte. Wie Microsoft hier freundlicherweise erklärt, geht das nicht. Die mobilen Apps (Android, iOS und Windows Mobile😨) bearbeiten nur das auf XML-basierende Dateiformat (xlsx). Es bleibt, auf den Computer auszuweichen, eine kompatible App zu suchen oder eine Konversion durchzuführen.

Ein Test zeigt, dass eine auf Google Drive hochgeladene XLS-Datei in Google Tabellen geöffnet werden kann. Sie steht hinterher auch in der App zur Verfügung und kann sogar bearbeitet werden: also ein brauchbarer Ansatz für dieses Problem.

Eine zweite, während der Sendung empfohlene Möglichkeit ist die Konvertierung per Web: „Diese Apps helfen, wenn sich Dateien nicht öffnen lassen“ weiterlesen

Der Messias ist schon da – aber viele andere fehlen noch

Was taugt diese Twitter-Alternative für Leute, die bei Twitter rausgeflogen sind? Nach einem Augenschein von Gettr glaube ich nicht, dass die Plattform für Deplatformierte eine Zukunft hat.

Neulich ist mir auf Twitter jener Zürcher Kantonsrat begegnet, der zwar vor einiger Zeit von der Plattform verbannt worden ist, nun dort aber mit einem neuen Account ein Comeback hinlegte. Er hat in einem Tweet erwähnt, er sei auch auf Gettr zu finden, würde dort aber seit vier Monaten nichts mehr schreiben, weil «zu Milieu».

Das hat mein Interesse geweckt. Was meint er mit «zu Milieu»? Der nächste Satz, wonach Facebook «das einzige soziale Medium mit Relevanz» sei, macht es klar: Es ist ihm zu wenig los auf Gettr, bzw. er findet, er habe dort zu wenig Reichweite.

Mich hat das daran erinnert, dass ich mir Gettr schon lange einmal ansehen wollte. Zur Erinnerung: „Der Messias ist schon da – aber viele andere fehlen noch“ weiterlesen