Wie man Apps überwacht, die einen überwachen wollen

iPhone und iPad liefern einen Daten­schutz­bericht für alle instal­lier­ten Apps. Er auf schlüs­sige Weise, welche Daten eine App sammelt, wie häufig sie das tut und mit welchen Servern sie kom­mu­ni­ziert. Diese Infor­ma­tionen helfen, die Privat­sphäre effektiv zu schützen.

Apple hat mit dem letzten grossen Betriebssystem-Update fürs iPhone und iPad (iOS 15 und iPad OS 15) eine Funktion eingeführt, die es einem erlaubt, die Tracking-Aktivitäten von Apps im Auge zu behalten.

Diese Funktion findet sich in den Einstellungen bei Datenschutz > App-Datenschutzbericht. Ich habe sie vor einem halben Jahr ausführlich im Blogpost Wer will schon wieder hinter meinem Rücken zu Google und Facebook verbinden? vorgestellt und damals kritisiert, dass Apple zwar die Daten über die Aktivitäten der Apps erhebt, aber keine Auswertung vornimmt.

Wenn man sich nicht mit einem Texteditor durch eine JSON-Datei kämpfen wollte, musste man sich die App eines Drittherstellers besorgen und die Daten umständlich an diese weitervermitteln.

Nun, dieser Missstand ist behoben: „Wie man Apps überwacht, die einen überwachen wollen“ weiterlesen

Sieben Tipps für Garmin-Uhren

Garmin-Uhren haben eine Unmenge an Funk­tionen und Kon­fi­gu­rations­mög­lich­kei­ten für den Alltag, das Sport­tra­cking und für Nerds: Wie man Anzeige und Nutzung opti­miert und an seine Vor­lie­ben anpasst.

Am Anfang gleich eine Einschränkung: Die Tipps hier dürften nicht universell sein. Ich habe sie mit der hier ausführlich getesteten Fenix 7s ausprobiert. Aber natürlich haben nicht alle Sportuhren von Garmin den gleichen Funktionsumfang, weswegen die Tipps nicht universell funktionieren. Leider sprengt es meine Möglichkeiten, hier die unterstützten Modelle anzugeben.

1) Die Konfiguration anpassen

Das Ziffernblatt lässt sich nur an der Uhr selbst und nicht über die App anpassen.

Die Einstellungen lassen sich an der Uhr über das Menü vornehmen, wenn man etwas länger auf den mittigen Knopf links drückt und nach unten zu den entsprechenden Menüpunkten blättert. Schneller zum Ziel kommt man allerdings über die App, Garmin Connect (für Android und iPhone/iPad). Ich würde empfehlen, die App zu verwenden.

Allerdings sind über die App nicht alle Funktionen zugänglich: „Sieben Tipps für Garmin-Uhren“ weiterlesen

Was Algorithmen alles aus unseren Gesichtern lesen

Können wir die Gesichts­erken­nung aus­tricksen, wenn wir Grimas­sen schneiden? Sind die Algori­thmen in der Lage, unser Alter, Geschlecht, unsere Attrak­tivi­tät, den BMI und die Lebens­er­war­tung zu ermitteln? Die beiden Sites areyou­you.eu und hownormal­ami.eu klären auf.

Normalerweise erfahren wir nicht, welche Daten über uns erhoben werden, während wir uns online oder im Umfeld von Kameras oder Sensoren tummeln. Doch zwei Websites machen solche verborgenen Aktivitäten auf spielerische Weise sichtbar. Sie zeigen auf, was die Algorithmen hinter unserem Rücken treiben… wobei das eine nicht wirklich passende Formulierung ist. Aber ihr wisst, was ich meine.

Die beiden Websites sind areyouyou.eu und hownormalami.eu. Bei beiden setzt man sich vor die Webcam bzw. Selfie-Kamera des Smartphones und lässt sich von den Algorithmen begutachten. Bei der ersten Websites geht es darum, spielerisch die Gesichtserkennung in die Irre zu führen: Man versucht, Grimassen zu schneiden, sodass die Software einen nicht mehr erkennt. Bei der zweiten erfährt man, wie einen die Algorithmen einschätzen: Sie ermitteln eine Reihe von Eckdaten und versuchen daraus, weitere Informationen wie die Lebenserwartung abzuleiten – was eine gruselige Angelegenheit ist. „Was Algorithmen alles aus unseren Gesichtern lesen“ weiterlesen

Wie man Apps verschlimmbessert

Schweizer Banken und Ver­siche­rungen haben ein Händ­chen dafür, zweck­dien­liche mobile Anwen­dungen durch Updates massiv zu ver­hun­zen.

Der Sinn und Zweck eines App-Updates besteht in einer Verbesserung – sollte man meinen. Es kommt allerdings auch vor, dass die neuen Versionen markant schlechter sind als ihre Vorgänger. Das kann so schlimm sein, nichts übrig bleibt, als einen Nachruf auf die Apps zu halten und sie dann würdig zu löschen; wie seinerzeit bei zwei einstmals heiss geliebten Smartphone-Anwendungen.

Heute geht es um zwei Fälle, bei denen die Verschlechterung nicht so drastisch wäre, dass ich die Apps gleich über den Jordan schicken müsste. Dafür haben sie die Gemeinsamkeit, dass sie beide einheimischer Herkunft sind. Offenbar neigen Schweizer Entwickler zu Verschlimmbesserungen ihrer Produkte.

Das erste Beispiel stammt von meiner Hausbank, der Zürcher Kantonalbank (ZKB): „Wie man Apps verschlimmbessert“ weiterlesen

Wenn Instagram und WhatsApp ein Baby hätten

Die HalloApp ist eine Mischung aus Instant Messenger und sozialem Netzwerk. Sie ist für Kommunikation auf Augenhöhe im Familien- und Freundeskreis ausgelegt. Vorerst ist sie gratis, später soll sie kosten – aber kann das funktionieren?

Ohne dass ich es geplant hätte, hat sich in diesem Blog eine Mini-Serie zu neueren und älteren sozialen Netzwerken ergeben, mit Tests von Bereal und Jodel. Dabei soll es nicht bleiben, denn heute geht es um die HalloApp.

Die HalloApp ist für Android und fürs iPhone und iPad erhältlich, und sie verspricht «einen neuen digitalen Raum für Menschen, die Sie tatsächlich kennen und mit denen Sie in Kontakt treten möchten». Die Verbindung wird – und das ist nun nicht unbedingt neu, sondern von Apps wie WhatsApp hinlänglich bekannt – über die Telefonnummer hergestellt. Denn «wir denken, wenn Sie Ihre Telefonnummer mit jemandem teilen, ist er Ihnen wichtig», erklärt der Hersteller auf seiner Website.

Im weitesten Sinn stimmt das schon, auch wenn ich in meinem Adressbuch auch die Nummer der Stadtpolizei Winterthur habe, die mir nicht im traditionellen Sinn wichtig ist. Ich bin natürlich froh, dass es sie gibt, verspüre aber selten den Drang, mich mit ihr auf einen informellen Plausch einzulassen.

Aber gut, ich betreibe Haarspalterei. Die Stossrichtung ist dadurch schon einmal klar: „Wenn Instagram und WhatsApp ein Baby hätten“ weiterlesen

Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will

Die Bänkli-App ist ein unver­zicht­bares Hilfs­mittel für Eltern: Sie zeigt die Spiel­plätze in der Um­gebung an. Und man findet mit ihrer Hilfe auch Sitz­gele­gen­heiten, Brunnen, Feuer­stellen und Aus­sichts­punkte.

Wie es so ist, wenn man mit einem Kind unterwegs ist: Das Kind hat klare Vorstellungen davon, was es tun will und was nicht. Zu den Beschäftigungen, die immer gehen, gehört das Spielen auf Spielplätzen.

Mit der Suche «Spielplätze in der Nähe» ist Google Maps einigermassen brauchbar.

Doch wie findet man in einer Gegend, in der man sich nicht auskennt, auf die Schnelle die passende Umgebung, um derlei Wünsche zu erfüllen? Natürlich, man sucht auf Google Maps nach Spielplatz. Wenn ich das tue, dann zeigt mir Google einen Spielplatz in 220 Kilometern Entfernung, den ich selbst einmal in einem Ort im schönen Bayern erfasst habe.

Apple Karten ist nicht viel besser: Die App nötigt mir immerhin keine dreistündige Autofahrt auf. Doch für Winterthur – wo ich mich zufällig ein bisschen auskenne – findet diese App nur einen einzigen Spielplatz am anderen Ende der Stadt.

Man könnte beide Apps aus Elternsicht nun für völlig unbrauchbar halten. Ganz so schlimm ist es aber nicht: „Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will“ weiterlesen

Angewandte Web-Automatisierung

Hunderte Daten­sätze von Hand in ein Web­formular eintip­pen oder ein­kopie­ren? Nein – denn das müsste sich doch auto­mati­sieren lassen. Und ja: so gehts.

Seit bald drei Jahren entschädigt die Schweizer Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte, Pro Litteris, nicht nur Autoren von Büchern, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, sondern auch Blogger. Ich habe seinerzeit gefragt, ob jetzt der warme Geldregen für uns Blogger kommt. Die Antwort war damals ein Nein. Die Erfassung der Beiträge im System der Pro Litteris erschien mir viel zu aufwändig, als dass es sich für mich als Blogger lohnen würde.

Nun hatte ich neulich Gelegenheit, auf diesen Entscheid zurückzukommen. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens habe ich in den letzten Jahren viel Erfahrung mit WordPress gesammelt. Zweitens hatte ich zwei Automatisierungslösungen getestet, die mir die Hoffnung nährten, dass ich meine bei Pro Litteris würde erfassen können, ohne sie einzeln, Blogpost für Blogpost, hinterlegen zu müssen.

Und in der Tat: Das hat geklappt. Und natürlich erkläre ich gerne, wie ich es gemacht habe: „Angewandte Web-Automatisierung“ weiterlesen

Wie die Petersilie noch schärfer wird

Unkompliziertes und qualitativ einwandfreies Focus Stacking mit Helicon Focus: Das Programm erweitert den Schärfebereich bei Makro-Aufnahmen.

Neulich habe ich mich mit Langzeitbelichtungen bei Tageslicht beschäftigt und mir die Frage gestellt, ob es nicht auch möglich wäre, ein Zeitraffer-Video zu einer einzigen Langzeit-belichteten Aufnahme zu verdichten. Zu diesem Zweck habe ich mit einigen Programmen experimentiert, mit denen sich Bildreihen verschmelzen lassen.

Wenn man mehrere Bilder zu einem zusammenbaut, nennt sich das Image Stacking. Diese Technik wird zu zwei unterschiedlichen Zwecken angewendet: „Wie die Petersilie noch schärfer wird“ weiterlesen

In ein paar Minuten ein 3D-Modell der Wohnung anfertigen

Die App Canvas for Home­owners – übrigens auch durch Mieter zu verwen­den –, scannt die hei­mischen vier Wände und erzeugt ein virtuelles Objekt, das sich sogar per CAD-Soft­ware durch die Mangel drehen lässt.

Canvas for Homeowners gehört zu den Apps, die einem vorführen, was für ein unglaublich vielseitiges Werkzeug das Smartphone ist und in welch faszinierenden Zeiten wir leben. Die App erledigt in einer halben Stunde eine Arbeit, für die vor zehn Jahren ein Profi eine Woche lang hätte arbeiten müssen – und die eine Generation zuvor als reine Sciencefiction betrachtet worden wäre. Wie gross der Fortschritt allein in den letzten Jahren war, zeigt sich auch im Vergleich der hier vorgestellten Magic Plan-App.

Die App, die es kostenlos fürs iPhone gibt, erfasst über die Kamera und mithilfe der Sensoren des Telefons Innenräume als farbige 3D-Modelle. Dieses lässt sich vermessen oder in einer AR-Ansicht betrachten, was, nebenbei bemerkt, einem ein psychedelisches Gefühl vermittelt, wenn man sich physisch in dem Zimmer befindet, das man sich gerade virtuell ansieht. Der eigentliche Zweck ist ein professioneller: „In ein paar Minuten ein 3D-Modell der Wohnung anfertigen“ weiterlesen

Einem Chihuahua (und einem Meme) auf der Spur

Jedes animierte GIF hat eine Her­kunfts­ge­schichte. Die heraus­zu­finden, ist oft­mals interes­sant. Und falls nicht, kann man wenig­stens seine Medien­kompe­tenz trai­nieren.

Stellen wir uns folgende Szene vor: Wir bewegen uns in einem sozialen Medium und haben dort einen Freund, der seine Wortäusserungen gern mit animierten GIFs untermauert. Es dürfte so sein, dass die Qualität dieser kurzen Sequenzen durchwachsen ist – vielleicht, weil unser Freund nicht immer Geschmacks-sicher bei der Auswahl ist. Womöglich aber auch deswegen, weil im Netz viele schräge, bizarre und fragwürdige GIFs zirkulieren.

Woher «Hide The Pain Harold» kommt, ist inzwischen Legende.

Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass uns ab und zu ein Exemplar begegnet, das auf unsere Zustimmung stösst und unter Umständen unsere Neugierde weckt:

Woher stammt es? Was war seine ursprüngliche Bedeutung, bevor es durch den unersättlichen Meme-Hunger der sozialen Medien eingesaugt und, auf eine eindimensionale Botschaft eingedampft, nun dazu herhalten muss, den sozialmedialen Beitrag unseres Freundes multimedial anzureichern?

Diese Frage erstreckt sich gleichermassen auch auf die Memes – statische Bilder mit Text. Denn wie wir wissen, hat auch diese Kunstgattung unsterbliche Helden hervorgebracht; allen voran András «Hide the Pain Harold» Arató, der König der Memes

Die Klärung derlei Rätsel ist gleichzeitig eine Fingerübung in Sachen Internet-Recherche. Und keine so banale Angelegenheit, wie man glauben könnte: „Einem Chihuahua (und einem Meme) auf der Spur“ weiterlesen