Warum unsere Facebook-Posts uns überleben sollten

Die Beiträge in den sozialen Medien sind längst nicht so flüchtig, wie es den Anschein hat. Und das ist gut so – ich plädiere dafür, dass sie uns alle überleben und zu einer Ressource für unsere Nachfahren werden.

Im Beitrag Eine Zeitkapsel für das Internet habe ich über unser digitales Erbe philosophiert. Ich weiss zwar nicht, ob sich die nachfolgenden Generationen über all die Daten freuen werden, die wir derzeit anhäufen. Vielleicht werden sie sich darüber freuen – vielleicht nicht. Aber da wir diese Entscheidung nicht für sie treffen können, sollte es unser Anliegen sein, möglichst viele von unseren Daten für die Nachwelt zu erhalten.

In diesem Beitrag habe ich nebenbei auch die Bemerkung fallen lassen, dass zukünftige Generationen «dank der sozialen Medien jede Regung ihrer Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern werden erkunden können».

Es lohnt sich, diesen Gedanken auszuloten, finde ich. Denn er widerspricht unserer Wahrnehmung. „Warum unsere Facebook-Posts uns überleben sollten“ weiterlesen

Eine Zeitkapsel für das Internet

Die Schweizerische Nationalbibliothek will das Schweizer Internet für unsere Nachfahren aufbewahren. Aber sie tut das auf eine Art und Weise, mit der ich noch nicht einmal ansatzweise einverstanden bin.

Zeitreisen gehören zu meinen (nicht ganz so) geheimen Leidenschaften. Ich meine, wie könnte man nicht einmal durchs antike Rom spazieren wollen oder sich seinerzeit in Nazareth davon vergewissern, dass alles genauso stattgefunden hat. Doch auch ein Besuch der näheren Vergangenheit wäre spannend – und wenn er nur dem Zweck dienen würde, Kindheitserinnerungen aufzufrischen.

Nun ist diese Form der temporalen Bildungsreise aus irgendwelchen nutzlosen physikalischen Grundgesetzen offenbar nicht möglich. Doch es gibt eine Methode, die die persönliche Anwesenheit in einer anderen Zeitepoche zwar nicht adäquat ersetzt, aber immerhin eine gewisse Befriedigung der eigenen Neugierde erlaubt. Diese Methode besteht natürlich darin, sich Fotos und Zeitdokumente anzusehen.

Und ja, ich bin unglaublich eifersüchtig auf die heutigen Kinder und die kommenden Generationen:  „Eine Zeitkapsel für das Internet“ weiterlesen

Tricks für die Webrecherche mit Smartphone und Tablet

Die besten Methoden für die Webrecherche am Smartphone und Tablet, mit denen vor allem das Sichten der Resultate angenehmer wird.

Die effiziente Informationssuche im Web ist mir eine Herzensangelegenheit. Darum beschäftige ich mich regelmässig mit den Fragen, wie man schnell an möglichst gute Informationen herankommt und sie am effizientesten sichtet und bewertet.

Die App von Xayn – im Beitrag Der Berliner Frontalangriff auf Google besprochen – hat  mich auf die Idee gebracht, die Sache einmal streng aus der Sicht des Smartphone- und Tablet-Nutzers zu betrachten. Denn die klassische Suchmaschine ist ein Kind der Desktop-Ära.

Das Hin und Her vermeiden

Vor allem das Sichten der Resultate ist am Handy mühsam: Während man interessante Links inspiziert und bewertet, wechselt man ständig zwischen dem Reiter mit der Suchansicht und den Sites mit den Treffern hin und her. Das ist zwar auch am Desktop etwas mühsam. Aber wie seinerzeit im Beitrag Ein alter Groll auf Google beschrieben, gibt es in den ausgewachsenen Browsern Tricks, die diesen Vorgang angenehmer machen. Am Smartphone und Tablet funktionieren diese Tricks aber leider nicht.

Hilfreich ist dafür etwas anderes: „Tricks für die Webrecherche mit Smartphone und Tablet“ weiterlesen

Ich bin ein Fan des Dlf und seiner App

Die Audiothek des Deutschlandfunks ist ein Vorbild: einerseits wegen der Inhalte. Aber auch, weil sie viel benutzerfreundlicher ist, als – Achtung, willkürliches Beispiel! – die App von SRF.

Im Beitrag Die Play SRF-App ist nicht die reine Freude habe ich vor bald zwei Jahren einige Vorschläge zu der Audiothek-App des Schweizer Radio und Fernsehens gemacht. Man hätte nun erwarten können, dass ein Post in einem so prominenten Blog wie dem meinen umgehende Verbesserungen zur Folge hat. Aber gefehlt.

Immerhin: Es gibt nun eine Wiedergabeliste, auf der man sich Sendungen vormerken kann. Die heisst Später schauen, obwohl man auch reine Audioinhalte darin platzieren kann. Und der damals geforderte Verlauf ist hinzugekommen. In Zuletzt gesehen tauchen die konsumierten Sendungen auf. Das macht es leichter, angefangene Sendungen zu beenden, wenn man unterbrochen worden ist.

Doch abgesehen davon empfinde ich die App noch immer unpraktisch:  „Ich bin ein Fan des Dlf und seiner App“ weiterlesen

Ein völlig analoges Gadget, das mir die Augen öffnet

Ein Gadget, das es in Vernetzt gäbe – das mir aber auch ohne den digitalen Anschluss jede Menge Spass bereitet.

Ich hatte unlängst das Vergnügen, meinen Geburtstag zu feiern. Etwas weniger vergnüglich war es, während dieses Vorgangs mitanzusehen, wie die Zahl, die mein Alter angibt, in eine unflätige Höhe geschossen ist. Und ja, ich weiss: Man wird jedes Jahr zum Glück nur ein Jahr älter. Aber trotzdem hat unser dezimales Zahlensystem die Eigenschaft, alle zehn Jahre einen scheinbaren Sprung zu vollziehen. Dieser Sprung ist es, der die Kraft hat, uns Betroffene in seelische Verzweiflung zu stürzen.

Aber gut, zum Glück bin ich mental heil aus dieser Sache herausgekommen. Das hat auch mit dem einen Geschenk zu tun, das ich erhalten habe. Das ist geradezu prädestiniert, die Dinge in Relation zu rücken – und uns Menschen zu verstehen zu geben, dass wir auf der Skala des Grossen und Ganzen keine Bedeutung haben und uns demzufolge nicht zu wichtig nehmen sollten.

Also, falls es an dieser Stelle noch nicht klargeworden ist. Ich habe etwas geschenkt bekommen, mit dem ich schon lange geliebäugelt habe: „Ein völlig analoges Gadget, das mir die Augen öffnet“ weiterlesen

Alibiübungen und Fehleinschätzungen von Google

Wie gut kennt Google uns Nutzer – und wie gut ist demzufolge die personalisierte Werbung? Ich bin dieser Frage nachgegangen. Und habe erkannt, dass der Suchmaschinenkonzern längst nicht so viel weiss, wie er wissen könnte.

Auf verschlungenen Klickwegen bin ich neulich bei Google auf der Seite adssettings.google.com gelandet. Das ist die Seite des Suchmaschinenbetreibers, auf der man die Einstellungen vorfindet, anhand derer Google einem Werbung vorsetzt. Und diese Seite hat es in sich!

Zuoberst gibt es den Schalter Personalisierte Werbung ist aktiviert, den man auch in die Aus-Position schieben kann. Man erhält dann nur noch Werbung, die  von «allgemeinen Faktoren» basiert. Beispiele für solche allgemeinen Faktoren sind «das Thema, mit dem Sie sich gerade beschäftigen, der Tageszeit oder Ihr allgemeiner Standort».

Google geht mit keinem Wort darauf ein, welche Auswirkungen die das Abschalten der Personalisierung auf das Interesse des Konzerns an persönlichen Nutzerdaten hat. Ich denke, das hat einen guten Grund – denn es dürfte überhaupt keine Auswirkungen haben. Meine Vermutung wäre, dass Google alle greifbaren Informationen weiterhin sammelt und bereithält und sie lediglich beim Ausspielen der Werbung nicht mehr berücksichtigt.

Um es noch etwas härter zu sagen: „Alibiübungen und Fehleinschätzungen von Google“ weiterlesen

Foto-Schabernack und Zahlungsbeschleuniger

Ich habe neulich meine Lieblings-Apps vorgestellt – und jetzt sind die Leserinnen dran. Ich gebe fünf Tipps weiter, die mich aus dem Publikum erreicht haben.

Ende des letzten Jahres habe ich die grosse, app-mässige Abrechnung mit 2020 abgehalten und auch nach euren Favoriten gefragt. Das Video mit den Apps hat bei den Tamedia-Sites einige Kommentare ausgelöst, die ich mir näher angesehen habe. Zumindest jene Tipps, die konkret genug waren, dass ich die dazugehörenden Apps identifizieren konnte:

Just a Line  von Google (Android und iPhone). Mit dieser App verschönert man die Realität mit seinen Zeichenkünsten. Das funktioniert mithilfe von Augmented Reality: Man platziert seine Striche im Livebild der Kamera. Wenn man sich bewegt, verändert sich die Perspektive der Zeichnung und man kann seine Striche nicht nur flach, sondern im dreidimensionalen Raum fortführen.

Das hat seinen Reiz. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, ist das – wie oft bei AR – nicht zu wirklich viel nütze. Es gäbe indes eine sinnvolle Ergänzungsmöglichkeit: „Foto-Schabernack und Zahlungsbeschleuniger“ weiterlesen

Die Konfigurationsmöglichkeiten in Youtube sind lückenhaft und verwirrlich

Gelegentlich fühle ich mich von Youtube nicht ernst genommen. Zum Beispiel dann, wenn ich die Standard-Videoqualität ein- und Untertitel ein für alle Mal ausschalten möchte.

Youtube ist diese Videoplattform, die früher eine Offenbarung war, sicht in letzter Zeit aber immer mehr zum Ärgernis entwickelte (siehe Wie Youtube von Verschwörungstheoretikern ausgetrickst wird, So läuft man auf Youtube ins Messer, Ein Stinkefinger für Youtube und Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt).

Doch weil man als vernünftiger Erdenbürger auf gewisse Video nicht verzichten möchte (zum Beispiel Last Week Tonight, The Late Show with Stephen Colbert, bigclivedotcom oder Kevin), kommt man um Youtube halt nicht herum.

So klicke auch ich gelegentlich ein Video an. Und sobald der Clip anläuft, ist meine erste Reaktion aller Regel Ärger. Einerseits natürlich wegen der Werbung, die man aber loswerden könnte, wenn man, anders als ich, für Youtube Premium bezahlen würde.

Doch der Hauptgrund für meinen Ärger ist anderswo zu  suchen: „Die Konfigurationsmöglichkeiten in Youtube sind lückenhaft und verwirrlich“ weiterlesen

Das iPhone gegen Android (mal wieder)

Ich stelle die beiden Smartphone-Plattformen einander gegenüber. Doch erstaunlicherweise (oder nicht) gibt es heute Punkte für beide Seiten.

Okay, ich werde gleich nicht altklug, sondern nur alt klingen, wenn ich hier schreibe, dass ich schon Listicles gemacht habe, noch bevor diese als die grossartigste journalistische Neuerung seit Erfindung des Leitartikels gefeiert wurden.

Denn der klassische «Tipps und Tricks»-Artikel ist im Kern meistens eine Aufzählung von sinnvollen Massnahmen zur Lösung eines bestimmten Problems. Damit ist er ein Listicle. Auch wenn es uns nicht im Traum eingefallen wäre, dafür einen so extravaganten Begriff zu verwenden. Übrigens, das muss man Buzzfeed – oder wer immer diese Wortkreation erschaffen hat – lassen: Es ist eine Meisterleistung, wie hier alter Wein in einen modernen Schlauch abgefüllt wurde, sodass wir Listlicle-Fabrikanten uns nun alle als Meister-Storyteller fühlen dürfen.

Aber natürlich sehe ich das positiv: Das Ding, was ich seit meinen Anfängen im Computerjournalismus gerne und mit Leidenschaft mache, ist plötzlich ein viel beachteter Trend, mit dem man den jungen Lesern gefällt. Kann einem etwas Besseres passieren?

Trotz allem versuche ich, in meinem Listicles nicht Beliebigkeiten wild durcheinanderzuwürfeln, wie manche das tun. Zum Beispiel dieses Video mit Tipps zum iPhone und iPad: „Das iPhone gegen Android (mal wieder)“ weiterlesen

Trick 17 gegen schlecht programmierte Passwortdialoge

Eine überaus simple Lösung für ein ziemlich lästiges Problem: Sie erspart es einem, ellenlange Passwörter mehrfach tippen zu müssen.

Es gibt eine Sache, die mich wirklich nervt. Und sind Apps, bei denen man ein Benutzerkonto anlegen muss, aber in den Eingabefeldern für den Benutzernamen, die Mailadresse und/oder das Passwort den Einfügen-Befehl nicht verwenden kann.

Ich hatte diesen Fall neulich wieder einmal, als ich die App KS Fit (für Android und iPhone) in Betrieb nehmen wollte. Die App gehört zu einem Laufband, das wir uns Shutdown-bedingt angeschafft haben, und das ich demnächst separat besprechen werde. Da werde ich dann auch die Frage aufwerfen, warum es für so eine App überhaupt ein Nutzerkonto braucht.

Aber hier geht es um das besagte Problem, das das Einrichten von Accounts massiv erschwert. Denn meine Vorgehensweise ist die Folgende: „Trick 17 gegen schlecht programmierte Passwortdialoge“ weiterlesen