Eine Internettelefonie-Software nicht nur für Buddisten

Da heute jeder seinen eigenen Podcast hat, brauchen auch alle Leute eine Software, um Gespräche via Internet zu führen und sie in perfekter Qualität aufzuzeichnen. Und dafür habe ich heute einen Tipp, nämlich Zencastr.

Ich hatte das Vergnügen, neulich bei Martin Rechsteiner alias Pokipsie in einer Folge seines Podcasts Geektalk zu Gast zu sein. Die werde ich an dieser Stelle verlinken, sobald sie online ist – und natürlich ist das eine echte Hörempfehlung, weil das Gespräch, so glaube ich, kurzweilig geworden ist und auch ein paar Einsichten bereithält. Jedenfalls ging es mir so.

In diesem Blogpost hier soll es aber um die Software gehen, die Martin unser Gespräch verwendet hat. Wir sassen nicht im gleichen Raum, was derzeit sowieso nicht opportun ist, sondern haben uns via Internet unterhalten. Dafür kam Zencastr zum Einsatz.

Die Software hat gewisse Gemeinsamkeiten mit StudioLink, jenem Produkt, das wir vom Nerdfunk für die Aufzeichnung unserer Folgen aus dem Homestudio einsetzen. Ich habe sie im Beitrag Mit Studio-Link klingt Radio besser vorgestellt.

Doch Zencastr weist einige Merkmale auf, die es von StudioLink abheben und die mich dazu bringen, auf das Thema zurückzukommen: „Eine Internettelefonie-Software nicht nur für Buddisten“ weiterlesen

Skype ist die benutzerunfreundlichste App auf diesem Planeten

Bin ich zu doof, um in Skype einen Gruppenanruf zu machen – oder liegt es vielleicht doch an Microsofts seltsamen Vorstellungen von Benutzerführung?

Also, dieser Beitrag hier ist leider unvermeidlich nach unserer Nerdfunk-Sendung vom 3. November. Die war technisch gesehen nicht das Gelbe vom Ei. Deswegen braucht es wohl so eine Art Selbstberatung, was die Nutzung von Internettelefonie-Apps angeht.

Die Idee war, das Digichris, Kevin und ich über die Wahlen in den USA sprechen. Wir wollten – und haben letztlich auch – darüber gesprochen, welches Fazit man nach vier Jahren Trump ziehen sollte und was seine Nutzung von Twitter für ein Gefühl hinterlässt. Und ein Thema war auch, welchen Präsidenten die Tech-Unternehmen wohl bevorzugen würden.

Das Problem war nun, dass ich es während der Livesendung nicht geschafft habe, einen Gruppen-Anruf mit meinen beiden Mitstreitern einzurichten. Wir haben abwechselnd gesprochen, was auch funktioniert hat, aber nicht unserer Absicht entsprochen hat.

Und ja: Ich stand auf dem Schlauch. Zu meiner (zumindest teilweisen) Entlastung darf ich allerdings ins Feld führen, dass diese Skype-App ein Unding ist. Die Benutzerführung ist eine mittlere Katastrophe.

Das werde ich gleich ausführen. Aber zuerst die Erklärung, wie man es schafft, am iPad einen Gruppenanruf durchzuführen: „Skype ist die benutzerunfreundlichste App auf diesem Planeten“ weiterlesen

Der Verkehrskollaps ist unvermeidlich

Das Spiel «Mini Motorways» weckt weniger den Ehrgeiz eines Strassenbauers – sondern zeigt vielmehr, dass der Club of Rome mit seiner Wachstumskritik völlig richtig lag.

Im Beitrag Ein Herz für U-Bahn-Bauer habe ich vor vier Jahren das Spiel «Mini Metro» vorgestellt. Bei dem geht es darum, ein leistungsfähiges U-Bahn-Netz aufzubauen. Während die Stadt wächst und die Pendlerströme zunehmen, muss das Streckennetz mithalten – sonst ereignet sich ein plötzlicher Verkehrskollaps, und man hat verloren.

Nun gibt es bei Apple Arcade, dem Abodienst für iPhone-Spiele, das Spiel Mini Motorways des gleichen Herstellers Dinosaur Polo Club (cooler Name, übrigens). Nicht nur der Name ähnelt dem Vorgänger; es handelt sich auch um die gleiche Spielidee – mit dem Unterschied, dass man keine Untergrundbahnen baut, sondern oberirdische Strassen.

Fragt sich natürlich: Ist die Begeisterung noch so gross wie damals? Ich gehöre bekanntlich nicht zu den Puristen, die finden, man dürfe eine Spielidee nicht rezyklieren. (Wie könnte ich auch; zumal ich selbst erst Clickomania und dann Clickomania Next Generation in die Welt gesetzt habe.) Man darf eine Idee neu auflegen – und sei es nur, um den Fans Abwechslung zu bieten.

Um das Fazit vorwegzunehmen: „Der Verkehrskollaps ist unvermeidlich“ weiterlesen

Die tapferen Kämpfer gegen Zensur und Denkverbote

Mein Facebook-Freund Jürg hat einen Text von «Die Ostschweiz» geteilt. Sie behauptet, man dürfe das Coronavirus und die Influenza nicht im gleichen Atemzug nennen. Aber stimmt das?

Auf Facebook liest man oft die Behauptung, die freie Meinungsäusserung sei eingeschränkt – man könne auf Facebook «nicht mehr sagen, was man wolle». Auch von Zensur ist oft die Rede.

Das amüsiert und irritiert mich gleichermassen. Amüsant finde ich die Tatsache, dass die Leute komplett ignorieren, wie widersinnig ihre Behauptung ist. Wenn jemand sie zensurieren würde, dann würde er logischerweise auch den Zensurvorwurf unterbinden. Das müsste auf der Hand liegen.

Irritierend ist, dass die Leute nicht verstehen, was Zensur und Einschränkung der freien Meinungsäusserung bedeuten. Es bedeutet, dass der Staat gewisse Ansichten unterdrückt – wie es die Chinesen mit dem «goldenen Schild» tun. Soziale Netzwerke gibt es dort nicht oder nur in ausgedünnter Form.

Ein zentrales Element dieser Zensur ist die Gefahr, der sich Leute aussetzen, die die explizit oder implizit verbotenen Themen trotzdem ansprechen. Sie laufen Gefahr, im Gefängnis zu landen oder zu verschwinden. Deniz Yücel hat das erlebt und im «Fest & flauchig»-Podcast eindrücklich davon erzählt.

Halten wir fest: „Die tapferen Kämpfer gegen Zensur und Denkverbote“ weiterlesen

Ein kurzer Tipp zu einem mässig lästigen iPhone-Problem

Manche Links öffnen iOS und iPad OS ungefragt in einer App statt im Browser. Warum das so ist – und was man dagegen tun kann.

Der heutige Tipp hängt mit einem Ding zusammen, das man meines Wissens universelle Links nennt. Apple hat sie mit iOS 9 eingeführt, und sie sind eine im Grunde geniale Angelegenheit. Sie verknüpfen das Web mit der passenden App.

Ein Beispiel: Hier an dieser Stelle gibt es einen Link auf meinen Twitter-Account @MrClicko. Wenn er am iPhone von einem Nutzer angetippt wird, der die Twitter-App installiert hat, wechselt iOS zur Twitter-App und öffnet dort den passenden Inhalt. Wenn die App auf dem Gerät nicht vorhanden ist, erscheint er hingegen in Safari (bzw. ab iOS 14 im Standardbrowser).

Sehr schön lässt sich das auch bei Wikipedia beobachten: Links zu einem Eintrag im Online-Lexikon werden in der Wikipedia-App geöffnet, falls die installiert ist. Falls nicht, erscheint die normale, mobile Website.

Das ist in den meisten Fällen sinnvoll. Doch eben nicht immer. Es kommt vor, dass man einen Inhalt lieber im Browser als in der App konsumieren möchte. „Ein kurzer Tipp zu einem mässig lästigen iPhone-Problem“ weiterlesen

Die fiesen Tricks der Designer

Wir werden auf Schritt und Tritt verarscht: Im Web und in ihren Apps versuchen uns die Entwickler zu Dingen zu verleiten, die wir gar nicht tun wollen. Drei solcher «Dark Pattern», die mir in letzter Zeit begegnet sind.

Ein wahres Meme!

Neulich bin ich einem Meme begegnet, das ich nicht nur lustig, sondern auch sehr bezeichnend fand. Es ist nebenstehende Grafik, die die «kleinsten Dinge im Universum» aufzählt.

Links das Elektron, daneben das Quark. Und rechts, noch viel kleiner, der Knopf mit dem x, mit dem man eine mobile Werbung wieder schliesst.

Dieses Meme hat mir in Erinnerung gerufen, dass ich mich schon seit längerem mit den «Dark Pattern» beschäftigen wollte: Das sind Gestaltungstricks bei Benutzeroberflächen und in interaktiven Umgebungen, die den Anwender dazu bringen wollen, etwas zu tun, was er eigentlich gar nicht tun wollte: Zum Beispiel einen Newsletter abonnieren, eine unerwünschte Option aktivieren, persönliche Daten angeben oder  Geld ausgeben.

Die Unterbrecherwerbung in Apps ist ein gutes Beispiel für derlei Finten. „Die fiesen Tricks der Designer“ weiterlesen

Was soll dieser Scheiss?

Die QAnon-Verschwörungstheorie gehört zu dem unerfreulichsten, was das Internet jemals hervorgebracht hat. Ein Podcast beleuchtet die Hintergründe – und erklärt Internetphänomene wie 8chan, die Normalos wie ich bis heute nicht verstanden haben.

Neulich habe ich Q Clearance entdeckt. Das ist ein Podcast über «QAnon», den es auch bei iTunes, Spotify und Google gibt.

«QAnon» seinerseits ist eine hirnrissige Verschwörungstheorie. Wikipedia beschreibt diese Theorie wie folgt: «Zentral ist die beleglose Behauptung, eine einflussreiche, weltweit agierende, satanistische Elite entführe Kinder, halte sie gefangen, foltere und ermorde sie, um aus ihrem Blut eine Verjüngungsdroge zu gewinnen.»

Die Heldenfigur der Leute, die an diese Verschwörungstheorie glauben, ist Donald Trump. Und bereits an dem Punkt stellt sich die Frage: Lohnt es sich überhaupt, sich mit dieser Verschwörungstheorie zu beschäftigen? Oder ist die Beschäftigung mit diesem Thema so sinnlos, dass man es besser gleich bleiben lässt?

Die Folge How to Extract Adrenochrome from Children des Skeptoid-Podcasts (siehe Ein besserer Aufklärer als Facebook) hat sich mit der zentralen Behauptung beschäftigt, es würde eine Droge aus Kindern extrahiert. Und der Befund ist eindeutig: „Was soll dieser Scheiss?“ weiterlesen

Zwei heisse Tipps für fehlerfreie Texte

Language Tool ist eine hervorragende Rechtschreibprüfung, die es für Android und den Browser gibt. Im Browser macht sie gelegentlich Ärger – was sich aber vermeiden lässt.

Die Browsererweiterung Language Tool verwende ich seit bald einem Jahr in Firefox, und in dieser Zeit hat sie sich bestens bewährt. Es handelt sich um eine Rechtschreib- und Grammatikkorrektur, mit der zusätzlichen Möglichkeit, sich Synonyme anzeigen zu lassen – die Details erkläre ich  im Beitrag Ein Lektor direkt im Browser.

Also, wer wie ich regelmässig Texte im Browser schreibt, der wird Language Tool schnell schätzen lernen. Die Fehlererkennung ist um Welten besser als die der in Firefox eingebauten Rechtschreibkorrektur. Mein persönlicher Lektor, dessen Lohn in Form einer Flasche mit hochprozentigem Inhalt noch immer auf die Übergabe wartet, wurde jedoch nicht komplett überflüssig.

Ich komme auf Language Tool zurück, weil ich zwei Tipps ergänzen möchte. Erstens einen kurzen und unkomplizierten: „Zwei heisse Tipps für fehlerfreie Texte“ weiterlesen

Windows, was für eine Sauordnung!

Microsoft kassiert eine Standpauke, weil offensichtliche Mängel des Betriebssystems auch 25 Jahre später noch nicht behoben sind. Und ich gebe Tipps, wie man das Beste aus dieser desolaten Situation macht.

Windows hat sich in der letzten Zeit gemacht: Die Einstellungen sind im Vergleich zur alten Systemsteuerung einfacher zu benutzen und einleuchtender. Die App-Zeitleiste, die mit April-2018-Update eingeführt wurde, machte eine annähernd nutzlose Funktion brauchbar. Und die Fotos-App ist ebenfalls ein grosser Fortschritt.

Es gibt auch eine Kehrseite: Manche Funktionen sind seit Jahren unbrauchbar. Und obwohl das jedem bewusst ist, der seinen Windows-PC mindestens einmal pro Woche einschaltet und mehr als drei Apps installiert hat, tut Microsoft nichts dagegen. Dieses komplette Desinteresse ist mir ein völliges Rätsel.

Ich beziehe mich mit dieser Kritik auf den Windows-Explorer, bzw. die Windows Shell. Das ist die sichtbare Benutzeroberfläche des Betriebssystems, mit der man sich herumschlägt, wenn man Programme startet und Dokumente verwaltet. Diese Shell muss sich (meiner bescheidenen Meinung nach) nicht hinter der anderer Systeme verstecken. Ich finde sie beispielsweise besser als den Finder des Mac.

Aber eben: Sie hat ein paar Mängel, die den Alltagsnutzen unnötig schmälern und Funktionen, die eigentlich sinnvoll wären, mehr oder weniger unbrauchbar machen.

Ich habe ein Paradebeispiel und einen Kronzeugen für diese Behauptung: „Windows, was für eine Sauordnung!“ weiterlesen

Das grosse Twitterer-Assessment, Folge 2: @PrettyDamnSwiss

Ich bewerte ungefragt, völlig subjektiv und teilweise hochgradig unfair die Twitter-Nutzer aus meinem Dunstkreis. Heute: Rea.

Name und Twitter-Handle

Rea is staying the fk home alias @PrettyDamnSwiss. Diese Twittererin hat ein natürliches, leicht anarchistisches Talent für Twitter und ein wohl angeborenes Gespür für die neuen digitalen Medien. Das ist allein an den beiden Eckdaten ihres Accounts, dem Namen und dem Twitter-Handle, zu erkennen.

Was macht die Kröte da?

Einerseits verrät uns die heutige Probandin in der Angabe beim Namensfeld nichts mehr als ihren Vornamen, Rea. Andererseits verwendet sie ihn für die unmissverständliche Feststellung, dass sie the fuck zu Hause bleibt.

Mit diesem Zusatz positioniert sie sich klar als Unterstützerin der Covid-19-Schutzmassnahmen – und da sie das bereits beim Namen tut, darf die Twitter-Gefolgschaft auch davon ausgehen, dass diese Twittererin auch bei ihren Tweets mit Meinungsäusserungen nicht sparsam sein wird.

Man könnte auch den Eindruck bekommen, dass diese Twittererin direkt und schnörkellos kommuniziert. Doch dieser Annahme wird bereits durch das Twitter-Handle infrage gestellt. Das lautet @PrettyDamnSwiss.

Dieses Alias ist – zumindest für Leute, die die Probandin nicht persönlich kennen – nicht eindeutig zu interpretieren. „Das grosse Twitterer-Assessment, Folge 2: @PrettyDamnSwiss“ weiterlesen