Ein digitales Puzzle im Grossformat

Ich bin Opfer meines eigenen Perfek­tio­nis­mus geworden: Mein eigent­lich schon ab­geschlos­senes Word­press-Projekt sollte noch eine kleine Verbes­serung erfahren – was mir lange Nächte und um ein Haar auch Wein­krämpfe ein­ge­tra­gen hätte.

Anfang April habe ich das perfektionistische Ende eines überambitionierten Projekts verkündet. Und mich offensichtlich in mir selbst getäuscht. Denn wie sich zeigt, bin ich in der Lage, eine Sache auch weit über ihren gottgewollten Endpunkt hinaus zu treiben.

Also, es handelt sich um mein Projekt 2020, das Mitte 2022 nun hoffentlich endgültig so ausgereift ist, dass sogar mir nichts mehr einfällt, was ich verbessern könnte.

Dieses Projekt bestand darin, eine in Microsoft Access gespeicherte Datenbank web- und zukunftstauglich zu machen. In der Datenbank, die ich seit 1992 pflege, sind meine in diversen Medien erschienen Artikel im Volltext und mit einigen Metadaten erfasst. Ich habe einige Dinge ausprobiert und mich dann entschieden, die Daten mittels WordPress online zu erschliessen – was sich als hervorragende Wahl entpuppt hat.

Nachdem das Projekt eigentlich abgeschlossen war, hat mich eine Sache nicht in Ruhe gelassen: „Ein digitales Puzzle im Grossformat“ weiterlesen

Der Modus für Extra-Sicherheit beim iPhone und iPad

Der Lockdown Mode beim iPhone und iPad ist zum Schutz gegen ge­zielte Spio­nage-Atta­cken gedacht: Wie er funk­tio­niert und welche Neben­wir­kungen und Schwach­stellen er hat.

Apple hat sich eine neue Schutzfunktion ausgedacht, die ungute Erinnerungen an die Coronazeit weckt, obwohl sie weder mit Viren noch mit einer Pandemie etwas zu tun hat. Es geht vielmehr darum, ein iPhone oder iPad stärker als normal zu schützen, damit die Besitzerin bzw. der Besitzer weniger Angriffsfläche bietet.

Diese Funktion heisst in Englisch Lockdown Mode. Die deutsche Bezeichnung ist Blockierungsmodus, was zwar nicht nach einer Quarantäne-Massnahme klingt, aber den Sachverhalt nicht wirklich trifft: „Der Modus für Extra-Sicherheit beim iPhone und iPad“ weiterlesen

Der Spamfilter für die Haustür

Das Spam-Problem hat sich in die reale Welt verlagert: In manchen öffent­lichen Räumen kann man keinen Meter mehr gehen, ohne von einem Fund­raiser an­ge­sprochen zu werden. Und neuer­dings klingeln die sogar daheim.

Wer erinnert sich noch an die Flut unerwünschter E-Mails, mit denen wir in den Nullerjahren zu kämpfen hatten? Wir haben daraus gelernt, dass es Hürden bei der Kontaktaufnahme braucht. Es geht nicht, dass wir als Privatpersonen von beliebigen Leuten und Organisationen nach deren Gutdünken angesprochen und mit irgendwelchen Anliegen behelligt werden.

Das allein aus Kapazitätsgründen: Wenn jeder uns persönlich von seinem tollen Produkt, seinem süffigen Wein oder seiner Weltverbesserungs-Idee erzählen will, dann kommen wir zu nichts anderem mehr. Welche Dimensionen das annehmen kann, sieht man in den USA: „Der Spamfilter für die Haustür“ weiterlesen

Handschrift am Computer ist blanker Unsinn

Genau vor zwanzig Jahren hätte die Stylus-Revo­lution beginnen sollen. Doch jeder, der schon mal mit einem digi­talen Stift auf ein Display gekra­kelt hat, weiss, dass das nutzlos ist.

Mein Bedürfnis, Texte per Hand zu schreiben, ist gering. Ich bin mit der Tastatur um Faktoren schneller. Und die Behauptung, per Stift sei die «Verbindung zwischen Hand und Papier organischer und man könne Gedanken besser fassen», halte ich für esoterisch. Trotzdem habe ich mir die Mühe gemacht, diesen Blogpost handschriftlich zu erfassen. (Zumindest in Teilen.) Ich wollte herausfinden, wie gut die Erkennung ist.

Wobei, nach dem ersten Absatz hier habe ich es bleiben lassen. Den habe ich in Onenote gekritzelt, und die Funktion Freihand in Text (zu finden im Menüband im Abschnitt Zeichnen) hat mir folgendes zurückgeliefert: „Handschrift am Computer ist blanker Unsinn“ weiterlesen

Eine Lektion in angewandem Web-Voyeurismus

Gebt zu: Ihr könntet nicht wider­stehen, wenn ihr die Gelegen­heit hättet, einmal quer durch einen fremden Browser­verlauf zu schnü­feln. Und ja – ich konnte es auch nicht.

Die heutige Geschichte handelt von einem moralischen Dilemma. Und meinem Scheitern. Aber ich wage die Behauptung, dass es euch an meiner Statt nicht besser gegangen wäre. Ihr wärt genauso eurer Neugierde – bzw. eurem Voyeurismus – erlegen. Darum gibt es keinen Grund, diesen Blogpost hier aus einem Gefühl der moralischen Überlegenheit zu rezipieren.

Die Prüfung und mein Scheitern haben mit NextDNS zu tun. Diese Software ist dazu da, Datensammlern das Handwerk zu legen. Sie blockiert Tracker und auf Wunsch auch Werbung. Dieser Dienst funktioniert nicht nur auf einzelnen Endgeräten, sondern auch als Firewall für die ganze Familie. Nebst dem konfigurierbaren Filter gibt es auch eine Protokollfunktion. Die zeichnet auf, welches Gerät welche Adressen ansteuert und welche Adressauflösungen blockiert worden sind.

Und damit sind wir beim Kern des Pudels. Denn wie schon im ursprünglichen Test bemerkt, steckt in diesem Protokoll ein Missbrauchspotenzial: „Eine Lektion in angewandem Web-Voyeurismus“ weiterlesen

Land of the free, my ass

«The F*ck-it List» von John Niven beschreibt den Zustand des Trump-Amerikas auf tref­fende und nieders­chmet­ternde Weise. Aber noch besteht Hoffnung – noch ist Ivanka nicht die Präsi­dentin der USA.

Unverständnis und Konsterniertheit: Das sind die Gefühle, die in mir wachsen, wenn ich die Geschehnisse in den USA verfolge. Land of the free, my ass! Was dort passiert, ist zwar global gesehen nicht einzigartig, aber es trifft Leute wie mich besonders, weil die Vereinigten Staaten in vielem ein Vorbild und Vorreiter sind. Das lässt einen befürchten, dass viele der politischen Auswüchse auch zu uns herüberwuchern werden. Die reaktionäre Gegenbewegung wird hierzulande viele der gesellschaftlichen Errungenschaften zunichtemachen; Anzeichen dafür sehen wir bereits.

Das Buch, das dieses Gefühl exakt auf den Punkt bringt, stammt nicht von einem Amerikaner, sondern von einem Schotten: „Land of the free, my ass“ weiterlesen

Windows-Versionsnummer und Systeminformationen abrufen

Zwei Methoden, wie man bei Microsofts Betriebssystem ohne weitere Umstände die Versions- und Buildnummer, die Edition und Produkt-ID in Erfahrung bringt.

Yes, ich versuche es mal wieder. Nämlich, einen kurzen Blogpost zu fabrizieren. Das ist etwas, das mir in den fast auf den Tag genau 15 Jahren, seit dieses Blog existiert, nur selten gelungen ist. Aber vielleicht klappt es bei diesem Anlauf. Während des Sommers etwas kürzerzutreten, würde mir vermutlich guttun.

Also, darum hier einige simple, aber umso nützlichere Tricks zu Windows und zu den Systeminformationen: „Windows-Versionsnummer und Systeminformationen abrufen“ weiterlesen

Mit der Garmin-Uhr Spotify hören

Wie gut har­mo­niert ein Modell aus der Fenix 7-Reihe mit dem Streaming­dienst? Ich habe die Probe aufs Exem­pel gemacht.

Neulich habe ich mir den App-Store für die Garmin-Uhren angeschaut, und damals versprochen, einer der Apps besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Es handelt sich um das Uhren-Modul von Spotify. Das stellt die Verbindung zum Streamingdienst her.

Allerdings – und das ist wichtig zu betonen –, ist diese Verbindung eine indirekte. Während es Apple-Watch-Modelle mit E-Sim gibt, gibt es bei meinem Garmin-Modell keine Mobilfunkanbindung. Garmin hat die Forerunner 945 LTE im Programm, die ich jedoch nicht näher kenne. Meine Beobachtungen beziehen sich auf die hier getestete Fenix aus der Serie 7.

Bei der funktioniert die Spotify-Nutzung so, dass man sich Inhalte zu Hause via WLAN-Verbindung auf die Uhr lädt und sie unterwegs offline anhört: „Mit der Garmin-Uhr Spotify hören“ weiterlesen

Eine Schweigeminute für schwarz gepresste Musik

Die Digitali­sie­rung hat ein Ding dahin­ge­rafft, das für die Musiker immer Ärgernis und Inspi­rations­quel­le zugleich war: das Boot­leg – un­autori­sierte Ver­öf­fent­lichun­gen ihrer Platten und Kon­zerte.

Beitragsbild: Der Urheberechtshinweis entbehrt nicht einer gewissen Ironie (Bootleg LP Rolling Stones 1969 von RoBes81/Wikimedia, CC BY-SA 4.0).

Im Tagesgespräch von SRF hat Igor Petrov, der Leiter der russischsprachigen Redaktion bei Swissinfo.ch, davon erzählt, wie er in den 1980er-Jahren in der Sowjetunion Platten von den Beatles und Abba gekauft hat. Das war damals eine Möglichkeit zu hören, was jenseits des eisernen Vorhangs vor sich ging.

Das hat bei mir alte Erinnerungen wachgerufen. Nein, ich bin nicht in Moskau aufgewachsen. Aber Petrov hat ein Wort erwähnt, das ich schon lange nicht mehr gehört habe. Das Wort ist – genauso wie viele der anderen Erinnerungen, die es in diesem Gespräch zu hören gibt, ein Überbleibsel aus einer anderen Ära: „Eine Schweigeminute für schwarz gepresste Musik“ weiterlesen

Vier schnelle Tipps für den Apple TV

So konfiguriert man Apples Fern­seh­box für besseren Ton mit leichter ver­ständ­lichen Dialogen, eine ver­nünf­tige Home-Taste, kali­brierte Far­ben und eine brauch­bare virtuel­le Tastatur.

Die Fernsehbox von Apple ist die beste Methode, um fernzusehen. Das liegt nicht unbedingt daran, dass Apple besonders innovativ wäre. Leider nein; die hier getestete neueste sechste Generation ist eine solide Weiterentwicklung, mehr aber auch nicht. Apple geniesst den Vorsprung vorwiegend deswegen, weil die Konkurrenz alles tut, was Gott verboten hat: Werbung in Menüs, Sammeln von Kundendaten auf Teufel komm raus und Konfigurationsmenüs zum Davonlaufen.

Wobei: Das Einstellungsmenü des AppleTV war auch schon einfacher und kundenfreundlicher. Ein Detail hat Apple meines Erachtens wirklich verbockt: „Vier schnelle Tipps für den Apple TV“ weiterlesen