Alles ist besser mit Bluetooth

Weil Sheldon Cooper recht hatte: Die besten Tricks für den Datenfunk.

Ja, ich weiss Bescheid über all die Probleme, die es bei Bluetooth gibt. Die Funktechnologie ist nicht frei von Sicherheitslücken – naja, wie sollte sie auch? Es wäre das erste Mal, dass ich es in der digitalen Welt mit einem Standard zu tun bekommen hätte, von dem die Experten sagen: «Alles perfekt: Komplett unangreifbar. Hundertprozentige Sicherheit ist in allen Lebenssituationen gewährleistet.»

Über Bluetooth gibt es immer wieder unschöne Dinge zu lesen. Hier ist von einem schweren Konzeptfehler zu lesen. Damit lasse sich die Verschlüsselung von «vermutlich allen Bluetooth-Geräten knacken». Und ja, das ist höchst unerfreulich. Und damit will ich die Sicherheitsmängel nicht herunterspielen. Aber bei Kopfhörern ist die Knackbarkeit der Verschlüsselung für mich kein gravierendes Sicherheitsproblem. Anders sieht es bei den Bluetooth-Tastaturen aus. Aber auch da gilt: Wenn jemand sich die Mühe macht, das Bluetooth-Signal meiner Tastatur abzufangen, dann kann er mich auch sonst nach Strich und Faden ausspionieren.

Ein Kritikpunkt ist auch die wachsende Komplexität, wie Heise.de hier erläutert. Die führt zu häufigen Kompatibilitätsproblemen:

Während Datentransfers zwischen Produkten der gleichen Firma problemlos liefen, benötigten Übertragungen von einem Gerät des einen Herstellers auf das eines anderen oft die Aktivierung spezieller Einstellungen – manchmal ginge das auch gar nicht.

Das ist unbestreitbar: Die Interoperabilität, also Zusammenarbeit zwischen den Geräten könnte besser sein. Und trotzdem: Bluetooth ist, trotz der Mängel, eine gute Sache. Drahtlose Kopfhörer sind nicht nur praktischer – sie halten auch länger. Zumindest, was mich angeht: Meine Kabel-Kopfhörer haben kaum je länger als ein paar Monate gehalten, wie ich im Beitrag Den Ohrstöpselverschleiss eindämmen! beklagt habe.

Dieses Problem darf als gelöst betrachtet werden: Die hier beschriebenen Bose-Kopfhörer sind nach zwei Jahren noch immer in Betrieb – ein Vielfaches, was ich je mit Kabelkopfhörern, die ich unterwegs benutze, erreicht habe.

Kurzer Einschub: An dieser Stelle wird womöglich der Einwand kommen, dass die Bluetooth-Kopfhörer auch keine so lange Lebzeit haben. Letztes Jahr gab es einige Medienberichte vor allem zu den Airpods von Apple: Nach zweieinhalb Jahren würde sich Ernüchterung breitmachen, hat «Mac Life» berichtet:

Je nachdem, wie intensiv man sie benutzt, halten die Airpods nach zwei bis zweieinhalb Jahren nicht mehr ausreichend lange durch, sodass man sie noch als alltagstauglich bezeichnen könnte. Die kleinen Akkus halten offensichtlich nicht ewig – was ärgerlich, aber auch einleuchtend ist. Aufladbare Batterien halten nun mal nicht ewig.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Akkus nicht vernünftig ersetzen lassen. Man kann schlappe Airpods zwar zum Reparieren bringen. Was man bekommt, sind zwei neue Stöpsel – und so viel bezahlt man dann auch. Eine Reparatur zu einem konkurrenzfähigen Preis ist anscheinend nicht möglich. Das liegt an der kompakten Bauweise und der Verklebung.

Und ja, damit sind wir wieder gleich weit wie am Anfang: Kopfhörer gelten als Verschleissprodukt. Darum legen die Hersteller keinen Wert auf die Reparaturmöglichkeiten. Würden sie es tun, hätten sie auch bei den Kabel-Kopfhörern darauf geschaut, dass sich ein kaputter Stecker problemlos ersetzen lässt. Das ist ein häufiges Problem nicht nur bei Apple, sondern bei vielen Herstellern. Und es wird erst gelöst, werden, wenn wir Konsumenten ein Recht auf Reparatur bekommen.

Darum werte ich hier die absolute Dauer, während der ein Kopfhörer benutzbar ist: Und da sind eben auch zweieinhalb Jahre ein echter Fortschritt.

Also, es geht im Video um einige Bluetooth-Tricks. Beispielsweise die Möglichkeit, Bluetooth-Kopfhörer auch mit dem Fernseher oder der Settpobox zu verbringen. Oder Dual Audio: Das ist die mit der Bluetooth-Version 5 eingeführte Möglichkeit, mit einer Audioquelle zwei Geräte zu bespielen.


So holen Sie das Maximum aus Ihren drahtlosen Geräten heraus

Beim iPhone gibt es ab iOS 13 die  Funktion Audio teilen. Ich habe sie auch in der Bose-App aufgespürt. Doch die Zahl der kompatiblen Modelle ist noch bescheiden, und insbesondere funktioniert es meist nur mit Modellen des gleichen Herstellers.

Das ist alles noch unbefriedigend. Aber ich rechne damit, dass die Verbreitung der Funktion zunehmen wird. Ob die Hersteller der Versuchung widerstehen können zu versuchen, durch künstliche Beschränkungen die Nutzer davon abzuhalten, Kopfhörer einer anderen Marke zu kaufen, bleibt allerdings fraglich.

Abschliessend geht es noch um die Tastatur und die Maus, die ich in den Beiträgen Eine gute Ausrede für eine neue Tastatur und Die Turbomaus für Scrollrad-Raser vorgestellt habe. Die lassen sich ebenfalls mit mehreren Geräten koppeln und per Tastendruck entsprechend verbinden. Das schätze ich inzwischen sehr – und nutze die Eingabegeräte mit dem Windows-10-PC, dem Mac und dem iPad.

Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf Wunderfind (Für Leute, die gelegentlich ihren Krempel verschusseln), Bluetooth Smart Scanner und BLE Scanner (Keine App für Elektrosmogparanoiker).

Noch ein Extra-Tipp: Mit Bliuetooth-Peripherie kann man sich auch selbst wunderbar ein Bein stellen. Wie das geht, erkläre ich im Video und hier im Beitrag Eine selten dämliche Selbst-Sabotage.

Beitragsbild: Andrea Piacquadio, Pexels-Lizenz

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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