Zeitreisen für Leute ohne Zeitmaschine

Alte Landkarten und Pläne sind unglaublich spannend – und per Apps und Websites inzwischen leicht zugänglich. Die besten Tipps für Fans historischer Kartografie.

Karten sind eine spannende Sache – und sie verraten viel über die Gegenwart. Und über die Vergangenheit ebenfalls. Das führt die hier erwähnte Zeitreise-Funktion bei den Swisstop-Karten vor Augen.

Zürich im Jahr 1860 (Karte des Kantons Zürich für den Schul- und Hausgebrauch von Verlag von J. Wurster u. Comp. aus der Sammlung der ETH-Bibliothek) und 1800 (Grundriss der Stadt Zürich und der umliegenden Gegend von Keller/Lips aus der Sammlung der Uni Bern). Man sieht, dass der Zürisee früher noch recht viel eckiger war als heute.
Zürich im Jahr 1860 (Karte des Kantons Zürich für den Schul- und Hausgebrauch von Verlag von J. Wurster u. Comp. aus der Sammlung der ETH-Bibliothek) und 1800 (Grundriss der Stadt Zürich und der umliegenden Gegend von Keller/Lips aus der Sammlung der Uni Bern). Man sieht, dass der Zürisee früher noch recht viel eckiger war als heute.

Oder die Old Maps-App, die es für Android und fürs iPhone und das iPad gibt. Mehr als 400’000 Karten sind über die App und oldmapsonline.org verfügbar. „Zeitreisen für Leute ohne Zeitmaschine“ weiterlesen

Bei Adobe ruht so einiges in Frieden

Es ist unfassbar, wie viele Produkte Adobe in der letzten Zeit lanciert und wieder beerdigt hat – oft auch unerwartet und vor der Zeit.

Gerne lästere ich über Google, weil sich hinter dem Googleplex in Mountain View ein weitläufiger Friedhof erstreckt. Dort wurden all die Produkte verbuddelt, die hochgesteckte Erwartungen nicht erfüllt oder Manager-Marotten das Leben gekostet haben. Im Beitrag Googles grusliger Gräbergarten sind einige davon aufgeführt. Eine aktualisierte Liste gibt es bei Wikipedia.

Da fehlt was. (Bild: Aitoff/Pixabay, CC0)

Es fällt auf, dass sich Google seit dem Kahlschlagjahr 2016 etwas gebessert hat. 2017 wurden laut dieser Übersicht nur Google Spaces und Google Map Maker in die Tonne geklopft. Geht ja noch. 2018 hat es bis jetzt erst die Encrypted search erwischt, und die war offensichtlich sowieso obsolet. Da könnte man schon fast auf die Idee kommen, Google mangle es an neuen Ideen, dass so wenige alte über die Klinge springen müssen.

57 Sterbefälle gab es in letzter Zeit zu vermelden

Nun ist mir aufgefallen, dass auch Adobe einen riesigen Friedhof unterhält. Darf ich zitieren?
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Raus geht, rein aber nicht

Tipps zur Datenportabilität, die uns vor der DSGVO beschert worden ist. Plus eine Einschätzung meinerseits über deren Nutzen.


Daten mitnehmen – so gehts

Keine Angst, ich werde euch hier einen Beitrag à la «So lacht das Internet über die DSGVO» ersparen, obwohl es genügend Anlässe dazu gäbe – siehe Tweets unten. Ich finde die Regelung gut, auch wenn sie für kleine Unternehmen durchaus zur Herausforderung werden kann. Selbst Blogger müssen offenbar überlegen, ob sie eine Datenschutzrichtlinie bereitstellen müssen. Sollte ich das beispielsweise tun? „Raus geht, rein aber nicht“ weiterlesen

Wo tote Betriebssysteme wiederauferstehen

Auf archiveos.org stöbert man in der Computervergangenheit und entdeckt vergangene Betriebssysteme – exotische und solche, die man damals vielleicht selbst benutzt hat.

archiveos.org ist eine der Websites, die von normalen Menschen höchstens versehentlich aufgerufen wird. Sollte das geschehen, wird ein normaler Mensch mit den Schultern zucken und den Reiter im Browser schliessen oder schnurstracks ein Lesezeichen bemühen, um eine sinnvolle Seite aufzurufen: «20 Minuten», zum Beispiel.

Remix OS, Linux mit Android-Apps, war kein Blockbuster.

Ich allerdings würde bei archiveos.org hängen bleiben und so viel Zeit dort zubringen, dass ich keinesfalls zwanzig Minuten oder auch nur zehn Sekunden für etwas anderes übrig hätte.
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Schlechtes Wetter, schöne Apps

Schöne Wetter-Apps wie Earth 3D und Living Earth zeigen das meteorologische Geschehnis auf einem virtuellen Globus an.

Ich dachte eigentlich, das Thema der Wetter-Apps mit dem Beitrag So schön kann schlechtes Wetter sein seinerzeit im April 2013 erschöpfend behandelt zu haben. Klar, seitdem ist noch die Meteo Swiss-App (kostenlos für iPhone und iPad, Android und Windows) dazugekommen: Von der erwarte ich mir keinen Schnickschnack, sondern schlicht die akkurateste Vorhersage, die eine App so liefern kann – denn wer sollte die besten Wetterdaten haben, wenn nicht das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie?

Earth 3D zeigt einen hübschen Globus an, auf dem allerdings immer das gleiche Wetter herrscht.

Ach ja, und die hübsche Baby-Wetter-App ist ein weiterer Neuzugang (siehe Eine App, die mein Baby stillt?). Weil die für frischgebackene und entsprechend unsichere Eltern Wetterdaten in Kinderkleidung übersetzt: Das ist unzweifelhaft eine Funktion, die eine normale Wetter-App nicht bieten kann.

Der gleiche Wein in diversen Schläuchen

Nun hat mich Earth 3D davon überzeugt, dass ich eine weitere Wetter-App gebrauchen könnte. „Schlechtes Wetter, schöne Apps“ weiterlesen

Navigation für Erwachsene

Anchor Pointer ist eine coole Navigations-App, die auf eine Kartendarstellung verzichtet. Was nach einem gewaltigen Manko klingt, hat aber einen ganz eigenen Reiz.

Die App Anchor Pointer (2 Franken, nur fürs iPhone) ist eine Navigations-App der etwas anderen Art. Sie verzichtet auf Kartendarstellung, Turn-by-Turn-Richtungsangaben und gesprochene Anweisungen. Also kein «Biegen Sie bei der nächsten Kreuzung in dreihundert Metern halbrechts ab». Das einzige, was diese App anzeigt, ist ein Kompass mit einem Richtungspfeil und eine Distanzangabe, die besagt, wie weit das Ziel in Luftlinie noch entfernt ist.

So wird man zum Ziel gelotst. (Ob in Yard und Meilen oder Meter und Kilometer, Grad oder Richtungsangaben kann man selbst wählen.)

Die Botschaft der App ist simpel: «Dorthin musst du. Und wenn du weisst, in welche Richtung du gehen musst, wirst du ganz bestimmt selbst hinfinden.» Das finde ich sympathisch. Die klassische Navigations-App hat oft etwas Nanny-haftes. „Navigation für Erwachsene“ weiterlesen

Highscore auf dem Katzenbaum

«Helix Jump» hat eine interessante Spielidee, ist aber noch nicht so ganz ausgereift.

Also, dies hier ist der Versuch, eine uralte Idee aufzugreifen: Nämlich die, zwischendurch auch mal kurz zu bloggen. Darum soll das Spiel Helix Jump (kostenlos für Android und das iPhone und iPad) hier ohne weitere Umstände kurz und sec besprochen werden.

Das ist fast schon alles, was es in dem Spiel zu sehen gibt.

Die Spielidee ist simpel: Man hat eine Art Katzenbaum, den man per Wischgeste nach links oder rechts im Uhrzeiger- bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen kann. Der Katzenbaum hat umlaufende Plateaus mit Kerben, die man so hindrehen muss, dass ein senkrecht nach unten fallender Ball die Lücken erwischt. Trifft der Ball auf ein Plateau, hüpft er auf und ab und man verliert Punkte – denn je schneller er nach unten fällt, desto stärker steigt der Highscore.

„Highscore auf dem Katzenbaum“ weiterlesen

Wie man keine Mist-Apps herunterlädt

Tipps zu den App Stores von Apple und Google: Wie man unbrauchbare Apps schon vorab identifiziert und Fehlkäufe retourniert.


So erkennen Sie Apps, die den Download wert sind.

Wer gelegentlich App-Stores frequentiert, wird festgestellt haben, dass sich gelegentliche Fehlkäufe und -downloads nicht vermeiden lassen. Um das mit einer Platitüde zu begründen: Es ist nicht alles Gold, was bei Apple und Google marketingmässig auf Hochglanz poliert wurde. Aber es gibt ein paar Anzeichen, an denen sich Apps erkennen lassen, die wahrscheinlich Luftnummern sind. Oder die vielleicht sogar Daten oder Geld abziehen wollen – mit welchen Mitteln auch immer. Meine Tipps dazu gibt es im Video.

Apple und Google könnten mehr tun

Ich glaube übrigens, dass Google und vor allem Apple mehr tun könnten, um die Nutzer besser vor Apps zu schützen, die unser Geld, die Zeit und die Nerven nicht wert sind. „Wie man keine Mist-Apps herunterlädt“ weiterlesen

Ein Roboter gestaltet ein Logo

Logojoy.com behauptet, mittels künstlicher Intelligenz den Grafiker zu ersetzen und günstig und schnell ein Logo zu gestalten. Ich mache die Probe aufs Exempel.

Im Beitrag Tyler Brûlé, to the rescue! habe ich neulich den Versuch unternommen, mir im Netz ein Logo fabrizieren zu lassen. Gesucht ist eine hübsche Bildmarke für unseren Nerdfunk-Podcast. Das momentane Bild ist eine Verlegenheitslösung mit mässigem Charme, minimalem gestalterischem Anspruch und einer kreativen Flughöhe, die nicht in Metern, sondern in Zentimetern angegeben werden muss.

Damit würde ich herumlaufen.

Design Evo hat mich leider nicht zum Ziel geführt. Ohne eine kreative Ader kommt bei dem Webdienst kein Logo heraus, das man auf Briefpapier drucken oder auf einem T-Shirt in der Öffentlichkeit für jeden sichtbar tragen wollen würde. Darum nun ein zweiter Versuch mit logojoy.com. Dieser Webdienst weckt gewisse Hoffnungen.

Der Ideenfindungsprozess

Er führt nämlich ein neugieriger Assistent durch einen Ideenfindungsprozess: „Ein Roboter gestaltet ein Logo“ weiterlesen

Zeitreisen schützt vor Torheit nicht

Oder auch: Alter schützt vor Zeitreisen nicht. Sie findet in «A Gift of Time» statt, einer wunderbaren Zeitreise-Geschichte von Jerry Merritt.

Frederik Pohl, seines Zeichens Science-Fiction-Autor, wird folgendes Zitat zugeschrieben:

A good science fiction story should be able to predict not the automobile but the traffic jam.

Ein guter Scifi-Autor sollte nicht das Automobil vorhersagen, sondern den Verkehrsstau. Das ist natürlich absolut wahr. Eine technische Errungenschaft zu skizzieren, ist im literarischen Kontext langweilig. Spannend wird es erst, wenn man als Leser erfährt, was eine Erfindung auf gesellschaftlicher oder persönlicher Ebene, im privaten oder globalen Ausmass anrichtet.

Trotzdem haben Nerds wie ich einen kleinen Einwand: Wir wollen dennoch ganz genau wissen, wie eine Erfindung funktioniert und arbeitet, welche Benutzerschnittstellen sie hat und welche Version von Windows auf ihr läuft. Um zum Zitat zurückzukehren: Wenn es nur um den Verkehrsstau geht, dann fehlt unsereins die technische Glaubwürdigkeit. Auch das Automobil als Erfindung, als Maschine und als künstliche Entität muss uns begeistern.

Wenn man seinen Bruder retten will und aus Versehen in der Kreidezeit landet. (Bild: 100million, Jason Boldero/Flickr.com, CC BY 2.0)

Dieses Dilemma gibt es bei vielen der Geschichten, die ich hier bespreche – bei denen es um Zeitreisen, um Paralleluniversen und alternative Realitäten geht. „Zeitreisen schützt vor Torheit nicht“ weiterlesen