So wird Spotify zum Radio der Zukunft

Die Spotify-Sendung Fest und flauschig war schon des öfteren Thema, nämlich hier, hier und hier. Sie hat eine Besonderheit, die ich seit jeher seltsam finde: Jan Böhmermann und Olli Schulz spielen nämlich Musik, ohne Musik zu spielen. Das heisst: Sie reden darüber, dass sie nun eine Pause machen, für die sie Musiktitel vorschlagen. Der Podcast geht aber unmittelbar weiter – wenn man die erwähnten Titel tatsächlich würde hören wollen, müsste man die Wiedergabe stoppen und zur so genannten Fidi & Bumsi-Playlist wechseln. Dort müsste man die erwähnten Titel suchen – was selbst bei neuen «Fest und Flauschig»-Folgen mühsam sein kann, weil es mehrere Musikunterbrechungen gibt –, laufen lassen und nach der Musik wieder zum Podcast wechseln, um weiterzuhören.

Ich frage mich, ob es tatsächlich Leute gibt, die das tun. Ich habe es noch nie getan. Es ist mir viel zu umständlich, und ausserdem halte ich die Musikunterbrechungen für einen alten Zopf des Radios, den man im Podcast-Zeitalter auch gerne abschneiden kann. Auch wenn, zugegeben, Olli Schulz seine Titel oft mit so viel Feuer anpreist, dass ich Lust bekomme, sie auch zu hören.

180517-radio-dj-332688.jpg
Mit Spotifys Hilfe zum Internet-DJ werden? Wäre kein Problem! (Bild: Isabella Mendes/Pexels.com, CC0)

Es zeigt jedenfalls eine bemerkenswerte Sache auf: Spotify besitzt als Musikstreamingdienst Lizenzen für die Songs und könnte die Musiker fürs Hören entschädigen. (Um die Diskussion, ob die Entschädigung ausreichend ist, soll es an dieser Stelle nicht gehen.) Doch aus technischen Gründen ist es nicht möglich, die Songs in einen Spotify-Podcast einzubetten. Warum eigentlich nicht? „So wird Spotify zum Radio der Zukunft“ weiterlesen

Googles gottlose Bösartigkeit

180423-australia-curve-desert-5356.jpg
Woher kommt sie bloss, diese Fixierung auf Strassenschilder bei Google? (Bild: Ed Gregory/stokpic.com, CC0)

Captchas sind eine anstrengende Angelegenheit. Sie kommen einem oft in die Quere, wenn man seine Arbeit erledigt bekommen sollte und keine Zeit zu vertrödeln hat. Noch nerviger als die Captchas sind jedoch die Recaptchas, die Google erfunden hat. Sie seien «tough on bots und easy on humans», behauptet der Suchmaschinenhersteller hier. Die Botschaft ist seltsamerweise weder mit einem Menschen, noch mit einem Bot, sondern mit einem spielenden Kätzchen illustriert.

Nun, im Idealfall muss man bei Googles Variante bloss ein Kästchen anklicken, in dem steht, man sei kein Roboter. Unter Umständen funktioniert die Überprüfung auf Bot oder Nichtbot sogar im Hintergrund, dass man überhaupt nicht belästigt wird. Doch manchmal kommt diese vermaledeite «Wählen Sie alle Bilder mit Strassenschildern aus»-Variante: Sie enthält ein in neun oder 16 Quadrate zerlegte Bilderseite, auf der man alle Teile anklicken sollte, die ein Strassenschild enthalten. Oder Fahnen. Oder Geschäfte. Oder sonst irgend etwas – hier ist ein Beispiel beschrieben, wo ich es mit so so einer Abfrage zu tun hatte, die nicht zufriedenzustellen war.

Es gibt jede Menge Probleme mit dieser Captcha-Variante: „Googles gottlose Bösartigkeit“ weiterlesen

Vier Tricks fürs altehrwürdige E-Mail


So können Sie E-Mails verschwinden lassen.

Der Artikel hat ursprünglich die Überschrift «Das E-Mail ist längst nicht reif fürs Altenteil» gehabt. Dann hat ihn die Tagesleitung entsprechend umgetitelt, was offenbar eine positive Wirkung bei den Einschaltquoten hatte – aber auch ein Feature ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt hat, dass ich ursprünglich en passant erwähnt hatte. Gmail wird es demnächst ermöglichen, Mails mit Verfallsdatum auszustatten. Danach werden sie automatisch aus der Inbox des Empfängers verschwinden. Das klingt interessant, hat aber ein paar Probleme: Man kann die Funktion bislang nämlich noch nicht testen. Und: Sie wird mutmasslich tatsächlich nur dann funktionieren, wenn der Empfänger ein Gmail-Nutzer ist. Denn da der Rückruf von Nachrichten und das automatische Löschen sind keine Standard-Funktionen beim Mail und daher auch nicht generell verfügbar.

Trotzdem hat die Tagesleitung natürlich recht gehabt: „Vier Tricks fürs altehrwürdige E-Mail“ weiterlesen

Lichtspiele

Seit zweieinhalb Jahren sorgen die in den Beiträgen Patentrezept-Videos die in den Beiträgen Mehr Licht! und Das grosse Geständnis: ich verwende Selfie-Sticks beschriebenen Qudos von Knog für Erhellung. Beziehungsweise, um genau zu sein: Sie sorgen für die Erhellung der Szene. Was meinen Geist angeht, muss ich leider nach wie vor auf die altmodische und anstrengende Art (mittels Denken) für Erleuchtung sorgen.

190514-rotolight-neo-2-1.jpg
So hell wie die Sonne ist es nicht.

Die Qudos bewähren sich. (Abgesehen von dem Zwischenteil, mit dem man sie aufs Stativ schraubt. Das ist bei beiden fast gleichzeitig gebrochen.) Auf Dauer haben sich aber zwei Probleme gezeigt. Erstens: Da die kleinen Lampen batteriebetrieben sind, geht ihnen unter Umständen vorzeitig das Licht aus, wenn sich die Dreharbeiten in die Länge ziehen. Ich muss in so einem Fall mit dem vorhandenen Licht auskommen oder warten, bis die vorhandenen Akkus aufgeladen sind.

Zweitens: Die Helligkeit. „Lichtspiele“ weiterlesen

Abgesang auf eine Lieblings-App

180511-protube-1.jpg
ProTube auf dem iPad.

ProTube gehört seit Jahren zu meinen Lieblings-Apps: Eine Alternative zu der Standard-Youtube-App mit vielen nützlichen Funktionen. Ich habe sie seinerzeit aufgrund hervorragender Funktionen für die bessere Youtube-App erklärt. Zu diesen geschätzten Funktionen zählen die Möglichkeit, die Wiedergabegeschwindigkeit zu ändern, die Videoauflösung einzustellen und die Option, nur den Ton bei gesperrtem Telefon abzuspielen. Bei Vorträgen oder Videopodcasts spielt das Bild oft keine wesentliche Rolle, sodass man darauf verzichten kann. Früher gab es bei ProTube auch eine Möglichkeit, Videos für den Offline-Konsum herunterzuladen. Diese Funktion musste der Entwickler auf Druck von Youtube jedoch entfernen.

Als ich neulich ein neues Telefon in Betrieb nahm, ist mir aufgefallen, dass die App gar nicht mehr zur Verfügung steht. Apple hat sie aus dem Store genommen, und in seinem Blog erklärt Entwickler Jonas Gessner, weswegen:
„Abgesang auf eine Lieblings-App“ weiterlesen

Worum geht es hier eigentlich?

Also, erst einmal geht es um das Buch Infinite von Jeremy Robinson (Amazon Affiliate)1. Aber dann geht es um die Frage, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Es ist nämlich eine bunte Collage aus diversen Scifi-Motiven: Aufbruch ins All und Exodus von der Erde, bösartige künstliche Intelligenzen, Leben in der Simulation, digitale Unsterblichkeit und Liebe in Zeiten von perfekter virtueller Realität. Und auch etwas Kosmos-Horror in Form von seltsamen Mutantenfröschen und Weltraum-Zwergen ist mit dabei.

180510-kepler-452b.jpg
Die neue Heimat der Menschheit? Kepler 452b. (Bild: NASA Ames/JPL-Caltech/T. Pyle/Wikipedia.org, CC0)

Auf das Buch eingelassen habe ich mich wegen dieser Beschreibung hier:

The Galahad, a faster-than-light spacecraft, carries fifty scientists and engineers on a mission to prepare Kepler 452b, Earth’s nearest habitable neighbor at 1400 light years away. With Earth no longer habitable and the Mars colony slowly failing, they are humanity’s best hope.

Die Erde ist nicht mehr bewohnbar, darum bricht sie zu einem neuen Planeten auf. Das hat mich angefixt, zumal ich auf Netflix erst kürzlich die Serie Ascension gesehen habe: Dort geht es um ein riesiges Raumschiff, das die USA schon in den 1950er-Jahren auf die Reise zum Planeten Proxima Centauri geschickt haben, um diesen zu kolonisieren. Die USS Ascension wurde schon während der Präsidentschaft von John F. Kennedy losgeschickt. Und zwar ohne dass die Menschheit davon Kenntnis genommen hat. Klar, dass da etwas nicht stimmen kann.

Auch bei «Infinite» stimmt so einiges nicht. „Worum geht es hier eigentlich?“ weiterlesen

Wie verlässlich sind die Farben bei iPhone und iPad?

Neulich hat mein iPhone selbsttätig ein Hardware-Update durchgeführt, das den Bildschirm mit einem hübschen, aber auf die Dauer etwas unpraktischen Spinnenmuster überzog. Ich habe daher bei Apple angefragt, ob das eine gute Gelegenheit wäre, eines der aktuellen Modelle zu testen. Denn während ich privat gut mit meinem schon etwas in die Jahre gekommenen privaten iPhone über die Runden käme, sollte ich aus beruflichen Gründen die neuen Modelle kennen. Darum erhalten wir Journis Testgeräte.

180509-true-tone.jpg
Darstellung ohne True Tone (links) und mit (rechts): Wie man im abgeschatteten Bereich rechts sieht, macht das iPhone mit True Tone die Darstellung wärmer, um sich ans orangefarbene Umgebungslicht anzupassen.

Auch in dem Fall hat mir Apple nach einigen Mails ein iPhone 8 Plus zur Verfügung gestellt (Amazon Affiliate). Das habe ich nun ein paar Tage in Betrieb. Nachdem dieses Modell nun nicht mehr brandneu ist und auch nicht gerade wenig publizistisches Echo erfahren hat, werde ich euch nicht mit einer Besprechung langweilen. In aller Kürze seien folgende Dinge gesagt:
„Wie verlässlich sind die Farben bei iPhone und iPad?“ weiterlesen

Das Patentrezept für echte Windows-Verbesserungen


Windows legt einen ordentlichen Zacken zu.

Bei Windows gab es seit Men­schen­ge­den­ken den Ordner «zuletzt besucht». Er ist eigentlich eine gute Idee. Er steckte bis vor Kurzem im Explorer im Abschnitt Schnellzugriff und hielt die Dokumente bereit, an denen man zuletzt gearbeitet hat. Das Problem an der Sache: Ich habe ich nie verwendet, und viele andere Anwender mutmasslich auch nicht. Warum er keinen Alltagsnutzen entfaltet hat, ist schwer zu sagen. Ich vermute, weil es letztlich einfacher geht, im Explorer gleich den richtigen Ordner zu öffnen, in dem das gewünschte Dokument steckt. Oder das fragliche Programm zu starten und das Dokument über die «Zuletzt verwendet»-Liste im Dateimenü zu laden.

Das bedeutet, dass diese Liste nur etwas bringt, wenn man sie sehr schnell aufrufen kann – mehr als einen Klick oder ein Tastaturkürzel sollte man nicht aufwenden, weil man es sonst auch gleich ganz bleiben lassen kann. Und der Ordner hatte einige weitere Mängel: „Das Patentrezept für echte Windows-Verbesserungen“ weiterlesen

Schärfe, Schlagbäume, Chilbimonster

180507-pop-art-actions.png
Ich bin ein Pop-Art-Künstler! (Dass mir eine Photoshop-Aktion geholfen hat, braucht niemand zu erfahren.) (Originalbild: Spencer Selover/Pexels.com, CC0)

Es gibt eine frische Ladung Tipps und Tricks fürs Publishing:

Die richtige Schärfe für jedes Bild «Mit alles und scharf?» gilt nicht für Photoshop: Die Schärfungsfilter des Bildbearbeitungsprogramms sollten nicht wie Paprikasosse über ein Bild gekippt werden. Plus einige Tipps für InDesign: Text einfügen ohne Format, Verzögerungen bei der Texteingabe beheben und globale Vorgaben konfigurieren, sowie zurücksetzen. Bei Photoshop erkläre ich den Verblassen-Befehl, die Möglichkeiten, Füllmethoden durchzuprobieren und den Sinn und Zweck der Vorlagedatei (PSDT).

Das Comeback des ordinären Verlaufs Der Farbverlauf, neudeutsch auch «Gradient» genannt, hat bei den Designern nicht gerade den besten Ruf. Das liegt daran, dass sie von Hobby­designern überstrapaziert werden, seit CorelDraw sie irgendwann in den 1990ern eingeführt hat. Und schuld ist auch der Umstand, dass die Verläufe im Druck oft nicht gut rüberkommen – und selbst am Bildschirm manchmal hässliche Streifen bilden. Trotzdem erleben die Verläufe ein Comeback, und dazu gibt es einige Tipps. Plus: 50’000 Icons auf Vorrat, die Typo-Tricks von Michael Wassenberg, 15 prämierte Fotos, die 100 besten Schriften aller Zeiten und die populärsten Photoshop-Blogs. Spannend auch fontsinuse.com: Diese Websites zeigt, wie Fonts im echten Leben eingesetzt werden.
„Schärfe, Schlagbäume, Chilbimonster“ weiterlesen

Die Sache mit den geklauten iPhones

Ich war bis dato der Meinung, dass man ein iPhone oder iPad ohne das passende iCloud-Passwort und den Sperrcode nicht zurücksetzen kann. Das heisst: Wenn man die Zugangsdaten nicht kennt und das fragliche Gerät nicht zurücksetzen kann, ist es unbrauchbar.

Das so zu handhaben, wäre sinnvoll: Es macht Mobilgeräte von Apple als Diebesgut uninteressant. Wenn man als Dieb oder Käufer von Hehlerware ein entwendetes Gerät mangels Passwort nicht neu aufsetzen kann, dann ist das bloss noch als Briefbeschwerer zu gebrauchen. Sobald sich dieser Umstand herumgesprochen hat, müsste der Preis eines gestohlenen iPhones oder iPads auf den Wert eines Briefbeschwerers zusammenfallen und die Nachfrage gegen Null gehen. Das würde dazu führen, dass die (schlauen) Diebe das Interesse verlieren und sich lukrativeren Beutestücken zuwenden.

180504-iphone-500291.jpg
Wenn man es nicht als Briefbeschwerer benutzen möchte, taugt es auch als Spiegel. Den blauen Hintergrund muss man allerdings aus glitzernder Folie ausschneiden und aufkleben. (Bild: Jeshoots/Pixabay.com, CC0)

Nun wurde ich neulich auf den Beitrag Code für Ihr iPhone, iPad oder Ihren iPod touch vergessen oder Ihr Gerät wurde deaktiviert aufmerksam. Er beschreibt, dass ein iPhone nach der wiederholten Eingabe des falschen Codes gesperrt wird:

Sie können nicht mehr auf die auf dem Gerät gespeicherten Daten zugreifen, und sofern Sie kein Backup erstellt hatten, bevor Sie den Code vergessen haben, können Sie sie nicht wiederherstellen. Sie müssen das Gerät löschen, wodurch auch alle Daten und Einstellungen gelöscht werden. Wählen Sie eine der folgenden Löschmethoden, um Ihren Code zu entfernen.

Die beiden Methoden sind Reset via iTunes oder über den Wartungszustand. Sie sind im Detail beschrieben.

Das hat mich verwundert. Habe ich mich getäuscht oder hat Apple das stillschweigend geändert? „Die Sache mit den geklauten iPhones“ weiterlesen