Schlechtes Wetter, schöne Apps

Ich dachte eigentlich, das Thema der Wetter-Apps mit dem Beitrag So schön kann schlechtes Wetter sein seinerzeit im April 2013 erschöpfend behandelt zu haben. Klar, seitdem ist noch die Meteo Swiss-App (kostenlos für iPhone und iPad, Android und Windows) dazugekommen: Von der erwarte ich mir keinen Schnickschnack, sondern schlicht die akkurateste Vorhersage, die eine App so liefern kann – denn wer sollte die besten Wetterdaten haben, wenn nicht das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie?

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Earth 3D zeigt einen hübschen Globus an, auf dem allerdings immer das gleiche Wetter herrscht.

Ach ja, und die hübsche Baby-Wetter-App ist ein weiterer Neuzugang (siehe Eine App, die mein Baby stillt?). Weil die für frischgebackene und entsprechend unsichere Eltern Wetterdaten in Kinderkleidung übersetzt: Das ist unzweifelhaft eine Funktion, die eine normale Wetter-App nicht bieten kann.

Nun hat mich Earth 3D davon überzeugt, dass ich eine weitere Wetter-App gebrauchen könnte. Es gibt diese App nur fürs iPhone, aber auch in einer Variante mit Widget – ganz klar ist mir der Unterschied nicht, zumal es noch eine dritte Variante namens 3D Erde – Mega Wetter gibt. Ich nehme an, das wird ein raffiniertes Konzept der Umsatzsteigerung sein, das darin besteht, den gleichen Wein in unterschiedlichen Schläuchen zum Verkauf anzubieten.

Wie auch immer, im Kern all der Apps steht ein hübsch gerenderter 3-D-Globus, der die Tag-Nacht-Grenze einigermassen akkurat abzubilden scheint (kurz gegengeprüft mit der Tag-Nacht-Karte von timeanddate.de). Das finde ich schon mal sehr hübsch. Der Globus scheint auch die globale Grosswetterlage abzubilden, zumal es einige Wölkchen über dem Äquator gibt. Vergleicht man diese Darstellung allerdings mit dem aktuellen Satellitenbild von Europa, dann fällt auf, dass sämtliche Wolken über Europa fehlen – die (laut Beschreibung) Real time 3D rendered Earth bildet somit nur die Erde ab, nicht aber das auf ihr herrschende Wetter.

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Die Living-Earth-App stattet den Globus mit den richtigen Wolken aus und visualisiert auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Für diesen Zweck kann ich aber die App Living Earth (nur iPhone) empfehlen. Sie zeigt auf einem virtuellen Globus nicht nur die Wolken, sondern auch Temperatur, Wind und Luftfeuchtigkeit in verschiedenen Höhen an. Falls vorhanden, werden Sturmwarnungen angezeigt, und es gibt die Möglichkeit, Lieblingsorte zu erfassen. Für diese Orte wird dann auch eine Wochenprognose angezeigt, wobei man die einzelnen Tage durch Antippen auch nach Stunden aufschlüsseln kann. Die schöne Wetterdarstellung auf dem virtuellen Globus ist für mich die 2 Franken allemal wert. Sie bringt einem die meteorologischen Geschehnisse im globalen Massstab auf intuitive Weise nahe.

Zurück zu Earth 3D: Der 3D-Globus, der nur so tut, als ob er die aktuelle Wolkensituation abbilden würde, ist ein dreister Bluff. Trotzdem gefällt mir die App, weil sie eine schöne Darstellung mit einer hohen Informationsdichte vereinigt: In der Rubrik Prognose werden die Wetteraussichten in zwei (horizontal verschiebbaren) Bändern in Stundes- und Tagesabschnitten hübsch visualisiert. Bei Karten sieht man den Wind und kann wahlweise auf Regen, Schnee, Temperatur oder Feuchtigkeit, Wolken und Wellen umschalten. Bei manchen Kategorien, zum Beispiel der Temperatur, kann man sich die Angaben nicht nur auf Bodenhöhe, sondern auch in einer wählbaren Höhe über dem Boden anzeigen lassen.

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Earth 3D bietet eine hübsche Darstellung für die Wetterprognosen und zeigt nicht nur Wind, sondern auch Dutzende anderer Wetterparameter an.

Man darf verschiedene Vorhersagemodelle wählen – wobei man natürlich wissen müsste, wie sich die unterscheiden, um eine vernünftige Wahl zu treffen –, und via Mehr Ebenen schaltet man noch viele weitere Informationsquellen zu, zum Beispiel Windböen, Neuschnee, Taupunkt, hohe und mittlere Wolken, Nebel, Wokengrenze, Seegang, Meerestemperatur, Staubgehalt, Ozonschicht, Druck, Meeresströmungen, und noch einiges mehr.

Die App ist kostenlos, aber über In-App-Käufe kann man das Widget für die Mitteilungszentrale und weitere Zusatzfunktionen freischalten.

Autor: Matthias

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