Farben auf der Kippe

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Links: Klar: Der Knopf rechts unten färbt einen Bereich von neun Kästchen um.
Rechts: Auch hier muss mit den Neuner-Umfärber in den Ecken operiert werden, bevor dann mit den kleinen Knöpfchen einzelne Zeilen und Spalten invertiert werden.

«Invert» (3 Franken für iPhone/iPad und Android) ist eines dieser minimalistischen Spiele, wie ich sie mag: Eine klare, aufgeräumte Grafik, eine einleuchtende und ausreichend packende Spielidee. Und kein unnötiges Drumherum.

Die Aufgabe: Das farbig gesprenkelte Spielfeld muss einfarbig werden. Dazu drückt man die Knöpfe, die sich neben den farbigen Kacheln befinden. Je nach Knopf wechseln dann die Kacheln einer Zeile oder Spalte die Farbe. Es gibt auch Knöpfe, die zum Beispiel die drei in unmittelbarer Reichweite befindlichen Kacheln umfärben oder einen sonstwie beschränkten Wirkungsbereich haben. Entsprechend muss man erstens herausfinden, wie genau die Knöpfe wirken. Und dann ist zweitens die Aufgabe, sie so einzusetzen, dass sich am Schluss das ganze Spielfeld uni präsentiert. Tipp hier aus der Hilfe: «Die Knöpfe sind so geformt wie die Muster, die sie umdrehen.» Das heisst, wenn sie zum Beispiel wie ein Dreieck aussehen, dann bringen sie einen Winkel aus drei Kacheln zum «Kippen».

Die Aufgabe, das Spielfeld gleichmässig einzufärben, klingt simpel. Sie ist es aber nur ganz am Anfang: Im Kampagnen-Modus hat man meist nur sehr wenige Züge zur Verfügung. Man muss die Umfärbung somit maximal effizient vornehmen und dazu das Ausgangsmuster gut analysieren. Oder man operiert auf gut Glück – wobei einem das Spiel das Drauflosexperimentieren sehr einfach macht. Tippt man nämlich zum zweiten Mal auf den gleichen Knopf, dann wird der erste Zug automatisch zurückgenommen, da zweimal Invertieren den Ursprungszustand wiederherstellt. Das ist natürlich logisch. Trotzdem ist es nett, dass das Spiel dem Rechnung trägt.

Der zweite Sachverhalt, der «Invert» zum kniffligen Zeitvertreib macht, sind die bei jedem Level wechselnden Spielfelder: Mal hat man nur sehr wenige Reihen und Spalten, mal einige mehr. Mal sind die Kacheln rasterförmig angeordnet, mal in Form von Waben, Rhomben oder sogar als Polygon mit unterschiedlich grossen Kacheln. Und eben, wie gesagt: Es ist nicht immer sofort ersichtlich, wie gross der Einflussradius des Umfärbungsknopfs ist, bzw. wie er bei den komplexer geformten Spielfeldern wirkt. Das führt dazu, dass man ständig neu gefordert wird und nicht einfach nur die immergleichen Lösungsstrategien rezyklieren kann.

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Manchmal sind die Spielfelder auch Waben- oder sogar zopfförmig.

Nebst dem erwähnten Kampagnen-Modus, bei dem die Zahl der Spielzüge beschränkt ist, gibt es auch den Modus Herausforderung, bei dem man beliebig viele Züge machen kann, aber gegen die Zeit spielt. Und schliesslich existiert der Experten-Modus, über den ich allerdings nichts sagen kann, weil ich ihn noch nicht freigeschaltet habe. Die Beschreibung sagt, er funktioniere ählich wie der Herausforderungsmodus, sei aber «schwerer. Sehr viel schwerer.»

Das Spiel unterstützt das Gamecenter, wo man sich mit anderen Spielern vergleichen kann, wenn einem das wichtig ist. Und es gibt akzeptable Sound- und Musikunterstützung, die man zum Glück aber auch abschalten kann – und die vor allem nicht der Wiedergabe der Podcast- oder Hörbuch-App in die Quere kommt, wie das immer noch bei vielen Spiel-Apps der Fall ist. Am liebsten sind mir die Spiel-Apps, die die Hintergrundmusik automatisch abschalten, wenn in einer anderen App eine Wiedergabe läuft. Das ist bei «Invert» aber leider nicht der Fall.

Fazit: Ein nettes kleines Spiel, das im Moment zu meiner «Heavy Rotation» gehört, aber vom Suchtfaktor her nicht an Threes! (siehe Eine Mischung aus «Tetris» und Sudoku und Zwei schlechte und eine gute Alternative zu Threes!) heranreicht und auch immer hinten anstehen muss, wenn ich noch die Tagesherausforderung bei Microsoft Solitaire Collection zu lösen habe.

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Die Hilfe erklärt das mit den Knöpfen nochmals mit bildlichen Mitteln.

Autor: Matthias

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