Die Internetmemes und ich

Neulich habe ich auf Twitter ein Experiment von Daniel Rei entdeckt, das ihn dazu brachte, ein lustiges, blog-spezifisches Internet-Meme mit dem Godwin’s law zu verknüpfen. Das «Gesetz» behauptet, je länger eine Diskussion in einem Forum dauere, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass einer einen Nazi-Vergleich bringt. Wenn man sich die Debatten der letzten Zeit so ansieht, dann darf man das «Gesetz» von Mike Godwin gerne auch auf Facebook, das Feuilleton, Twitter, die Kommentarspalten im Web und die Parlamentssäle ausweiten.

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Danke, Internet.

Das «23rd post fifth sentence»-Blog-Internet-Meme oder kurz 23-5-Meme seinerseits besagt, dass irgend etwas Lustiges herauskommt, wenn man in seinem Blog-Archiv den 23. Beitrag sucht, dort den 5. Satz herausgreift und das ganze publiziert:

1. Go into your archive.
2. Find your 23rd post (or closest to).
3. Find the fifth sentence (or closest to).
4. Post the text of the sentence in your blog along with these instructions.

Es wurde damals in diversen Blogs praktiziert: Hier, hier, hier, hier oder hier. Und sogar hier, bei scienceblogs.com. Bei Daniel Rei und seinem (nicht mehr aufzufindenden?) Blog ist tatsächlich ein Satz mit Hitler herausgesprungen – ohne ihm zu unterstellen, dass er dieses Resultat mit Hilfe eines kleinen Backend-Eingriffs erzielt hat. Oder zu vermuten, dass er so oft über Hitler schreibt, dass das Resultat quasi so herauskommen musste.

Wie auch immer. Ich habe mich entschlossen, mit knapp zwölfjähriger Verspätung an diesem Versuch teilzunehmen – in der Hoffnung, dass ich irgendwann irgend ein Meme mitbekommen werde, wenn es akut und noch heiss und sexy ist. Bislang habe ich auch den Towel Day, Grumpy Cat, Overly Attached Girlfriend und das Duckface verpasst. Ebenso wie das Häkelschwein und den Ice Bucket Challenge. Nicht zu vergessen den Gangnam Style. Bei 2 Girls 1 Cup bin ich allerdings froh, dass dieser Kelch an mir vorbeigezogen ist…

… aber vielleicht schaffe ich es ja, hier ein Meme der verpassten Memes zu etablieren. Und falls nicht, dann … äh … sind die Elektronen, die zur Übermittlung dieses Beitrags nötig waren, ganz umsonst gestorben.

Also, ladies und gentlemen, hier das Resultat des 23-5-Memes, bezogen auf Clickomania! (Tusch!) (Fanfare!)

… und Climax interruptus. Leider ist mein Blog nun nicht in der Lage, eine tolle Pointe zu produzieren. Mein 23. Blogbeitrag hat keine fünf Sätze, sodass das Resultat eigentlich eine Leerstelle ist. Wenn man explizit erlaubte Regelbeugung berücksichtigt und den closest to-Beitrag 22. Beitrag nimmt, dann kommt folgender Satz heraus: «Wobei Kalauer mit ‹deppert› plump und unoriginell und darum verboten sind, aber die Bemerkung zu wiederholen, ‹Leppert› klinge im Grunde mehr nach Krankheit als nach Betriebssystem mit solider Unix-Basis und neuem, lustigem Springbock-Feature, kann ich mir dann doch nicht verkneifen…»

Nur mässig lustig und ein Zeichen dafür, dass ich in den Anfangszeiten dieses Blogs einen ziemlichen Quatsch geschrieben habe. (Was definitiv heute nicht mehr der Fall ist, selbst wenn jemand es behaupten sollte.) Nimmt man den 24, dann ist das der Satz: «Unfortunately, I don’t have any reference, because here in Switzerland, we do not have an entertainment industry.» Hätte das Meme den 13. Beitrag angefordert, hätte auch mein Blog fast einen Treffer gelandet: «Ebenso Christoph Blocher und die SVP, Lady Di und die Pharmaindustrie, Microsoft, Google, Steve Jobs und der Hausmeister bei uns im Block.»1

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Nochmals danke, Internet. (Bild: catsthatlooklikehitler.com)

Was nun den Herrn Hitler angeht, hatte der in diesem Blog, abzüglich dieses Beitrags, erst zwei Auftritte. Zweimal, hier und hier, in Buchbesprechungen. Ansonsten nichts. Keine Borderline-justiziable Beleidigung. Fast2 kein einziger unsinniger Hitlervergleich. So wird das nichts mit den Memes.

Footnotes

  1. Das war fast ein unnötiger Hitlervergleich. ^top
  2. Siehe Fussnote 1. ^top

Autor: Matthias

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