Onenote statt Evernote

Evernote nutze ich schon seit mehr als sieben Jahren. Das zentrale Einsatzgebiet ist für mich das Festhalten von Ideen – vor allem für Artikel, Blogbeiträge, Radiosendungen und Patentrezepte-Videos.

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So will ich meinen Ideenfundus gerne strukturiert haben.

Nun habe ich mich vor Kurzem schweren Herzens entschlossen, diese Ideensammlungen nach Onenote zu transferieren. Das ist Microsofts Anwendung, die inzwischen zu Office gehört. Sie ist kostenlos für Windows, für den Mac, für Android und iPhone/iPad verfügbar und kann auch via Web benutzt werden.
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Hörspiel 2.0

Neulich habe ich mich vergoogelt und bin beim Hörspiel «39» von WDR3 gelandet. Das verspricht zweierlei: Zum ersten will es interaktiv sein. Und zum zweiten ein «3-D Hörspiel für Kopfhörer».

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Flache Bilder zu dreidimensionalem Klang.

Was das erste Schlagwort bedeutet, wird schnell klar: Es gibt «39» auch als App für Android-Geräte und für iPhones und iPads. In der App gibt es verschwommen-psychedelische Bilder, in denen man sich mit Wischen und Zoomen von Szene zu Szene bewegt – und mitunter auch die Reihenfolge der Geschehnisse leicht variieren kann. Echte Interaktivität bietet die App allerdings nicht: Die Ereignisse verändern kann man nicht. Daher neige ich zur Empfehlung, «39» in der nicht-interaktiven Form zu geniessen. Bei der schliesst man die Augen, folgt der Geschichte, ohne auf dem Tablet wischen zu müssen. Und statt den schummrigen Bildern hat man sein Kopfkino.
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Das ewige Teasen reizt nicht mehr…

Das Sommerloch ist wie gemacht für ein bisschen Medienschelte. Oder sagen wir: Medienreflexion mit einem Hauch von Selbstkritik. Es geht um die Teaser. So nennt man Programmhinweise, die man, etwas weniger euphemistisch, auch Eigenwerbung heissen könnten.

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Taten statt Worte, Pro Sieben. Oder, wie der Engländer sagt: The proof of the pudding is in the eating.

Nun fangen wir den Beitrag an mit der Selbstkritik: Es ist nicht so, dass mir Eigenwerbung fremd wäre. Im Gegenteil: Dieses Blog hier betreibt Werbung für meine neue Videorubrik Digitale Patentrezepte beim Tagi: Da, eben ist es wieder passiert! Ich weise auf Twitter jeweils auf meine Radiosendungen hin und vertwittere meine Blogbeiträge. Im Internet herrscht ein erbitterter Kampf um Aufmerksamkeit und in dem Kampf ist es nicht so, dass sich Qualität automatisch durchsetzen würde. Beachtung findet tatsächlich, wer am lautesten schreit.

Das setzt nun aber leider eine Spirale in Gang, in der jeder versucht, den anderen zu übertönen – was ich im Beitrag So ein Kack! kritisiert habe. (War das etwa schon wieder ein Teaser?)

Aggressives Clickbaiting führt zu nichts. In der Vermarktung eigener Inhalte ist Mässigung angesagt. „Das ewige Teasen reizt nicht mehr…“ weiterlesen

Mobiles Webseiten-Peeping

Woran erkennt man einen Nerd? Genau: Daran, dass er Websites nicht nur oberflächlich betrachtet, sondern auch gerne unter die Haube schaut. Sprich: Den HTML-Code unter die Lupe nimmt. Bekanntlich gibt es dort viele schöne Dinge zu entdecken: Beispielsweise, wer hinter unappetitlichen Werbesujets steckt (Daniel Graf zur RTVG-Nein-Kampagne). Man stösst manchmal auf Jobangebote im HTML-Code. Und ansonsten gibt es die Möglichkeit, an die URL von Hintergrundbildern zu gelangen oder technische Finessen zu entmystifizieren…

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Im HTML-Quellcode gibt es allerhand zu entdecken…

Während man bei den Desktop-Browsern viele Werkzeuge für den Quellcode und die Seitenanalyse erhält (die Firefox-Entwicklertools bzw. die Chrome DevTools), verweigert sich Mobile Safari dieser Perspektive völlig. Ich habe mir daher die App View Source (für 1 Franken im Apple App-Store) besorgt.
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Da hat Audible voll daneben gehauen

Die Titelalternative zu diesem Beitrag war: Bugger off, Ender!

Audible hat mich in letzter Zeit mit der Empfehlung gepiesackt, ich solle mir doch Ender’s Game anhören. Auf Deutsch heisst die Geschichte Enders Spiel oder laut Wikipedia Das grosse Spiel. Wikipedia bezeichnet die Geschichte ausserdem als Military Science Fiction, was mir hätte eine Warnung sein sollen. Ich mag zwar Science Fiction im Allgemeinen. Aber das militärische Subgenre kann mir gestohlen bleiben. Mit ein wenig Militarismus kann ich leben – denn sonst hätte ich mir auch Star Trek mit samt der Starfleet ans Bein streichen müssen. Aber die Figuren in Star Trek sind keine Militärköpfe. Im Gegenteil: Kirk setzt sich immer wieder über die Hierarchien hinweg und für Spock zählt sowieso nur der Rationalismus.

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Kleiner Brutalo, grosser Brutalo.

Doch ich habe mich davon nicht abhalten lassen. Auch nicht von der Kontroverse um den Autor, der wegen seiner vehementen Ablehnung der Homo-Ehe in die Kritik geraten ist. IMHO ist es Unsinn, wenn man nur Geschichten von Autoren liest, mit denen man politisch auf einer Linie liegt. Ein Werk muss für sich selbst sprechen. Es kann im Idealfall auch deutlich intelligenter sein, als was sein Urheber in politischen Debatten so von sich gibt.
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Etwas für untern Aluhut

Bei sommerlichen Temperaturen trägt sich ein solcher Aluhut besonders gut. Aber lasst die Ohren frei, sonst hört ihr den Podcast nicht…

Ufos, böse Überlords, amoklaufende Geheimdienste, Bilderberger, Illuminati, Freimaurer und vielleicht sogar die Webstübler – wir normalen Erdenbürger verbringen unsere Tage in seliger Unwissenheit, während um uns herum die Verschwörer die Fäden spinnen, um uns dumm und klein zu halten…

So zumindest behauptet es Morgomatthias seit sechs Jahren zweiwöchentlich im Morgomat. Nun stellen wir diese Prämisse auf den Prüfstand. In einer sommerlichen Sondersendung besucht uns Marko Kovic im Studio. Er ist Präsident der Skeptiker Schweiz, und damit auf kritisches Denken abonniert.

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Grüezi, Herr von Däniken! (Bild: plaits/Flickr.com)

Was bleibt von Chemtrails, 9/11 als Inside-Job und der gefälschten Mondlandung, wenn man die Theorien auf den Prüfstand stellt? Nach dieser Sendung sind wir etwas klüger. Und falls nicht, haben wir uns wenigstens gut unterhalten!
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Skypen kann tödlich enden

Letztes Wochenende haben wir uns den Film Unfriended zu Gemüte geführt. Es handelt sich um einen Horrorstreifen, der zwei formale Besonderheiten aufweist: Erstens erzählt er die Geschichte in Echtzeit. Zweitens ist es eine Art Kammerspiel, bei der die Kammer keine Kammer ist, sondern ein Mac-Desktop. Dort spielt sich (bis auf die letzten zwei Sekunden des Films) die ganze Handlung ab – in Skype-Fenstern, iMessage, in Youtube. Und sogar die halbseidene Exhibitionismus-Plattform Chatroulette hat einen Auftritt.

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Nun kommt es (via Skype) ans Licht…

Der Desktop gehört der Schülerin Blaire Lily. Sie setzt am Anfang des Films zu einer Runde Skypecybersex mit Freund Mitch an, als einige weitere Freunde zum Skype-Gruppenchat dazustossen. Es ist, so will es der Zufall, der Todestag von Laura Barns. Sie hat sich vor genau einem Jahr in aller Öffentlichkeit erschossen. Die Gründe werden nach und nach klar. Nach einem Saufgelage sind sehr unvorteilhafte Videoaufnahmen von Laura in Umlauf geraten. Wer genau wie an der Verbreitung beteiligt war, erschliesst sich dem Zuschauer erst nach und nach… denn beim Gruppenchat in Skype ist auch der «unknown user» aus dem deutschen Titelenglischen Titel des deutschen Verleihers mit dabei. „Skypen kann tödlich enden“ weiterlesen

Albtraumhafte Selfies

Die Grafikanwendung unter dreamscopeapp.com eignet sich auch sehr gut zur Produktion von Albträumen. Sie bearbeitet hochgeladene Bilder mit Effekten, wobei 16 Varianten zur Auswahl stehen, die jeweils mit einem Beispielbild erklärt sind. Inceptionist Painting behauptet, für einen impressionistischen Anstrich zu sorgen. In Tat und Wahrheit entsteht ein leicht psychedelisches Farbspiel – was auch nicht per se schlecht ist. Painting verschmiert die Konturen. Digital Prism überzieht das Bild mit einer Art 8-bit-Muster.

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Das geht ja noch. (Salvia).

Dann kommen die grusligeren Filter. Beispiel Trippy. „Albtraumhafte Selfies“ weiterlesen

Vergesst das Startmenü!

Denn das gehört, wie ich schon früher verkündet habe, in die Mottenkiste. Abgesehen davon kann man viele Dinge effizienter erledigen, wenn man einige Dinge kennt: Die Sprunglisten bei Windows 7 und neuer, die Möglichkeit, Programme über Tastaturkürzel zu starten… und wenn man beim Mac den Spotlight-Prompt ausreizt.


Falls das Video fehlt, bitte hier klicken.

Unter dem Motto Ein oder zwei Klicks lässt sich allemal einsparen! zeigt das Video Rationalisierungsmassnahmen für Windows. Und weil ich ja auch Mac-Anwender bin, gibt es die Tipps auch in der Mac-Adaption. „Vergesst das Startmenü!“ weiterlesen

Warum mich Apple Music kalt lässt

Apple Music – weder neu noch innovativ noch notwendig.

Apple hat den Megatrend um die Streaming-Musik lange Zeit verschlafen. Er hat den Mainstream vor mehr als vier Jahren erreicht, als ich zum ersten Mal ausführlich für den Tagi darüber schrieb – damals noch aufgehängt an dem inzwischen verstorbenen Simfy.

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Links: Da wäre ich auch von allein drauf gekommen.
Rechts: Für lokale Musik ist die Musik-App annähernd unbrauchbar geworden.

Ich nutze Spotify seit dem Start in der Schweiz Mitte Oktober 2012. Die Schweden könnten in Sachen Musikempfehlungen zwar noch durchaus zulegen. Aber abgesehen davon haben Sie meine Musiknutzung nachhaltig verändert. Trotz der hier geübten Kritik.
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