Zum Abschied legt einem Apple ein paar Steine in den Weg

Ich habe meine Drohung wahrgemacht und iTunes Match den Rücken gekehrt.

Nun war ich aber naiv, was das Ende dieses Abos anging. Ich dachte, man könne es einfach auslaufen lassen, und alles würde danach automatisch zur vorherigen, iCloud-losen Funktionsweise zurückkehren. Das heisst: Wenn man neue Musik aufs Gerät kriegen will, führt man halt einen Sync aus. Aber nein. Natürlich legt Apple Leuten wie mir, die zur Kündigung eines so tollen Dienstes wie iTunes Match erdreisten, zum Abschied noch ein paar Steine in den Weg. Das ist schliesslich typisch für solche goldenen Käfige: Der Weg hinein ist einfach. Der Weg hinaus erfolgt auf eigene Gefahr.

Der vielköpfige iCloud-iTunes-Moloch. (Der, anders als das Bild impliziert, nichts mit einer Erdbeere zu tun hat.)

Die Musik-App verhielt sich so, als sei iTunes Match weiterhin aktiv. Die Songs aus der iCloud wurden mit dem Wölkchen-Symbol angezeigt und bei einer aktiven WLAN-Verbindung sogar abgespielt. Das Herunterladen zum Zweck des Offline-Konsums war jedoch nicht möglich. Man solle dafür doch bitte einfach sein iTunes-Match-Abo verlängern. Haha, sehr subtil, Apple.

Wo deaktiviert man iTunes Match?
Ich begann also, in den Einstellungen nachzuforschen. Nahe liegende Anlaufstelle ist die Musik-Rubrik. „Zum Abschied legt einem Apple ein paar Steine in den Weg“ weiterlesen

Doppelt sehen, ohne zu schielen

Das ist einer dieser banalen Tricks, die man nicht täglich braucht – die bei bestimmten Situationen aber enorm praktisch sind. Es geht um die Möglichkeit bei vielen Programmen, das Dokumentenfenster zu splitten oder zwei (oder auch noch mehr) Ansichten aufs gleiche Dokument zu öffnen. (Zum Umgang mit Haupt- und Dokumentfenster habe ich mich ausführlich im Beitrag Die Gfätterlibrüder aus Redmond ausgelassen).

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Das gleiche Bild zweimal in Photoshop – einmal in der normalen Ansicht, einmal mit der Maske.

In Word 2013 klickt man dazu im Menüband Ansicht im Abschnitt Fenster auf Teilen. Das Dokumentfenster wird nun horizontal hälftig geteilt. Den teilenden Balken kann man per Maus verschieben. Man kann in beiden Fenstern die Zoomstufe separat einstellen und via Ansichten-Abschnitt (im Menüband Ansicht) auch separate Modi einstellen. Zum Beispiel Entwurf in einem Fensterbereich und Seitenlayout im anderen.
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Die nutzlose App des Tages

Es tut Not, uns mal wieder vor Augen zu führen, dass bei mehr als einer Million Apps im App Store auch viel Müll vorhanden ist. Ich habe nun nicht den Ehrgeiz, diesen einer tieferen oder systematischen Betrachtung zu unterziehen oder sogar die grässlichste App aller Zeiten aufzustöbern. Nein, ich begnüge mich gerne damit, hier eine moderat nutzlose App vorzustellen. Die heisst Face Fusion, ist in einer kostenlosen Lite– und in einer Pro-Version für 2 Franken zu haben, und sie erzeugt künstliche Mischwesen, indem sie zwei Fotos verschmilzt.

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Baratthias ist definitiv eine stattlichere Erscheinung…

Das ist simpel: Man wählt zwei Fotos, wobei das einigermassen brauchbare, frontal fotografierte Portraits sein sollten. Die Gesichtserkennung versucht dann, einige Fixpunkte im Bild zu platzieren: „Die nutzlose App des Tages“ weiterlesen

Die Illusion von echtem Film

Kevin hat im zweiten Teil unseres digitalen Realitätsabgleichs (wie der digitale Jahresrückblick bei Radio Stadtfilter aus unerfindlichen Gründen heisst), die Vsco-Filter vorgestellt (hier schreibt er auch in seinem Blog darüber). Von denen hatte ich natürlich schon gehört. Schliesslich kommt man in der Foto-Postproduktion auf dem professionellen Niveau längst nicht mehr um sie herum. Die Filterpakete geben den digitalen Bildern eine bestimmte Anmutung – einfach deutlich gezielter, als das im Tummelfeld der Laien-Knipserei der Fall ist.

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Wie eine alte Postkarte: Blick über Nürnberg, mit dem F2-Preset verziert.1

Die Vsco-Filter – das Kürzel steht für Visual supply company – machen nicht einfach irgend etwas mit den Fotos, damit die irgendwie «besser» oder «prägnanten» wirken, so wie das die typischen Filter tun, die wir mit Instagram oder Hipstamatic lieben, hassen oder wenigstens benutzen gelernt haben, und die wir heute in jeder App von Facebook über Twitter bis hin zur Standard-Foto-App in iOS vorfinden. „Die Illusion von echtem Film“ weiterlesen

Küsse, Kritik und explodierende Mailboxen

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Da es das Anmerkungs-Werkzeug in Photoshop nun einmal gibt, sollte man es auch brauchen – es macht die Zusammenarbeit nämlich um vieles leichter. (Originalbild: sixtwelve/Flickr.com)

Das Jahr ist nun auch in Sachen Publishing unter Dach und Fach, wenn man so sagen darf. Die neue Ausgabe des Publisher (die Redaktion twittert übrigens seit gestern unter @publisher.ch), die gleichzeitig die letzte des Jahres 2014 ist, trudelt dieser Tage bei den Abonnenten ein. Ich bestreite meine üblichen Rubriken. In den Download-Tipps gibt es kreative Scripts für Illustrator und produktivitätssteigernde Hilfsmittel (natürlich völlig legal und ungefährlich für die Gesundheit) für InDesign: Wie die Muse garantiert küsst (als PDF).

In der beliebten Tipps und Tricks-Rubrik (als PDF) sind bewährte Praktiken für den Austausch von Photoshop-Dateien zu finden. „Küsse, Kritik und explodierende Mailboxen“ weiterlesen

Hallo Zukunft!

In diesem Jahr hatte ich immer mal wieder diese Stimme im Kopf: Juhuu, wir leben in der Zukunft!, schreit diese Stimme. Stimmen zu hören, ist normalerweise kein gutes Zeichen. Aber in dem Fall auch kein Grund, sich selbst einzuweisen. Es geht nämlich auch anderen so. Der Listicles-King Buzzfeed beweist es in der für ihn typischen plakativ-oberflächlichen Art im Beitrag 22 Pictures That Prove That 2014 Is The Damn Future.

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Diese Kompaktkassette hat irgendwie bis heute überlebt.

Ich erinnere mich vage, wie ich in der Primarschule einmal einen Aufsatz darüber schreiben musste, wie ich mir das Leben im Jahr 2000 vorstelle. Ich habe sicherlich über fliegende Autos und solchen Quatsch geschrieben. Aber ich bilde mir ein, auch das Internet vorweggenommen zu haben. Nicht nur das Internet, sondern (hört, hört!) das Internet der Dinge. Oder zumindest das Prinzip der Nachrichten-Pushes. „Hallo Zukunft!“ weiterlesen

Mit Sway ein Tänzchen wagen

Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich kein Powerpoint-Fan bin. Darum habe ich aufgehorcht, als Microsoft Sway ankündigte. Der erste Neuzugang in der Office-Familie soll die klassischen Präsentationen nicht unbedingt ersetzen, sondern einen weiteren Begriff von «Präsentation» etablieren. Sway soll, falls ich die Sache richtig verstanden habe, ein Instrument für die Internetära sein. Es ist nicht aufs Sitzungszimmer beschränkt, sondern kann seine Botschaft auch via Internet und App vermitteln.

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Die fertige Präsentation, die horizontal durchgescrollt wird.

Das klingt gut, aber wie wir alle wissen, können einleuchtende Konzepten zu ganz fürchterlichen Anwendungsprogrammen führen. Auch bei Sway ist die Fallhöhe beträchtlich, weil Microsoft nicht unbedingt dafür bekannt ist, das Rad jeden Tag neu zu erfinden. Das letzte Mal sind bei genau diesem Versuch die Kacheln herausgekommen. „Mit Sway ein Tänzchen wagen“ weiterlesen

Der Prinz schreit Hochverrat

Ein Premier, der fürchtet, weggeputscht zu werden. Ein Geheimdienstschwergewicht, das dieses Szenario in seinen Memoiren untermauert. Ein Prinz, der als Regierungschef implementiert werden soll. Ein Pressemagnat, der die Fäden zieht. Und die Premier-Nachfolgerin, die die ganzen Verdachtsmomente mit eisernem Besen wegwischt – das alles ist in einer Bananenrepublik namens Grossbritannien passiert.
„Der Prinz schreit Hochverrat“ weiterlesen

Das letzte aus der Taskleiste herauskitzeln

Die Ära der Betriebssystem-Utilities ist vorbei. Das sage ich als jemand, der selbst mal solche Programme geschrieben hat1. Es braucht sie nicht mehr, da Betriebssysteme heute ausgereift sind und alles können, was sie müssen. Ausserdem haben diese Utilities oft unerwünschte Risiken und Nebenwirkungen – ich empfehle darum, diese Utilities links liegen zu lassen.

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Die Taskleiste zwicken…

Heute gibt es als Ausnahme, die die Regel bestätigt, ein Hinweis auf 7+ Taskbar Tweaker. Dieses kostenlose Hilfsprogramm für Windows chlüttert2 an der Taskleiste herum. „Das letzte aus der Taskleiste herauskitzeln“ weiterlesen