Etwas für die Sicherheit tun

Es ist eine kleine Tradition, dass ich mit bei den Patentrezept-Videos mit einem Sicherheitstipp ins neue Jahr starte. 2018 mit Tipps zum Schutz vor Sicherheitslücken, 2017 mit der Frage, ob man denn gehackt worden sei. 2016 hatte sich dieser Brauch noch nicht etabliert. Da hiess das Video Lustgewinn beim Surfen und bot immerhin u.a. einen Tipp zu mehr Datensicherheit beim Surfen.

2019 hat es sich angeboten, die Tradition weiterzuführen. Denn es gab in der ersten Januarwoche den grossen Doxing-Fall, bei dem persönliche Informationen von Politiker und prominenten Internetnutzern in die Öffentlichkeit geraten sind.

Nun zeichnet sich dieser Fall dadurch aus, dass sehr viele Dinge nicht bekannt sind. Beispielsweise, woher die Daten eigentlich stammen, die über den Twitter-Account @_0rbit in Umlauf gebracht worden sind. Es wurden offenbar viele Quellen ausgewertet: Solche aus älteren Hacks und öffentlich zugängliche. Ausserdem sollen Methoden des Social Engineerings zum Einsatz gelangt sein. „Etwas für die Sicherheit tun“ weiterlesen

Was Sportler sich so streamen könnten

Wie findet man die passende Musik für sportliche Aktivitäten? Eine scheinbar banale Frage, die keine so richtig befriedigende Antwort hat. Man kann es mit einer App wie Rock my Run probieren, doch die ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Man könnte auch eine der Apps verwenden, die ich im Beitrag Die Schnellen ins Töpfchen und die Langsamen ins Kröpfchen vorgestellt habe. Die analysieren das Tempo der Titel in der Mediathek und erstellen Wiedergabelisten anhand des BPM-Werts. Das ist aber umständlich und nicht sehr charmant.

Zeitgemäss wäre natürlich die Spotify Running-Funktion, die Musik vom Streamingdienst anhand des Lauftempos auswählt. Nur leider hat Spotify dieses schöne Feature aus dem Verkehr gezogen, noch bevor ich es testen konnte. Spotify selbst schlägt als Alternative Runkeeper vor, doch das scheint den Zweck, Musik mit dem passenden Tempo aufzustöbern, auch nicht zu erfüllen. Hier wird Weav Run vorgestellt, doch diese App gibt es hierzulande offensichtlich noch nicht. Also alles einigermassen unbefriedigend.

Eine Lückenbüsser-Methode eröffnet immerhin eine Website mit einem schönen und etwas umständlichen Namen. „Was Sportler sich so streamen könnten“ weiterlesen

Etwas Kulanz, VTX?

Ich bekunde gewisse Mühe, Kündigungsfristen einzuhalten – was schon früher Anlass zu Kummer gab. Neulich ist es mir wieder passiert. Ich habe es verpasst, rechtzeitig ein ausgedrucktes und unterschriebenes Dokument auf den Weg zu bringen, das anzeigt, dass ich nach meinem Wechsel zu Hostpoint die Dienste meines Hosters VTX nicht mehr in Anspruch zu nehmen gedenke.

Ich habe um Kulanz gebeten, zumal ich fast zwanzig Jahre Kunde war und meine Rechnungen immer bezahlt habe. Was allein genügend Grund für ein Entgegenkommen sein sollte, wie ich finde. Zufriedenen Kunden sind gemäss VTX-CEO Yves Pitton zwar seit 30 Jahren das Anliegen des Telekom- und Hosting-Unternehmens. Trotzdem hat man mir bis jetzt kein Entgegenkommen signalisiert. Ich hoffe, dass sich das noch ändern wird, und ich nicht wegen ein paar verpasster Tage eine ganze Jahresrechnung bezahlen muss. Wenn das so sein sollte, werde ich das hier sehr gerne wohlwollend vermerken.

Ob man einvernehmlich oder mit bürokratischer Prinzipienreiterei auseinandergeht, prägt natürlich auch das Bild, das man von einem Unternehmen hat (und das ich als Blogger hier wiedergebe). Natürlich kann man sich als Unternehmen darauf versteifen, dass Vereinbarungen gelten und Verträge einzuhalten sind.  „Etwas Kulanz, VTX?“ weiterlesen

App-mässige Resteverwertung

Okay, dieser Beitrag hier ist Resteverwertung vom letzten Jahr. Ich habe es (feier- und faulheitsbedingt) verpasst, die beiden letzten Beiträge von 2018 von den digitalen Patentrezepten rechtzeitig hier zu bebloggen.

Das Versäumnis ist umso unverzeihlicher, als dass es im Video um die besten Apps von 2018 geht – die jetzt, wo wir erfolgreich (?) ins neue Jahr gestartet sind, nicht mehr geeignet sind, irgendjemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Und wenn ich hier bekräftige, dass die vorgestellten Apps über den Jahreswechsel ihren Reiz nicht gänzlich verloren haben, dann wirkt das womöglich nur umso mehr so, als wollte ich hier Produkte über das Verfallsdatum hinaus an den Mann und an die Frau bringen.

Aber im Ernst: „App-mässige Resteverwertung“ weiterlesen

Die Tücken eines Männerschädels

Neulich habe ich im Beitrag Da weinen Bildbearbeiter vor Glück! eine raffinierte Methode vorgestellt, um Bilder vom Hintergrund zu befreien. Das Freistellen ist bekanntlich eine häufige und ungeliebte Tätigkeit bei der Bildbearbeitung. Häufig, weil man nicht um sie herumkommt, sobald man ein fotografiertes Objekt isoliert verwenden oder bearbeiten möchte. Und ungeliebt, weil es aufwändig und schwierig ist, Objekte mit feinen Strukturen sauber vom Hintergrund zu trennen.

Die vorgestellte App Depth Background Eraser erledigt die Aufgabe selbsttätig, aber nicht ganz perfekt. Und sie ist eben nur bei Bildern mit Tiefeninformationen einsetzbar, nicht bei beliebigen Fotos. Das schmälert den Praxisnutzen gewaltig. Denn natürlich haben die 99,9 Prozent der Fotos, bei denen man irgend etwas freistellen müsste, keine Tiefeninformationen.

Aber es gibt Alternativen. Der Befehl Auswahl > Motiv in Photoshop, der automatisch nach dem Motiv sucht und es maskiert. Funktioniert mittelprächtig. Oder aber die Website remove.bg, die kostenlos und in 5 Sekunden den Hintergrund entfernt. Klingt toll – aber taugt es etwas? „Die Tücken eines Männerschädels“ weiterlesen

Smarte Fernseher sind ganz schön blöd

Es ist passiert. Unser Haushalt ist tatsächlich in der Ära des smarten Fernsehens angekommen. Wir fernsehen zwar seit gut einem Jahr nur noch via Internet. Doch das Endgerät war bis anhin unsmart, d.h. nicht ans Internet angebunden. 2008 gab es das noch nicht (oder noch nicht auf breiter Basis). Als Brückentechnologie kam ein Apple-TV der vierten Generation zum Einsatz.

Beim Fernsehen bin ich eigentlich der Ansicht, dass man die so lange verwenden sollte, bis sie auseinanderfallen. Denn auch wenn die Geräte jedes Jahr zulegen, sind beim Fernsehen die Inhalte entscheidend, nicht die paar Quäntchen mehr Qualität. Aber bei der treuen alten Philips-Glotze (37PFL7403D) gab es doch ein paar Dinge, die so langsam gestört haben. Das Bild ruckelt mir etwas zusehr. Die schwarzen Bildbereiche sind zu wenig schwarz – was wegen Netflix mehr ins Gewicht fällt, weil dort Serien wie Dark laufen, bei denen Nomen omen ist. Und schliesslich sind wir vor vier Jahren in eine grössere Wohnung gezogen – was zur Folge hatte, dass der 37-Zoll-Bildschirm (94 Zentimeter) aus der Sofaperspektive ziemlich geschrumpft war.

Also, ich konnte eine Neuanschaffung (nach etwas Selbstüberredung) mit meinem ökologischen Gewissen vereinbaren. Wir sind bei der Diagonalengrösse nicht ins andere Extrem verfallen. Sechs Zoll mehr (15 Zentimeter) war okay. Und notwendig, weil es unter dieser Grösse keine 4k-Fernseher und überhaupt fast keine vernünftige Auswahl gibt. Klar, kann man der Ansicht sein, dass 4k bei der Grösse verschenkt ist, gerade, wenn man so «gute» Augen hat wie ich. Aber wenn man wirklich was in voller Auflösung geniessen will, rückt man den Sessel halt etwas näher ans Bild. „Smarte Fernseher sind ganz schön blöd“ weiterlesen

7-Zip sollte jeder kennen

Ich bespreche hier nicht immer nur brandneue Programme, sondern manchmal auch die Klassiker – die es schon seit (fast) immer gibt und die nicht wegzudenken sind. Weil sie so selbstverständlich sind, könnte man meinen, sie seien nicht der Rede wert. Doch wenn man sie einmal nicht zur Verfügung hat, sieht man, wie falsch diese Annahme ist.

Eines dieser unverzichtbaren Programme ist 7-Zip. Das gibt es (laut Wikipedia) seit 1999, und es sieht aus, als sei seit der erste Version an der Oberfläche rein gar nichts mehr verändert worden: Es ist optisch ein ziemlich dröges Programm – so, wie es sich für ein Open-Source-Produkt gehört. Was dieses Programm ausmacht, sind die inneren Stärken: Es beherrscht viele der gängigen Formaten für die Datenkompression.

Wem dieser Begriff nichts sagt: Die Datenkompression verringert die Grösse von Dateien, indem wiederkehrende Datenmuster verkürzt abgespeichert werden.  „7-Zip sollte jeder kennen“ weiterlesen

Mark ist ein Depp

Mit einem ziemlichen Erstaunen musste ich als erklärter Trendbanause zur Kenntnis nehmen, dass das Popup wieder in Mode ist. Das Popup! Genau das Ding, was uns vor zehn, fünfzehn Jahren das Surfen verleidet hat.

Damals war es eine aufdringliche Form der Werbung, die mit der amerikanischen Redewendung in your face recht gut beschrieben ist: Man bekommt etwas vor den Latz geballert, um das man nicht gebeten hat. Man könnte das auch als Form des Aufmerksamkeitsdiebstahls bezeichnen.

Immerhin: Die Belästigung ist weitgehend gebannt. Einerseits dank Technik: Die modernen Browser unterdrücken Fenster, die sich automatisch öffnen. Was zur Folge hat, dass legitime Popup-Fenster verhindert werden. Aber gut, diese Art von Kollateralschaden ist man sich im Internet gewohnt.

Noch wirksamer als die Blockade im Browser dürfte aber die offizielle Ächtung gewesen sein.  „Mark ist ein Depp“ weiterlesen

Microsoft hat es komplett versemmelt

Microsoft hat es beim letzten Update für Windows 10 komplett versemmelt. (Manchen wären an dieser Stelle sicher auch noch drastischere Vokabeln eingefallen, aber ich wollte keine entsprechende Visualisierung als Beitragsbild haben.) Ein Update fürs Betriebssystem hat Datenverlust verursacht und bei manchen Benutzern die Ordner Dokumente und Bilder zum Verschwinden gebracht. Von wegen «Ihre Dateien befinden sich dort, wo Sie sie zuletzt abgelegt haben»! Microsoft war gezwungen, die Auslieferung zu stoppen, nachzubessern und das Update erneut zu veröffentlichen. Wie Heise schreibt, war es kein völliges Desaster, weil die Verteilung noch nicht ans breite Publikum erfolgte, sondern erst an Leute, die explizit danach gesucht haben.

Es gab noch andere Probleme mit der Build 1809, nämlich Bluescreens und Probleme mit den Audio-Treibern, die zum Beispiel hier aufgedröselt werden – plus weitere, siehe Kommentar. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Microsoft den eigenen Ansprüchen mit zwei grossen Funktionsupdates im Jahr noch gewachsen ist.

Denn schon früher war Kritik laut geworden. Im Beitrag Apples Behauptungen zum Trotz: Der PC hat noch viele Fans wird Susan Bradley erwähnt, die zusammen mit anderen Windows-Experten den Microsoft-Chef Satya Nadella aufgefordert hatte, mehr für die Zuverlässigkeit der Updates zu tun. Eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit hatte erschütternde Resultate ergeben.  „Microsoft hat es komplett versemmelt“ weiterlesen

Tastenakrobatik fürs Web

Es ist mir etwas peinlich, aber diese Erkenntnis hier habe ich Facebook zu verdanken. Das soziale Netzwerk, das in vielen Leute unsoziale Neigungen fördert, hat mich auf eine nützliche Funktion aufmerksam gemacht. Ich wusste, dass die bei vielen Websites da ist – aber ich habe die Nutzung noch nicht so richtig verinnerlicht. Dabei spart man mit ihr Zeit und kommt als echter Power-User rüber. (Auch wenn echte Power-User ihre Zeit wahrscheinlich nicht auf Facebook verplempern.)

Es geht um die Tastaturkürzel. Sie sind bei «richtigen» Anwendungen nützlich, und es gibt sie immer öfters auch bei Webseiten. Facebook zeigt in einer (nicht immer sichtbaren) Fussleiste ein kleines Symbol an, über das man eine Übersicht der vorhandenen Kürzel abrufen kann. Es geht aber auch per Tastaturkürzel: Das ? bringt (meistens, aber jetzt, wo ich den Beitrag schreibe, gerade nicht) ein Overlay mit allen Kürzeln zum Vorschein. Die Kürzel funktionieren aber trotzdem: j springt zum nächsten Post, k zum vorherigen. Mit Enter öffnet man die Meldung. Mit p schreibt man einen neuen Erguss Beitrag. Mit l fügt man ein Like hinzu, mit c einen Kommentar. Und das s ist für Share.

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