Catalina ist eine Zicke

Das ist so ein Fall, wo man sich von der Umwelt mehr Mitgefühl erhofft, als man dann tatsächlich erhält. Und es ist auch verständlich – denn ich selbst würde jemanden in der gleichen Situation ein empathieloses «Selber schuld!» um die Ohren hauen. Weil man es wirklich besser wissen sollte.

Und ja, ich weiss es besser. Aber immerhin hatte ich einen guten Grund, mich in solche Sparglimenten zu begeben.

Also, so hat es sich zugetragen: Ich habe die Betaversion von Mac OS Catalina installiert. Und es ist genau das passiert, was in solchen Fällen natürlich passiert: Mein produktives System hat aufgehört, produktiv zu sein. Das meiste läuft zwar noch. Doch genau jenes Programm, für das ich den Mac hauptsächlich benötige, hat den Betrieb eingestellt. Es handelt sich um Final Cut Pro, mit dem ich meine Videos schneide. Das stürzt einige Momente nach dem Start ab – und zwar auch dann, wenn man die gängigen Fehlerbehebungsmassnahmen durchexerziert.

Es ist tatsächlich so: Apple liefert eine Betaversion des Betriebssystems aus, mit der eines der wichtigsten Apple-Anwendungsprogramme nicht mehr läuft. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Aber wie gesagt: Man hat es nicht besser verdient, wenn man auf die dumme Idee kommt, eine Beta-Version auf sein Arbeitsgerät loszulassen. Zu meiner Verteidigung sei folgendes gesagt: Ich konnte nicht anders. „Catalina ist eine Zicke“ weiterlesen

Geld-Apps, die nicht stinken

Geld stinkt bekanntlich nicht, und das gilt auch für die Apps, die ich im aktuellen Patentrezept-Video vorstelle. Das liegt aber daran, dass ich die Apps handverlesen habe – denn im Bereich der Finanz-Apps gibt es einige, die schon ein bisschen einen komischen Geruch haben.

Zum Beispiel die Apps, die einem versprechen, man könne mit ihnen Geld verdienen. Googelt man danach, findet man unzählige Artikel. Zum Beispiel den Beitrag «20 Apps That Make You Money» von der Huffpo, den ich hier nur mit einem gewissen Widerwillen verlinke. Weil da zum Beispiel Apps vorgestellt werden, mit denen man fürs Ausfüllen von Umfragen bezahlt wird. Erstens frage ich mich, ob das die Datenqualität erhöht, wenn man Antwortgeber mit dem Versprechen auf Geld anlockt.

Zweitens leuchtet mir nicht ein, warum man sich auf Umfragen stürzen sollte, wenn man für einen Arbeitsaufwand von 20 Minuten mit 1 US-Dollar entlöhnt wird. «20 Apps That Make You very little Money» wäre der passendere Titel gewesen. Ich erinnere hier an den Hourly rate calculator, den ich im Beitrag Weil ich mir das wert bin vorgestellt habe: Damit kann man sich ausrechnen, wie viel Stundenlohn man haben sollte, damit sich der Aufwand lohnt. Dass drei US-Dollar zu wenig sind, ist aber auch ohne aufwändige Berechnung klar. „Geld-Apps, die nicht stinken“ weiterlesen

Tipps zu Passwörtern und Passwortmanagern

Jaa, ich weiss, ich hätte längstens über Fido2 schreiben müssen. Dieses Thema steht auch weit oben auf meiner Liste. Und nein, es würde nicht bedingen, dass ich zum Hundehalter werde. Fido2 ist ein (mutmasslich) brauchbares Konzept, wie man Passwörter zum Verschwinden bringt. Man braucht einen Sicherheitsschlüssel wie den Solo Key, der per USB und NFC funktioniert und auf Kickstarter innert zwanzig Minuten finanziert worden war.

Also, versprochen: Dieses Video (oder Post) kommt irgendwann. Heute geht es um den klassischen Weg des Logins im Netz, der bekanntermassen mit Benutzernamen und Passwort erfolgt. Apple eine Menge getan, um es komfortabler zu gestalten und den Umgang mit den Passwörtern zu vereinfachen.

Einen der Tricks habe ich neulich im Beitrag Automatische Passwortabfüllung vorgestellt. Nebst dem erkläre ich im Video auch die nützlichen Funktionen, um Passwörter zu teilen – per Airdrop oder mit WLAN sogar automatisch.

„Tipps zu Passwörtern und Passwortmanagern“ weiterlesen

Das lange Warten auf den besseren Homescreen

Meistens gefallen mir die Updates besser, bei denen Apple nicht das ganze System umpflügt, sondern kleine Verbesserungen vornimmt. In aller Regel ist es so, dass es die kleinen Veränderungen sind, die über die Zeit einen Unterschied machen – und manchmal sogar jene, die Apple noch nicht einmal an die grosse Glocke hängt.

Für iOS 13 stimmt das bedingt. Mir gefällt der dunkle Modus ganz gut. Das ist eine Kleinigkeit, bei der Apple trotzdem nicht davor zurückscheut, ein Tamtam darum zu veranstalten. Aber gut, Klappern gehört zum Handwerk, wie der deutsche Volksmund sagt.

Im Video stelle ich die wichtigsten Neuerungen von iOS 13 – und vor allem auch von iPad OS 13 vor. Das wird, wie gestern bekannt wurde, am 19. September verfügbar sein.


Ein besserer Homescreen – und 6 weitere Verbesserungen

Das ist der aufgemöbelte Homescreen, der nun nicht mehr nur aus lächerlich grossen Icons besteht. Stattdessen sind die Widgets sichtbar, die man bis anhin separat herbeiwischen musste.

Das ist ganz nett. Aber beim Homescreen hätte für meinen Geschmack die Innovationsfreude etwas grössere Blüten treiben dürfen. Der Homescreen war beim iPad immer eine Absonderlichkeit – und ein exemplarisches Beispiel dafür, dass man Elemente der Benutzerschnittstelle für andere Bildschirmgrössen nicht einfach skalieren sollte. „Das lange Warten auf den besseren Homescreen“ weiterlesen

Wenn die DJ-App einen aus dem Takt bringt

Pacemaker ist eine App, die ich seit fünf Jahren nicht ständig, aber doch recht häufig verwendet habe. Sie gehört zu der Kategorie der DJ-Apps und hat gegenüber den normalen DJ-Apps einen entscheidenden Vorteil: Sie lässt sich nicht nur mit lokalen Musikdateien bestücken, sondern auch mit Songs von Spotify. Das musste seinerzeit im Beitrag Sich am Spotify-Repertoire vergreifen ausgiebig gelobt werden.

Pacemaker will neuerdings abonniert werden.

Doch als ich die App neulich wieder einmal einsetzen wollte, wurde ich nicht von den beiden Plattentellern in rot und blau begrüsst, sondern von der Mitteilung, man habe auf ein Abo-Modell umgeschaltet. Wer Pacemaker nutzen will, muss künftig 5.50 Franken pro Monat bezahlen.

Interessantes Detail am Rand: Am iPad findet sich aber noch die alte Version ohne Abo. Offenbar bekommt man die neue nur bei einer Neuinstallation. Wenn man die alte Version hat, darf man die behalten – zumindest bis zu dem Moment, wo man nicht um eine Neuinstallation herumkommt.

Ich würde für die App auch gerne 20 oder 30 Franken bezahlen – und ich habe seinerzeit diverse der kostenpflichtigen Plugins erworben. Nicht, weil ich sie benötigt hätte, sondern um dem Hersteller Danke zu sagen. Doch 5.50 Fr. pro Monat läppert sich eben. (Auf 66 Franken im Jahr.)

Ich wollte mich an dieser Stelle schon ziemlich aufregen – wie man das so macht, wenn eine Lieblings-App das Bezahlmodell auf eine Weise ändert, die einem überhaupt nicht in den Kram passt. „Wenn die DJ-App einen aus dem Takt bringt“ weiterlesen

Ein kleines Reverse-Engineering-Projekt

Neulich habe ich den Jooki-Kinderlautsprecher vorgestellt. Er funktioniert wie ein normaler WLAN-Lautsprecher – nur mit der Besonderheit, dass das Programm über kleine Figürchen ausgewählt wird, die man auf das Gerät stellt.

Da ist eine Idee nahe liegend: Nämlich selbst Figürchen zu basteln, die mit Wiedergabelisten verbunden werden können. Klar, man kann auch mehr Figürchen kaufen. Aber eine interessante Herausforderung ist natürlich die Frage, ob man die auch selbst hinbekommt.

Das Geist-Figürchen gibt diesen Link zurück.

Dafür muss man als erstes herausfinden, wie die Figürchen mit dem Lautsprecher kommunizieren. Man tippt auf RFID und hält daher probehalber die EC-Karte an den Jooki. Und tatsächlich: Er reagiert darauf.

Der erste Schritt wäre herauszufinden, wie die Figürchen erkannt werden. Dazu benutze ich die App NfcActions, die es kostenlos fürs iPhone gibt. Da tippt man auf den Scnan-Knopf, hält ein Figürchen ans iPhone und voilà; entdeckt wird ein Link, der beim Antippen die Begrüssung «Hello 鬼 Ghost» zurückgibt. „Ein kleines Reverse-Engineering-Projekt“ weiterlesen

So trefft ihr künftig den richtigen Ton

Meine Tochter hat sich «Der Lindwurm und der Schmetterling oder Der seltsame Tausch» (Amazon-Affiliate) ausgeliehen. Das ist ein charmantes Kinderbuch mit Reimen von Michael Ende, in dem ein Drache und ein Kohlweissling mit ihren Namen unzufrieden sind.

Es gibt in dem Buch nebst der Geschichte in Gedichtform auch Bilder – und vor allem auch Musik. Die ist in Form von Noten abgebildet. Nun kann ich leider nicht vernünftig Noten lesen, sodass ich keine Ahnung habe, wie die Musik im Buch klingt. Als neugieriger Mensch stört mich das natürlich.

Also, was tun? Jeder vernünftige Mensch hätte per Google nachgesehen, ob es die Musik irgendwo im Netz zu hören gibt. Und er wäre vermutlich auch fündig geworden.

Meine Idee war allerdings herauszufinden, ob man die Noten vielleicht per Kamera digitalisieren und hörbar machen kann. „So trefft ihr künftig den richtigen Ton“ weiterlesen

Googles Arroganz

Vor ein paar Tagen habe ich ein Mail von Google bekommen. Darin stand, man habe einen neuen Google-Maps-Timeline-Rückblick für mich erstellt. Darin ein Link zu google.com/maps/timeline. Und dort wiederum eine ausführliche Historie, wo ich mich im Juli herumgetrieben hatte: 28 Fleckchen in drei Ländern, natürlich schön beschriftet, mit genauer Ortsangabe. Google sagt mir, ich sei in zehn Städten gewesen und 51 Stunden in einem Fahrzeug gehockt.

Das ist einerseits faszinierend, andererseits auch gruselig. Vor allem deswegen, weil ich mich nicht erinnere, den Google-Standortverlauf eingeschaltet zu haben. Ich hatte ihn vor Urzeiten einmal benutzt, um auszuprobieren, was das bringt. Meine Erkenntnis damals war, dass das Google mehr bringt als mir – und darum habe ich den Standortverlauf wieder deaktiviert. Denn es gibt andere Methoden, seine Aufenthaltsorte zu tracken – und zwar weniger verräterische.

Zum Beispiel Geofency. Diese App habe ich seinerzeit im Beitrag Die App fürs perfekte Alibi vorgestellt. Sie speichert die Daten lokal auf dem Gerät. Man kann sie exportieren und selbst auswerten. „Googles Arroganz“ weiterlesen

Himbeere reloaded

Mein neuestes Spielzeug aus der Gadget-Ecke ist der Raspberry Pi 4. Ich nehme an, das ist den Leserinnen hier ein Begriff: Es handelt sich um einen Mini-Computer, bei dem alle Komponenten auf einer Platine sitzen. Wikipedia erwähnt, er habe die Grösse einer Kreditkarte. Das stimmt für die Breite und Tiefe, nicht aber für die Höhe. Die wird durch die USB-Anschlüsse vorgegeben und beträgt einen guten Zentimeter.

Ein weiterer Clou beim Raspberry Pi ist, dass er günstig zu haben ist. Das erste Modell von 2013 gab es in der günstigsten Variante für 35 Franken. Auch das neue Modell ist selbst mit einem kleinen Taschengeld in ein paar Wochen finanzierbar. Beim Hersteller selbst gibt es das ab 35 US-Dollar. Hierzulande kriegt man es für um die 70 Franken (Digitec), bzw. 66 Euro (Amazon).

Ich habe den Raspberry Pi seinerzeit sofort gekauft und mit viel Spass herumexperimentiert. Er war jahrelang als NAS im Einsatz, und für die Datensicherung von Windows-PCs und Macs zuständig. Allerdings war er dafür nicht optimal gerüstet. „Himbeere reloaded“ weiterlesen

Texte mit Format

Auszeichnungssprachen sind eine praktische Sache. Man braucht sich nicht mit Wysiwyg-Editoren herumzuschlagen. Die sind zwar komfortabel, produzieren aber in den seltensten Fällen sauber strukturierte Dokumente. Im Gegenteil: Da wird ein Formatchaos angerichtet, dass es den Teufel graust.

Weiss jedermann hier, was eine Auszeichnungssprache ist? Englisch spricht man auch von Markup. Das ist eine Form, um Inhalte digital zu erfassen, die sowohl von Menschen als auch von Maschinen verstanden wird. Man schreibt bestimmte technische Eigenschaften direkt ins Dokument. Soll etwas fett sein, dann macht man Sternchen darum herum (**fett**).

Der Vorteil ist, dass man keine spezielle Software zum Schreiben braucht. Ein normaler Texteditor reicht schon. Sinnvoll ist natürlich ein Programm, das die Eingaben gleich live interpretiert, damit man sofort erkennt, wenn man einen Fehler gemacht hat.

Es gibt natürlich auch Nachteile. „Texte mit Format“ weiterlesen