Die nutzlose App des Tages

Face Fusion hat keinen sinn­vollen Zweck, aber immer­hin einen gewis­sen Spass­faktor: Die App ver­schmilzt zwei Gesichter und lässt uns er­ah­nen, was heraus­käme, wenn Barack Obama und ich zufällig in Seth Brundles ge­heim­nis­vol­lem Tele­por­tations­appa­rat landen wür­den.

Es tut Not, uns mal wieder vor Augen zu führen, dass bei mehr als einer Million Apps im App Store auch viel Müll vorhanden ist. Ich habe nun nicht den Ehrgeiz, diesen einer tieferen oder systematischen Betrachtung zu unterziehen oder sogar die grässlichste App aller Zeiten aufzustöbern.

Nein, ich begnüge mich gerne damit, hier eine moderat nutzlose App vorzustellen. Die heisst Face Fusion, ist in einer kostenlosen Lite– und in einer Pro-Version für 2 Franken zu haben, und sie erzeugt künstliche Mischwesen, indem sie zwei Fotos verschmilzt.

Baratthias ist definitiv eine stattlichere Erscheinung…

Das ist simpel: Man wählt zwei Fotos, wobei das einigermassen brauchbare, frontal fotografierte Porträts sein sollten. Die Gesichtserkennung versucht dann, einige Fixpunkte im Bild zu platzieren: Augen, Gesichtskonturen bei Wangenknochen, Kiefer und Kinn und die Verbindungslinie zwischen Nase und Mund. Diese Positionierung muss man manuell korrigieren, was dank der guten Benutzerführung simpel ist.

Exportvarianten für «Eltern» und «Kind»

Dann passiert ein wenig Animations-Foo und man erhält seine überblendeten Bilder, die man verschieden arrangieren kann: nur der virtuelle Nachkomme der beiden Ausgangspersonen, Ausgangsbilder und fertiges Resultat. Plus fertiges Resultat in verschiedenen Varianten. Das Resultat lässt sich in der Kamerarolle speichern oder auf den üblichen Wegen teilen. Die Exportfunktion hat bei meinem Test nicht richtig funktioniert. Mal wurde die falsche Variante exportiert, mal nur in mickeriger Auflösung.

… als Vladirak.

Die kostenlose Variante der App hat Werbung und ist in ziemlich eingeschränkt – so kann man nur auf die letzten beiden importierten Porträts zugreifen.

Man kann sich auch hässlich machen, wenn man möchte

Zu der App gibt es die passenden nutzlosen In-App-Käufe: Das Ugly Pack (ein Franken) macht die Leute auf dem Porträt hässlich – passend, wenn man von lauter schönen Freunden umgeben ist. Als Gegenstück kann man sie mit dem Beauty Pack auch (ein Franken) hübscher machen. Das Monsters Pack (ein Franken) verwandelt sie in Zombies oder Chimären, das Cute Makeup Pack lässt einen virtuelle Schminke auftragen und das Fun Effects Pack (ein Franken) ergibt Clowns oder Hamsterbacken.

Tja: nicht ganz so nutzlos wie die Furzkissen-App. Aber verdammt nahe dran.

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Kommentar verfassen