Blinde Radiomacher

Die Welt heute ist digital. Nur beim Radio herrscht ein erbitterter Kampf um analoge Frequenzen und eine mehr als befremdlich anmutende staatliche Regulation. Das UVEK sagt, wie sich die Radiolandschaft anhört, was man über UKW empfängt und was eben nicht (in die letze Kategorie gehört, so haben wir am letzten Freitag erfahren, der Zürcher Sender «Radio Energy».

Das finde ich bedauerlich, denn als Radiohörer habe ich gern die freie Wahl und würde die Möglichkeit begrüssen, «Radio Energy» zu hören, selbst wenn ich das bislang noch nie getan habe.

Allerdings, mit Verlaub, sind die privaten Programmanbieter an diesem Debakel selbst schuld. „Blinde Radiomacher“ weiterlesen

Blaue Bälle

«Das Blue Balls macht seinem Namen alle Ehre»

Diese Aussage habe ich eben auf DRS3 gehört und hat bei mir eine so starke körperliche Reaktion ausgelöst, dass ich umgehend ein Mail mit folgendem Inhalt ans Staatsradio schicken musste:

Bitte um eine nähere Erklärung oder den Hinweis, dass diese Aussage nicht wörtlich zu verstehen ist!

Das «Blue Balls» ist ein Festival, das im noblen Kultur- und Kongresszentrum Luzern stattfindet und dessen nicht so nobler Name mir einige Rätsel aufgibt. Ich war nie bei diesem Festival und werde einen Besuch auch nicht in Erwägung ziehen, so lange ich allenfalls irgendwann die Vaterschaft antreten möchte. Ich kann mir diesen Namen wirklich nur so erklären, dass hierzulande Kenntnisse der englischen Sprache zwar gern postuliert werden, dann aber doch nicht vorhanden sind. Und dass man auch von Wikipedia nie gehört hat. „Blaue Bälle“ weiterlesen

Faule Nachbarschaft

Heute arbeite ich zu Hause (**) und habe nebenbei zur Berieselung DRS3 laufen. Nachdem mich der Sender mit der Behauptung, Telefonbücher seien überflüssig, zwar aufgeregt (*), aber nicht zum Umschalten bewegen konnte, kam dann in der «Webnews» genannten Rubrik ein Hinweis auf rottenneighbor.com. Hier kann man seine Nachbarschaft bewerten.
Das klingt nach einer Web-2.0-Anwendung par excellence und nach einer tollen Idee. Wer will nicht gern wissen, wie es um die Nachbarn bestellt ist, bevor er den Mietvertrag unterschreibt, Kartons packt, einen Lastwagen mietet und in eine womöglich von Psychopathen oder notorischen Querulanten bewohnte Gegend zieht? Nun, die erste Vermutung trifft voll ins Schwarze: Es handelt sich um eine Web-2.0-Anwendung par excellence und um eine typische Mashup-Anwendung: Auf einer Google-Map werden durch grüne und rote Häuschen schöne und fragwürdige Gegenden gekennzeichnet.
Mit der zweiten Vermutung liegt man hingegen voll daneben. „Faule Nachbarschaft“ weiterlesen