Formatradio ist das letzte

In diesem Blog wurde des Öfteren über das formatierte Radio von heute gelästert. (Nämlich hier, hier und hier). Der Zwang, jegliche Ecken und Kanten aus dem Programm zu entfernen, macht aus dem Radio, das von Haus aus das tollste Medium von allen sein könnte – etwas Langweiliges, Ödes, Nutzloses.

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Wer ihn nicht mag, lässt das Radio besser ausgeschaltet.

Nun bin ich neulich über die Site und-taeglich-gruesst-das-murmeltier.de gestolpert. Michael Vogel hat die Musikprogrammation von HR3 analysiert und statistisch ausgewertet. Die Daten zeugen davon, wie eintönig das Musikprogramm daherkommt, wenn es von der Marktforschung bestimmt wird. Einige Erkenntnisse:

Die 100 meistgespielten Interpreten steuerten 2014 bei HR3 mit 1189 Songs 48,75 Prozent aller Radioairplays bei. 2015 ist der am häufigsten gespielte Song «Blame it on me» von George Ezra. „Formatradio ist das letzte“ weiterlesen

Das ewige Teasen reizt nicht mehr…

Das Sommerloch ist wie gemacht für ein bisschen Medienschelte. Oder sagen wir: Medienreflexion mit einem Hauch von Selbstkritik. Es geht um die Teaser. So nennt man Programmhinweise, die man, etwas weniger euphemistisch, auch Eigenwerbung heissen könnten.

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Taten statt Worte, Pro Sieben. Oder, wie der Engländer sagt: The proof of the pudding is in the eating.

Nun fangen wir den Beitrag an mit der Selbstkritik: Es ist nicht so, dass mir Eigenwerbung fremd wäre. Im Gegenteil: Dieses Blog hier betreibt Werbung für meine neue Videorubrik Digitale Patentrezepte beim Tagi: Da, eben ist es wieder passiert! Ich weise auf Twitter jeweils auf meine Radiosendungen hin und vertwittere meine Blogbeiträge. Im Internet herrscht ein erbitterter Kampf um Aufmerksamkeit und in dem Kampf ist es nicht so, dass sich Qualität automatisch durchsetzen würde. Beachtung findet tatsächlich, wer am lautesten schreit.

Das setzt nun aber leider eine Spirale in Gang, in der jeder versucht, den anderen zu übertönen – was ich im Beitrag So ein Kack! kritisiert habe. (War das etwa schon wieder ein Teaser?)

Aggressives Clickbaiting führt zu nichts. In der Vermarktung eigener Inhalte ist Mässigung angesagt. „Das ewige Teasen reizt nicht mehr…“ weiterlesen

SRF muss innovativer werden

Die Abstimmung vom 14. Juni zum Systemwechsel bei den Radio- und Fernsehgebühren hat auch eine Debatte um die SRG und den Service Public ausgelöst. Ich werde für die Revision des Radio- und TV-Gesetzes (RTVG) stimmen, weil ich das Haushaltsystem befürworte und die SRG für eine gute Sache halte.

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Jungtalente, bitte hier platz nehmen. (Bild: SRF)

Andererseits ist es tatsächlich sinnvoll, die SRG auf den Prüfstand zu stellen und anlässlich der Abstimmung zu fragen: Macht sie eigentlich einen guten Job? Ich habe in diesem Blog vor allem das Radio kritisiert. „SRF muss innovativer werden“ weiterlesen

Die grosse Horizon-Wunschliste

Es ist den Lesern dieses Blogs nicht entgangen, dass ich aufgrund äusserer Umstände auf die Horizon-Box umgestiegen bin1. Nun habe ich die Box seit zwei Wochen in Betrieb – und könnte hier eigentlich eine ausführliche Besprechung schreiben.

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Viele Optionen machen die Bedienung umständlich.

Ich könnte auch ein Kurzfazit von mir geben, was ich hiermit tue: Stattdessen soll es die grosse Horizon-Wunschliste geben. In den Ansätzen finde ich das Gerät gut. Mir gefällt die moderne Optik des Menüs, die das Blau in Blau gehaltene Erscheinungsbild der klassischen Box sehr altbacken erscheinen lassen. Das schnellere Zappen, die vielfältigeren Funktionen, die Anbindung per WLAN (im Client-Modus), die Companion-App für iOS und Andrdoid, Dinge wie Replay und MyPrime und die Fernbedienung, die auch als Universal-Fernbedienung funktioniert, machen die Box tatsächlich zu so etwas wie einen Entertainment-Hub. Für einen echten Hub würde ich gerne Apps wie die von Netflix auf der Box installieren. Es gibt zwar die Erweiterbarkeit per Apps (im Menü via Mediathek > Apps), doch dass im Angebot der Dienst des famosen Herrn Hastings erscheint, ist doch eher wenig wahrscheinlich.
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Die Ursünde des Radios

Ein Ding, das ich wirklich nicht verstehe, ist das Konzept der Musikrotation im Radio. Musikrotation – das ist eigentlich nur ein schönes Wort für: Immer und immer wieder der gleiche alte Scheiss. Ich habe deswegen aufgehört, SRF3 zu hören.

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Radiosender haben viele Platten zur Auswahl und spielen doch immer die gleichen. (Bild: Will Folsom/Flickr.comCC BY 2.0)

Hier könnte der Blogpost zu Ende sein, wenn der Sender nicht gezwungenermassen an mein Ohr dränge, weil ihn die Gattin gerne einschaltet. Und dann geht mir schon wieder der Hut: Zum Hunderttausendsten Mal «Männer» von Herbert Grönemeyer, «Love Shack» von den B52’s, Die Toten Hosen mit «Tage wie diese», Jamiroquai mit «Virtual Insanity», Kylie Minogue mit «Can’t Get You Out Of My Head», Texas mit «Black Eyed Boy», Outkast mit «Ms. Jackson», Plain White T’s mit «Hey There Delilah». Und wenn es hochkommt, folgen Bruno Mars und die Backstreet Boys.
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Back to Beromünster

Ich hab es ja versucht. Ich wollte mich etwas zurückhalten, nachdem man mir höflich, aber doch unmissverständlich zu verstehen gegeben hat…


… dass ich mich langsam aber sicher zu einem alten Querulanten entwickle.

Aber seis drum! Gute Vorsätze sind fürs neue Jahr. Im alten Jahr darf ich noch:

Der neue Name, SRF anstelle von SF und DRS, dieser neue Name ist das letzte. Er ist nicht schön, und er ist nicht praktisch. «SRF 1» kann sowohl für Radio SRF1 als auch für Fernsehen SRF 1 stehen. Die Bezeichnung «Radio SRF 1» ist für die Alltagssprache aber viel zu behäbig. Dass Leute, die Radioprogramme produzieren, nicht über den konkreten Sprachgebrauch nachdenken, muss einem doch zu denken geben.

Aber so etwas kommt halt heraus, wenn ideologische Motive dominieren. „Back to Beromünster“ weiterlesen

Die App auf dem DAB

Vor gut zwei Wochen habe ich mich öffentlich darüber aufgeregt, dass mein DAB-Radio zum alten Eisen gehört, weil es kein DAB+ kann. Und ab dem 17. Oktober damit nicht mehr viel zu empfangen sein wird. Ich war ja wild entschlossen, dem Digitalradio den Rücken zu kehren und überhaupt dem Mainstreamrundfunk abzuschwören.

Dieser Vorsatz wurde durch die vereinigte Haushaltsversammlung zunichte gemacht. Die hat beschlossen, man würde sich hier des Morgens weiterhin der nervenzerrüttenden Redundanz aussetzen, die der Sender at the moment still known as DRS3 von sich gibt. Ja, der Sender, des Morgens ausschliesslich und pausenlos über Roger Federer berichtet und darum in Sendungen über Roger Federer 3 (kurz SRF3) umbenannt wird.

Das Dekret, ein Pure Sensia anzuschaffen
Jedenfalls wurde von der Haushaltsversammlung bestimmt, ein neues Digitalradio würde angeschafft. Die Wahl fiel auf das Pure Sensia, das bei Digitec aktuell zum Aktionspreis von 199 Franken zu haben ist.

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Rugbyball mit Touchdisplay.
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Stilvoll Webradio hören

TuneIn Radio Pro ist eine App fürs iPad und das iPhone für den Webradio-Empfang. Sie zeichnet sich durch eine Reihe nützlicher Funktionen aus: Time-Shift, automatische Wiederaufnahme von verlorenen Übertragungen, Aufnahme-Taste und Suche nach Radiostationen aus der Umgebung. Obendrein ist die App ganz einfach schick geraten.

Radio aus dem Internet bietet eine enorme Vielfalt an Programmen. Ob amerikanisches Talk-Radio, deutsche Ballermann-Mucke, chinesische Volksmusik, es gibt Tausende von Stationen zu empfangen. Längst senden alle grossen Rundfunkanstalten auch im Netz, aber es gibt auch viele Klein- und Kleinststationen, die von enthusiastischen Amateuren betrieben werden. Kurz – wer das Dampfradio mag, der kann Internet-Radio nur lieben.

Die grosse Auswahl macht es allerdings schwer, eine Auswahl zu treffen. Dabei hilft die TuneIn-App für iOS. Sie zeigt unter Suchen die Rubrik In Ihrer Nähe, in der in einer übersichtlichen Liste die Schweizer Sender zu finden sind: Von Radio DRS über Radio 24 bis hin zu Radio Lora oder dem Winterthurer Sender Stadtfilter (auf dem ich ab und zu sende). „Stilvoll Webradio hören“ weiterlesen

DRS3: Bitte abschalten!

Ich höre viel, aber nicht nur Radio Stadtfilter. Mein Zweitsender ist DRS3. Wobei ich kurz davor stehe, diese 25-jährige Beziehung zu beenden. Wenn ich mich undiplomatisch äussern darf (was ich in meinen eigenen Blog natürlich darf): DRS3 ist einfach nur noch Scheisse.

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Wobei ich sogar in meinem eigenen Blog so weit gehe, ein so harsches Urteil zu begründen: „DRS3: Bitte abschalten!“ weiterlesen

Shut up, Epiney!

Alpiner Wintersport gehört nun nicht zu meinen zentralen Leidenschaften. Herrn Cuche mag ich seine Medaille trotzdem gönnen. Was mir dann aber doch massiv auf die Nerven geht, ist diese Heldenverehrung heute Morgen auf DRS3. Es vergeht keine Anmoderation, ohne dass der Moderator Sven Epiney sich in Euphorie ergeht. Man attestiert den Österreichern mit scheinheilig kaschierter Schadenfreude, gute Verlierer zu sein. X-mal wird verkündet, Cuche habe weiche Knie gehabt, als bei der Siegerehrung die Hymne gespielt worden sei und das hört man dann auch noch im O-Ton.

Das alles ist mir viel zu nationalistisch, zu redundant, zu boulevardmässig. Ich trauere den Tagen hinterher, als bei Radio DRS Neutralität und Nüchternheit oberstes Gebot war.