Netzsperren für Werbung

Ein raffinierter Trick, um Tracker und Werbebanner von allen Geräten im Familiennetz fernzuhalten: Man blockiert sie, indem man einen speziellen DNS-Server verwendet. Das ist simpel und effektiv, hat aber auch Nachteile. Plus: Ein Seitenhieb auf Roger Köppel.

Die Möglichkeiten des Werbeblockierens war in diesem (teilweise werbefinanzierten) Blog auch schon ein Thema: In den Beiträgen Tracker von der Schiene werfen und Zwölf tolle, weniger bekannte Mobil-Browser etwa. Oder in Weniger ist auch mobil mehr, wo ich den Inhaltsblocker 1Blocker X für Safari auf dem iPhone/iPad vorstelle.

Hier wäre ein Werbeblocker angezeigt. (Bild: Jose Francisco Fernandez Saura/Pexels, CC0)

Eine interessante Möglichkeit habe ich auf Twitter gesehen. Da wird empfohlen, einfach einen bestimmten DNS-Server zu nutzen. Das ist eine klevere Idee: Eine Netzsperre für Werbung, quasi. Wenn die Adressen für Werbenetzwerke nicht aufgelöst werden, bleibt die Werbung weg.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man muss nichts installieren. Es funktioniert in jedem Browser und in jeder anderen App – und eben nicht bloss in Safari, wie bei 1Blocker X. Und es erzeugt keine Rechenlast auf dem Mobilgerät, wie das mit einem lokal installierten Inhaltsblocker der Fall ist.

Individuelle Einstellungen pro Website sind nicht möglich

Nachteile gibt es natürlich ebenfalls: „Netzsperren für Werbung“ weiterlesen

Wie man als Whistleblower anonym bleibt

Ein Gedankenexperiment: Wie stellt man es an, Dokumente in digitaler Form an jemanden weiterzureichen, ohne dabei Informationen über sich selbst preiszugeben? Der Teufel steckt bekanntlich im Detail – bzw. in diesem Fall in den Metadaten.

Wer sie bläst, darf sich keine Unachtsamkeiten erlauben. (Bild: Call in the Troops, Alan Levine/Flickr.com, CC BY 2.0)

spite77 bei steemit.com, mit dem ich gelegentlich unter seinem bürgerlichen Namen Raoul René bei Radio Stadtfilter Nerdfunk betreibe, stellt hier ausführlich eine neue Funktion von Mozilla vor. Sie heisst Firefox Send, die man unter send.firefox.com findet: Man lädt dort eine Datei mit maximal einem GB grösse hoch, die automatisch verschlüsselt wird und während 24 Stunden für eine vorgegebene Anzahl Downloads zur Verfügung steht.

Das klingt interessant, wobei man sich natürlich fragen kann, weswegen man Dateien nicht einfach über die Teilen-Funktion bei einer der vielen Online-Dateiablagen weitergibt, die man eh schon nutzt. Also Dropbox, Onedrive, iCloud oder Swisscom MyCloud (siehe Die einheimische Datenwolke). Wenn man Wert auf den automatischen Ablauf der Datei legt, kommt auch Wetransfer (siehe Vier Tricks fürs altehrwürdige E-Mail) infrage. Braucht es da tatsächlich noch einen Dienst?

Anonym Daten versenden

Das Interessante an Firefox’ Lösung ist natürlich die anonyme Nutzungsmöglichkeit. Man braucht sich nirgends einzuloggen, sondern lädt die Datei hoch, gibt den Link weiter und macht sich wieder aus dem Staub. Firefox gibt an, nur wenige Daten zum Vorgang zu speichern und das meiste davon nach Ablauf der 24 Stunden komplett zu löschen.

Stellt sich also die Frage: Ist Send It anonym genug, um von Whistleblowern genutzt zu werden, um unerkannt ein heikles Dokument weiterzugeben? „Wie man als Whistleblower anonym bleibt“ weiterlesen

Weniger ist auch mobil mehr

1Blocker X ist eine Erweiterung fürs iPhone, die beim Surfen Werbung ausfiltert – aber nicht nur: Man kann auch Pornos filtern, eingebettete Inhalte entfernen und Websites zur Verschlüsselung zwingen.

Zu Werbeblockern habe ich eine differenzierte Meinung: Ich bin der Ansicht, dass sich Werbung als Finanzierungsmodell für gute Inhalte nicht bewährt hat, besonders nicht im Web, wo sie besonders lästig ist. Ich glaube, dass es zum Unterhalt schöner Medienprodukte neue Mittel und Wege braucht.

Doch die lassen vorerst noch auf sich warten. Darum müssen wir uns mit der Werbung noch etwas abfinden – zumal Inhaltsproduzenten wie ich sonst kein Auskommen mehr haben. Das heisst aber nicht, dass man alles tolerieren müsste. Wenn die Werbung Überhand nimmt, darf man sie in die Schranken weisen.

Die generellen und die individuellen Filter.

Ich verwende an meinem Windows-PC und Macbook keinen separaten Werbeblocker und auch keine Adblocker-Erweiterung mehr. Das ist nicht mehr nötig, seit Firefox in der Version 57 alias Quantum ordentlich zugelegt hat, was die Aktivitätenverfolgung angeht. Und die scheint ihre Wirkung nicht zu verfehlen: In meinem Blog sind die Adsense-Einnahmen seit Anfang Jahr deutlich zurückgegangen.

Steht etwa Firefox zwischen mir und gigantischen Werbeeinnahmen?

Ich führe das auf die Aktivitätenverfolgung von Firefox zurück. Denn wenn die Funktion aktiv ist, werden in diesem Blog hier die von Google geschalteten Banner komplett eliminiert. (Ob die Aktivitätenverfolgung immer aktiv ist oder nur bei privaten Fenstern greift, schaltet man übrigens in den Firefox-Einstellungen bei Datenschutz & Sicherheit im Abschnitt Schutz vor Aktivitätenverfolgung ein.) Da meine Website einen hohen Anteil von Firefox-Nutzern hat, scheint es mir nicht unplausibel, Mozilla für den Rückgang verantwortlich zu machen.

Zurück zum Thema: „Weniger ist auch mobil mehr“ weiterlesen

Raus geht, rein aber nicht

Tipps zur Datenportabilität, die uns vor der DSGVO beschert worden ist. Plus eine Einschätzung meinerseits über deren Nutzen.


Daten mitnehmen – so gehts

Keine Angst, ich werde euch hier einen Beitrag à la «So lacht das Internet über die DSGVO» ersparen, obwohl es genügend Anlässe dazu gäbe – siehe Tweets unten. Ich finde die Regelung gut, auch wenn sie für kleine Unternehmen durchaus zur Herausforderung werden kann. Selbst Blogger müssen offenbar überlegen, ob sie eine Datenschutzrichtlinie bereitstellen müssen. Sollte ich das beispielsweise tun? „Raus geht, rein aber nicht“ weiterlesen

Meine Strategie gegen den Facebook-Datenhunger

Eine hervorragende Methode, um seine Surfgewohnheiten geheimzuhalten ist, Facebook in den Container zu verschieben.

Wo man im Web sonst noch so herumhüpft, bleibt Herrn Zuckerberg verborgen. (Bild: Kaique Rocha/Pexels.com, CC0)

Im Nerdfunk haben wir in der Folge Das himmelblaue Chilbimonster den Facebook-Skandal analysiert. Kevin und ich sind zum Schluss gekommen, dass wir beide nicht in die #DeleteFacebook-Rufe einstimmen werden. Aber wir beide nutzen dieses datenhungrige Biest so, dass es uns nicht wehtun würde, wenn sämtliche dort gespeicherten Daten geklaut, verschachert oder öffentlich gemacht würden. Das heisst für mich, dass ich die allermeisten Dinge sowieso öffentlich poste und Beiträge verbreite, die ich auch über Twitter oder auf was für Kanälen auch immer verbreiten würde. Das heisst leider nicht, dass Facebook nicht trotzdem sehr viel über mich erfährt – und unter Umständen mehr, als mir lieb ist.

Nonprofit-Facebook?

Das hat zum einen mit der sozialen Struktur zu tun: Da man sich mit Leuten verbindet, ergibt sich eine Abbildung des Beziehungsgeflechts. Und die kann unter Umständen aufschlussreich sein und indirekte Rückschlüsse auf Gesinnung, politische Einstellungen und Vorlieben zulassen. „Meine Strategie gegen den Facebook-Datenhunger“ weiterlesen

Tracker von der Schiene werfen


Das Video und der Artikel bei Tagesanzeiger.ch.

Das Tracking ist so eine Sache, bei der man als Journalist und Webpublizist zu einer differenzierten Haltung gezwungen wird. Man kann es nicht in Bausch und Bogen verdammen, wenn man selbst für Medien arbeitet, die Daten über die Besucher erheben. Und wenn man (wie ich hier) eine Website mit Werbung betreibt, muss man sich seiner Doppelrolle bewusst sein. Ich habe ein Bein auf jeder Seite: Eines steht im Lager der Nutzer, die möglichst wenig getrackt werden wollen. Und das andere macht gemeinsame Sache mit Google. (Falls ein Bein gemeinsame Sache mit einem Internetkonzern machen kann.)

Das ist ein klassisches Dilemma. Aber es ist auch die ideale Voraussetzung für eine differenzierte Haltung. Deswegen verkünde ich im aktuellen Video nicht die Patentlösung für alle, sondern einen gestaffelten Ansatz: Vier Methoden für unterschiedliche Bedürfnisse:
„Tracker von der Schiene werfen“ weiterlesen

One trick fox

Firefox Focus, zu deutsch Firefox Klar, ist eine speziell auf Datenschutz getrimmte Variante des Browsers. Braucht es die wirklich?

Ich bin neulich einer Variante von Firefox begegnet, die Firefox Focus oder in Deutsch Firefox Klar heisst. (Warum bei iOS manche Programmnamen eingedeutscht werden, leuchtet mir nicht so richtig ein.) Es gibt diese Variante für iPhone und iPad und Android, und laut Heise.de handelt es sich um einen «minimalistischen Spezialisten mit Schwerpunkt auf Datenschutz».

Surfen mit Hut. (Bild: 1643606/pixabay.com, CC0)

Das erinnert an den Ghostery Privacy Browser (für Android und für iPhone/iPad). Und natürlich an den Brave Browser.

Ergibt ein Extra-Privatsphären-Browser wirklich Sinn?

Schon in meiner Kritik zu diesem Produkt habe ich die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoller wäre, die herkömmlichen Browser mit Funktionen zum Schutz der Privatsphäre auszurüsten. Die gibt es in Firefox bekanntlich auch – weswegen sich tatsächlich die Frage stellt, was diese Extra-Variante eigentlich soll. Die Begründung in der Beschreibung zum Browser lautet wie folgt:
„One trick fox“ weiterlesen

Die paranoide Art, Windows zu konfigurieren

O&O ShutUp10 ist ein nützliches Konfigurationsprogramm, das für Windows 10 viele nützliche Einstellungen an zentraler Stelle bereithält und es erlaubt, den Schutz der Privatsphäre zu verbessern.

Im Beitrag Microsofts Konfigurationssünden ausbügeln habe ich eine Besprechung von O&O ShutUp10 in Aussicht gestellt. Und hier kommt sie auch schon:

Das Programm will einem bei der optimalen Konfiguration von Windows 10 helfen. Das Ziel ist, die Privatsphäre so zu schützen, wie man sie als Nutzer geschützt wissen müsste. Das erklärt den Namen: Das Betriebssystem soll gefälligst keine persönlichen Dinge ausplaudern. Windows 10 hat in dieser Sache einen schlechten Ruf. Das hat natürlich mit Panikmache wie von RT zu tun, aber auch mit echten Verfehlungen von Microsoft.

Cloudskeptiker haben keine Freude

Die enge Anbindung an die Cloud, die Integration von Siri, die Werbung im Startmenü und in Standard-Apps von Windows 10 – da kommt bei Cloudskeptikern keine Freude auf.

Beim Klick auf eine Option erhält man eine kurze Beschreibung.

IMHO hätte es eine ganz einfache Lösung gegeben, wie Microsoft den Kritikern den Wind hätte aus den Segeln nehmen können. „Die paranoide Art, Windows zu konfigurieren“ weiterlesen

Microsofts Konfigurationssünden ausbügeln

Microsoft liefert sein Betriebssystem mit einigen unsinnigen Voreinstellungen aus. Das lässt sich zum Glück korrigieren.


Windows sinnvoll einrichten.

Neulich habe ich festgestellt, dass nach der Installation des Bitbox-Browsers (siehe Das Gegenteil vom Internet Explorer) Virtualbox nicht mehr funktionierte. Das ist zu erwarten, weil der Browser eine angepasste Version der Software installiert. Doch Virtuell ist essenziell, und darum wollte ich schnell die Systemwiederherstellung bemühen, um den vorherigen Zustand zu reaktivieren. Doch daraus wurde nichts: Die Systemwiederherstellung war nicht aktiv – und kein passender Systemwiederherstellungspunkt verfügbar.

Das war erstaunlich, denn ich war sicher, die Systemwiederherstellung nicht abgeschaltet zu haben. „Microsofts Konfigurationssünden ausbügeln“ weiterlesen

Der König der Tiere unter den Browsern

Der Brave-Browser verspricht mehr Schutz vor dem Tracking und stellt ein Zahlungsmodell für Webpublizisten bereit. Eine interessante Idee – aber gut genug, um gegen Chrome, Firefox, Safari und Edge anzukommen?

Dass mir kein Werbebanner in der Mähne hängen bleibt!

Gibt es neben Firefox und Chrome – plus den zu den Betriebssystemen gehörenden Browsern Safari und Edge – noch Bedarf für weitere Surfprogramme? Die Frage werden manche mit Ja beantworten, zum Beispiel die Macher von Opera (Der Browser der letzten Hoffnung) und Vivaldi (Die Aussenseiter punkten).

Ein Herz für Aussenseiter – und eine Verpflichtung zum Mainstream

Ich habe ein Herz für die Aussenseiter – nutze aber in meiner täglichen Arbeit dann doch den Mainstream, nämlich vor allem Firefox. Das hat natürlich auch mit Sachzwängen zu tun. Das CMS meines Arbeitgebers ist leicht exzentrisch, sodass man gut daran tut, es nicht auch noch mit ungewohnten Browsern zu trietzen. Und natürlich muss ich als Journalist die Mainstream-Programme gut kennen – diejnigen, an denen meine Leserinnen und Leser interessiert sind.

Die Marktzahlen zeigen jedenfalls ein klares Bild: Chrome, Firefox und Safari dominieren mit 59, 12,8 und 10,4 Prozent. Edge liegt noch hinter dem Internet Explorer zurück, was Microsoft zu denken geben müsste. Und Mozilla müsste zu denken geben, dass Firefox vom 31 Prozent im Januar 2010 auf gut ein Drittel abgestürzt ist. Aber das wird mit Firefox 57 jetzt vielleicht alles anders.

Die alternativen Browser kommen nur auf kleine Marktanteile

Die alternativen Browser spielen fast keine Rolle; Opera und Vivaldi werden noch nicht einmal ausgewiesen. Wenn man heute einen Browser in die Welt setzt, sollte man einen triftigen Grund und überzeugende Verkaufsargumente haben. Und eines fällt einem sofort ein: „Der König der Tiere unter den Browsern“ weiterlesen