Fusspilz statt Grippe

Ohne mein explizites Zutun hat es sich ergeben, dass ich mit den digitalen Patentrezept-Videos jeweils mit einem Sicherheitsthema ins neue Jahr starte. 2019 ging es um den Schutz vor Datendieben. 2018 waren die Massnahmen gegen Sicherheitslücken bei Mobil- und Desktopgeräten das Thema. 2017 stellte sich die Frage: Wurden Sie gehackt?

So schien es mir nicht verkehrt, 2020 mit Tipps zur Sicherheit bei Smartphones zu starten.

Wie üblich ist das ein weites Feld – und es gibt sehr viel, was man tun könnte und tun sollte. Da die meisten Nutzer (ich übrigens eingeschlossen) nur eine beschränkte Geduld mit solchen Empfehlungen haben und auch nicht endlos Zeit in die Absicherung der Geräte investieren wollen, habe ich versucht, mich auf die absolut wesentlichen Dinge zu beschränken und sie zu priorisieren. So kann jeder zumindest das Nötige tun und entscheiden, wie viel er von den weniger dringlichen Tipps beherzigen will.

Und das ist das Video mit den Tipps:


So bleibt das Smartphone sicher

Wie bei einem solchen Thema nicht anders zu erwarten, kann man in einem Video nicht im Detail erklären, wie die jeweiligen Massnahmen umgesetzt werden – zumal sich die Vorgehensweise davon abhängt, ob man es mit Android oder mit iOS zu tun hat. Und bei Android gibt es wiederum riesige Unterschiede, je nach Hersteller und Modell (darüber habe ich mich im Beitrag Android ist eine Fehlkonstruktion bitterlich beklagt).

Separate Anleitungen für die einzelnen Punkte habe ich im Tagi-Beitrag verlinkt (Abo+); hier die kurze Zusammenfassung:

Da der Beitrag trotz meinen Bemühungen recht lang ausgefallen ist, habe ich einen zweiten Teil ausgegliedert. Nämlich die beliebte Frage, ob man auf dem Smartphone einen Virenscanner braucht. Klar, die iPhone-Nutzer werden nur müde lächeln – aber wer mit einem Android-Gerät unterwegs ist, kann und darf sich diese Frage ernsthaft stellen.

Welchen Virenscanner man nutzen sollte, bleibt eine offene Frage. Ich habe dazu keine explizite Meinung. Denn es übersteigt leider meine Möglichkeiten, sinnvolle Vergleichstests durchzuführen. Andere tun das – aber man kann und darf sich fragen, welche Kriterien bei so einem Test wie gewichtet wurden. Denn selbst wenn man die Scanner echten Schadprogrammen aussetzt und überprüft, welcher sich wie schlägt, bleiben das Tests unter Laborbedingungen. Die lassen sich nur bedingt auf echte Alltagssituationen übertrgen.

Und man weiss als Betroffener eines Virenangriffs leider auch erst hinterher, mit welchem Schädling man es zu tun bekommen hat und welche Schutzsoftware dagegen geholfen hätte. Es ist ein bisschen wie im richtigen Leben: Man lässt die Grippe-Schutzimpfung über sich ergehen, um dann einen Fusspilz zu erwischen.

Schweren Herzens empfehle ich übrigens ein kostenpflichtiges Produkt. Früher habe ich jeweils gesagt, man könne sich gut mit einer der Gratisvarianten auf die Piste wagen, die es von den einschlägigen Anbietern (Bitdefender, Avast, Symantec, McAfee, AVG, etc.) gibt. Ich bin davon abgerückt – und zwar, weil ich im letzten Jahr bei mir und Kollegen gesehen haben, wie nervtötend aufdringlich diese Gratis-Produkte sich ständig in den Vordergrund drängen. Das will man nicht haben – darum ist es besser, für den Seelenfrieden ein paar Franken aufzuwerfen.

Beitragsbild: Pilze, aber ohne Fuss (Pixabay/Pexels, Pexels-Lizenz)

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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