Ein Fliessbandarbeiter für iOS

Workflow ist eine der von Apple speziell gepriesenen Apps von 2015, die ich auch in meinem Video zu den Überraschungen des letzten Jahres behandelt habe. Sie verdient an dieser Stelle jedenfalls eine etwas ausführlichere Besprechung.

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Links fixfertige Arbeitsabläufe in der Galerie, rechts einige der Befehle aus der Kategorie «Scripting».

Die App baut aus einzelnen Bestandteilen komplexe Arbeitsabläufe, die man per Play-Taste ausführt. Ähnlich wie Ifttt (siehe hier und hier) und doch anders: Es werden nämlich nicht nur Webdienste ausgewertet, sondern auch Arbeitsabläufe auf dem lokalen Gerät ausgeführt. Man könnte sagen: «If this then that» wurde hier mit Apples Automator verheiratet.

Was möglich ist, zeigt die Galerie: „Ein Fliessbandarbeiter für iOS“ weiterlesen

Wie das richtige Internet aussehen müsste


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

If this then that, ifttt.com, macht das Netz zur Automatisierungsmaschine. Einer meiner Lieblings-Webdienste: Er erinnert mich immer daran, dass das Web längst nicht so gut ist, wie es sein könnte. Die Daten bei Webdiensten und Apps liegen in Silos. Sie sind isoliert gespeichert und es gibt kaum Möglichkeiten, sie zu verknüpfen und zu einem grösseren Ganzen zu verbinden. Dafür gibt es zwei Gründe: Einen «guten» Grund und einen «schlechten». Der gute Grund ist der Datenschutz: Wenn man über die Grenzen eines Webdienstes hinweg mit seinen persönlichen Daten operiert, dann macht das den Schutz dieser Daten sehr viel schwieriger, als wenn sie ihr Silo nie verlassen oder sogar nur auf der eigenen, lokalen Festplatte gespeichert sind.

Der schlechte Grund ist das Marketing: „Wie das richtige Internet aussehen müsste“ weiterlesen

Wegen Dingen wie AppleScript habe ich Apple noch nicht abgeschrieben

Ein kleiner Tipp für Final Cut und ein grosser Seitenhieb auf Apple.

Ich gebe es ja zu – das ist ein enorm nerdiger Start in die Woche. Ich gehe sogar davon aus, dass dieser Beitrag so nerdig ist, dass er genau einen Menschen auf der Welt interessiert. Nämlich mich. Aber hey: Das hier ist ein Blog. Und zwar meines!

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Irgendwo in diesem Projekt sind auch ein paar Texte versteckt.

Es geht jedenfalls um Folgendes: Aus Gründen produziere ich vermehrt Videos mit Final Cut. Diese verwenden Einblender, und es ist nun mal eine traurige Tatsache, dass man sich bei denen oft vertippt. Ganz abgesehen davon, dass die völlig unbrauchbare Autokorrektur von OS X oft Fehler hineinbastelt. Besonders ärgerlich sind solche Tippfehler übrigens bei Youtube, weil man dort die Videodatei nicht austauschen kann. Wenn man den Fehler erst nachträglich bemerkt, muss man sich entscheiden, ob man ihn belässt. Oder ob man das Video neu publiziert und die bereits erfolgten Views verliert.
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Wenn Iftt, dann Zeitersparnis

If this then that ist ein wirklich cooler Webdienst.

Wie vor längerer Zeit beschrieben, verwende ich ihn, um meine Artikel über meinen Twitter-Bot @mschuessler zu verbreiten. Nun bin ich neulich über den Artikel 10½ clevere Rezepte für den genialen Dienst gestolpert, der einige spannende Iftt-Rezepte vorstellt, die vom GPS des Smartphones Gebrauch machen: Automatisch die Ankunftszeit im Büro in eine Google-Docs-Tabelle eintragen. Das Smartphone auf lautlos stellen, wenn man am Arbeitsplatz ankommt – solche Dinge sind echt genial.

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Nützliche Rezepte (links), beispielsweise zur automatischen Arbeitszeiterfassung.

Die Rezepte beziehen sich auf Android. Weil Googles Betriebssystem weniger abgeschottet ist, sind dort mehr Dinge möglich als beim iPhone. Dennoch – Rezepte mit Ortsbezug sind auch mit der If-App bei iOS erlaubt. „Wenn Iftt, dann Zeitersparnis“ weiterlesen

Simple Windows-Automatisierung

Splat ist ein nettes, kleines, kostenloses Automatisierungs-Tool für Windows. Es kann mehrere Programme aufs Mal starten, Ordnerfenster per Tastaturkürzel öffnen, Tasks beenden und solche Dinge – vieles, was man mit Systemmitteln oder der Batch-Programmierung auch erledigen könnte. Splat – der Name steht für Simple Program Launching and Termination und heisst in deutsch so viel wie «Platsch!» – ist seinerseits jedoch erfreulich simpel in der Anwendung.

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Drei Browser auf einen Klick (bzw. einen Tastaturbefehl).

Nach dem Start der Anwendung richtet man Profile ein. Das sind Sammlungen von Befehlen, die man manuell ausführen oder per Tastaturbefehl starten kann. Es ist auch möglich, auf dem Desktop eine Verknüpfung zu einem Profil anzulegen, das dann per Doppelklick gestartet wird.
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Ein etwas kraftloser Einstieg in die Powershell

Seit einiger Zeit schiebe ich den Plan vor mir her, mir die Windows-Powershell untertan zu machen. Die Powershell ist eine zeitgemässe Alternative zum Befehlsinterpreter cmd (siehe Das kleine Befehlszeilen-Vademekum), die viel mehr kann. Statt nacheinander ein paar Befehle abzuarbeiten, wie man es sich von den klassischen DOS-Batch-Dateien gewohnt ist, kann man via Powershell eigentliche Programme schreiben. Es gibt richtige Variablen, man kann mit regulären Ausdrücken hantieren und sogar COM-Objekte einbinden. Man kann über die Powershell auf Facebook posten oder twittern. Mit anderen Worten: Es tut sich ein weites Tummelfeld auf.

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Die Entwicklungsumgebung für Powershell-Scripts.

Nun haben meine bisher eher halbherzigen Versuche nicht gefruchtet. Ich habe mir darum gedacht, dass ich einen neuen Anlauf mit Hilfe eines vernünftigen Editors unternehmen sollte. Bei Windows 8 ist zwar nicht nur die PowerShell-Konsole mit dabei (zu starten über das Windows PowerShell-Icon), sondern auch eine einfache Entwicklungsumgebung. „Ein etwas kraftloser Einstieg in die Powershell“ weiterlesen

Ein Crashkurs fürs InDesign-Scripting

Das Scripting in InDesign erspart uns viele lästige Routinearbeiten und es hilft, alles aus der Layoutsoftware herauszukitzeln. Dazu muss man selbst kein Programmierer sein. Das Internet hält viele ausgeklügelte Scripts bereit, die Zeit sparen helfen und mehr Raum für die kreative Betätigung lassen.

Gregor Fellenz (indesignblog.com) ist Buchautor und Berater im Bereich der Automatisation. Er gibt uns in der neuen Folge von «Publisher Insiders» einen Crashkurs in der Nutzung der Scripts. Er erklärt, wo man Scripts im Netz findet, wie man sie in InDesign nutzt und via Extend Script Toolkit für eigene Bedürfnisse anpasst. Als Beispiel dient das Script, mit dem man Bildverknüpfungen für den Epub-Export bereinigt (zu finden auf indesignblog.com und bei publisher.ch).

Durchlauferhitzer für Podcasts

Neulich hat mich jemand gefragt, welche Podcasts ich so höre. Meine Antwort war: Lies mein Blog! Ich hoffe, dass die Person der Aufforderung gerade heute nachkommt. Weil heute hier die Übersicht der Podcasts, die ich höre, zu finden ist…

Aus Eitelkeit zuoberst: Die Eigenproduktionen
Radio Stadtfilter Digitalmagazin, Feed
Morgomatthias und seine Verschwörungstheorie der Woche, Feed

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Einmal alles durchhören, bitte!

Die, die ich nie verpasse
Windows Weekly (MP3), Feed „Durchlauferhitzer für Podcasts“ weiterlesen

Der Rede wert

Das Programm Synchronizer von Aborange nutze ich, seit ich Datensicherungen mache. Und weil ich früher zum Backupper wurde als zum Blogger, bin ich wahrscheinlich noch nie auf die Idee gekommen, das Programm ausführlich vorzustellen. Denn ein Instrument, das man seit Jahr und Tag klaglos nutzt, scheint irgendwie nicht der Rede wert.

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Die zu bewegenden Dateien.

Dabei ist doch genau das ein Grund, es einmal prominent zu erwähnen. Denn Synchronizer macht genau das, was es soll. Und es hat obendrein umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten. Was es allerdings nicht hat, ist eine fancy Benutzeroberfläche. Das Programm sieht so aus, wie Windows-Shareware-Programme ausgesehen haben, als noch niemand von Tablets, Apps, Flat Design und anderem neumöödigem Zeug geredet hat. (Apropos Oberfläche: Via Extras > Einstellungen kann man zwischen Standard und Office 2003 wählen. Von Office 2003 ist indes dringend abzuraten.)

Die Idee ist die übliche: Das Programm stellt Gleichstand zwischen zwei Verzeichnissen her. Das heisst: Die Dateien, die im einen Verzeichnis nicht oder in älterer Form vorhanden sind, werden kopiert. Nach der Aktion hat man in beiden Verzeichnissen die gleiche Zahl an Dateien des gleichen Inhalts.
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Textwäsche

Es ist unglaublich, wie viel Unfug man mit Texten anstellen kann. Und das meine ich jetzt noch nicht einmal inhaltlich – dort erstreckt sich das Feld der Missbrauchsmöglichkeiten unendlich in alle Richtungen. Nein, ich spreche von formalen Problemen: Doppelte Leerzeichen, unnötige harte Zeilenumbrüche, Leerzeilen, Zeichensalat – letzterer ist quasi unvermeidlich, wenn man es mit Texten zu tun bekommt, die per Mail übermittelt wurden. Hier werden Texte manchmal bis zur Unkenntlichkeit verhunzt, indem sie eingerückt, hart umbrochen und mit falschen Zeichencodierungen durchsetzt werden.

Hier hilft auf dem Mac ein Programm namens Textsoap. Es stellt eine Latte von automatischen Cleaners zur Verfügung – also gewissermassen Besen, mit denen man seine Texte ausscheuert. Diese Cleaners sind in zwölf Kategorien unterteilt. In der Kategorie Standard findet man die üblichen Methoden zur Bereinigung von Textdokumenten: Man entfernt mehrfache Leerzeilen, Zitat-Zeichen wie >, Tabulatoren, räumt Absätze auf, bereinigt die Anführungszeichen und und passt die Gross-/Kleinschreibung an.

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Den Text sauber schrubben.
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