Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan

Gibt es Software, die es nicht gibt? Sprich: Habt ihr ein Anliegen, für das ihr vergeblich nach einem Programm gesucht habt? Nebst dieser Frage geht es im Blogpost auch noch um ein exotisches Windows-Hilfsprogramm.

Man würde meinen, dass es Programme für alles gibt – gerade bei Windows. Zwar ist Windows nicht mehr das Betriebssystem mit der grössten Verbreitung: 2017 wurde der jahrelange Dominator von Android überholt. Trotzdem: Dieses Betriebssystem existiert seit 35 Jahren, und damit 23 Jahre länger als Android. Und Windows wird breiter eingesetzt, in Unternehmen, auf Servern, für professionelle Zwecke und zum Spass. Da würde man meinen, dass über die Jahre für jedes denkbare Problem eine Lösung in Form einer tollen Software entstanden ist.

Doch es passiert mir immer mal wieder, dass ich auf Probleme stosse, auf die es keine überzeugende Software-Antwort gibt – sondern allenfalls wilde Hacks oder ein dubioses Shareware-Programm, das seit zwanzig Jahren nicht mehr aktualisiert worden ist. Leider habe ich die Fälle nicht dokumentiert – dabei wäre das eine tolle Serie für dieses Blog hier geworden. Doch wenn ihr Beispiele habt, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren.

Heute geht es um ein Anliegen, das so halb in diese Kategorie fällt. „Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan“ weiterlesen

Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker

Eine heisse Empfehlung für einen aufgeräumten Download-Ordner: File Juggler verschiebt heruntergeladenen Dateien automatisch in den Ordner, wo sie hingehören.

Kennt ihr das Problem mit dem Download-Ordner? Dieser Ordner kann gemäss meiner Beobachtung zwei Zustände aufweisen:

  1. Total zugemüllt. Es finden sich Hunderte oder Tausende Dateien darin, die ihr Besitzer heruntergeladen, aber nie vernünftig verräumt hat.
  2. Leer, beziehungsweise penibel aufgeräumt. Wenn das der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass der Besitzer des fraglichen Downloadordners ein Sauberkeitsfanatiker ist, der sogleich nach dem Herunterladen hingeht und jede einzelne Datei in den dafür vorgesehenen Ordner verschiebt. Das verhindert das Chaos – aber es braucht leider auch viel Zeit.

Ich gehöre zur zweiten Sorte: Ich räume alle die Dateien, die in meinen Downloadordner wandern, sogleich an die richtige Stelle: PDF-Dateien in mein Artikel-Archiv oder in den Ordner mit dem Recherchematerial. Sicherheitskopien der Nerdfunk-Manuskripte aus Google Docs werden in meinen Nerdfunk-Ordner gesteckt. Backups meiner WordPress-Blogs gehören ins Backup-Verzeichnis. Und so weiter.

So herrscht jene Ordnung, die mir als leicht neurotisch veranlagtem Dateien-Mikromanagers zusagt. Der Nachteil ist, dass ich viel Zeit darauf verwende, Dateien aus diesem Download-Ordner an die richtige Stelle zu verschieben. „Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker“ weiterlesen

Ueli oder Keypirinha?

Im Beitrag Ueli, der Windows-Knecht habe ich ein Programm nicht nur für Windows, sondern auch für den Mac vorgestellt, mit dem man via Tastatur Programme starten, Websites aufrufen und viele Dinge mehr tun kann.

Nun hat sich gezeigt, dass diese Empfehlung bei den eingefleischten Tastaturakrobaten nur auf ein müdes Lächeln stiess. Auf Facebook schrieb einer meiner Freunde: «Hach, Quicksilver war noch viel cooler als Alfred… aber kuck mal Keypirinha an.»

Alfred ist ein Tastatur-Launcher für den Mac, den ich hier vorgestellt hatte. Quicksilver ebenso – und obwohl es in der Vergangenheitsform erwähnt wird, scheint es noch immer zu existieren. Die Entwicklung schreitet zwar nicht rasant voran und dass auf der Homepage als Beispiel iPhoto herhalten muss, wirft schon die Frage auf, ob dieses Projekt noch lebt.

Aber ein bisschen was tut sich noch: Letztes Jahr hat der Entwickler noch Unterstützung für die Touchbar eingebaut. Damit wäre das Programm ein heisser Kandidat für Leute, die noch immer gewillt sind, etwas mehr aus ihrer Touchbar herauszuholen. Wie im Beitrag Touchbar-Schabernack beschrieben, wird diese Apple-Errungenschaft vor allem für Unfug, nicht aber für produktive Zwecke genutzt.

Aber heute soll es um die zweite Empfehlung gehen: „Ueli oder Keypirinha?“ weiterlesen

So landet der Liebhaber automatisch rechtzeitig vor der Tür

Neulich ging es hier im Blog um die Möglichkeit, mittels NFC-Klebern Aktionen am Smartphone auszulösen. Ich habe eine App vorgestellt, mit der man die NFC-Chips am iPhone programmiert. Beim Newsnetz habe ich das Thema in einem Patentrezept-Video aufgegriffen. Daraufhin hat mich ein Kommentator mich auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, die Tags direkt mit iOS zu beschreiben.

Diese Funktion ist gut versteckt – und hat einiges an Potenzial, sowohl für Spielereien als auch für echte Verbesserungen. Man findet sie in der Kurzbefehle-App, wenn man unten in der Menüleiste Automation tippt.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Automationen für das iPhone oder iPad und solche für das Smart-Home.

Es gibt zwei Rubriken, nämlich Persönliche Automation erstellen: Die Aktion wird auf dem iPhone oder iPad ausgeführt. Es gibt auch die Variante Automation für das Zuhause erstellen. Mit der führt man Aktionen im smarten Heim aus. Zum Beispiel: Wenn jemand nach Hause kommt, schalte das Licht ein.

Aber zurück zu der persönlichen Automation: Man kann mit der nicht nur NFC-Chips beschreiben, sondern auch Kurzbefehle zu bestimmten Tageszeiten ausführen oder vom Wecker auslösen lassen und mit Orten verbinden. „So landet der Liebhaber automatisch rechtzeitig vor der Tür“ weiterlesen

Ein heisser Tipp für Tastaturakrobaten

HotkeyP ist wieder einmal eine schöne Leserempfehlung. Ich habe sie als Reaktion auf meinen Beitrag Wie nutzlos ist die Windows-Taste? erhalten. Bei dem ging es, dem Titel zum Trotz, um die Menütaste. Und die Empfehlung ist natürlich nahe liegend. Wenn die Menütaste von Haus aus nichts Vernünftiges tut, dann sollte man sie mit einem Hilfsprogramm dazu bringen, etwas Vernünftiges zu tun.

HotkeyP gibt es kostenlos, und das Programm gefällt mir schon mal gut: Es kommt ohne Installationsprogramm, nur in einer Zip-Datei verpackt. Das bedeutet, dass man selbst dafür zuständig ist, es in einen Programmordner zu versorgen und mit einer Verknüpfung im Startmenü auszustatten. Dafür weiss man schon mal, dass es nicht irgendwelche nutzlosen Dateien irgendwohin ballert und das ganze System mit nutzlosem Kram vollseucht. Das ist mir den Mehraufwand wert. „Ein heisser Tipp für Tastaturakrobaten“ weiterlesen

Der Screenshot-Alleskönner

Ich habe im Beitrag Pseudo-Fortschritt bei Windows neulich über die Screenshot-Möglichkeiten von Windows 10 geschrieben. Wie der Titel schon verrät, bin ich nicht begeistert von den Neuerungen. Auf Twitter hat mir Remo daraufhin das Windows-Programm ShareX empfohlen. Das sei dank vielen Automatisierungsmöglichkeiten ausgezeichnet auf die Bedürfnisse von Leuten zugeschnitten, die ständig Screenshots machen.

Versteht sich von selbst, dass ich dieses Programm sofort testen muss. Und in der Tat: Schon der erste Blick erstens eine schnörkellose Oberfläche. Und zweitens alle Funktionen, die man sich als professioneller Screenshotter wünschen könnte.

Im Aufnahmemenü stehen alle nur denkbaren Modi zur Auswahl. Von Vollbild über Fenster und Monitor bis hin zu exotischen Modi wie Autoaufnahme, Texterkennung und Scrollaufnahme – zu denen ich gleich noch kommen werde. Bei Fenster sind alle offenen Programmfenster aufgelistet, sodass man das gewünschte nur auszuwählen braucht. „Der Screenshot-Alleskönner“ weiterlesen

Wie das Internet deine Arbeit macht

Es gibt viele tolle Webdienste. Doch die verrichten ihr Werk meist isoliert, ohne mit anderen tollen Services im Web zu kooperieren. Schuld an diesem Zustand ist wahrscheinlich der alte Charles Darwin. Er, bzw. Herbert Spencer, hat beschlossen, dass der Tüchtige und nicht der Kooperative überlebt. Und seitdem scheint das eine gemachte Sache zu sein. So gibt es denn viele Datensilos im Web, aber nur wenige Schnittstellen, mit denen man die Anwendungen zu harmonischer Zusammenarbeit bewegen könnte.

Nun, es gibt Versuche, diese Dienste zum Zusammenwirken zu zwingen. Respektive einen Austausch von aussen herbeizuführen. Mit der Hilfe von Dritten werden Web-Anwendungen zusammengestrickt, selbst wenn sie von Haus aus keine Verbindungsaufnahme ermöglichen. Ein Beispiel, das ich in diesem Blog öfters angeführt habe, ist If this then that. Nach dem Prinzip Wenn (am einen Ort) das passiert, mache (am anderen Ort) jenes richtet man Automatisierungen ein: Wenn Iftt, dann Zeitersparnis, habe ich die Sache seinerzeit auf den Punkt gebracht. Ich nutze beispielsweise einen persönlichen Twitter-Bot. Und logge auch Arbeitszeiten mittels Ifttt.

Eine interessante Anwendung ist auch Ellp, die, wie hier beschrieben, das Ifttt-Prinzip auf Windows überträgt. Wobei man das im Präteritum formulieren müsste: Im Oktober 2018 hat das Unternehmen aufgegeben. Man kann die Software noch weiter benutzen, doch sie wird nicht mehr fortgeführt.

Im Netz feiert das Ifttt-Prinzip allerdings fröhliche Urständ.  „Wie das Internet deine Arbeit macht“ weiterlesen

Siri auf Steroiden


So erledigt Siri die Drecksarbeit.

Ich hadere oft mit Apple – aber manchmal gelingt es diesem Unternehmen, das sich selbst für das schönste, innovativste und wichtigste hält (und es gemäss dem Börsenwert auch ist), mich auch wieder versöhnlich zu stimmen. Zum Beispiel, wenn es Dinge wie Apple Script und Automator hegt und pflegt. Man kann sich fragen, wie viele Leute solche Nischen-Features wirklich produktiv einsetzen und ob das den Aufwand wert ist. Ich selbst nutze sie nicht so oft, wie ich gern würde. Es fehlt mir dann doch die Zeit, perfekte Automatisierungslösungen zu stricken. Aber egal: Ich finde toll, dass es sie gibt und dass Apple mit seinen Produkten zwar sehr oft auf den Mainstream zielt (Stichwort Animoji), dann aber doch auch Spass an schrägem Nerdzeugs zu haben scheint.

Darum war ich sehr auf iOS 12 gespannt. Bei dem Betriebssystem-Update sollte die alte Workflow-App, die mich schon von Anfang an faszinierte, eine Wiedergeburt erleben. „Siri auf Steroiden“ weiterlesen

Das Screenshot-Chaos entschärfen

Ich weiss, ihr seid ihm überdrüssig – meinem Herumgereite auf den Mängeln von iPhone und iPad (Nein, das iPad ist kein Profi-Gerät). Aber da ich unglaublich konstruktiv an die Sache herangehe, werdet ihr auch heute weiterlesen. Da bin ich mir sicher.

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Die Screenshots-App räumt alte Bildschirmfotos weg.

Also, es geht um einen Nebenaspekt, nämlich um die Screenshots. Wie diverse Male ausgeführt, stört mich, dass die in der Mediathek zwischen den normalen Fotos landen und nicht in einer separaten Ablage, zum Beispiel in der Dateien-App. Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich möchte zwischen meinen Familienfotos keine App-Screenshots haben, die ich für berufliche Zwecke anfertige. Es geht um die Trennung von beruflichen und privaten Daten – eine simple und einleuchtende Forderung, die sich mit dem iPhone aber nicht so richtig gut umsetzen lässt. Tipps dazu gibt es trotzdem, nämlich im Beitrag Nutz doch deinen eigenen Kram!.

Die App Screenshots (Kostenlos fürs iPhone) entschärft die Lage ein bisschen. „Das Screenshot-Chaos entschärfen“ weiterlesen

Die App fürs perfekte Alibi

Ich habe hier beschrieben, wie Ifttt automatisch Ankunft an, bzw. Aufbruch von einem bestimmten Ort in eine Google-Docs-Tabelle einträgt. Damit kann man seine Neugierde befriedigen oder eine rudimentäre Arbeitszeiterfassung einrichten.

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Die Kartenansicht links, die Historie rechts. (Nein, ich gehe nicht so oft einkaufen. Erfasst werden hier auch die Passagen auf dem Hinweg zur und dem Heimweg von der Arbeit. Und sicher war ich nicht 17 Stunden am Stück in der Migros.)

Aber es geht auch luxuriöser, nämlich mit Geofency (3 Franken für iPhone und Apple Watch). Diese App erfasst die Präsenz an Orten, die man als überwacht definiert oder an denen man sich häufig aufhält. Und sie tut das, ohne dass man sich irgendwie ein- oder austragen müsste.

Das erlaubt es einem einerseits nachzuvollziehen, wann man wo war. Ich stelle mir das ganz praktisch vor, wenn man plötzlich auf den Polizeiposten zitiert wird und dort zwecks Alibi Auskunft geben sollte, was man an dem Samstagnachmittag vor drei Monaten um 14:18 Uhr genau getrieben hat. Falls man dann nicht gerade wirklich ein Schwerverbrechen begangen hat, wird es unter Umständen schwierig sein, das überhaupt zu rekonstruieren.

Andererseits zeigt einem die App, wann man die vorgesehene Arbeitszeit abgehockt hat und ohne schlechtes Gewissen und Rechtfertigungsdruck gegenüber Chef und Kollegen nach Hause gehen darf. „Die App fürs perfekte Alibi“ weiterlesen