Ein heisser Tipp für Tastaturakrobaten

HotkeyP ist wieder einmal eine schöne Leserempfehlung. Ich habe sie als Reaktion auf meinen Beitrag Wie nutzlos ist die Windows-Taste? erhalten. Bei dem ging es, dem Titel zum Trotz, um die Menütaste. Und die Empfehlung ist natürlich nahe liegend. Wenn die Menütaste von Haus aus nichts Vernünftiges tut, dann sollte man sie mit einem Hilfsprogramm dazu bringen, etwas Vernünftiges zu tun.

HotkeyP gibt es kostenlos, und das Programm gefällt mir schon mal gut: Es kommt ohne Installationsprogramm, nur in einer Zip-Datei verpackt. Das bedeutet, dass man selbst dafür zuständig ist, es in einen Programmordner zu versorgen und mit einer Verknüpfung im Startmenü auszustatten. Dafür weiss man schon mal, dass es nicht irgendwelche nutzlosen Dateien irgendwohin ballert und das ganze System mit nutzlosem Kram vollseucht. Das ist mir den Mehraufwand wert. „Ein heisser Tipp für Tastaturakrobaten“ weiterlesen

Der Screenshot-Alleskönner

Ich habe im Beitrag Pseudo-Fortschritt bei Windows neulich über die Screenshot-Möglichkeiten von Windows 10 geschrieben. Wie der Titel schon verrät, bin ich nicht begeistert von den Neuerungen. Auf Twitter hat mir Remo daraufhin das Windows-Programm ShareX empfohlen. Das sei dank vielen Automatisierungsmöglichkeiten ausgezeichnet auf die Bedürfnisse von Leuten zugeschnitten, die ständig Screenshots machen.

Versteht sich von selbst, dass ich dieses Programm sofort testen muss. Und in der Tat: Schon der erste Blick erstens eine schnörkellose Oberfläche. Und zweitens alle Funktionen, die man sich als professioneller Screenshotter wünschen könnte.

Im Aufnahmemenü stehen alle nur denkbaren Modi zur Auswahl. Von Vollbild über Fenster und Monitor bis hin zu exotischen Modi wie Autoaufnahme, Texterkennung und Scrollaufnahme – zu denen ich gleich noch kommen werde. Bei Fenster sind alle offenen Programmfenster aufgelistet, sodass man das gewünschte nur auszuwählen braucht. „Der Screenshot-Alleskönner“ weiterlesen

Wie das Internet deine Arbeit macht

Es gibt viele tolle Webdienste. Doch die verrichten ihr Werk meist isoliert, ohne mit anderen tollen Services im Web zu kooperieren. Schuld an diesem Zustand ist wahrscheinlich der alte Charles Darwin. Er, bzw. Herbert Spencer, hat beschlossen, dass der Tüchtige und nicht der Kooperative überlebt. Und seitdem scheint das eine gemachte Sache zu sein. So gibt es denn viele Datensilos im Web, aber nur wenige Schnittstellen, mit denen man die Anwendungen zu harmonischer Zusammenarbeit bewegen könnte.

Nun, es gibt Versuche, diese Dienste zum Zusammenwirken zu zwingen. Respektive einen Austausch von aussen herbeizuführen. Mit der Hilfe von Dritten werden Web-Anwendungen zusammengestrickt, selbst wenn sie von Haus aus keine Verbindungsaufnahme ermöglichen. Ein Beispiel, das ich in diesem Blog öfters angeführt habe, ist If this then that. Nach dem Prinzip Wenn (am einen Ort) das passiert, mache (am anderen Ort) jenes richtet man Automatisierungen ein: Wenn Iftt, dann Zeitersparnis, habe ich die Sache seinerzeit auf den Punkt gebracht. Ich nutze beispielsweise einen persönlichen Twitter-Bot. Und logge auch Arbeitszeiten mittels Ifttt.

Eine interessante Anwendung ist auch Ellp, die, wie hier beschrieben, das Ifttt-Prinzip auf Windows überträgt. Wobei man das im Präteritum formulieren müsste: Im Oktober 2018 hat das Unternehmen aufgegeben. Man kann die Software noch weiter benutzen, doch sie wird nicht mehr fortgeführt.

Im Netz feiert das Ifttt-Prinzip allerdings fröhliche Urständ.  „Wie das Internet deine Arbeit macht“ weiterlesen

Siri auf Steroiden


So erledigt Siri die Drecksarbeit.

Ich hadere oft mit Apple – aber manchmal gelingt es diesem Unternehmen, das sich selbst für das schönste, innovativste und wichtigste hält (und es gemäss dem Börsenwert auch ist), mich auch wieder versöhnlich zu stimmen. Zum Beispiel, wenn es Dinge wie Apple Script und Automator hegt und pflegt. Man kann sich fragen, wie viele Leute solche Nischen-Features wirklich produktiv einsetzen und ob das den Aufwand wert ist. Ich selbst nutze sie nicht so oft, wie ich gern würde. Es fehlt mir dann doch die Zeit, perfekte Automatisierungslösungen zu stricken. Aber egal: Ich finde toll, dass es sie gibt und dass Apple mit seinen Produkten zwar sehr oft auf den Mainstream zielt (Stichwort Animoji), dann aber doch auch Spass an schrägem Nerdzeugs zu haben scheint.

Darum war ich sehr auf iOS 12 gespannt. Bei dem Betriebssystem-Update sollte die alte Workflow-App, die mich schon von Anfang an faszinierte, eine Wiedergeburt erleben. „Siri auf Steroiden“ weiterlesen

Das Screenshot-Chaos entschärfen

Ich weiss, ihr seid ihm überdrüssig – meinem Herumgereite auf den Mängeln von iPhone und iPad (Nein, das iPad ist kein Profi-Gerät). Aber da ich unglaublich konstruktiv an die Sache herangehe, werdet ihr auch heute weiterlesen. Da bin ich mir sicher.

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Die Screenshots-App räumt alte Bildschirmfotos weg.

Also, es geht um einen Nebenaspekt, nämlich um die Screenshots. Wie diverse Male ausgeführt, stört mich, dass die in der Mediathek zwischen den normalen Fotos landen und nicht in einer separaten Ablage, zum Beispiel in der Dateien-App. Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich möchte zwischen meinen Familienfotos keine App-Screenshots haben, die ich für berufliche Zwecke anfertige. Es geht um die Trennung von beruflichen und privaten Daten – eine simple und einleuchtende Forderung, die sich mit dem iPhone aber nicht so richtig gut umsetzen lässt. Tipps dazu gibt es trotzdem, nämlich im Beitrag Nutz doch deinen eigenen Kram!.

Die App Screenshots (Kostenlos fürs iPhone) entschärft die Lage ein bisschen. „Das Screenshot-Chaos entschärfen“ weiterlesen

Die App fürs perfekte Alibi

Ich habe hier beschrieben, wie Ifttt automatisch Ankunft an, bzw. Aufbruch von einem bestimmten Ort in eine Google-Docs-Tabelle einträgt. Damit kann man seine Neugierde befriedigen oder eine rudimentäre Arbeitszeiterfassung einrichten.

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Die Kartenansicht links, die Historie rechts. (Nein, ich gehe nicht so oft einkaufen. Erfasst werden hier auch die Passagen auf dem Hinweg zur und dem Heimweg von der Arbeit. Und sicher war ich nicht 17 Stunden am Stück in der Migros.)

Aber es geht auch luxuriöser, nämlich mit Geofency (3 Franken für iPhone und Apple Watch). Diese App erfasst die Präsenz an Orten, die man als überwacht definiert oder an denen man sich häufig aufhält. Und sie tut das, ohne dass man sich irgendwie ein- oder austragen müsste.

Das erlaubt es einem einerseits nachzuvollziehen, wann man wo war. Ich stelle mir das ganz praktisch vor, wenn man plötzlich auf den Polizeiposten zitiert wird und dort zwecks Alibi Auskunft geben sollte, was man an dem Samstagnachmittag vor drei Monaten um 14:18 Uhr genau getrieben hat. Falls man dann nicht gerade wirklich ein Schwerverbrechen begangen hat, wird es unter Umständen schwierig sein, das überhaupt zu rekonstruieren.

Andererseits zeigt einem die App, wann man die vorgesehene Arbeitszeit abgehockt hat und ohne schlechtes Gewissen und Rechtfertigungsdruck gegenüber Chef und Kollegen nach Hause gehen darf. „Die App fürs perfekte Alibi“ weiterlesen

Ifttt beim Roomba. Oder doch nicht

In unserem Haushalt gibt es seit einiger Zeit einen Angestellten für die Bodenpflege. Er wird nicht entlohnt und auch nicht unbedingt wie ein Familienmitglied behandelt – aber das wäre auch übertrieben, da es sich um eine Maschine handelt; den Saugroboter Roomba 980 von iRobot, (hier vorgestellt). Immerhin hat er einen Namen: Er heisst nämlich Saugbert II, ist aber nicht getauft.

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Links: Ja bitte: Die ganze Twitterosphäre muss wissen, wenn meine Wohnung gesaugt wurde.
Rechts: Das ist auch noch nett. In der Roomba-App rapportiert der Roboter, wo er überall gesaugt hat. Das ist ein ziemlich akkurater Grundriss unserer Wohnung und bei den weissen Flächen stehen in aller Regel Möbel im Weg

Wie auch immer: Saugbert II macht seine Sache ganz gut, wobei es in der Familie gewisse Meinungsverschiedenheiten darüber gibt, ob man die von Saugbert ignorierten Ecken nun noch selbst sauberkeitsmässig perfektionieren müsste oder nicht. Aber darum geht es an dieser Stelle nicht. Stattdessen sollen hier die Fortschritte erwähnt werden, die Saugbert II inzwischen gemacht hat. Er ist nmlich, wie sich das für ein modernes Gadget gehört, smart. Das heisst, er kommuniziert via WLAN mit der Welt, und er lässt sich per App steuern.

Die App war anfänglich aber eine Enttäuschung. Dank WLAN konnte man Saugbert zwar von überallher administrieren und zum Putzen aufbieten. Aber das wars dann auch schon. Eine weitergehende Kooperation mit dem smarten Home war mit Saugbert II nicht zu machen.

Das ist seit Kurzem besser geworden: „Ifttt beim Roomba. Oder doch nicht“ weiterlesen

Ein Quäntchen Smartheit fürs Eigenhome

Dumme Geräte smart machen: Das ist mit dem Wifi-Switch von MyStrom vergleichsweise einfach möglich. Die Idee ist ja nicht neu, aber dieser Adapter hier macht nun einen ausgegorenen Eindruck. Und er ist mit 39 Franken preiswert genug, um ihn auf Verdacht hin zu erwerben. (Ich habe ihn als Testgerät von Digitec erhalten, werde ihn aber kaufen und weiter benutzen.)

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Die Steuerung in der App mit den Steuerungsoptionen. (Der Stromverbraucher ist das Macbook Pro, an dem dieser Text gerade geschrieben wird.)

Besonders praktisch ist die Integration mit Homekit von Apple. Sie erlaubt es, Geräte über das Kontrollcenter von iOS-Geräten zu steuern oder auch Siri zu benutzen. Und eben: Man kann mit Ifttt spielen und er dockt auch an ein Ding namens Swisscom Internet Box an. Was immer das sein mag.

Die Inbetriebnahme des Adapters war in meinem Fall etwas komplizierter als in der Anleitung beschrieben. „Ein Quäntchen Smartheit fürs Eigenhome“ weiterlesen

Das Ifttt-Prinzip für Windows

Es ist den Leserinnen dieses Blogs wahrscheinlich nicht verborgen geblieben, dass ich eine gewisse Schwäche für Ifttt.com habe. Wie das richtige Internet aussehen müsste, Wenn Iftt, dann Zeitersparnis, Ein Vorgeschmack auf das Internet der Dinge und Mein ganz persönlicher Twitter-Bot sind alles Beiträge, die diesen Dienst in den Himmel jubeln. Naja, oder zumindest nüchtern dessen Vorteile herausstreichen.

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Hey Leute auf Facebook, seht her, was ich hier gefunden habe: Ein Ding, dass dafür sorgt, dass ich nicht mehr so viel Zeit auf Facebook verplempere!

Da konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, Ellp anzusehen. Das ist eine Windows-App, die augenscheinlich von Iftt inspiriert wurde. Sie will auf dem lokalen Computer nach dem gleichen Prinzip Automatisation ermöglichen – und zwar, ohne das böse Wort «Automatisation» zu verwenden. Das klingt nämlich nach Fabrik, Robotern und entlassenen Arbeitern. Und im Zusammenhang mit dem Computer denkt man an komplizierte Makros und an «Runtime Errors».
„Das Ifttt-Prinzip für Windows“ weiterlesen

DIVs, so weit das Auge reicht

Neulich hatte ich eine nette Diskussion mit Herrn Mumprecht vom SMD. SMD ist die Schweizer Mediendatenbank, die Artikel von den grossen Schweizer Medien durchsuchbar bereithält. Es ging um HTML.

Ich gebe ja zu, ich diesbezüglich etwas exzentrisch gestrickt. Ein Chaos in der Wohnung lässt mich kalt. So lange man sich einen Weg zum Kühlschrank bahnen kann, ist alles okay. Aber aufgeblähter HTML-Code geht mir gegen den Strich.

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So kann man HTML natürlich auch machen.

Nun ist es so, dass ich seit Jahren ein Archiv meiner Artikel unterhalte. Einerseits als Datenbank, andererseits als Text und PDF. Das tue ich aus diversen Gründen: Zur Pflege meines Portfolios, für die ProLitteris und vermutlich auch aus einem womöglich fehlgeleiteten Berufsstolz heraus. Aber man will ja jederzeit in der Lage sein herauszufinden, was man vor x Jahren zu diesem oder jenem Thema für einen Unfug verbreitet hat.

Schliesslich vereinfacht ein schönes Archiv auch Zweitverwertungen, zum Beispiel in Buchform. Die (inzwischen leider vom Fortschritt überholten) Kummerbox-Bücher haben sich so mit vergleichsweise geringem Aufwand produzieren lassen. Es braucht im Wesentlichen nämlich nur einen Copy-Befehl:
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