Was sehr lange währt, wird richtig gut

Kürzlich ist Inkscape 1.0 erschienen – nach der vermutlich längsten Betaphase aller Zeiten. Grund für eine Laudatio.

Heute geht es weniger um eine Software – als vielmehr um die Würdigung einer bemerkenswerten Ausdauerleistung. Es gilt zu berichten, dass Inkscape in der Version 1.0 erschienen ist. Inkscape ist ein quelloffenes Programm zur Bearbeitung von Vektorgrafiken, das in etwa mit Adobe Illustrator zu vergleichen ist.

Die Veröffentlichung der Version 1.0 geschah am 4. Mai 2020. Sie ist deswegen bemerkenswert, weil es das Programm seit November 2003 gibt. Mit anderen Worten: Es war fast 17 Jahre lang in einer 0.x-Version erhältlich. Eine Versionsnummer mit einer Null am Anfang assoziiert man mit einem unfertigen, noch in der Testphase befindlichen Softwareprodukt.

Man nennt das auch Betaphase. Und Inkscape dürfte eine der längsten Betaphase in der Softwaregeschichte durchlaufen haben. „Was sehr lange währt, wird richtig gut“ weiterlesen

Fünf grossartige Tricks für Firefox

Es gibt genügend Gründe, nicht den Chrome-Browser von Google zu verwenden. Einige davon gibt es in dieser hochkarätigen Tippsammlung.

Ich bin kein Missionar. Aber wenn ich einer wäre, dann würde ich versuchen, all die Chrome-Anwender zu bekehren. Denn es gibt drei Gründe, Chrome nicht zu verwenden: Erstens, weil er von Google kommt und er Google hilft, das Web zu dominieren. Zweitens, weil er nicht besonders benutzerfreundlich ist. Und drittens, weil Firefox besser ist.

Um das zu begründen, einige Tipps zu Firefox:

Die unglaublich nützliche, schnelle Suche

In den Einstellungen bei Suche im Abschnitt Ein-Klick-Suchmaschinen lassen sich Schlüsselwörter für die hinterlegten Suchmaschinen einrichten (Schneller googeln und bingen geht nicht). Ich habe beispielsweise das Schlüssel-«Wort» w für Wikipedia hinterlegt. Damit kann ich einfach und schnell beim freien Lexikon suchen. Dazu verwende ich das Kürzel und den Suchbegriff, also zum Beispiel: „Fünf grossartige Tricks für Firefox“ weiterlesen

Die Lösung für alle Probleme. Nur leider läuft sie nicht auf dem Smartphone

Boris und ich haben ein Problem, das ihr vielleicht auch kennt: Es sind die Nachrichten, die man nicht beantwortet, weil man sich nicht mehr erinnern kann, in welcher App man sie eigentlich bekommen hat.

Gibt es Softwareprogramme, die es nicht gibt? Das war die Frage in meinem Blogpost Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan. Ich wollte wissen, ob Ihr in eurem Alltag für alle wesentlichen Aufgaben eine passende Anwendung gefunden habt oder ob es Lücken gibt – Dinge, die ihr entsprechend nur auf Umwegen oder gar nicht vernünftig erledigt bekommt.

Die Resonanz auf die Frage war nicht riesig. Ich schliesse daraus, dass die Lücken im Angebot relativ klein sind. Die meisten Leute haben offenbar ein  Instrumentarium zur Hand, mit dem sie einigermassen zufrieden sind. Und das ist gut zu wissen.

Ein paar interessante Antworten gab es – und zwar ausschliesslich auf Facebook. (Was, nebenbei bemerkt, überraschend ist. Früher kamen die spannenden Inputs eher auf Twitter herein.)

Boris schreibt: „Die Lösung für alle Probleme. Nur leider läuft sie nicht auf dem Smartphone“ weiterlesen

Trick 17 für Webvideos

Eine nützliche neue Funktion in Firefox – die auch in Safari und mit etwas Trickserei, sogar in Chrome und Edge zur Verfügung steht.

Seit Firefox Version 71 gibt es die nützliche Funktion, die Mozilla Bild-im-Bild nennt. Die Bezeichnung ergibt meines Erachtens keinerlei Sinn: Ich verstehe darunter ein Fernsehbild, in das ein kleineres Video eingeklinkt ist.

Dank Wikipedia wissen wir sogar, dass die US-Fernsehzuschauer das zum ersten Mal bei den olympischen Spielen 1976 zu sehen bekommen haben. Bei der Eröffnung wurde eine Nahaufnahme der olympischen Flamme eingeblendet. 1983 konnten die Besitzer teurer Philips-Fernsehgeräte selbst ein zweites Programm auf den Bildschirm bringen; wenn ich den Beitrag richtig verstanden habe, musste man dafür aber einen Extra-Receiver anschliessen. Alles reichlich kompliziert – da verwendet man heute lieber das Smartphone als second screen.

Wie auch immer: Was Mozilla meint, ist eine Art Popout-Funktion: Man kann ein Webvideo aus der Website herauslösen. Es lässt sich nicht nur ausserhalb der Webseite platzieren, sondern auch ausserhalb des Browserfensters.

Das ist überaus praktisch: Man kann ein Video verfolgen, ohne dass man den Reiter mit der dazugehörigen Website offen halten müsste. „Trick 17 für Webvideos“ weiterlesen

Apple Music ist ein bisschen wie TKKG

Der zweite Teil meines grossen Vergleichs von Spotify und Apple Music: Was haben die Streamingdienste abseits der Musik, bei Hörspielen und Hörbüchern zu bieten?

Letzte Woche habe ich einen knallharten Vergleich von Spotify und Apple Music durchgeführt. Das Fazit ist eindeutig: Apple Music ist brauchbar; und vor allem dann überlegen, wenn man Songs aus der Mediathek mit dem Streaming-Angebot kombinieren möchte.

Nun gibt es bei beiden Streaming-Anbietern nebst der Musik auch ein Zusatzprogramm. Spotify hat eine regelrechte Podcast-Offensive lanciert. Es gibt bei Spotify auch Hörbücher, was ich sehr schätze, aber trotzdem wenig nutze – einfach, weil ich mit Audible trotz aller Kritik (hier, hier, hier oder hier) nach wie vor gut bedient bin.

Apple Music hat seinerseits Beats 1 an Bord. Das ist ein Radiosender, der rund um die Uhr sendet (wobei das Programm der ersten zwölf Stunden während den zweiten zwölf Stunden wiederholt wird). Mit dem kann ich gar nichts anfangen: Jedes Mal, wenn ich mich eingeschaltet habe, kam Hip Hop – worauf ich auch gleich wieder weg war. „Apple Music ist ein bisschen wie TKKG“ weiterlesen

Eine PDF-App, die nur wenige Wünsche offen lässt

I love PDF ist eine App, die als das Ei des Kolumbus in Sachen PDF gelten darf. Mit einer Einschränkung, allerdings.

Habe ich nun endlich die PDF-Anwendung gefunden, die mir alle Wünsche erfüllt? Diese Hoffnung ist neulich bei mir aufgekeimt, nachdem ich I love PDF entdeckt hatte. Das ist ein Webdienst, der ganz ähnlich funktioniert wie die diversen Dienste, die an dieser Stelle bereits vorgestellt wurden.

Das Alleinstellungsmerkmal besonderes Merkmal¹ besteht nun darin, dass I love PDF nicht nur online zur Verfügung steht, sondern für den Offline-Gebrauch auch für den Desktop, also Windows und Mac und für die mobilen Plattformen: Für Android und fürs iPhone und iPad.

Einem ersten, kritischen Blick hält die App stand: Es gibt vier Bereiche, die alles abzudecken scheinen, was man braucht: „Eine PDF-App, die nur wenige Wünsche offen lässt“ weiterlesen

Ein sinnvolles Hobby für unsere PCs und Macs

Bei den Ausserirdischen fängt es an – und mit der Bekämpfung von Covid-19 hört es hoffentlich noch längst nicht auf: Das Potenzial des vernetzten Rechnens.

Das Prinzip des verteilten Rechnens ist euch sicher bekannt: Statt eines einzigen gigantomanischen Supercomputers verwendet man viele normale Computer, die sich parallel an einer Teilaufgabe zu schaffen machen. Der Clou dabei: Diese Computer erledigen diese Aufgabe nebenbei; quasi als Hobby.

Dieses Prinzip ist nicht neu. Das bekannteste Projekt ist Seti@home. Das läuft bzw. lief seit Mai 1999. Ich bin irgendwann anfangs 2001 dazugestossen. Am 19. Februar 2001 habe ich im Artikel «Von Freund zu Freund tauschen» Folgendes geschrieben: „Ein sinnvolles Hobby für unsere PCs und Macs“ weiterlesen

Der Konfigurations-Holzhammer fürs iPhone und iPad

Configurator 2 hilft bei der Konfiguration von iOS-Geräten. Die App ist für Unternehmen und Organisationen ausgelegt, doch sie hilft auch in Haushalten weiter, in denen unbotmässig viele iPhones und iPads im Einsatz sind.

Bei den Recherchen für mein Patentrezept-Video zur Perfektionierung des Homescreens habe ich Apple Configurator 2 entdeckt. Das ist ein Programm für den Mac, das kostenlos im Mac App-Store zu haben ist. Es ist dazu da, iOS-Geräte zu konfigurieren. Man schliesst ein iPhone, iPad, iPod Touch oder Apple TV per USB an und wählt Einstellungen, installiert oder deinstalliert Apps, stellt Daten bereit und ähnliche Dinge.

Configurator 2 ist nicht für die Normalanwender gedacht, sondern für Unternehmen, Schulen oder andere Organisationen, die eine grössere Anzahl Geräte in Anwendung haben. Vielleicht könnte man die App auch eine MDM-Lösung für Arme nennen. „Der Konfigurations-Holzhammer fürs iPhone und iPad“ weiterlesen

Gimp ist noch immer keine Schönheit – aber ein echter Schwerarbeiter

Wie hat sich Gimp mit den letzten Versionen entwickelt? Über die Funktionen müssen wir nicht diskutieren – das Programm kann alles, was man braucht. Darum geht es hier um Performance, Oberfläche und Bedienung.

Ich habe mir erlaubt, diesen Beitrag hier mit Lesertipp zu taggen. Und das, obwohl der Tipp nicht an mich persönlich gerichtet war und Gabi Salvisberg meines Wissens auch nicht zu den regelmässigen Leserinnen dieses Blogs gehört. Aber vielleicht lässt sich das mit dezenten Erwähnung hier ändern.

Unzweifelhaft ist, dass ihr Tipp bei mir auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Ich gehöre zu den Leuten, die sich Gimp unbedingt wieder einmal ansehen sollten. Mein letzter Stand, was diese Software angeht, stammt ungefähr aus dem Jahr 2014, wo ich ein Video mit Peter Jäger von Pre2media zu alternativen Bildbearbeitungsprogrammen mit professionellem Anspruch gemacht habe. 2012 habe ich es im Rahmen unserer damaligen «Daily Digital»-Rubrik für die iPad-App des Tagesanzeigers, selbst vorgestellt.

Die Quintessenz war für mich immer die gleiche: „Gimp ist noch immer keine Schönheit – aber ein echter Schwerarbeiter“ weiterlesen

Fünf heisse Tipps für Catalina

Mac OS X 10.15 alias Catalina hat uns einigen Kummer bereitet. Doch zur Versöhnung hat Apple auch einige kleinere Verbesserungen eingebaut, die es in sich haben. Die fünf besten gibt es hier.

 Fenster einfacher anordnen

Fenster anordnen und verschieben.

Den Trick habe ich vor Kurzem selbst entdeckt und dann bei «The Verge» gelesen: Wenn man den Mauszeiger bei Mac OS 10.15 alias Catalina in der linken oberen Ecke eines Fensters auf dem grünen Maximieren-Knopf platziert, erscheint ein Popup-Menü.

Es bietet den Befehl zum Maximieren an. Aber nicht nur: „Fünf heisse Tipps für Catalina“ weiterlesen