Nachtigall, ick hör dir pfeifen

Die App Zwitschomat klärt Naturbanausen wie mich darüber auf, welchen Vogel ich gerade singen höre – egal, ob ich von der Vorführung nun erfreut oder genervt bin.

Apps, die uns die Welt erklären: Es gibt bestimmt Leute, die darob die Nase rümpfen, weil sich das Smartphone in dieser Rolle gar wichtig macht. Mich stört das allerdings nicht. Ich bin mir bewusst, dass ich in manchen Bereichen erschreckende Bildungslücken aufweise und habe keine Mühe, mir auf technischem Weg über die hinweghelfen zu lassen.

Zwei Apps, die mir beim Verständnis meiner Umwelt helfen, habe ich in den Beiträgen Floraler Ermittlungshelfer und Wie wäre es mit einem QR-Code? vorgestellt. Sie finden sagen einem, mit was für Pflanzen man es zu tun hat, wenn man das nicht selbst weiss.

Nun besteht die Natur bekanntlich nicht nur aus Gewächsen. Es gibt auch Tiere, insbesondere solche, die Geräusche von sich geben. Zu den lärmigsten Kreaturen gehören, gerade in dieser Jahreszeit, die Vögel. Sie krächzen, piepsen, zwitschern und jubilieren, dass es eine Freude ist. Oder ein Ärgernis: „Nachtigall, ick hör dir pfeifen“ weiterlesen

Flache Bilder mit echter Tiefe

Die Loopsie-App macht aus normalen Fotos 3D-Wackel­bilder. Das ist technisch beein­druckend und amüsant und vor allem ein Indiz, dass das Ende der Fahnen­stange bei den digitalen Foto­grafie­möglich­keiten noch lange nicht erreicht ist.

Facebook ist nicht unschuldig daran, dass wir in letzter Zeit häufig Fotos zu sehen bekommen, die auf einen stereoskopischen Raumeffekt getrimmt sind. In der Timeline scheint sich die Perspektive zu verändern, wenn das Bild durchgescrollt wird. Ursprünglich war das nur bei Fotos möglich, die mit Tiefeninformationen ausgestattet sind. Doch seit gut einem Jahr lässt sich dank Künstlicher Intelligenz jedes flache Bild in eine 3D-Variante verwandeln.

Die Startseite, wo man sein Wackelbild anhand diverser Vorlagen kreieren kann.

Ehrlich gesagt, hängt mir das inzwi­schen schon wahn­sinnig aus dem Hals heraus. Trotzdem habe ich mich dazu hin­reissen lassen, die App Loopsie zu testen. Es gibt sie fürs iPhone/iPad und für Android, und sie macht im Prinzip das gleiche, allerdings mit einem etwas anderen Resultat.

Loopsie erzeugt den räumlichen Effekt durch Bewegung.

Man nennt das auch Wackel­bild, und es gibt eine analoge Vorlage: Das sind die Lentikular- oder Prismenrasterbilder, bei denen man durch leichtes Hin- und Herbewegen zwei leicht versetzte Ansichten des gleichen Motivs sieht und so den Eindruck einer stereoskopischen Aufnahme bekommt, obwohl man nur ein flaches Bild vor sich hat. „Flache Bilder mit echter Tiefe“ weiterlesen

Spotify-Mankos ausbügeln

Spotify will nicht nur bei der Musik, sondern auch bei Hörbüchern, Hörspielen und Podcasts dominieren. Doch für diese gesprochenen Inhalte ist die App leider annähernd unbrauchbar. Dabei wäre es keine Kunst, es besser zu machen.

Spotify hat das Streaming populär gemacht und ist für viele Nutzer zur wichtigsten oder sogar zur einzigen Quelle für Pop, Rock und andere Musik geworden. Doch das reicht Daniel Ek und seinen Mitstreitern anscheinend nicht: Sie möchten Spotify zu dominanten Plattform im Audiobereich machen – analog zur Dominanz von Youtube auf dem Markt des Internetvideos.

Zu diesem Zweck hat Spotify das Repertoire über das Musikangebot ausgeweitet. Der Streamingdienst fördert Spotify die Podcasts zu Tode und hat Hörspiele im Repertoire, viele auch speziell für Kinder (siehe hier und hier). Es gibt auch Hörbücher, und – wie Olli Schulz neulich verdienstvollerweise im «Fest und Flauschig»-Podcast verkündet hat, auch einige aus dem Erotikbereich. Daraus würde ich nach meinen abtörnenden Erfahrungen (Ein literarischer Klimax ist das nicht) nun nicht unbedingt empfehlen. Aber wenn jemand dennoch nicht die Finger davon lassen will, ist diese Playlist hier womöglich ein guter Anfang.

Und damit sind wir beim Thema: So angenehm es ist, diese Inhalte zur Auswahl zu haben, so wenig Spass macht der Konsum. Es gibt drei grosse Probleme mit den gesprochenen Inhalten: „Spotify-Mankos ausbügeln“ weiterlesen

Android hat kein Musikgehör

Googles schönes Smartphone-Betriebssystem ist eine komplette Nullnummer, wenn es um anspruchsvollen Musikgenuss geht.

Neulich habe ich zum würdigen Gedenken an Lou Ottens einige Musik-Apps vorgestellt. Ottens gilt als Vater der Kompaktkassette und die Apps haben dementsprechend den Sinn und Zweck, diese Erfindung in post-analoger Form wiederaufleben zu lassen: Das Handy wird zum Walkman, in den man seine digitalen Audiodateien einlegt. Eine der Apps, nämlich Cassette Gold, habe ich vor einiger Zeit hier im Blog im Beitrag Der Walkman lebt vorgestellt.

Bei den Tests für meinen Artikel habe ich mir auch einige Apps für Android angeschaut und bin ich in die Verlegenheit gekommen, zu Demonstrationszwecken einige Musikdateien auf das Nokia 7.2 (Nokia ist zurück) befördern zu müssen.

Naiv wie ich bin, dachte ich, das ginge so einfach wie beim iPhone: „Android hat kein Musikgehör“ weiterlesen

Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert

Bei Microsoft bedeutet Innovation, Games aus der Steinzeit neu aufzulegen. Das ist nicht ganz so unsinnig, wie es klingt – zumindest, wenn man ein Flair für die Klassiker wie Mahjong hat, das es nun fürs iPhone und Android gibt.

Manche Menschen sind Neuem aufgeschlossen, andere nicht: Dieser Gegensatz gehört zu den beliebtesten Kategorien, mit denen man sich selbst und andere beschreibt. Und die meisten Menschen beziehen Selbstwertgefühl oder sogar Stolz aus der Tatsache, dass sie progressiv und nicht konservativ sind – oder umgekehrt.

Nun ist in mir der Verdacht gereift, dass diese Einteilung auf keinen Fall universell gilt – beziehungsweise nur in Ausnahmefällen. Es gibt, so denke ich, jene Leute, die Neuerungen in jedem Lebensbereich ablehnen. Aber umgekehrt sind auch progressive Naturen nicht in jeder Lebenslage progressiv. Sondern eben nur in manchen.

Vermutlich hilft ein Beispiel, diese These zu erläutern: „Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert“ weiterlesen

Die iPhone-Tricks der Leserinnen und Leser – plus eine Zugabe

Mein Aufruf hat reiche Ernte getragen: Das Publikum hat nützliche Tipps und Tricks fürs iPhone und iPad eingereicht, die ich pflichtschuldig zusammengetragen habe.

Crowdsourcing ist so eine Sache: Man kriegt nicht immer das, was man sich erhofft. Schliesslich ist die Crowd kein Angestellter, dem man konkrete Aufträge – und im Fall der Nicht- oder Schlechterfüllung – eine Rüge erteilen darf.

Nein, man benötigt Fatalismus und eine Gabe zur Improvisation, wenn man mit den Resultaten der Crowd etwas Konkretes anstellen möchte. Aber aufschlussreich ist es allemal – denn man erfährt, dass Vorlieben diametral auseinandergehen können und Prioritäten oft komplementär bewertet werden.

Klar: Das ist keine neue Erkenntnis. Aber mich erstaunt es trotzdem immer wieder, dass es eben nicht nur bei den politischen Diskussionen auf Twitter zu Meinungsverschiedenheiten kommt, sondern auch bei der Frage nach den besten Tipps und Tricks zum iPhone.

Womit wir beim Thema wären: „Die iPhone-Tricks der Leserinnen und Leser – plus eine Zugabe“ weiterlesen

Kann Bookbeat Audible das Wasser reichen?

Seit einem Jahrzehnt kaufe ich meine Hörbücher bei Audible. Wäre es nicht Zeit für einen Wechsel – zumal es bei Bookbeat Hörbücher à dis­cré­ti­on gibt? Ich habe mir diesen Entscheid nicht einfach gemacht.

Ich bin ein fleissiger Bücherkonsument. Leser kann man das aber im Grunde nicht nennen, weil ich mir seit mehr als zehn Jahren Literatur hauptsächlich in Form von Hörbüchern zuführe.

Diese Hörbücher kommen hauptsächlich von Amazons Hörbuchtochter Audible. Ende 2009 habe ich mit einem Gutschein angefangen, den ich nach Bedarf für Titel ausgegeben habe. Seit März 2012 läuft mein Abo bei Audible.com, bei der englischsprachigen Variante der Plattform. Ich habe mein Abo dort, weil der grösste Teil der Titel, die ich kaufe, aus dem angelsächsischen Raum stammt und ich sie gern im Original höre.

Kleine Klammerbemerkung: Ich finde es nach wie vor unsinnig, dass Audible separate Plattformen für die diversen Sprachräume betreibt, bei denen es unterschiedliche Angebote und variierende Preise gibt. Ein Abo für alle – und jeweils der günstigste Preis, das wäre benutzerfreundlich. Aber wie im Beitrag Verlags-Idioten dargelegt, ist es in der Praxis noch viel komplizierter: Da hängt es nämlich von der Kreditkarte ab, ob man ein Buch kaufen kann oder nicht.

Doch trotz dieses Ärgernisses bin ich Audible mehr als ein Jahrzehnt treu geblieben. Das natürlich vor allem aus einem Grund: „Kann Bookbeat Audible das Wasser reichen?“ weiterlesen

Wie man das Maximum aus den Gesundheitsdaten herausholt

Einige Tricks zur Health-App von Apple – und als Extratipp die App Health Fit, die die Gesundheitsdaten auswertet, hübsch darstellt und für diverse Plattformen exportiert.

Die Health-App sei ein Witz – das ist eine Behauptung, die ich in diesem Blog hier aufgestellt habe.

Nun, diese Unterstellung ist bald sechs Jahre her, und man darf vermelden, dass Apple nachgebessert hat. Die damaligen Kritikpunkte wurden zum Grossteil ausgeräumt. Die Möglichkeiten, Gesundheitsdaten zu sammeln und zu medizinischen Zwecken oder zur Befriedigung der Neugierde abzurufen, wurden markant grösser.

Und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Unlängst habe ich in der Rubrik Übersicht bei Alle Gesundheitsdaten anzeigen entdeckt, dass die App meine Geschwindigkeit beim Treppensteigen berechnet (Aufwärts 0,23 m/s, abwärts 0.31 m/s). „Wie man das Maximum aus den Gesundheitsdaten herausholt“ weiterlesen

Tipps für E-Mail-Polygamisten

Nützliche Empfehlungen für Leute, die mehrere Mail-Apps verwenden oder am iPhone anstelle von Apple Mail zu einer anderen App wechseln wollen.

Neulich habe ich im Beitrag Da springt der E-Mail-Funke die Mail-App Spark vorgestellt und unter dem Titel Hey, so macht Mailen am Handy Spass mit Hey.com und Outlook nachgedoppelt. Diese Tipps sind auf eine erfreuliche Resonanz gestossen, denn Threema, Signal und iMessage zum Trotz ist das gute alte E-Mail nach wie vor eine praktische Kommunikationsform. Und eben eine, bei der man nicht auf eine einzige App festgelegt ist.

Und damit sind wir beim Thema dieses Beitrags: Ein Leser hat mich gefragt, ob man denn auch mehrere Mail-Anwendungen parallel benutzen könne – oder ob es sinnvoll oder gar zwingend sei, sich auf eine festzulegen. Und wenn man sich zum Beispiel für Spark entscheidet – sollte man dann Apple Mail löschen oder deaktivieren?

Das sind naheliegende Fragen, denn nach menschlichen Massstäben befürchtet man bei so einer Konstellation augenblicklich Kompetenzgerangel,  Reviergehabe und unermüdliches Seilziehen – aber an den gegenüberliegenden Enden des Stricks. „Tipps für E-Mail-Polygamisten“ weiterlesen

Apps wider das Chaos

Doppelte Fotos oder Kontakte, verstopfte Festplatten und ein reales Puff in der Wohnung oder WG – gegen alle diese Probleme gibt es Apps, die ich in einer geballten Ladung Ordnungsliebe zusammengesucht habe.

In meinen Jugendtagen habe ich eine Lebensweise gepflegt, die ich damals «kreatives Chaos» nannte. Das war aber auch nur ein Euphemismus für Faulheit und besagte, dass ich keine Lust zum Aufräumen hatte. Ich habe auch meine Kleider sorg- und lieblos in den Schrank gequetscht und der Einfachheit halber das angezogen, was oben auf dem Stapel lag.

Naja, letzteres mache ich heute noch. Ansonsten bin ich deutlich ordentlicher geworden und halte sowohl im Geschäft als auch zu Hause einigermassen Ordnung auf dem Schreibtisch. Trotzdem pflege ich nach wie vor die Philosophie, dass die Ordnung im Kopf der Aufgeräumtheit der Umgebung vorzuziehen ist.

Wichtig finde ich auch die digitale Ordnung, sprich: „Apps wider das Chaos“ weiterlesen