#StayTheFuckHome – und trotzdem reisst der Kontakt nicht ab

Keine Besuche bei Freunden, keine gesellige Runde in der Beiz – und trotzdem möchten wir nicht vereinsamen. Das Internet und die passenden Apps helfen uns dabei.

Eines der drängendsten Themen ist in diesen Zeiten der Corona-Pandemie die Kommunikation. Wie bleibt man mit Eltern, Freunden, Bekannten in Verbindung, wenn man sich nicht mehr treffen kann? Das ist für viele schwierig – aber besonders für die Grosseltern, die ihre Enkelkinder nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Der Vorschlag, etwas zu diesem Thema zu machen, wurde von diversen Seiten an mich herangetragen, nachdem ich die Idee selbst schon gehabt hatte. Sie ist naheliegend – und gleichzeitig auch knifflig, finde ich. Denn das Problem ist nicht, die passende App zu finden. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, um per Live-Video zu kommunizieren. Facetime fürs iPhone und iPad, Google Duo für Android und iPhone und den Videotelefonie-Klassiker Skype. Den gibt es für Android, iPhone, natürlich auch für Windows und Mac und sogar als Online-Version für den Browser.

Videotelefonieren kann man auch in manchen Messengern, zum Beispiel WhatsApp oder Signal. Und dann gibt es auch die Skype-Alternativen wie Zoom.us, das fürs Homeoffice eine gute Wahl ist.

Die Wahl der passenden App ist darum kein eigentliches Problem: „#StayTheFuckHome – und trotzdem reisst der Kontakt nicht ab“ weiterlesen

Die digitalen Wimmelbücher

Zwei Apps für Kinder, die die Neugierde wecken und den Entdeckertrieb anstacheln.

In Zeiten der Pandemie hat man, nebst vielen anderen Baustellen, auch die Aufgabe, die Kinder bei Laune zu halten. Und für diesen Zweck ist ein Tablet – und das sage ich nur mit einem kleinen bisschen übertriebenem Pathos – Gold wert. Denn das Tablet liefert Filme und Unterhaltung. Und eben auch Spiele, mit denen sich die Kleinen selbst beschäftigen, während die Erwachsenen versuchen, das Chaos im Homeoffice zu überblicken und einzudämmen.

Das «Winterthurer Wimmelbuch»

Eine App-Kategorie hat es meiner Tochter (und auch mir) besonders angetan. Ich habe sie erst vor Kurzem entdeckt. Es handelt sich um die digitale Variante des Wimmelbuchs. Meine Tochter mag die auch in klassischer Form. Zum Beispiel die Jahreszeiten-Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner. Oder das grossartige Winterthur-Wimmelbuch, bei dem nur das etwas offensive Sponsoring zu bemängeln ist.

Und eben: Es gibt die Wimmelbücher auch in App-Form: Da gibt es in verschiedenen Szenen Details zu entdecken. Im Gegensatz zu den gedruckten Büchern sind die animiert: Man kann eine Figur antippen, worauf etwas passiert. „Die digitalen Wimmelbücher“ weiterlesen

Der Quälgeist aus der Sport-App

Aus Panik vor der Ausgangssperre habe ich mir zwar keinen Hometrainer, aber immerhin eine App fürs Inhouse-Schwitzen zugelegt.

Mir geht es wie vielen: Ich habe das Corona-Virus anfänglich auch für «so harmlos wie die jährliche Wintergrippe» gehalten. Mir ist jedoch schnell aufgegangen, dass das ein Trugschluss ist – auch deswegen, weil ich einige Familienmitglieder habe, die zu den Risikopatienten zählen.

Darum steht es für mich ausser Frage, die Massnahmen mitzutragen. Wie auch schon ausgeführt, fällt mir das als geborenem Stubenhocker mutmasslich leichter als vielen anderen Leuten. Ich vermisse es nicht extrem, nicht mehr an Bartresen herumzulungern oder zu jeder Tages- oder Nachtzeit zum Shopping oder ins Kino zu können. Dass unsere (bereits gebuchten) Ferien ins Wasser fallen, die für die zweitletzte April-Woche geplant waren, schmerzt mich allerdings schon ein bisschen.

Was mir aber wirklich schwerfällt, ist die Vorstellung einer kompletten Ausgangssperre. Kein Spaziergang, keine Joggingrunde – das wäre schwierig. Denn ich sehe mich zwar gerne als Nerd, der nichts braucht als seinen Bildschirm und den Internetanschluss.

Doch es ist unverkennbar, dass ich einen gewissen Bewegungsdrang habe, der befriedigt sein will. Das Bedürfnis ist besonders gross, wenn ich den ganzen Tag recherchiert und geschrieben habe und geistig aktiv war. Ich nehme an, dass das irgend so ein Ausgleichsmechanismus der Natur ist, der uns Kopfmenschen zwischendurch an unsere Körperlichkeit erinnern soll. Keine Frage, dass die Evolution dem irgendwann den Garaus machen wird. Aber im Moment müssen wir uns mit ihm abfinden. „Der Quälgeist aus der Sport-App“ weiterlesen

Tipps für Medien für Kinder – und Kritik für Netflix

Kinder und das Smartphone – das sind zwei Worte, die man nicht in einem Atemzug nennen darf, wenn man Angst vor einer Kontroverse hat. Es wird erbittert darüber gesprochen, ob Smartphones unsere Kinder nun dicker und dümmer machen. Oder ob wir Eltern mit einer vernünftigen Vorbildfunktion ihnen einen gesunden Umgang beibringen können. Und es gibt für jede Position irgend einen Experten, der sie vehement vertritt.

Ich kann jede Haltung verstehen – mit Ausnahme der dogmatischen. Denn man muss seine hehren Erziehungsgrundsätze auch irgendwie mit dem Alltag in Einklang bringen. Und ja, ich bin kein gutes Vorbild, was meine Handy-Nutzung angeht. Da kann ich kaum glaubwürdig von meinem Kind konsequente Abstinenz verlangen. Aber natürlich will ich auch nicht, dass es den ganzen Tag nichts anderes macht, als Peppa Pig zu glotzen. Darum bleibt, wie so oft, ein vernünftiger Mittelweg.

Und der lässt sich dank der Einstellungsmöglichkeiten der modernen Betriebssysteme auch technisch recht gut durchsetzen. „Tipps für Medien für Kinder – und Kritik für Netflix“ weiterlesen

Whatsapp muss noch immer weg

Es ist ja nicht so, dass das Thema neu wäre. Wir alle wissen, dass Whatsapp sich überlebt hat. Und auch die Alternativen wären bekannt. Schon 2016 habe ich das Video Weg mit Whatsapp fabriziert.

Doch wie es so geht: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn eine App ihren Platz im Alltag gefunden hat, dann nutzt man sie – selbst wenn im Hinterkopf die ganze Zeit ein Männlein lärmt, man solle um Himmelswillen endlich einmal konsequent sein.

Was in solchen Fällen hilft, ist ein kleiner Schubs, der einem über den Moment der Trägheit hinweghilft. Es handelt sich um eine App, die meines Erachtens auch hervorragend geeignet ist, wechselunwillige Chat-Partner bei Whatsapp eines Besseren zu belehren. Denn was auch immer Whatsapps Mutter Facebook zu der Sicherheit dieses Messengers sagt: Wenn es so einfach ist, jemandem hinterherzuspionieren, dann muss man zu den Schutzbemühungen generell ein grosses Fragezeichen setzen. „Whatsapp muss noch immer weg“ weiterlesen

Garmin gegen Apple: Wer hat die bessere Sportuhr?

Neulich habe ich ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch gezogen. Und versprochen, mir die Sportfunktionen noch genauer anzusehen.

Die beiden Kontrahenten.

Denn diese Sportfunktionen sind es, die meines Erachtens einer Smartwatch heute eine echte Daseinsberechtigung geben. Viele der anderen Features sind nett und manche auch nützlich, aber nichts ist unverzichtbar. Doch wenn man mit einer gewissen Ernsthaftigkeit Sport betreibt, dann will man aufs Tracking nicht verzichten. Selbst die kleinste Leistungsverbesserung ist ein echter Ansporn. Und man will nicht auf die bragging rights verzichten.

Darum ist Garmin trotz der harten Konkurrenz erfolgreich: Sportuhren, die inzwischen sogar nach Sportarten ausdifferenziert werden. Laufen, Triathlon, Schwimmen, Tauchen, Golf, Wandern, Segeln, Fliegen, Golf – für jede dieser Disziplinen gibt es eine passende Uhr. Wahrscheinlich wäre eine solche Anpassung auch über einen Schalter in der Konfiguration möglich. Aber ich verstehe, dass sich die Marktstrategen für diesen Weg hier entschieden haben.

Also, es ist darum nichts als fair, meine Garmin Fenix 5s mit der Apple Watch Series 5 zu vergleichen – und zwar aus meiner Sicht des mittelmässig ambitionierten Hobbysportlers.

Bei der Bedienung ist die Apple Watch im Alltag praktischer. „Garmin gegen Apple: Wer hat die bessere Sportuhr?“ weiterlesen

Nostalgie in App-Form

Manchmal führt eins zum anderen. Nachdem ich neulich über die lustige App VHS Camcorder gestolpert bin und die mit einemigem Spass im Beitrag Per App in die Achtzigerjahre bebloggt habe, drängte sich 8mm Vintage Camera auf. Die simuliert keinen Videocamcorder, sondern eine Schmalfilmkameria – Grund genug für mich, im Beitrag Nur das Rattern des Projektors muss man sich dazudenken ausführlich über diese Technik zu schwadronieren philosophieren.

Da lag es auf der Hand, ein Patentrezept-Video zu Retro-Apps zu machen. Denn nebst den Apps fürs Bewegtbild gibt es sie in Hülle und Fülle für die Fotografie. Bilder auf alt zu trimmen, ist ein simples ästhetisches Mittel – über dessen Sinn und Unsinn man sich natürlich streiten kann. Sollte eine Aufnahmen nicht die Zeit reflektieren, in der sie entstanden ist? Zumal wenn sie dokuentarischen Charakter hat, sollte sie das.

Allerdings haben Smartphone-Fotos – gerade auch, wenn sie über soziale Medien und Plattformen wie Instagram verbreitet werden – weniger einen dokumentarischen Anspruch. Sie sind näher an einer Wunschfantasie dran, die man über sich selbst vermitteln will. „Nostalgie in App-Form“ weiterlesen

Bildverfremdung nach dem Zufallsprinzip

Heute geht es um eine App, bei der mir nicht so ganz klar ist, was ich von ihr halten soll. Ist sie genial? Ist sie nutzlos? Man weiss es nicht.

Ein eher ungewöhnlichers Selfie.

Die App heisst Glitché. Es gibt sie für 1 Franken fürs iPhone und kostenlos für Android, wobei man allerdings die APK-Datei von irgend einem dubiosen Server ziehen muss – was ich nicht vorbehaltlos empfehle.

Schon der Name deutet auf die grossen Ambitionen und den Kunstbezug hin. (Wenn ich Künstler wäre, würde ich meinen Namen schliesslich auch als Mattyăs Schußlèr schreiben.) Das schräge Icon trägt zum Eindruck bei, ebenso die – für mich annähernd unverständliche – Benutzeroberfläche.

Das Konzept ist mir immerhin klar: Es geht darum, glitches, also Störungen in seine Bilder einzubauen. Diese Störungen sollen nicht wie normale Artefakte wirken, sondern einen künstlerischen Reiz haben. Das ist eine Idee, der ich etwas abgewinnen kann. „Bildverfremdung nach dem Zufallsprinzip“ weiterlesen

Foodporn für die Krankenkasse

Meine Krankenkasse hat eine App namens Sanitas Active (iPhone/Android), die Bewegung mit Münzen belohnt, die sich in Gutscheine, zum Beispiel von Digitec umwandeln lassen. Dazu wird meine tägliche Schrittzahl erfasst. Auch Schwimmen und Velofahren wird berücksichtigt.

Ich habe die App vor bald drei Jahren im Beitrag Wie gross wird die Reue sein? vorgestellt. Und um die Frage im Titel zu beantworten: Bis jetzt habe ich es nicht bereut. Ich denke, sie übt einen gewissen Ansporn auf mich aus, das Ziel zu erreichen, das mir die App setzt. (Es sind 10’000 Schritte, wobei man die Zahl mit Schwimmen oder Velofahren entsprechend reduzieren kann.)

Die Datenschutzbedenken sind in der Zeit nicht komplett gewichen – aber wie auch im Beitrag Die Schweissmasche ausgeführt, ist meine Schrittzahl keine sonderlich intime Information. Es gibt kein wirkliches Missbrauchspotenzial. „Foodporn für die Krankenkasse“ weiterlesen

Instagrams verkrachter Halbbruder ist zurück

Meine Liebe zu Instagram ist abgekühlt; letzte Woche habe ich darüber gebloggt. Darum habe ich mir die Foto-App Hipstamatic vorgenommen – um sie hier zu besprechen und wieder mehr zu benutzen.

Ich habe Hipstamatic hier im Blog einige Male erwähnt (hier oder hier), aber immer nur en passant. Ich habe die App als Halbbruder von Instagram wahrgenommen, der es nie aus dem Schatten dieses Überfliegers geschafft hat – und dessen Schicksal es ist, immer nur in Nebensätzen vorzukommen.

Nun habe ich im Beitrag Remember Hipstamatic? It’s Still Alive von vice.com– der ironischerweise auch schon wieder mehr als zwei Jahre alt ist – gelesen, dass die Sache sogar noch dramatischer ist. Hipstamatic ist in der Tat in gewisser Weise der Bruder von Instagram. „Instagrams verkrachter Halbbruder ist zurück“ weiterlesen