Mit einer App die Kinder schützen?

Microsoft hat sein Family Safety-Programm ausgebaut und von Windows auf Android und iOS ausgeweitet. Ich habe es mir angesehen und übe Kritik – sowohl an den technischen Details wie an der grundsätzlichen Idee, Kinder zu überwachen und einzuschränken.

Das sind die Einstellungen, die Vater Matthias für Sohn Matthias treffen kann.

Mit dieser Besprechung hier tue ich mich schwer. Es geht um  Microsoft Family Safety. Mein Problem mit der App ist, dass ich nicht sicher bin, ob ich die grundsätzliche Idee gut finde und gutheissen kann.

Aber zum Glück muss jede Familie für sich selbst entscheiden, ob eine solche App eingesetzt werden soll. Und darum gibt es hier eine möglichst neutrale Besprechung – mit meiner persönlichen Meinung am Schluss.

Also, zu den Fakten: Microsoft Family Safety gibt es fürs iPhone und iPad und für Android. In Windows sind die korrespondierenden Funktionen von Haus aus integriert. Man findet sie in der App Windows-Sicherheit im Abschnitt Familienoptionen. Klickt man auf Familieneinstellungen anzeigen, landet man auf account.microsoft.com/family, dem Online-Dashboard für die Familienfunktionen. Nebenbei bemerkt gibt es hier auch die Möglichkeit, Notizen via Onenote zu teilen, und einen Familienkalender anzulegen.

Die App will fünf Aufgaben erfüllen: „Mit einer App die Kinder schützen?“ weiterlesen

Die grossen und kleinen Verbesserungen in iOS 14

Endlich kein neurotisches App-Aufräumen mehr – das alleine macht das neueste iPhone-Update lohnenswert. Plus diverse kleine Verbesserungen.

Es ist inzwischen eine Tradition, dass ich zu Betriebssystem-Updates ein Video fabriziere, wenn es ausreichend schöne neue Funktionen gibt, die man vorführen kann.

Das ist bei iOS 14 natürlich der Fall: Die App-Mediathek alleine ist eine grosse Neuerung – vor allem für Leute wie mich, die Hunderte Apps auf dem iPhone haben. Ich gehöre auch zu den Leuten, die mein Arbeitskollege Rafael Zeier als Ordnungsfanatiker bezeichnet hat.

Unrecht hat er nicht: Seit es die Ordner gibt, verwende ich sie – im Bestreben einen aufgeräumten Homescreen zu haben. Mein Ziel ist, dass mein iPhone nur eine Seite mit Apps aufweist. Im Beitrag Die Homescreen-Tiefenanalyse habe ich sogar einmal beschrieben, nach welchen Kriterien ich meine Apps sortiere und in Ordner packe.

Zwangsneurose?

Die Kategorien sind seit 2013, wo ich diese Zwangsneurose öffentlich dokumentiert habe, die gleichen geblieben. Dazugekommen ist der Kinder-Ordner. „Die grossen und kleinen Verbesserungen in iOS 14“ weiterlesen

Wenn der Taschenrechner mit der Tabellenkalkulation ein Baby zeugt

Tydlig ist eine originelle Taschenrechner-App, die Excel nicht komplett, aber auf dem Smartphone annähernd überflüssig macht.

Ich bin im Moment dabei, Beispiele für Apps zu sammeln, die eine alte Aufgabe auf eine erfrischend neue Art und Weise lösen. Mein erstes Beispiel ist die Notiz-App Notion. Falls ihr mir zu diesem Thema weitere Tipps habt, nehme ich die gerne via Kommentare entgegen.

Die Rechnungen bleiben «lebendig» und lassen sich nachträglich jederzeit ändern.

Das zweite Beispiel, um das es heute geht, ist die App Tydlig, die es für 2 Franken fürs iPhone gibt. Sie behauptet von sich, den «Taschenrechner neu gedacht» zu haben, bzw. «eine komplett neue Taschenrechner-Erfahrung» zu bieten. Und ja, das sind Marketing-Plattitüden. Wie oft wurde in den letzten Jahren irgend etwas reinvented oder reimagined? Antwort laut Google: Ersteres ist 16,7 Millionen, letzteres sogar 24 Millionen mal passiert.

Nun hat die App aber tatsächlich einige spannende und originelle Funktionen zu bieten:

Beschriftung. Werte lassen sich mit Labels versehen, die in kleinerer Schrift darüberstehen. So lassen sich Berechnungen leichter nachvollziehen als nur anhand der nackten Zahlen.

Aktualisierung. Anders als der klassische Taschenrechner, der nur das Endresultat anzeigt, sieht man die ganze Rechnung. Aber nicht nur das.  „Wenn der Taschenrechner mit der Tabellenkalkulation ein Baby zeugt“ weiterlesen

Die Übersetzungs-App, auf die die Welt nicht gewartet hat

Wie gut schlägt sich die neue Übersetzungs-App von Apple im Vergleich zu Google? Ja, genauso, wie erwartet.

Das wird schon stimmen, nehme ich an.

Mit iOS 14 gibt es beim iPhone auch eine Übersetzungs-App. Das ist einerseits erfreulich. Andererseits kann man sich fragen: Braucht es die noch?

Ich werde wohl nicht der einzige sein, der seit Jahr und Tag Google Translate (iPhone/iPad und Android) benutzt. Und auch wenn sich Google immer mal wieder peinliche Missgriffe erlaubt, erfüllt die App ihren Zweck.

Aber da ist sie nun. Und es ist verblüffend, wie gross die Ähnlichkeit mit der Übersetzungs-App von Google ist. Da drängt sich die Frage geradezu auf, welche App denn nun besser ist.

Eine oberflächliche Analyse bestätigt die Erwartungen: Google ist schon viel länger im Geschäft, und das merkt man natürlich auch. Zum Beispiel bei der Zahl der unterstützten Sprachen. „Die Übersetzungs-App, auf die die Welt nicht gewartet hat“ weiterlesen

Eine Notiz-App, die die Leute zum Schwärmen bringt

Braucht es noch eine App für Notizen? Bis vor kurzem hätte ich nein gesagt – davon haben wir schon genug. Doch dann hat mich Notion eines Besseren belehrt.

Diverse Leute haben mir von einer App vorgeschwärmt: Elegant sei sie, einfach zu verwenden – und überhaupt irgendwie genial.

Das hat meine Neugierde geweckt. Da schwärmen die Leute mit einem Unterton, den man sonst nur von frisch Verliebten hört. Wie kann das sein? Wo es sich doch um eine äusserst banale Angelegenheit handelt. Die fragliche App ist nämlich dazu da, Notizen entgegenzunehmen.

Das scheint ein gelöstes Problem zu sein. Es gibt eine grosse Auswahl an Apps, Programmen und Webanwendungen für genau diesen Zweck: Evernote hat ungefähr 2008 viele davon überzeugt, ihre Notizen in einer Web-Anwendung zu speichern. Auch ich war vier, fünf Jahre lang ein Anwender, bis ich seinerzeit zu Onenote gewechselt bin.

Microsofts Notiz-App ist für Office-Anwender eine naheliegende Lösung – genauso, wie die iCloud-Notiz-App für Apple-Nutzer nicht verkehrt ist. „Eine Notiz-App, die die Leute zum Schwärmen bringt“ weiterlesen

Die (bis auf Widerruf) beste Kalender-App fürs iPhone

Meine bisherige Kalender-App ist in Ungnade gefallen. Der Ersatz ist mit einer durchdachten Oberfläche und einer Sperenzchen-freien Funktionsweise Calendars 5 von Readdle.

Ich war seinerzeit ein grosser Fan von Fantastical – siehe Termine auf die fantastische Art verwalten. Mit dem letzten Update hat meine Begeisterung einen argen Dämpfer erfahren. Mit Fantastical 3 wurde im Januar 2020 ein Premium-Abo eingeführt, das mit 43 Franken im Jahr oder mit 5.50 Franken im Monat zu Buch schlägt. Das ist mir zu viel: Ich bin kein Manager mit 25 Terminen am Tag.

Fantastical 3: Die Darstellung ist noch immer hübsch und zweckdienlich.

Die App funktioniert zwar auch ohne Abo. Für neue Nutzer ist der Funktionsumfang sehr eingeschränkt. Doch als Anwender, der für die Vorgängerversion bezahlt hat, bekommt man die gleichen Funktionen, die man in Fantastical 2 zur Verfügung hatte.

Das wäre fair und akzeptabel, wenn die App nicht häufig auf die Vorteile des Abos aufmerksam machen würde. Das nervt und ist nutzlos: Der Sprung von den zwei Franken, die ich seinerzeit für die App bezahlt habe, zu fünf Franken im Monat ist so gross, dass mich diese App nicht überzeugen wird, sosehr sie es auch versucht. Ausserdem müsste ich auch noch ein Nutzerkonto einrichten, dessen Sinn ich nicht so recht einsehen mag.

Kurz und gut, ich habe mich nach einer neuen Kalender-App umgesehen und bin fündig geworden: „Die (bis auf Widerruf) beste Kalender-App fürs iPhone“ weiterlesen

Zwei sagenhaft lästige iPhone-Kopfhörer-Probleme

Ich bin häufig verwirrt, wo beim iPhone welcher Ton rauskommt. Man denkt, das sei tubelisicher und selbsterklärend. Aber wie zwei Beispiele zeigen, sind bei diesem Problem selbst die weltbesten Softwareingenieure überfordert.

Es geht hier um zwei wirklich lästige Audio-Probleme am iPhone. Das ist das erste:

Ich höre mir am iPhone mittels Kopfhörer irgend etwas an. Nun signalisiert ein Klingeln in den Ohrstöpseln einen eingehenden Anruf und ich nehme ab. Der Anrufer spricht nun nicht über die Kopfhörer zu mir, sondern wäre über den Lautsprecher des Telefons zu hören. Ich muss also das Telefon aus der Tasche fummeln, einen Ohrstöpsel entfernen und mich dafür entschuldigen, dass das so lange gedauert hat.

Das ist unlogisch und auch unglaublich nervig.

Diese Option bringt den Anrufer ohne Umweg in die Kopfhörer.

Nach längerer Suche habe ich in den Einstellungen bei Bedienungshilfen unter Tippen die Option Anrufaudioausgabe gefunden (Assessibility > Touch > Call Audio Routing). Hier gibt es die Auswahl Automatisch, die standardmässig eingeschaltet ist, sowie Bluetooth-Headset und Lautsprecher.

Ich habe hier auf Bluetooth-Headset umgeschaltet, was ersten Tests zufolge funktionieren sollte: Anrufe sind über die Kopfhörer zu hören. Wenn kein Bluetooth-Audiogerät verbunden ist, dann wird auch mit dieser Option der Lautsprecher verwendet – und man muss nicht etwa erst in wilder Eile Kopfhörer auftreiben.

Völlig verdattert war ich, als ich neulich einen Anruf über die Apple Watch angenommen habe: „Zwei sagenhaft lästige iPhone-Kopfhörer-Probleme“ weiterlesen

Apps und Tricks für die schönste Nebensache der Welt

Tipps zum Lesemodus in den Browsern, eine Antwort auf die Frage Instapaper oder Pocket – und ein ausführlicher Test der Schnelllese-App Accelerator.

Und nein, es geht nicht um Sex. Und auch nicht um Religion. Trotzdem muss hier ein kleiner, spiritueller Schlenker und eine Frage: Nicht wahr, es kommt selten vor, dass man sich als Katholik fragt: Wäre ich mit dem Protestantismus eigentlich besser bedient?

Die Religionen bzw. Konfessionen in diesem Beispiel sind übrigens beliebig austauschbar. Was allerdings vorkommen kann, ist folgendes Szenario. Als Nutzer von Pocket könnte man wissen wollen, ob nicht Instapaper die bessere Wahl wäre. Oder umgekehrt.

Es geht um die beiden Apps Pocket (iPhone/iPad und Android) und Instapaper (iPhone/iPad und Android), die ich neulich in einem Video besprochen habe. Es geht in dem darum, mit welchen Tricks man sich am Smartphone die Lektüre angenehmer macht: Ich führe den Lesemodus der Browser vor. Und es geht um die besagten Lese-Apps und um einige Tricks wie das Neigungsscrollen, der Schnelllese-Modus und die Möglichkeit, sich Texte mit einigermassen brauchbarer Sprachsynthese vorlesen zu lassen.

Hier das Video:  „Apps und Tricks für die schönste Nebensache der Welt“ weiterlesen

Es ist eine Entschuldigung bei Siri fällig

Warum spielt Siri beim Joggen absolut Sport-untaugliche Musik? Weil ich nicht präzise genug gefragt habe. Doch das ändert sich – dank diesen nützlichen Sprachbefehlen zur Musiksteuerung.

Ich muss Abbitte leisten. Ich habe neulich in einem Post auf Facebook Siri gedisst. Ich habe sie zwar nicht direkt beschimpft. Aber doch indirekt als Versagerin hingestellt.

Es ging darum, dass ich Joggen war. Als mein Podcast zu Ende war, habe ich die Aufforderung «Hey Siri, spiel Musik!» in meinen Kopfhörer gesprochen. Und Siri spielte Musik: «Bloss e chlini Stadt» von Dieter Wiesmann.

Dieses Stück hielt nicht gerade so viele Beats per Minute bereit, wie ich es mir für den Sport gewünscht hätte. Aber es war eine Gelegenheit für mich, einen Schwank aus meiner Jugend zum Besten zu geben. Den gibt es dann hier am Ende des Blogposts zu lesen.

Doch wie gesagt, erst ist eine Entschuldigung fällig. „Es ist eine Entschuldigung bei Siri fällig“ weiterlesen

Drei nicht ganz überflüssige AR-Apps

Drei Apps, die meine Begeisterung für Augmented Reality nicht in den Himmel wachsen lassen – aber doch um zwei, drei Zentimeter anzuheben vermögen.

Die Missionen – mit und ohne AR.

Ja, es wird langsam alt: Ich schreibe, dass ich AR blöd finde. Dann erkläre ich, dass diese Ansicht wegen einiger Ausnahme nicht absolut gilt. Und schliesslich zähle ich einige Apps auf. So geschehen hier. Oder zuletzt hier.

Es stellt sich die Frage, wie lustige Apps noch auftauchen müssen, bis ich meine Meinung revidiere. Um das hier auch mal zu klären: Noch mindestens fünf Dutzend. Oder eine einzige, die so der Knaller ist, dass ich gar nicht anders kann als zu sagen, dass ich per sofort AR heiss und innig liebe.

Die Ausnahmen, die ich heute aufzähle, gehören jedenfalls nicht in die Knaller-Kategorie. Sie sind aber schon ganz nett.

Apollo’s Moon Shot (iPhone/Android). Die App des Smithsonian-Instituts facht, auch ein paar Monate nach dem fünfzigsten Jahrestag, die Begeisterung für die Mondmissionen noch einmal an. „Drei nicht ganz überflüssige AR-Apps“ weiterlesen