Eine tolle Kamera mit einem dicken Ja, aber

Die Z5 in einem ersten Augenschein. Ich an Nikons jüngster Vollformat-Systemkameras einiges zu loben – doch aus einem ganz bestimmten Grund kann ich sie trotzdem nicht zum Kauf empfehlen.

Ich hatte letzte Woche die Gelegenheit, die Z5 (Amazon Affiliate) von Nikon zu testen. Es handelt sich um Nikons Einstiegsmodell in die Klasse der spiegellosen Vollformatkameras. Die beiden grösseren Geschwister sind die Z6 und die Z7. Es gibt mit der Z50 auch eine Variante mit APS-C-Sensor.

Die Z6 konnte ich seinerzeit ausführlich testen. Ich habe hier im Blog ein paar Details besprochen und sie beim Tagi kurz in unseren Gadget-Empfehlungen (🔒💰) erwähnt.

Die Z6 hat mir damals sehr gut gefallen. Darum stellt sich sogleich die Frage, ob das auch bei der Z5 der Fall ist – oder ob man Abstriche machen muss, die schmerzhaft oder sogar inakzeptabel sind. Und das sind die sechs Unterschiede zwischen den beiden Modellen, die mir relevant erscheinen:

Der Sensor. Er wird bei der Z5 nicht rückwärtig belichtet wie bei der Z6. Die Back Side Illumination (BSI) führt zu einer etwas grösseren Lichtempfindlichkeit. „Eine tolle Kamera mit einem dicken Ja, aber“ weiterlesen

So befriedigt man WLAN-mässige Expansionsgelüste

Der Fritz Repeater 2400 im Test: In meinem Büro bewirkt er leider kein Wunder, doch bei der Funk-Expansion in den Garten spielt er bestens mit.

Die netten Presseleute von AVM haben mir neulich ungefragt den Fritz Repeater 2400 (Amazon Affiliate) zugeschickt. Das ist ein Gerät, das um die 77 Euro bzw. 83 Franken kostet und die Reichweite des WLANs verbessern soll – und ganz einfach in der Benutzung ist. Man müsse bloss zwei Knöpfe drücken, um es in Betrieb zu nehmen, verspricht die Anleitung auf der Verpackung.

Mein Büro ist so gelegen, dass sich kein Ethernet-Kabel zum Router ziehen lässt. Auch die WLAN-Verbindung ist nur mittelmässig prächtig. Da käme mir dieses Gerät gerade recht.

Also, was taugt es? Die einfache Inbetriebnahme funktioniert leider schon einmal nicht. Die Vorgehensweise wäre wie folgt: Man steckt den Repeater ein, drückt den Connect-Knopf und betätigt am Modem dem WPS-Knopf. Dumm nur, dass mein Router, hier beschrieben, keinen solchen Knopf hat – was aus Sicherheitsgründen zu begrüssen ist. „So befriedigt man WLAN-mässige Expansionsgelüste“ weiterlesen

Das Smartphone-Stativ fürs Portemonnaie

War mein Instagram-Spontankauf ein Rohrkrepierer oder ein Volltreffer? Angelacht habe ich mir das Pocket Tripod – Halterung fürs Smartphone, die ins Kartenfach des Portemonnaies passt.

Ich neige nicht zu Spontankäufen – aber dieses Ding hier ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Das habe ich sofort gekauft, nachdem ich auf Instagram eine Werbung gesehen habe. Was mir sehr peinlich ist – weil nun irgend in einer Datenbank ein Eintrag beweist, dass ich anfällig auf Instagram-Werbung bin.

Also, das Ding heisst Pocket Tripod Pro und stammt  von einem Startup namens Geometrical. Es ist ein Stativ fürs Smartphone, das die Abmessungen einer Kreditkarte hat und im Portemonnaie mit sich geführt werden kann. Ich habe dafür im April 35 US-Dollar, plus 10 Dollar Versand bezahlt. Und nach einigem Hin und Her wegen des Umlauts in meinem Namen hat es das Teil letzte Woche zu mir geschafft – nach einer Postreise von ungefähr sechs Wochen.

Und endlich konnte ich die Frage beantworten, ob das nun rausgeworfenes Geld war – oder ob es dieses kleine Ding die Erwartungen erfüllt. Denn das Gadget wurde in der Instagram-Werbung als Verwandlungskünstler angepriesen, der von einem flachen Kärtchen in eine Halterung fürs Smartphone mutiert. Mit dieser Ständer sei es möglich, das Telefon so auszurichten, dass es präzise in die gewünschte Richtung zielt und beim Fotografieren genau den Blickwinkel einfängt, den man auf seinem Bild draufhaben will.

Diese Verwandlung werde ich vielleicht noch in einem Video vorführen. Doch als erstes erfüllt auch eine Bildergeschichte den Zweck.

Also, die Ausgangslage: „Das Smartphone-Stativ fürs Portemonnaie“ weiterlesen

Nokia ist zurück (in diesem Haushalt hier)

Einige Beobachtungen zum Nokia 7.2 – das trotz einiger Macken ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis liefert.

Das Nokia 7.2 (Amazon Affiliate) ist nun kein brandneues Telefon mehr. Der Hersteller HMD Global  hat es letzten September an der Ifa vorgestellt. Trotzdem habe ich hier die Gelegenheit, ein paar Beobachtungen zu dem Gerät beizusteuern. Es dient mir als Ersatz des Huawei P10, das ich bis jetzt für meine Videos und den Test von Android-Apps und -Funktionen verwendet habe.

Das P10 funktioniert zwar noch problemlos. Doch mit seinen bald dreieinhalb Jahren ist es kein repräsentativer Vertreter des Android-Lagers mehr. Insbesondere Android 7 ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Laut Wikipedia müsste zwar ein Update auf Android 9 und Version 9 von Huaweis Oberfläche EMUI möglich sein. Doch bei mir wird Emui 5.1 als aktuelle Version angezeigt, ohne Updatemöglichkeit.

Nach ungefähr zwanzig Jahren – mein erstes Handy war ein Nokia 6150 – hält also wieder ein Gerät dieses Herstellers Einzug in meinem Haushalt. Allerdings muss ich dazu zwei Klammerbemerkungen machen: Erstens ist von Nokia bekanntlicherweise nur noch der Markennamen übrig. Und zweitens habe ich das Gerät als Testgerät für meine beruflichen Zwecke erhalten und nicht gekauft.

Also, es handelt sich um das Nokia 7.2. Als erstes beeindruckt das Display, das deutlich grösser ist als der des iPhone 11 Pro – obwohl die beiden Geräte preislich meilenweit auseinanderliegen. „Nokia ist zurück (in diesem Haushalt hier)“ weiterlesen

Die Turbomaus für Scrollrad-Raser

Die Logitech MX Master 3 ist die teuerste Maus, die ich mir je gekauft habe. Doch es hat sich gelohnt, auch wenn ich mich nicht davon abbringen lasse, dass wahre Computerfreaks Tastaturakrobaten und keine Mausschubser sind.

Gestern ging es an dieser Stelle um meine neue Tastatur. Es ist nicht zwingend, aber nahe liegend, dass es zu dieser Tastatur auch die passende Maus braucht. Denn eines der neuen Features der Logitech MX Keys besteht darin, dass man sie mit bis zu drei Geräten koppeln und parallel verwenden kann. Welches Gerät man bedient, steuert man über drei Tasten.

Nun ergibt diese Funktion erst so richtig Sinn, wenn man eine Maus zur Verfügung hat, die sich ebenfalls in den Dienst mehrerer Herren stellt.

Klar, da ich nebst meinem Windows-Computer auch das Macbook und das iPad zu steuern gedenke, könnte ich beim Zweit-Gerät aufs Trackpad und beim Drittgerät auf den Touchscreen zurückgreifen. Das wäre je nach Situation aber unpraktisch. Und wie ich neulich im Beitrag Maus schlägt Touch habe feststellen dürfen, ist die Mausunterstützung jene Funktion des neuen iPad OS, die mir am besten gefällt.

Es war daher naheliegend, mich für die Logitech MX Master 3 zu entscheiden. Die kostet 99 Franken bzw. 90 Euro, und ist somit mutmasslich die teuerste Maus, die ich je besessen habe. Sie wird als professionell, hyper-effizient, ergonomisch, komfortabel beschrieben – und scheint tatsächlich eine gute Wahl für musophil veranlagte Zeitgenossen zu sein.

Ich gehöre zu den Leuten, die bei den Effizienzbemühungen eher bei der Tastatur als bei der Maus ansetzen: „Die Turbomaus für Scrollrad-Raser“ weiterlesen

Eine gute Ausrede für eine neue Tastatur

Die Logitech MX Keys Plus im Test: Eine Tastatur, die weitgehend überzeugt, mir aber doch eine harte Entscheidung abverlangt hat.

Neulich habe ich darüber geschrieben, wie ich mich mit Digitec herumgeärgert habe. Nicht erwähnt habe ich, warum ich dort eigentlich eingekauft habe. Doch darum soll es heute gehen.

Ich brauchte nämlich Ersatz für meine schon in die Jahre gekommene Kombo aus Tastatur und Maus. Die stammt von Microsoft und von 2015: Ich habe sie seinerzeit im Beitrag Die Vielschreiber-Tastatur vorgestellt.

Schon damals hatte die Tastatur die Marotte, unter gewissen Umständen zu klemmen. Das hat sich mit der Zeit etwas gebessert. Doch mit den Jahren ist das Problem wieder akuter geworden. Ausserdem ist seltsamerweise die drahtlose Verbindung schlechter geworden. Mitunter blieben beim Tippen einzelne – oder sehr viele – Buchstaben auf der Strecke. Und erst wenn ich die Tastatur etwas näher in Richtung Computer gerückt habe, wurde es besser.

Das ist natürlich nervig – jetzt vor allem, wo ich meinen Computer hier nicht nur privat verwende, sondern auch fürs Homeoffice. Als die Handauflage begann, Auflösungserscheinungen zu zeigen und die Maus klebrig wurde, weil die Gummierung abging, war es endgültig an der Zeit, mich nach einem Ersatz umzusehen.

Das Homeoffice war nun eine gute Ausrede, etwas mehr Geld locker zu machen. Denn die Eingabegeräte dienen nicht nur meinem Privatvergnügen, sondern auch dem Broterwerb.

Was die Tastatur angeht, musste ich eine harte Entscheidung treffen: „Eine gute Ausrede für eine neue Tastatur“ weiterlesen

Ein wirklich hübscher Windows-Rechner – und eine praktische Windows-Funktion

Das HP Spectre x360 13 in einem ersten Augenschein – mit besonderer Würdigung der Gesichtserkennung von Windows 10.

Sind sie nicht ein hübsches Paar?

Ich habe derzeit die Gelegenheit, das HP Spectre x360 13 (aw0xxx) zu testen. Das ist ein als Laptop und Tablet nutzbarer Mobilcomputer mit Windows 10, ein so genannter Convertible. Er ist im Premium-Segment angesiedelt, was bedeutet, dass der Preis bei ungefähr 1600 Franken anfängt (bei Amazon: 1600 Euro). Man kann, mit i7-Prozessor, 16 GB RAM und 2 TB-SSD aber auch knapp 2200 Franken ausgeben.

Für die Tamedia-Kanäle werde ich das Gerät ausführlich ansehen (inzwischen ist das hier geschehen). An dieser Stelle gibt es meinen ersten Eindruck – und eine Besprechung der Windows-Hello-Funktion zur Anmeldung mittels Gesichtserkennung.

Also, vorneweg: Während HP früher wirklich langweilige Geräte gebaut hat, muss man sich mit den neuen Modellen nicht mehr in Grund und Boden schämen. Auch dann nicht, wenn man im Zug oder Flugzeug zufälligerweise neben dem Besitzer eines Apple-Laptops zu sitzen kommen sollte. (Vorausgesetzt, dass gerade keine Pandemie herrscht, versteht sich.) „Ein wirklich hübscher Windows-Rechner – und eine praktische Windows-Funktion“ weiterlesen

Das iPad Pro: Da ist noch Luft nach oben

Das iPad hat neulich seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Ich habe dazu ein paar Stimmen gesammelt, und ergänze an dieser Stelle gerne die differenzierte Analyse der Apple-Freaks des «Bits und so»-Podcasts: Die erinnern daran, in welcher Stimmung wir waren, als Steve Jobs vor zehn Jahren dieses magische Gerät angekündigt hat.

Und sie erwähnen zu Recht, dass wir uns damals mit einem Ding namens Netbooks herumgeschlagen mussten. Diese meist extrem untermotorisierten Laptops, die für ihren Zweck dann doch reichlich viel Gewicht und Bauhöhe mitbrachten, waren nicht die reine Freude. Auch darum hat das iPad – beziehungsweise der Slate, wie man diese neue Geräteklasse vor der Ankündigung Jobs‘ noch spekulativ bezeichnet hat – einen Nerv getroffen.

Das iPad hat diese Erwartungen nur ansatzweise erfüllt: Das finde ich, und auch die Podcaster von «Bits und so» sind, obwohl sie teils eingefleischte Nutzer sind, zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt.

Aber da man nicht bis in alle Ewigkeit auf seinen vorgefertigten Meinungen bestehen sollte, habe ich mir vorgenommen, auch einmal das iPad Pro einer kritischen Würdigung zu unterziehen. „Das iPad Pro: Da ist noch Luft nach oben“ weiterlesen

Ein bisschen mehr Licht macht jedes Video schöner

Was haltet Ihr von der Produktbezeichnung Aputure Amaran AL-F7? Wenn man sich die technische Modellnummer am hinteren Ende (AL-F7) wegdenkt, dann stellen sich angenehme Assoziationen ein. Handelt es sich um einen exotisch gewürzten Tee. Oder vielleicht ein Massageöl, das sich besonders für Tantra-Begeisterte eignet? Filmkenner erinnern sich vielleicht auch an einen tamilischen Action-Gangsterfilm von 1992 – der hiess aber nur Amaran.

Was auch immer euch durch den Kopf geht: Die Wirklichkeit ist leider profan. In Echt handelt es sich um eine Videoleuchte. Es gibt sie für 119 Franken bei Digitec und für 117 Euro bei Amazon. Ich habe sie mir angeschafft, weil meine beiden Qudos von Knog (im Beitrag Mehr Licht! besprochen) nach 4½ Jahren schlappmachen. Das heisst: Die Lämpchen sind noch ganz in Ordnung. Aber die Akkus zeigen Ermüdungserscheinungen und halten nicht mehr so lange durch, wie ich es brauche.

Nun hätte ich mir noch ein Rotolight Neo 2 anschaffen können. Das nutze ich seit knapp zwei Jahren (siehe Lichtspiele), und es erfüllt seinen Zweck ganz gut. Es ist aber etwas gar teuer, trotz der Preisreduktion auf inzwischen um die 210 Franken. Ausserdem ist es etwas unhandlich.

Darum habe ich nach einer Videoleuchte gesucht, die in etwa so flexibel ist wie das Neo 2, aber kompakt genug, dass man es auch einfach mal in einen Rucksack (wie diesem hier) werfen und mitnehmen kann.

Die Wahl fiel auf besagte Aputure Amaran AL-F7. „Ein bisschen mehr Licht macht jedes Video schöner“ weiterlesen

Ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch

Als im April 2015 die Apple Watch auf den Markt kam, war ich einer der ersten Tester. Ich war damals aber alles andere als begeistert. Apple hat es damals nicht geschafft, mich von der Notwendigkeit dieses Gadgets zu überzeugen.

Und noch schlimmer: Weil es die Uhr nicht nur mit vernünftiger Ausstattung in einem akzeptablen Preisrahmen gab, sondern auch in Gold mit einem fünfstelligen Preisschild, habe ich das als Auswuchs jener Börsen-Logik wahrgenommen, die mir ziemlich zuwider ist.

Diese Logik funktioniert so, dass öffentlich gehandelte Unternehmen zur Befriedigung der Aktionäre und Analysten zu einem konstanten Wachstum verdammt sind. Das wiederum hat zur Folge, dass die Unternehmen ständig in neue Märkte expandieren müssen.

Mit zwei unangenehmen Konsequenzen: „Ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch“ weiterlesen