Das E-Book-Lesegerät für News zweckentfremden

Neulich ist mir der Tolino in die Finger geraten, den ich als Testgerät erhalten und besprochen habe. Anscheinend habe ich damals eine Dauerleihgabe ausgehandelt. «Dauerleihgabe» ist übrigens ein Euphemismus für Testgeräte, die wir Gadget-Journis im Einsatz haben, bis sie auseinanderfallen. Üblicherweise ist es so, dass solche Geräte nach ein, zwei Wochen (Monaten) zurückgeschickt werden. Das unterscheidet uns, wie hier ausgeführt, von den sog. Influencern. Aber manche Dinge möchte man gerne länger ausprobieren, damit man sieht, wie sie sich über die Zeit bewähren.

Unter uns gesagt: Den Tolino hätte natürlich zurückschicken müssen, weil er ausgetestet war. Das ist das nicht gemacht habe, rückt mich verdächtig in die Nähe eines Influencers, der seinen Instagram-Post nicht mit dem Hashtag #Werbung versieht. Aber noch ein Geständnis: Diese administrativen Aufgaben kommen im Redaktionsalltag prioritätsmässig ganz hinten. Und gelegentlich gehen sie auch vergessen.

Darum mache ich an dieser Stelle aus der Not eine Tugend, indem ich den Test einfach noch einmal verlängere und mich frage: Kann man einen älteren Tolino nicht nur für Bücher, sondern auch für gesammelte Artikel und eigene Dokumente nutzen? „Das E-Book-Lesegerät für News zweckentfremden“ weiterlesen

Der gute Ton bei Videoproduktionen

Für die meisten meiner Videoaufnahmen setze ich das im Beitrag Das Smartphone als Audio-Recorder vorgestellte Lavalier-Mikrofon SmartLav von Røde ein. Das funktioniert (mit dem SC3-Adapter) auch bestens an meiner Videokamera, wo ich es mit einer simplen Klinkenkabel-Verlängerung nutze.

Das ist in bei all den Fällen praktisch, wo ich allein vor der Kamera stehe. Wenn ich vor der Kamera ein Interview führen will, dann sieht es anders aus. Ich habe in solchen Fällen meinen Audiorekorder (Roland R05) mit dabei. Allerdings musste ich mit dieser etwas unprofessionell wirkenden Methode schon des öfteren Spott über mich ergehen lassen (zum Beispiel hier in den Kommentaren).

Was könnte man besser machen? Man könnte natürlich zwei Lavalier-Mikrofone einsetzen. Man bräuchte dann allerdings irgend eine Möglichkeit, die beiden Signale zusammenzumischen, bevor man sie in der Kamera aufzeichnet. Muss man also noch einen kleinen Audiomixer mit sich herumschleppen und während der des Interviews auf die richtige Auspegelung achten?

Nein, dank eines einfachen Tricks muss man das nicht: „Der gute Ton bei Videoproduktionen“ weiterlesen

Zeit, dass sich was dreht

Sich mal als Risikokapitalgeber fühlen? Dank Crowdfunding weder für Hinz noch für Kunz ein Problem. Man sucht sich ein nettes Projekt, gibt ein paar Franken und kann sich dann damit brüsten, etwas für die Wirtschaft und für die Startup-Szene getan zu haben. Und ganz nebenbei zeigt man den Banken eine lange Nase. Die haben zwar das Geld, doch sie würden den Teufel tun, es aufstrebenden Jungunternehmern anzuvertrauen. Darum springen wir als Schwarmfinanzierer in die Lücke und machen jene Produkte möglich, von denen wir finden, dass die Welt sie braucht.

Ich habe es wieder einmal gewagt, trotz meines mehr als betrüblichen Leistungsausweises. Die meisten Projekte, die ich unterstütze, sind gescheitert oder noch Jahre später in der Schwebe. Doch heute darf ich von einem erfolgreichen Projekt berichten.

Das ist der Pivo Pod: Das ist eine Stativhalterung fürs Smartphone. So weit, so unspektakulär. Der Clou ist, dass sie sich auch noch um die eigene Achse drehen kann. Das ermöglicht eine Reihe von Spezialtricks:
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Wie man sich den SUV an den Oberarm schnallt

Dinge werden mit der Zeit grösser. Das sieht man sehr gut auf unseren Strassen. Der Kleinwagen ist fast ausgestorben. Stattdessen sieht immer mehr dieser Stadtpanzer. Diese Fahrzeuggattung wird von den Herstellern SUV genannt. Wenn man sich ansieht, wofür das Kürzel steht, müsste einem der Hirnwahn schwanen: Für Sport Utility Vehicle. Geländewagen, Sportfahrzeug und Limusine in einem.

Das ist ein bedenklicher Trend. Erstens sind diese Fahrzeuge hässlich wie die Nacht. Zweitens viel gefährlicher. Drittens haben sie einen grösseren Verbrauch und verursachen mehr Emissionen. Und das in Zeiten, wo wir uns über den Klimawandel echte Sorgen machen müssten. Viertens brauchen sie mehr Platz, weswegen jetzt sogar die Strasse breiter werden sollen. Als Velofahrer würde ich das begrüssen. Denn da fällt einem tatsächlich auf, dass am Strassenrand immer weniger Platz bleibt. Allerdings würde mit breiteren Strassen diese Ungetüme nur noch weiter wachsen und alle Bemühungen zunichte machen.

Fünftens: „Wie man sich den SUV an den Oberarm schnallt“ weiterlesen

Die Vergadgetisierung der Stirnlampe

Ich habe festgestellt, dass jeder noch so popelige Alltagsgegenstand in den Händen von Nerds zu einem Instrument – und einem Monument – des Nerdtums wird. Okay, das ist eine schwer verständliche Prämisse für einen Blogbeitrag, der nicht von einem Philosophieprofessor geschrieben wurde. Aber vielleicht wird sie mit einem Beispiel klarer:

Ich habe mir neulich eine Stirnlampe angeschafft. Ja, ich gebe zu, das klingt sehr nach Midlife-crisis. Manche Männer kaufen sich in meinem Alter einen Sportwagen, andere suchen sich eine junge Freundin. Und die völlig Verkorsten entwickeln einen Bewegungs-Spleen. Die gehen dann bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit rennen oder velofahren, als ob sie ihrer verlorenen Jugend hinterherhecheln würden.

Ich bilde mir ein, in Würde zu altern. Daraus ergibt sich, dass bei mir diese Sportsache nicht pathologisch ist, sondern mit den Sachzwängen zu tun hat. „Die Vergadgetisierung der Stirnlampe“ weiterlesen

Der würdige Nachfolger des Polaroids

Für unsere Gadget-Tipps für Weihnachten dieses Jahres (Ihr Gadgetlein kommet, Abo plus) habe ich den HP Sprocket (2. Edition) mit Lichterkette (Amazon Affiliate) vorgestellt. Ja, ich weiss. Ich und drucker, das passt nicht zusammen. Ich bin fürs papierlose Büro. Und wenn ich einsehen muss, dass sich das noch nicht ganz realisieren lässt, dann ärgert micht das. Aber dieser kleine Drucker ist charmant. Und weil er kein richtiger Drucker, sondern bloss ein Spass-Drucker ist, braucht man ihn auch nicht so ganz ernst zu nehmen.

Die Idee ist, dass man mit ihm Fotos ab Handy in richtige Fotos verwandelt. Das ist eine legitime Idee. Denn die Handy-Fotos sind zwar immer dabei. Man kann sie auch leicht weitergeben und «verschenken». Doch schön sind Fotos eben auch, wenn man sie in physischer Form zur Verfügung hat. Dann kann man sie an den Kühlschrank hängen, beim Schreibtisch platzieren oder im Portemonnaie mit herumtragen (solange man noch ein Portemonnaie hat): Dann sieht man seine Fotos eben nicht nur, wenn man sie im Smartphone abruft, sondern auch zufällig, wenn der Blick dorthin fällt, wo man sie platziert hat. Die Sprocket-Fotos sind folgerichtig denn auch selbstklebend. (Auch wenn ich grösste Mühe bekunde, die Abdeckschicht wegzubekommen.)

Der Drucker hat ungefähr Handygrösse.  „Der würdige Nachfolger des Polaroids“ weiterlesen

Smarte Fernseher sind ganz schön blöd

Es ist passiert. Unser Haushalt ist tatsächlich in der Ära des smarten Fernsehens angekommen. Wir fernsehen zwar seit gut einem Jahr nur noch via Internet. Doch das Endgerät war bis anhin unsmart, d.h. nicht ans Internet angebunden. 2008 gab es das noch nicht (oder noch nicht auf breiter Basis). Als Brückentechnologie kam ein Apple-TV der vierten Generation zum Einsatz.

Beim Fernsehen bin ich eigentlich der Ansicht, dass man die so lange verwenden sollte, bis sie auseinanderfallen. Denn auch wenn die Geräte jedes Jahr zulegen, sind beim Fernsehen die Inhalte entscheidend, nicht die paar Quäntchen mehr Qualität. Aber bei der treuen alten Philips-Glotze (37PFL7403D) gab es doch ein paar Dinge, die so langsam gestört haben. Das Bild ruckelt mir etwas zusehr. Die schwarzen Bildbereiche sind zu wenig schwarz – was wegen Netflix mehr ins Gewicht fällt, weil dort Serien wie Dark laufen, bei denen Nomen omen ist. Und schliesslich sind wir vor vier Jahren in eine grössere Wohnung gezogen – was zur Folge hatte, dass der 37-Zoll-Bildschirm (94 Zentimeter) aus der Sofaperspektive ziemlich geschrumpft war.

Also, ich konnte eine Neuanschaffung (nach etwas Selbstüberredung) mit meinem ökologischen Gewissen vereinbaren. Wir sind bei der Diagonalengrösse nicht ins andere Extrem verfallen. Sechs Zoll mehr (15 Zentimeter) war okay. Und notwendig, weil es unter dieser Grösse keine 4k-Fernseher und überhaupt fast keine vernünftige Auswahl gibt. Klar, kann man der Ansicht sein, dass 4k bei der Grösse verschenkt ist, gerade, wenn man so «gute» Augen hat wie ich. Aber wenn man wirklich was in voller Auflösung geniessen will, rückt man den Sessel halt etwas näher ans Bild. „Smarte Fernseher sind ganz schön blöd“ weiterlesen

So langsam freunde ich mich mit Systemkameras an

Manchmal tun Blogger und Journalisten den Leuten Unrecht. Heute wäre das um ein Haar passiert. Ich wollte nämlich über die App Wireless Mobile Utility von Nikon (gratis fürs iPhone und Android, aber bitte nicht herunterladen!) herziehen. Die ist dazu da, um Bilder von einer Nikon-Kamera mit WLAN herunterzuladen. Ich habe nämlich im Moment die Nikon Z6 zu Hause, über die an dieser Stelle auch noch ein paar Worte zu verlieren wären. Aber zuerst muss ich die schöne Anekdote fertig machen, die ich hier angefangen habe und die den hehren Zweck verfolgt, auf den Unzulänglichkeiten des Apple App Store herumzureiten.

Also diese App von Nikon, die kurz auch WMU genannt wird: Sie sieht so aus, als ob sie im letzten Jahrtausend entwickelt worden wäre. Und sie macht Unfug: Da hat man eine Kamera, die Bilder mit beeindruckenden 24,5 Megapixeln macht. Und was tut diese App? Sie weiss nichts Besseres, als Fotos auf 300 bis 500 KB herunterzurechnen. Sie überträgt auch keine RAW-Dateien und keine Videos. Da platzt nicht nur mir die Hutschnur, sondern auch vielen anderen Anwendern, wie man in den Kommentaren sieht.

Das Problem liegt allerdings daran, dass ich die falsche App genommen habe. „So langsam freunde ich mich mit Systemkameras an“ weiterlesen

Die WLAN-Maschen enger ziehen


WLAN mit maximalem Tempo.

Das Patentrezept-Video diese Woche dreht sich um einen der grossen Klassiker: Das WLAN, das nicht so zuverlässig und schnell ist, wie es sein könnte. Es gibt Tipps zur Optimierung. Und zwar zu den Router-Einstellungen, der Positionierung des Access-Points und zu den Diagnosemöglichkeiten.

Ich hatte auch die Gelegenheit, fürs Video einen Mesh-Router zu testen. Das ist eine neue Technologie, mit der sich WLAN-Netze ohne viel Heckmeck ausdehnen lassen. Zu diesem Zweck verteilt man einfach weitere Router an strategisch günstigen Positionen – und die erledigen die Magie. Ich kann nun an dieser Stelle leider nicht sagen, wie effektiv die Erweiterung in der Praxis funktioniert. Das aus zwei Gründen: Erstens hatte ich nur einen Router zur Verfügung. Und zweitens ist mein Domizil auch mit einem Router recht gut erschlossen, sodass ich vom beschriebenen Problem selbst gar nicht wirklich tangiert bin. Aber ich will mir auch nicht vorwerfen lassen, Betroffenheitsjournalismus zu betreiben (zwinker).

Der fragliche Mesh-Router heisst Google Wifi und wurde mir von Digitec als Testgerät zur Verfügung gestellt (hier trotzdem der Amazon-Affiliate-Link). „Die WLAN-Maschen enger ziehen“ weiterlesen

Naja, es geht so

Neulich ist mir der Chromecast zweiter Generation in die Finger geraten, den ich schätzungsweise vor etwa fünf Jahren für eine Rezension vorgesehen habe. Daraus ist nichts geworden, weil das Teil, so handlich wie es ist, verschütt gegangen ist. Man sieht: Zum Skillset des Gadgettesters gehört eine landläufig unterschätzte Fähigkeit, nämlich jene zur zweckmässigen Organisation der Testkandidaten. Und autsch, da fällt mir siedendheiss ein, dass ich ein Dreivierteljahr hinterherhinke, was das Zurückschicken der abgearbeiteten Testgeräte angeht. Es ist nicht so, dass ich mich der Rücksendung verweigern würde. Wie hier ausgeführt, gehört auch das zu den Pflichten eines Gadgettesters. Es ist bloss so, dass diese Arbeit in der Prioritätenliste gerne nach unten rutscht. Und wie es heutzutage so ist: Die Prioritätenliste ist zu lang, der Tag zu kurz.

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Google hat einen kunstbeflissenen Bildschirmschoner in petto.

Aber ich schweife ab. Der Chromecast, zweite Generation, erhältlich für um die 40 Franken (Amazon Affiliate). Er hängt nun am Schlafzimmerfernseher, der nebst dem HDMI-Eingang praktischerweise auch einen ungenutzten USB-Port hat, über den der Chromecast mit Strom versorgt wird. Man benötigt kein zusätzliches Netzteil, muss keine Steckdose freimachen und keine Kabel ziehen. Das ist gelungen. Wieso ist das eigentlich kein Standard? Geräte wie Fernseher, an die oft weitere Dinge angeschlossen werden, sollten auch die Stromversorgung dieser Geräte übernehmen – das würde den Kabelsalat angenehm verringern.

Ich schweife schon wieder ab. „Naja, es geht so“ weiterlesen