Ein Blogpost über eine der ganz grossen Fragen

Ich habe mir letzte Woche einen neuen Rucksack gekauft. Das ist nun eine Sache, von der ich angenommen hätte, dass sie für dieses Blog hier irrelevant ist – denn wenn ich mir neue Unterhosen anschaffe, muss das an dieser Stelle auch nicht erörtert werden.

Nun gab es allerdings neulich ein sozialmediales Ereignis, dass bei mir einen Meinungsumschwung bewirkt hat. Eine harmlose Frage auf Twitter hat unzählige Antworten, Neben-Threads ausgelöst. Leider zeigt Twitter die Zahl der Wortmeldungen nicht an. Aber die Diskussion hat meine Timeline während ungefähr einer Woche dominiert. So gross war das Interesse nur noch bei Nobillag – und da war es kein einzelner Tweet, der die Welle ins Rollen gebracht hat.

Also, Tech-Rucksäcke interessieren. Darum hier also meine Wahl, die sicher nicht die beste, billigste oder befriedigenste ist. Für mich passt sie aber aus mehreren Gründen.

Zuerst aber zur Ausgangslage: „Ein Blogpost über eine der ganz grossen Fragen“ weiterlesen

Ein Blick in die passwortlose Zukunft

Im Beitrag Tipps zu Passwörtern und Passwortmanagern habe ich euch versprochen, Fido2 zu testen. Und tadaa!, heute ist es so weit.

Fido2 hat nichts damit zu tun, dass der Familienhund gestorben und durch einen Welpen ersetzt wurde, dem man bequemerweise den gleichen Namen wie dem Vorgänger gegeben hat. Nein, es ist ein Versuch, Passwörter im Netz überflüssig zu machen. Die Authentifizierung findet mit einem realen Schlüssel statt. Das kann ein spezielles Stück Hardware wie ein USB-Key oder auch eine smarte Uhr oder ein anderes Wearable sein. Ich habe Schlüssel von Yubikey getestet, die mir yubikey.ch zur Verfügung gestellt hat.

Yubikeys mit verschiedenen Anschlusstypen

Die technischen Hintergründe sind reichlich komplex. Wenn ihr nichts dagegen habt, erspare ich es uns allen, sie hier im Blog auszubreiten. Man kann vieles davon in einem ausführlichen Schwerpunkt im «c’t Magazin» nachlesen; Ausgabe 18-2019, ab Seite 16: Abschied vom Passwort, Schlüssel zum Glück, Anmelde-Baukasten und Verschlossen, nicht verrammelt heissen die vier Artikel, die die Funktionsweise der Schlüssel, aber auch WebAuthn und anverwandte Dinge erklären.

Im Patentrezept-Video habe ich mich darauf beschränkt vorzuführen, wie es geht – denn die technischen Feinheiten dürfen uns Nutzer interessieren, können uns aber auch völlig egal sein. Denn seit ungefähr dreissig Jahren haben wir eh keine Chance mehr, die technische Komplexität unseres Alltags zu durchdringen. Das hat natürlich eine Reihe von Problemen – aber diese Diskussion wäre noch epischer als die Erklärungen zu Fido2 und WebAuthn.

Das Video zeigt konkret zwei Dinge: „Ein Blick in die passwortlose Zukunft“ weiterlesen

Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten

Von Apple habe ich ein iPhone 11 Pro (Amazon Affiliate) als Testgerät erhalten. Mein Kollege Rafael Zeier hat das ausführlich besprochen. Und im Netz gibt es auch anderswo unzählige Reviews wie die beim «Guardian», sodass ich mich hier in der komfortablen Situation wiederfinde, keine umfassende Einschätzung schreiben zu müssen, sondern bloss meinen persönlichen Senf dazugeben zu dürfen.

Bis jetzt habe ich das iPhone 8 Plus benutzt. Auch dazu habe ich seinerzeit meinen Senf gegeben und festgehalten, dass dieses Modell zwar wirklich sehr gross, aber trotzdem ohne Einschränkungen alltagstauglich ist. Etwas relativiert habe ich diesen Befund allerdings im Beitrag Wie man sich den SUV an den Oberarm schnallt: Für den Sport ist das Modell einfach zu gross – und für meinen Geschmack fühlt es sich doch etwas gar klobig an.

Im Vergleich dazu ist auch das grössere iPhone 11 Pro eleganter und leichter zu handhaben. In das Oberarm-Täschchen, das ich im obigen SUV-Blogbeitrag besprochen habe, passt es locker. Und auch sonst liegt es etwas angenehmer in der Hand. Beim zweihändigen Tippen muss man sich mehr konzentrieren, da die Buchstaben enger gepackt sind. Aber dafür tippt es sich einhändig angenehmer, weil man die Finger weniger strecken und nicht zur schmalen Tastatur wechseln muss.

Die Tastatur-Gewöhnung ist das eine. Aber man muss sich auch mit dem Bildschirm anfreunden können. „Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten“ weiterlesen

Der Tolino macht einen Sprung nach vorn

Das E-Book ist nun keine fulminante Erfolgsgeschichte. Sechs Prozent sei der Umsatzanteil des digitalen Buchs am deutschen Büchermarkt, habe ich hier gelesen. Das ist nicht gerade viel. Der Tagesanzeiger hat, noch vor meiner Zeit, am 23. November 1998 geschrieben, Bill Gates glaube an das E-Book. Damals noch Microsoft-Chef, hat er folgendes gesagt:

«Bis 2001 werden bereits 50’000 elektronische Titel erhältlich sein, und Millionen von Leuten werden elektronische Bücher lesen, die buchstäblich Kapazitäten ganzer Buchhandlungen besitzen.»

Das war vermutlich ein Übersetzungsfehler. Ich nehme an, dass Gates von E-Book-Readern gesprochen hat, die die Kapazität von Buchhandlungen haben. Aber egal.

Ich bin ein Fan des Mediums. Aber mir leuchtet es auch ein, dass viele Käufer dem gedruckten Buch die Stange halten. Der Umgang mit Papier ist ungeschlagen einfach und komfortabel – zumindest dann, wenn es ums Lesen und nicht ums Zügeln des Buchbestands geht.

Jedenfalls habe ich mich gefreut, als ich neulich die Gelegenheit hatte, die neuen Tolino-Modelle zu testen. Ich habe meinen Kindle, wie hier beschrieben, schon vor fünf Jahren ausrangiert. „Der Tolino macht einen Sprung nach vorn“ weiterlesen

Das Pasta-Gadget

Heute wagt sich dieses Blog wieder einmal in ein thematisches Randgebiet vor. Es geht zwar um ein Gadget. Aber um eines, das weder smart ist noch eine Internetanbindung aufweist. Immerhin hat es ein digitales Display – aber das ist auch schon der einzige Bezug zur Welt der Hochtechnologie.

Aber essen müssen schliesslich alle. Sogar wir Nerds, die wir uns hauptsächlich im Cyberspace aufhalten und uns von Bits und Bytes ernähren. Und dafür ist dieses Gadget gut: Für die analoge Kalorienzufuhr. Das Gadget gibt einem sogar das angenehme Gefühl, man würde eine selbstverantwortliche Ernährungsweise pflegen und nicht bloss Fastfood und Fertiggerichte in sich hineindrücken. (Was natürlich ein Klischee ist.)

Also, es geht um eine Teigwarenmaschine, neudeutsch Pastamaker genannt. Hier im Blog bespreche ich speziell die Avance Collection von Philips, die es bei Galaxus für ca. 230 Franken und bei Amazon für um die 209 Euro gibt. Aber ich nehme an, dass andere Modelle und die Geräte der Konkurrenz ganz ähnlich funktionieren.

Eine solche Maschine hat mehrere Vorteile: Sie erlaubt es unsereins, unsere (im Kindesalter stecken gebliebenen) kulinarischen Vorlieben zu pflegen und fünfmal die Woche Teigwaren zu essen. Gleichzeitig schmeisst man nicht einfach fertig gekaufte Pasta in einen Topf und macht eine Fertigsosse dazu. Nein, man stellt die Pasta selbst her und darf sich dem Gefühl hingeben, die jahrtausendealte Menschheitstradition der Selbstversorgung weiterzuführen. „Das Pasta-Gadget“ weiterlesen

Himbeere reloaded

Mein neuestes Spielzeug aus der Gadget-Ecke ist der Raspberry Pi 4. Ich nehme an, das ist den Leserinnen hier ein Begriff: Es handelt sich um einen Mini-Computer, bei dem alle Komponenten auf einer Platine sitzen. Wikipedia erwähnt, er habe die Grösse einer Kreditkarte. Das stimmt für die Breite und Tiefe, nicht aber für die Höhe. Die wird durch die USB-Anschlüsse vorgegeben und beträgt einen guten Zentimeter.

Ein weiterer Clou beim Raspberry Pi ist, dass er günstig zu haben ist. Das erste Modell von 2013 gab es in der günstigsten Variante für 35 Franken. Auch das neue Modell ist selbst mit einem kleinen Taschengeld in ein paar Wochen finanzierbar. Beim Hersteller selbst gibt es das ab 35 US-Dollar. Hierzulande kriegt man es für um die 70 Franken (Digitec), bzw. 66 Euro (Amazon).

Ich habe den Raspberry Pi seinerzeit sofort gekauft und mit viel Spass herumexperimentiert. Er war jahrelang als NAS im Einsatz, und für die Datensicherung von Windows-PCs und Macs zuständig. Allerdings war er dafür nicht optimal gerüstet. „Himbeere reloaded“ weiterlesen

Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer

Kinder werden grösser und unabhängiger. Das zeigt sich daran, dass sie selbst bestimmen wollen, was im Kinderzimmer zu hören ist. Früher war das der Moment, wo man ihnen einen Kassettenrekorder oder einen CD-Player schenkt.

Und heute? Der klassische Kassettenrekorden ist allein deswegen nicht ausgestorben, weil Kinder wie vor hundert Jahren damit ihre Chasperlikassetten hören müssen. Manche Eltern setzen auch auf CD-Player. Doch das kann es nicht sein, oder? Will man heute Kassetten mit Spotify-Playlisten bespielen, damit das Kind seine Lieblingsmusik im Kinderzimmer hören kann? Oder zum gleichen Zweck CDs brennen? Nein, natürlich nicht. Ausserdem sind CD- und Kassetten-Player gigantische Batterievernichter.

Darum haben wir uns umgesehen und sind beim Jooki (Amazon Affiliate) gelandet. „Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer“ weiterlesen

Das E-Book-Lesegerät für News zweckentfremden

Neulich ist mir der Tolino in die Finger geraten, den ich als Testgerät erhalten und besprochen habe. Anscheinend habe ich damals eine Dauerleihgabe ausgehandelt. «Dauerleihgabe» ist übrigens ein Euphemismus für Testgeräte, die wir Gadget-Journis im Einsatz haben, bis sie auseinanderfallen. Üblicherweise ist es so, dass solche Geräte nach ein, zwei Wochen (Monaten) zurückgeschickt werden. Das unterscheidet uns, wie hier ausgeführt, von den sog. Influencern. Aber manche Dinge möchte man gerne länger ausprobieren, damit man sieht, wie sie sich über die Zeit bewähren.

Unter uns gesagt: Den Tolino hätte natürlich zurückschicken müssen, weil er ausgetestet war. Das ist das nicht gemacht habe, rückt mich verdächtig in die Nähe eines Influencers, der seinen Instagram-Post nicht mit dem Hashtag #Werbung versieht. Aber noch ein Geständnis: Diese administrativen Aufgaben kommen im Redaktionsalltag prioritätsmässig ganz hinten. Und gelegentlich gehen sie auch vergessen.

Darum mache ich an dieser Stelle aus der Not eine Tugend, indem ich den Test einfach noch einmal verlängere und mich frage: Kann man einen älteren Tolino nicht nur für Bücher, sondern auch für gesammelte Artikel und eigene Dokumente nutzen? „Das E-Book-Lesegerät für News zweckentfremden“ weiterlesen

Der gute Ton bei Videoproduktionen

Für die meisten meiner Videoaufnahmen setze ich das im Beitrag Das Smartphone als Audio-Recorder vorgestellte Lavalier-Mikrofon SmartLav von Røde ein. Das funktioniert (mit dem SC3-Adapter) auch bestens an meiner Videokamera, wo ich es mit einer simplen Klinkenkabel-Verlängerung nutze.

Das ist in bei all den Fällen praktisch, wo ich allein vor der Kamera stehe. Wenn ich vor der Kamera ein Interview führen will, dann sieht es anders aus. Ich habe in solchen Fällen meinen Audiorekorder (Roland R05) mit dabei. Allerdings musste ich mit dieser etwas unprofessionell wirkenden Methode schon des öfteren Spott über mich ergehen lassen (zum Beispiel hier in den Kommentaren).

Was könnte man besser machen? Man könnte natürlich zwei Lavalier-Mikrofone einsetzen. Man bräuchte dann allerdings irgend eine Möglichkeit, die beiden Signale zusammenzumischen, bevor man sie in der Kamera aufzeichnet. Muss man also noch einen kleinen Audiomixer mit sich herumschleppen und während der des Interviews auf die richtige Auspegelung achten?

Nein, dank eines einfachen Tricks muss man das nicht: „Der gute Ton bei Videoproduktionen“ weiterlesen

Zeit, dass sich was dreht

Sich mal als Risikokapitalgeber fühlen? Dank Crowdfunding weder für Hinz noch für Kunz ein Problem. Man sucht sich ein nettes Projekt, gibt ein paar Franken und kann sich dann damit brüsten, etwas für die Wirtschaft und für die Startup-Szene getan zu haben. Und ganz nebenbei zeigt man den Banken eine lange Nase. Die haben zwar das Geld, doch sie würden den Teufel tun, es aufstrebenden Jungunternehmern anzuvertrauen. Darum springen wir als Schwarmfinanzierer in die Lücke und machen jene Produkte möglich, von denen wir finden, dass die Welt sie braucht.

Ich habe es wieder einmal gewagt, trotz meines mehr als betrüblichen Leistungsausweises. Die meisten Projekte, die ich unterstütze, sind gescheitert oder noch Jahre später in der Schwebe. Doch heute darf ich von einem erfolgreichen Projekt berichten.

Das ist der Pivo Pod: Das ist eine Stativhalterung fürs Smartphone. So weit, so unspektakulär. Der Clou ist, dass sie sich auch noch um die eigene Achse drehen kann. Das ermöglicht eine Reihe von Spezialtricks:
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