Die Turbomaus für Scrollrad-Raser

Die Logitech MX Master 3 ist die teuerste Maus, die ich mir je gekauft habe. Doch es hat sich gelohnt, auch wenn ich mich nicht davon abbringen lasse, dass wahre Computerfreaks Tastaturakrobaten und keine Mausschubser sind.

Gestern ging es an dieser Stelle um meine neue Tastatur. Es ist nicht zwingend, aber nahe liegend, dass es zu dieser Tastatur auch die passende Maus braucht. Denn eines der neuen Features der Logitech MX Keys besteht darin, dass man sie mit bis zu drei Geräten koppeln und parallel verwenden kann. Welches Gerät man bedient, steuert man über drei Tasten.

Nun ergibt diese Funktion erst so richtig Sinn, wenn man eine Maus zur Verfügung hat, die sich ebenfalls in den Dienst mehrerer Herren stellt.

Klar, da ich nebst meinem Windows-Computer auch das Macbook und das iPad zu steuern gedenke, könnte ich beim Zweit-Gerät aufs Trackpad und beim Drittgerät auf den Touchscreen zurückgreifen. Das wäre je nach Situation aber unpraktisch. Und wie ich neulich im Beitrag Maus schlägt Touch habe feststellen dürfen, ist die Mausunterstützung jene Funktion des neuen iPad OS, die mir am besten gefällt.

Es war daher naheliegend, mich für die Logitech MX Master 3 zu entscheiden. Die kostet 99 Franken bzw. 90 Euro, und ist somit mutmasslich die teuerste Maus, die ich je besessen habe. Sie wird als professionell, hyper-effizient, ergonomisch, komfortabel beschrieben – und scheint tatsächlich eine gute Wahl für musophil veranlagte Zeitgenossen zu sein.

Ich gehöre zu den Leuten, die bei den Effizienzbemühungen eher bei der Tastatur als bei der Maus ansetzen: „Die Turbomaus für Scrollrad-Raser“ weiterlesen

Eine gute Ausrede für eine neue Tastatur

Die Logitech MX Keys Plus im Test: Eine Tastatur, die weitgehend überzeugt, mir aber doch eine harte Entscheidung abverlangt hat.

Neulich habe ich darüber geschrieben, wie ich mich mit Digitec herumgeärgert habe. Nicht erwähnt habe ich, warum ich dort eigentlich eingekauft habe. Doch darum soll es heute gehen.

Ich brauchte nämlich Ersatz für meine schon in die Jahre gekommene Kombo aus Tastatur und Maus. Die stammt von Microsoft und von 2015: Ich habe sie seinerzeit im Beitrag Die Vielschreiber-Tastatur vorgestellt.

Schon damals hatte die Tastatur die Marotte, unter gewissen Umständen zu klemmen. Das hat sich mit der Zeit etwas gebessert. Doch mit den Jahren ist das Problem wieder akuter geworden. Ausserdem ist seltsamerweise die drahtlose Verbindung schlechter geworden. Mitunter blieben beim Tippen einzelne – oder sehr viele – Buchstaben auf der Strecke. Und erst wenn ich die Tastatur etwas näher in Richtung Computer gerückt habe, wurde es besser.

Das ist natürlich nervig – jetzt vor allem, wo ich meinen Computer hier nicht nur privat verwende, sondern auch fürs Homeoffice. Als die Handauflage begann, Auflösungserscheinungen zu zeigen und die Maus klebrig wurde, weil die Gummierung abging, war es endgültig an der Zeit, mich nach einem Ersatz umzusehen.

Das Homeoffice war nun eine gute Ausrede, etwas mehr Geld locker zu machen. Denn die Eingabegeräte dienen nicht nur meinem Privatvergnügen, sondern auch dem Broterwerb.

Was die Tastatur angeht, musste ich eine harte Entscheidung treffen: „Eine gute Ausrede für eine neue Tastatur“ weiterlesen

Ein wirklich hübscher Windows-Rechner – und eine praktische Windows-Funktion

Das HP Spectre x360 13 in einem ersten Augenschein – mit besonderer Würdigung der Gesichtserkennung von Windows 10.

Sind sie nicht ein hübsches Paar?

Ich habe derzeit die Gelegenheit, das HP Spectre x360 13 (aw0xxx) zu testen. Das ist ein als Laptop und Tablet nutzbarer Mobilcomputer mit Windows 10, ein so genannter Convertible. Er ist im Premium-Segment angesiedelt, was bedeutet, dass der Preis bei ungefähr 1600 Franken anfängt (bei Amazon: 1600 Euro). Man kann, mit i7-Prozessor, 16 GB RAM und 2 TB-SSD aber auch knapp 2200 Franken ausgeben.

Für die Tamedia-Kanäle werde ich das Gerät ausführlich ansehen (inzwischen ist das hier geschehen). An dieser Stelle gibt es meinen ersten Eindruck – und eine Besprechung der Windows-Hello-Funktion zur Anmeldung mittels Gesichtserkennung.

Also, vorneweg: Während HP früher wirklich langweilige Geräte gebaut hat, muss man sich mit den neuen Modellen nicht mehr in Grund und Boden schämen. Auch dann nicht, wenn man im Zug oder Flugzeug zufälligerweise neben dem Besitzer eines Apple-Laptops zu sitzen kommen sollte. (Vorausgesetzt, dass gerade keine Pandemie herrscht, versteht sich.) „Ein wirklich hübscher Windows-Rechner – und eine praktische Windows-Funktion“ weiterlesen

Das iPad Pro: Da ist noch Luft nach oben

Das iPad hat neulich seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Ich habe dazu ein paar Stimmen gesammelt, und ergänze an dieser Stelle gerne die differenzierte Analyse der Apple-Freaks des «Bits und so»-Podcasts: Die erinnern daran, in welcher Stimmung wir waren, als Steve Jobs vor zehn Jahren dieses magische Gerät angekündigt hat.

Und sie erwähnen zu Recht, dass wir uns damals mit einem Ding namens Netbooks herumgeschlagen mussten. Diese meist extrem untermotorisierten Laptops, die für ihren Zweck dann doch reichlich viel Gewicht und Bauhöhe mitbrachten, waren nicht die reine Freude. Auch darum hat das iPad – beziehungsweise der Slate, wie man diese neue Geräteklasse vor der Ankündigung Jobs‘ noch spekulativ bezeichnet hat – einen Nerv getroffen.

Das iPad hat diese Erwartungen nur ansatzweise erfüllt: Das finde ich, und auch die Podcaster von «Bits und so» sind, obwohl sie teils eingefleischte Nutzer sind, zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt.

Aber da man nicht bis in alle Ewigkeit auf seinen vorgefertigten Meinungen bestehen sollte, habe ich mir vorgenommen, auch einmal das iPad Pro einer kritischen Würdigung zu unterziehen. „Das iPad Pro: Da ist noch Luft nach oben“ weiterlesen

Ein bisschen mehr Licht macht jedes Video schöner

Was haltet Ihr von der Produktbezeichnung Aputure Amaran AL-F7? Wenn man sich die technische Modellnummer am hinteren Ende (AL-F7) wegdenkt, dann stellen sich angenehme Assoziationen ein. Handelt es sich um einen exotisch gewürzten Tee. Oder vielleicht ein Massageöl, das sich besonders für Tantra-Begeisterte eignet? Filmkenner erinnern sich vielleicht auch an einen tamilischen Action-Gangsterfilm von 1992 – der hiess aber nur Amaran.

Was auch immer euch durch den Kopf geht: Die Wirklichkeit ist leider profan. In Echt handelt es sich um eine Videoleuchte. Es gibt sie für 119 Franken bei Digitec und für 117 Euro bei Amazon. Ich habe sie mir angeschafft, weil meine beiden Qudos von Knog (im Beitrag Mehr Licht! besprochen) nach 4½ Jahren schlappmachen. Das heisst: Die Lämpchen sind noch ganz in Ordnung. Aber die Akkus zeigen Ermüdungserscheinungen und halten nicht mehr so lange durch, wie ich es brauche.

Nun hätte ich mir noch ein Rotolight Neo 2 anschaffen können. Das nutze ich seit knapp zwei Jahren (siehe Lichtspiele), und es erfüllt seinen Zweck ganz gut. Es ist aber etwas gar teuer, trotz der Preisreduktion auf inzwischen um die 210 Franken. Ausserdem ist es etwas unhandlich.

Darum habe ich nach einer Videoleuchte gesucht, die in etwa so flexibel ist wie das Neo 2, aber kompakt genug, dass man es auch einfach mal in einen Rucksack (wie diesem hier) werfen und mitnehmen kann.

Die Wahl fiel auf besagte Aputure Amaran AL-F7. „Ein bisschen mehr Licht macht jedes Video schöner“ weiterlesen

Ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch

Als im April 2015 die Apple Watch auf den Markt kam, war ich einer der ersten Tester. Ich war damals aber alles andere als begeistert. Apple hat es damals nicht geschafft, mich von der Notwendigkeit dieses Gadgets zu überzeugen.

Und noch schlimmer: Weil es die Uhr nicht nur mit vernünftiger Ausstattung in einem akzeptablen Preisrahmen gab, sondern auch in Gold mit einem fünfstelligen Preisschild, habe ich das als Auswuchs jener Börsen-Logik wahrgenommen, die mir ziemlich zuwider ist.

Diese Logik funktioniert so, dass öffentlich gehandelte Unternehmen zur Befriedigung der Aktionäre und Analysten zu einem konstanten Wachstum verdammt sind. Das wiederum hat zur Folge, dass die Unternehmen ständig in neue Märkte expandieren müssen.

Mit zwei unangenehmen Konsequenzen: „Ein Fazit nach bald fünf Jahren Apple Watch“ weiterlesen

Wieso können das nicht alle Kopfhörer?

Kopfhörer waren in diesem Blog lange Zeit ein Dauerbrenner. Das lag daran, dass die kabelgebundenen Modelle einem grossen Verschleiss unterliegen. Doch seit sich Bluetooth als brauchbare Alternative etabliert hat, ist dieses Ärgernis durch – zum Glück. Das war eine echte Geld- und Ressourcenverschwendung.

Ich verwende nach wie vor die Soundsport Wireless von Bose für unterwegs. Die musste ich seit 2017 einmal ersetzen. Das lag aber vor allem daran, dass Töchterchen die alten beim Zahnen ein-, zweimal in die Fingerchen bekommen und als Beisshilfe verwendet hatte. Ich kann daher nicht sagen, mit welcher Lebensdauer man rechnen dürfte. Ich vermute, dass der beschränkende Faktor der Akku ist.

Für zu Hause und das Büro habe ich mir den WH-1000XM2 von Sony angeschafft. Auch das eine gute Wahl – wobei ich wahrscheinlich heute noch etwas mehr drauflegen und mir den Momentum 3 von Sennheiser leisten würde (hier besprochen).

Jedenfalls hatte ich die Gelegenheit, die neuen Airpod 2 von Apple etwas ausführlicher zu testen. „Wieso können das nicht alle Kopfhörer?“ weiterlesen

Ein Blogpost über eine der ganz grossen Fragen

Ich habe mir letzte Woche einen neuen Rucksack gekauft. Das ist nun eine Sache, von der ich angenommen hätte, dass sie für dieses Blog hier irrelevant ist – denn wenn ich mir neue Unterhosen anschaffe, muss das an dieser Stelle auch nicht erörtert werden.

Nun gab es allerdings neulich ein sozialmediales Ereignis, dass bei mir einen Meinungsumschwung bewirkt hat. Eine harmlose Frage auf Twitter hat unzählige Antworten, Neben-Threads ausgelöst. Leider zeigt Twitter die Zahl der Wortmeldungen nicht an. Aber die Diskussion hat meine Timeline während ungefähr einer Woche dominiert. So gross war das Interesse nur noch bei Nobillag – und da war es kein einzelner Tweet, der die Welle ins Rollen gebracht hat.

Also, Tech-Rucksäcke interessieren. Darum hier also meine Wahl, die sicher nicht die beste, billigste oder befriedigenste ist. Für mich passt sie aber aus mehreren Gründen.

Zuerst aber zur Ausgangslage: „Ein Blogpost über eine der ganz grossen Fragen“ weiterlesen

Ein Blick in die passwortlose Zukunft

Im Beitrag Tipps zu Passwörtern und Passwortmanagern habe ich euch versprochen, Fido2 zu testen. Und tadaa!, heute ist es so weit.

Fido2 hat nichts damit zu tun, dass der Familienhund gestorben und durch einen Welpen ersetzt wurde, dem man bequemerweise den gleichen Namen wie dem Vorgänger gegeben hat. Nein, es ist ein Versuch, Passwörter im Netz überflüssig zu machen. Die Authentifizierung findet mit einem realen Schlüssel statt. Das kann ein spezielles Stück Hardware wie ein USB-Key oder auch eine smarte Uhr oder ein anderes Wearable sein. Ich habe Schlüssel von Yubikey getestet, die mir yubikey.ch zur Verfügung gestellt hat.

Yubikeys mit verschiedenen Anschlusstypen

Die technischen Hintergründe sind reichlich komplex. Wenn ihr nichts dagegen habt, erspare ich es uns allen, sie hier im Blog auszubreiten. Man kann vieles davon in einem ausführlichen Schwerpunkt im «c’t Magazin» nachlesen; Ausgabe 18-2019, ab Seite 16: Abschied vom Passwort, Schlüssel zum Glück, Anmelde-Baukasten und Verschlossen, nicht verrammelt heissen die vier Artikel, die die Funktionsweise der Schlüssel, aber auch WebAuthn und anverwandte Dinge erklären.

Im Patentrezept-Video habe ich mich darauf beschränkt vorzuführen, wie es geht – denn die technischen Feinheiten dürfen uns Nutzer interessieren, können uns aber auch völlig egal sein. Denn seit ungefähr dreissig Jahren haben wir eh keine Chance mehr, die technische Komplexität unseres Alltags zu durchdringen. Das hat natürlich eine Reihe von Problemen – aber diese Diskussion wäre noch epischer als die Erklärungen zu Fido2 und WebAuthn.

Das Video zeigt konkret zwei Dinge: „Ein Blick in die passwortlose Zukunft“ weiterlesen

Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten

Von Apple habe ich ein iPhone 11 Pro (Amazon Affiliate) als Testgerät erhalten. Mein Kollege Rafael Zeier hat das ausführlich besprochen. Und im Netz gibt es auch anderswo unzählige Reviews wie die beim «Guardian», sodass ich mich hier in der komfortablen Situation wiederfinde, keine umfassende Einschätzung schreiben zu müssen, sondern bloss meinen persönlichen Senf dazugeben zu dürfen.

Bis jetzt habe ich das iPhone 8 Plus benutzt. Auch dazu habe ich seinerzeit meinen Senf gegeben und festgehalten, dass dieses Modell zwar wirklich sehr gross, aber trotzdem ohne Einschränkungen alltagstauglich ist. Etwas relativiert habe ich diesen Befund allerdings im Beitrag Wie man sich den SUV an den Oberarm schnallt: Für den Sport ist das Modell einfach zu gross – und für meinen Geschmack fühlt es sich doch etwas gar klobig an.

Im Vergleich dazu ist auch das grössere iPhone 11 Pro eleganter und leichter zu handhaben. In das Oberarm-Täschchen, das ich im obigen SUV-Blogbeitrag besprochen habe, passt es locker. Und auch sonst liegt es etwas angenehmer in der Hand. Beim zweihändigen Tippen muss man sich mehr konzentrieren, da die Buchstaben enger gepackt sind. Aber dafür tippt es sich einhändig angenehmer, weil man die Finger weniger strecken und nicht zur schmalen Tastatur wechseln muss.

Die Tastatur-Gewöhnung ist das eine. Aber man muss sich auch mit dem Bildschirm anfreunden können. „Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten“ weiterlesen