Ein kleiner Startmenü-Trick

Ich pflege, bei Windows und Mac, eine Philosophie des leeren Schreibtischs. Das ist durchaus ungewöhnlich, denn viele Leute scheinen sich zu sagen, dass man, wenn es dort schon diese Ablagefläche gibt, selbige auch benutzen sollte. Die Folge ist bei manchen ein komplett mit Icons zugepflasterter Schirm, auf dem man gar nichts mehr findet.

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Mehr Startmöglichkeiten im Startmenü (ganz links).

Der Desktop als Ablage zu benutzen, ist unpraktisch. Wenn man ein Dokument oder einen Ordner benutzen will, steht garantiert ein Programmfenster davor. Man muss, bevor man das fragliche Icon anklicken kann, erst Fenster minimieren. Natürlich, man kann bei Windows auch die Schaltfläche am rechten Rand der Taskleiste nutzen oder die Windows-Taste + d betätigen. Das ist mir aber schon zu umständlich.

Daher verwende ich gerne die Sprunglisten der Taskleiste oder Tastaturkürzel zum Öffnen von Ordnern und Programmen. Einige meiner Arbeitsweisen habe ich im Beitrag Vergesst das Startmenü! vorgeführt.

Nun muss man das Startmenü nicht komplett vergessen. Das hat nämlich bei Windows 10 im Anniversary Update einige versteckte Talente. Man kann häufig gebrauchte Ordner im Startmenü platzieren. Dazu klickt man den anzuheftenden Ordner mit der rechten Maustaste an und wählt An «Start» anheften aus dem Kontextmenü. Der Vorteil gegenüber einer Verknüpfung auf dem Desktop: Auch wenn viele Fenster offen oder ein Programm im Vollbild betrieben wird, kommt man über den Startknopf oder die Tastenkombination Ctrl + Esc zu seinem Ordner und kann ihn sehr schnell anklicken.

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Die Ordner, die man in seinem Startmenü hinzufügen kann.

In den Einstellungen von Windows 10 bei Personalisierung > Start lohnt es sich übrigens, mal auf Ordner auswählen, die im Menü Start angezeigt werden zu klicken. Dort gibt es die Möglichkeit, in der ganz linken Spalte des Startmenüs auch die Ordner Dokumente, Downloads, Musik, Bilder, Videos, Heimnetzgruppe, Netzwerk und seinen Benutzerordner einzublenden.

Übrigens: Ich trauere OS/2 nicht wirklich hinterher. Doch etwas vermisse ich: Das Betriebssystem stellte in den Öffnen-/Speichern-Dialogen auch die gerade offenen Ordner zur Verfügung. Warum weder Windows noch Mac OS machen, ist mir ein Rätsel. Wenn man ein Projektordner offen hat, dann bedeutet das natürlich, dass man mit den dort vorhandenen Dateien arbeiten will. Es wäre also nichts als logisch, diesen Speicherort auch in den Common Dialogs zur Verfügung zu halten, sodass man beim Öffnen und Speichern nicht erst dorthin navigieren muss.

Autor: Matthias

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2 Gedanken zu „Ein kleiner Startmenü-Trick“

  1. Hallo Matthias. Ich weiss, dass Du der deutschen Sprache absolut mächtig bist. Drum doppelt verwirrend, wenn man gleich über das erste Wort stolpert. Sorry für das Klugscheissern und danke für deine Artikel, die ich immer gern und mit Interesse lese.

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