Die Post und ihre Trackingnummern

Neulich habe ich mir bei Apple was bestellt. In seiner Bestellung findet man bei solchen Gelegenheiten eine Nummer, mit der man seine Lieferung nachverfolgen kann. Das hilft einerseits den Vorfreudigen einzuschätzen, wie lange sie ihre Ungeduld noch zügeln müssen. Andererseits ist es wichtig, damit man das Paket auch entgegennehmen kann. Bekanntlich eines der grössten Probleme des Einkaufens im Internet: Die Pakete werden typischerweise tagsüber geliefert. Dann wenn niemand zu Hause ist.

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Parcel spotting als Trendsportart der Internetshopper.

Ich habe das getan, was jeder an meiner Stelle getan hätte: Nämlich nach dem angegebenen Paketdienst gegoogelt (TNT Express international), und dann unter tnt.com brav die angegebene Nummer 76580698201 eingetragen. Bescheid:

Hoppla! Sie haben eine ungültige Sendungsnummer eingegeben.
Eine TNT Swiss Post-Sendungsnummer hat neun Ziffern, zum Beispiel 123456789. Bitte überprüfen Sie das und versuchen es erneut.


Na gut. Versuche, via Twitter die Sache zu klären. Ein Tweet an @tntswisspost bleibt unbeantwortet, bei @PostSchweiz werde ich ans Kontaktformular verwiesen. Das hatte ich natürlich aus selbst gefunden, es aber gemieden, weil dort geschlagene zehn Felder auszufüllen sind. Wenn ich mich hier mal kurz als Social-Media-Experte gebärden dürfte: Diese Twitter-Accounts bloss zum Schein zu pflegen, hilft niemandem. Sie sollten echte, unkomplizierte Hilfe anbieten können.

In der Zwischenzeit hatte ein erfolgloser Zustellversuch stattgefunden, wie ich anhand dieses Zettels hier erkannte:

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Aufschlussreich. Denn man sieht, dass bei der von Hand eingetragenen Sendungsnummer am Ende zwei Stellen fehlen. Ein Phänomen, dem ich auf den Grund gehen wollte und von TNT Swiss Post wie folgt erklärt wurde (sic):

Aus Sicherheitsgründen übermittelt Apple die Sendungsnummer mit den Zusatzzahlen 01 am Schluss.

Nun, es tut mir sehr leid, wenn ich dieses elaborierte Sicherheitskonzept hier nun durch meine Veröffentlichung unterlaufe, aber es dünkt mir nicht im eigentlichen Sinn zielführend. Denn es scheint, dass es vor allem den Zweck erfüllt, das Paket vor Nachverfolgung durch den Empfänger zu schützen. Dieses Ziel könnte man aber einfacher erreichen. Zum Beispiel, indem man keine Sendungsnummer angibt.

Wenn das Ziel der Schutz vor Missbrauch sein sollte, dann, äh, ist leider zu befürchten, dass allfällige Missbraucher es schaffen werden, diesen Security through obscurity-Ansatz zu durchschauen.

Fazit: Das ist ganz grosser Quatsch und ich bin immer wieder erstaunt, welch hanebüchenen Dingen man in diesem Konsumdschungel ständig begegnet. Dabei wäre ein guter Kundenservice doch gar nicht so schwierig: Man versetzt sich in die Lage des Kunden, überlegt, ob man selbst die Dienstleistung in der dargebotenen Form nutzen möchte. Und dann zieht man seine Schlüsse. Piece of cake.

Autor: Matthias

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