Ja ehrlich, ich mag die Touchbar

Ein erster Augenschein der berührungssensitiven Bedienleiste bei Apples neuen Laptops: Sie hat Potenzial, auch wenn es nicht einfach ist, die neue Steuerungsmöglichkeit zu verinnerlichen.


Was taugt die Touchbar beim neuen Macbook Pro?

Ich habe am letzten Donnerstag ein Macbook Pro für einen ersten Test bekommen. Und nach einem ersten, intensiven Augenschein komme ich zum Schluss: Ein tolles Gerät, das nur einen Nachteil hat: der Preis.

Das Muskelgedächtnis ist nicht zu unterschätzen

Natürlich ist dieses Urteil erst vorläufig. Bei Neuerungen, die einem neue Bedienungsparadigmen abverlangen, kann man erst nach einer gewissen Zeit sagen, ob die einem in Fleisch und Blut übergegangen sind. Im Englischen gibt es den schönen Begriff des Muscle memory: Die Muskeln erinnern sich selbst an die antrainierten Bewegungen. Finger tippen die Tasten alleine.

Darum ist man mit einer ineffizienten, aber gut antrainierten Bedienungsmethode unter Umständen besser unterwegs als mit einer überlegenen Bedienungsweise, die man nicht verinnerlicht hat – und die man wegen seines fortgeschrittenen Alters auch nur schwer verinnerlicht.

Doch wie ich im Video sage: Was mich angeht, habe ich die Hoffnung nicht ganz verloren.

Am falschen Ort?

Eine interessante Debatte ist auch in den Kommentaren entstanden. Ein Leser schreibt:

Ich bin kein IT-Kenner und hätte eine Frage: Ist die Touchbar nicht allenfalls an einer unglücklichen Stelle angebracht, wenn man mit zwei Händen einen Film oder so arbeitet? Mir kommt der Griff über die ganze Tastatur reichlich «unpräzise» vor.

Wäre die Touchbar unterhalb vielleicht besser platziert gewesen? Ich glaube nicht, da man sie dann mit seinen Händen verdeckt und gar nicht sieht, welche Tasten im gerade aktuellen Kontext überhaupt angeboten werden.

Die Touchbar muss, um sinnvoll verwendet werden zu können, angeschaut werden. Das ist ein Unterschied zu den klassischen Funktionstasten F1 bis F12, die man mit ausreichend Übung auch blind erreichte. Man muss also, mit der Touchbar zu arbeiten, den Blick vom Bildschirm zur Touchbar bewegen, was nur deswegen eine Erleichterung ist, weil beim Macbook Pro dieser Weg recht kurz ist.

Die Touchbar kann nicht nur Knöpfe, sondern auch Schieberegler und andere Bedienelemente zur Verfügung stellen.

Interessant auch die Frage, ob die Touchbar irgendwann auf externen Tastaturen auftauchen wird, zum Beispiel für den iMac. Ich würde dagegen wetten, weil einerseits der besagte Weg viel länger wird und andererseits der Monitor beim iMac so gross ist, dass die Arbeit im Vollbildmodus nicht wirklich ein nennenswertes Plus darstellt.

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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