Ein kleiner Startmenü-Trick

Ich pflege, bei Windows und Mac, eine Philosophie des leeren Schreibtischs. Das ist durchaus ungewöhnlich, denn viele Leute scheinen sich zu sagen, dass man, wenn es dort schon diese Ablagefläche gibt, selbige auch benutzen sollte. Die Folge ist bei manchen ein komplett mit Icons zugepflasterter Schirm, auf dem man gar nichts mehr findet.

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Mehr Startmöglichkeiten im Startmenü (ganz links).

Der Desktop als Ablage zu benutzen, ist unpraktisch. Wenn man ein Dokument oder einen Ordner benutzen will, steht garantiert ein Programmfenster davor. Man muss, bevor man das fragliche Icon anklicken kann, erst Fenster minimieren. Natürlich, man kann bei Windows auch die Schaltfläche am rechten Rand der Taskleiste nutzen oder die Windows-Taste + d betätigen. Das ist mir aber schon zu umständlich.

Daher verwende ich gerne die Sprunglisten der Taskleiste oder Tastaturkürzel zum Öffnen von Ordnern und Programmen. Einige meiner Arbeitsweisen habe ich im Beitrag Vergesst das Startmenü! vorgeführt.

Nun muss man das Startmenü nicht komplett vergessen. „Ein kleiner Startmenü-Trick“ weiterlesen

Wenn es Ärger aus der Datenwolke regnet


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Obwohl ich als Kummerbox-Betreuer beim Tagi (nicht beim Nerdfunk) abgedankt habe, werde ich noch recht häufig um meinen Rat gefragt – meistens privat, wo ich dann nicht Nein sagen kann… Die Fragen drehen sich immer häufiger um die Cloud und im Webdienste, was natürlich nicht verwundert, wo die Datenwolke auf dem Vormarsch ist. Das Problem im Vergleich zum «klassischen» Computing besteht darin, dass man meist nicht viel ausrichten kann. Denn selbst Hand anzulegen wie bei einem lokal installierten Programm ist bei einem Webdienst aus leicht einsichtigen Gründen nicht möglich.

Ein paar Dinge hat man aber doch selbst in der Hand, und die führe ich im Video vor. „Wenn es Ärger aus der Datenwolke regnet“ weiterlesen

Über den Windows-Tellerrand hinausblicken

Die Zeiten, wo Windows und Linux Erzfeinde waren, sind vorbei. Im Gegenteil: Microsoft hat schon vor bald zehn Jahren eine Charme-Offensive in Sachen Open-Source lanciert (siehe bzw. höre Digitalk 84), und neulich ist Microsoft ja sogar der Linux Foundation beigetreten. Fast so eine Art Umarmung.

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Diesen Anblick werden nicht alle Windows-User zu würdigen wissen.

Windows hat inzwischen auch ein Linux-Subsystem und kann somit Linux-Dateien ausführen. Diese Funktion muss in der Systemsteuerung eingeschaltet werden. Dazu klickt man mit der rechten Maustaste auf den Startknopf, wählt Systemsteuerung aus dem Kontextmenü, klickt dann auf Programme und nun unter Programme und Features auf Windows-Features aktivieren oder deaktivieren.

Und tatsächlich: In der Liste findet sich der Eintrag Windows-Subsystem für Linux (Beta). Wozu dieses Windows Subsystem for Linux (WSL) gut sein soll, beschreibt Microsoft hier: „Über den Windows-Tellerrand hinausblicken“ weiterlesen

Eine Foto-App für Bilder-Nerds

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Winterthur als kleiner Planet.

Raw-Fotografie beim Smartphone war neulich mein Thema. Dazu habe ich einige Apps angeschaut, hier Manual. Eine zweite App, die das beherrscht, ist ProCam, zu haben für 5 Franken fürs iPhone.

Diese ist deutlich umfangreicher als Manual. Sie fotografiert nicht nur in DNG, sondern auch in Tiff. Das Tagged Image File Format gehört zu den Veteranen unter den Dateiformaten. Es wurde schon 1986 erfunden, aber kontinuierlich weiterentwickelt und es wird in klassischen Publishing-Workflows in Druckereien und von Grafikern und Layoutern noch gerne verwendet. Es ist dann nützlich, wenn DNG sich als unpraktisch erweist, zum Beispiel, weil das Lieblingsbildbearbeitungsprogramm dieses Format nicht unterstützt.

Ein weiterer Vorteil: Das Tiff wird ohne verlustbehaftete Komprimierung gespeichert, was für die Bearbeitung optimal ist, aber riesige Dateien ergibt. Zum Vergleich: Ein typisches Foto mit dem iPhone 7 ist als JPG 3 MB gross. Als DNG gespeichert, fallen ungeführ 10 MB an. Die Tiff-Datei ist mehr als 45 MB gross und damit doch relativ unhandlich.

ProCam rückt die manuelle Belichtung der Fotos ins Zentrum. „Eine Foto-App für Bilder-Nerds“ weiterlesen

Ein direkter Draht nach Redmond

Die grossen Computerkonzerne geben sich meist unnahbar. Das ist zu einem gewissen Grad verständlich. Wenn man Hunderte Millionen Kunden hat, dann muss man sich eine Strategie überlegen, wie man die Flut der Anfragen bewältigt. Die komplette Kommunikationsverweigerung, die man manchmal erlebt, ist aber offensichtlich nicht der richtige Weg.

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Microsoft macht für Userfragen ein kleines Fensterchen auf. (Bild: Tancat/Obert von Carles Sànchez/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Microsoft gehört zu den Unternehmen, die sich traditionell nicht sehr kommunikativ geben. Wenn man eine technische Anfrage stellt, muss man zügig seinen Anspruch auf Support belegen. An dieser Stelle ist der Dialog dann auch meist schon zu Ende. Denn wenn man sein Windows vorinstalliert auf seinem PC erhalten hat, erklärt sich Microsoft für nicht zuständig. Seine Fragen muss man dann an den Hersteller des PCs richten. Aus Sicht des Nutzers eine unsinnige Lösung, weil es dem typischen Schwarzpeterspiel Tür und Tor öffnet.

Der Hersteller kann sich auf den Standpunkt stellen, das Problem liege beim Betriebssystem und Schuld sei Microsoft. „Ein direkter Draht nach Redmond“ weiterlesen

Dropbox-Upload mit dem passenden Dateinamen

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Gleich mit dem richtigen Namen hochladen.

Es sind ja oft die kleinen Dinge, die einen Unterschied machen. Ein gutes Beispiel ist die Dropbox-App, die es für iPhone und für Android gibt. Seit einiger Zeit gibt es beim Hochladen von Bildern (Funktion Foto-Upload) beim Schritt Einstellungen speichern nebst der Ordnerwahl auch den Befehl Alle umbenennen. Mit ihm vergibt man einen Dateinamen, der dann auf alle ausgewählten Bilder angewandt wird. Zur Unterscheidung wird noch eine fortlaufende Nummer angehängt.

Das kommt meiner Arbeitsweise sehr entgegen. Ich mache am iPhone viele Screenshots, die ich mit dem aktuellen Datum, plus einer kurzen Beschreibung beschrifte. Die Screenshots oben heissen z.B. 161123-Dropbox-umbenennen-1.jpg und 161123-Dropbox-umbenennen-2.jpg. Ohne diese Funktion musste ich die Umbenennung nachträglich vornehmen, was auf Computern ohne Dropbox-Client in eine mühselige Editieraktion im Browser ausartete.

Klar – eine Benennungsmöglichkeit in der Bilder-App von iOS wäre sinnvoller, da sie auch das Problem hier lösen würde. „Dropbox-Upload mit dem passenden Dateinamen“ weiterlesen

Ja ehrlich, ich mag die Touchbar


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Ich habe am letzten Donnerstag ein Macbook Pro für einen ersten Test bekommen. Und nach einem ersten, intensiven Augenschein komme ich zum Schluss: Ein tolles Gerät, das nur einen Nachteil hat: Der Preis.

Natürlich ist dieses Urteil erst vorläufig. Bei Neuerungen, die einem neue Bedienungsparadigmen abverlangen, kann man erst nach einer gewissen Zeit sagen, ob die einem in Fleisch und Blut übergegangen sind. Im Englischen gibt es den schönen Begriff des Muscle memory: Die Muskeln erinnern sich selbst an die antrainierten Bewegungen. Finger tippen die Tasten quasi alleine. Darum ist man mit einer ineffizienten, aber gut antrainierten Bedienungsmethode unter Umständen effizienter unterwegs als mit einer besseren Bedienungsweise, die man nicht verinnerlicht hat – und die man wegen seines fortgeschrittenen Alters auch nur schwer verinnerlicht.

Doch wie ich im Video sage: Was mich angeht, habe ich die Hoffnung nicht ganz verloren.

Eine interessante Debatte ist auch in den Kommentaren entstanden. Ein Leser schreibt:
„Ja ehrlich, ich mag die Touchbar“ weiterlesen

M-Modus fürs iPhone

Für meinen Artikel Bilder wie vom Foto-Profi – aus der Handy-Kamera, in dem es um die RAW-Fotografie mit dem iPhone und Android-Telefonen geht – habe ich die Kamera-App Manual getestet.

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Links steuert man Front- und Rückkamera, Weissabgleich und Blitz, rechts Belichtungszeit, ISO, und Schärfe.

Es gibt sie für 4 Franken fürs iPhone. Für Android existiert sie leider nicht; am ähnlichsten kommt ihr Manual Camera. Die App tut genau das, was sie verspricht: Sie erlaubt dem Fotografen, die Parameter so zu wählen, wie er es möchte: Man stellt ISO-Zahl, Belichtungszeit und Weissabgleich so ein, wie man das gerne hätte. Im Livebild sieht man sogleich, wie das Bild belichtet wird. Und wenn man will, kann man über ein virtuelles Drehrad auch manuell fokussieren. Eine Ausschnittvergrösserung hilft, den Fokuspunkt präzise zu setzen. Ich als ehemaliger Analogfotograf hätte mir natürlich einen Schnittbildindikator gewünscht. Aber man kann nicht alles haben.

Bleibt die Frage: Und die Blende? Die kann man nicht verstellen, was daran liegt, dass das iPhone und die anderen Smartphones eine fixe Blende haben. „M-Modus fürs iPhone“ weiterlesen

Philips und der Kundendienst

In unserem Haushalt haben sich recht viele Gegenstände von Philips angesammelt: Dieser Kopfhörer, solche Babyfläschchen, eine LED-Lampe aus der Vor-Hue-Ära, ein Fernseher (2008) und der Langhaarschneider QC5570/32, den ich im Beitrag Haarschnitt, selbstgemacht besprochen habe.

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Ähh… wo ist nochmal die Seriennummer?

Dieser Haarschneider bot mir neulich einen Grund, mich mit dem Support von Philips auseinanderzusetzen. Einer der Aufsätze, der so genannte «Präzisionskamm mit fünf feststellbaren Längeneinstellungen von ein bis drei Millimetern» ist nämlich nach wenigen Einsätzen kaputtgegangen. Das hatte zur Folge, dass die Längeneinstellung eben nicht mehr feststellbar war. Und obwohl so eine Frisur mit einer nach dem Zufallsprinzip variierten Haarlänge auf manche Leute wahrscheinlich einen gewissen Reiz ausüben würde, ziehe ich dennoch eine konstante, von mir bestimmte Länge vor.

Es bestand also Handlungsbedarf. Als erstes habe ich, wie ein vernünftiger Mensch das tut, ein Mail an den Suport geschrieben. Man hat mir daraufhin beschieden, man würde mir gerne helfen, aber ohne Seriennummer würde gar nichts gehen. Ich habe zwar die Modellnummer herausgefunden, aber eine Seriennummer war partout nicht aufzutreiben. Klickt man auf der Supportseite auf den Link Wo finde ich die Seriennummer, dann erscheint diese Grafik hier, die offensichtlich von einem Fernseher stammt.
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Was soll der Quatsch?

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Bild: Donald Trump – The Don, DonkeyHotey/Flickr.com, CC BY-SA 2.0

Wir haben vorgestern im Nerdfunk über Lord Voldemort gesprochen, der neulich zum 45. Präsidenten seines Landes gewählt wurde und selbiges nun great again machen muss. Einen Punkt habe ich in der Sendung kurz angedeutet, aber, weil nicht wirklich technisch, nicht im Detail ausgeführt.

Es geht nun um all die relativierenden Aussagen rund um Fuckface von Clownstick. Sein Wahlsieg, so hat man den Eindruck, scheint so eine Art Verbot zu bewirken, dass man ihn nun nicht mehr blöd finden darf. Das ist beispielsweise die Argumentation von Leuten wie Markus Somm bei Schawinski (MP3 der Sendung vom 14.11.), die, falls ich es richtig begriffen habe, ungefähr so funktioniert: Medien und «Linke» haben ihn kritisiert. Er wurde trotzdem entgegen allen Erwartungen gewählt. Also ist die ursprüngliche Kritik widerlegt und haltlos.

Was natürlich ein Non sequitur ist. „Was soll der Quatsch?“ weiterlesen