Dieses Blog tritt auf die Bremse

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Um eine Text-Bild-Schere zur Überschrift zu vermeiden, hätte ich hier den Griff einer Handbremse hineinretuschieren oder ein Füsschen abbilden können. Habe ich aber nicht gemacht.

Am letzten Montag bin ich Vater einer süssen, etwas ungeduldigen Tochter geworden, die in Wirklichkeit anders heisst, hier öffentlich aber Katla genannt werden wird. Diesen Übernamen verdient sie bis jetzt nur bedingt, da sie sich zwar durchaus lautstark bemerkbar machen kann, aber bislang nicht völlig unerwartet ausgebrochen ist.

Klar – mit Katla wird mein Zeitbudget neu geordnet und meine Prioritäten verschieben sich. „Dieses Blog tritt auf die Bremse“ weiterlesen

Das Instagram-Zeitalter ist durch

Meine Kollegin Simone Luchetta hat neulich für die Sonntagszeitung den Artikel Am Handy Mondrian, Mangas und Monet perfekt kopieren über die jüngste Generation der Bildbearbeitungs-Apps geschrieben. Diese Apps legen nicht einfach simple Effekte die Fotos mit komplexen Algorithmen zuleibe rücken. Es werden nicht einfach nur simple Effekte über die Fotos gelegt. Nein, die Bilder werden digital dekonstruiert und neu aufgebaut. So lassen sich die Malstile bekannter Künstler nachbilden und erstaunliche Fälschungen produzieren. Man kann sagen: Das Instagram-Zeitalter ist durch. Wer heute mit einer App für Furore sorgen will, muss sich mit maschinellem Lernen herumschlagen und

Ich habe mir den Spass gemacht, eines meiner Handyfotos durch alle vier Apps hindurchzujagen.

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Prisma (iPhone) hat ein Herz für Expressionismus.
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16 Gigabyte im Hosensack

Vor einiger Zeit habe ich behauptet, ein richtiger Junge habe eine Micro-SD im Sack. Das hat sich als halbrichtig entpuppt. Die Idee war gut – doch in der Praxis hat sich gezeigt, dass die SD-Karte zu leicht verloren geht.

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Fällt am Schlüsselbund kaum auf, befriedigt aber spontane Datenträgerbedürfnisse.

Darum bin ich auf den Mini-USB-Stick von Transcend umgeschwenkt. Er ist etwa einen Zentimeter lang, lässt sich durch einen Schlitz am hinteren Ende am Schlüsselbund befestigen. Und er ist goldfarben – und passt somit auch zur Apple Watch (höhö). Allerdings geht die Goldfarbei beim Transcend relativ schnell ab. (Anders als bei der Apple Watch – hoffentlich.)

Diese USB-Sticks heissen JetFlash 510 (Amazon Affiliate). „16 Gigabyte im Hosensack“ weiterlesen

Kein Umgebungslärm, dafür ein flauer Magen

Letzte Woche habe ich für den Tagi über kabellose Kopfhörer geschrieben (Das Aus für die Kopfhöreranschlüsse). Zu diesem Zweck habe ich nebst dem hier besprochenen Philips SHB5900 auch den Sony MDR 100ABN (Amazon Affiliate) auf den Ohren gehabt. Fazit zu diesem Kopfhörer: Er klingt ausgezeichnet, ist angenehm zu tragen, auch wenn er die Ohren für meinen Geschmack etwas zu dicht umschliesst. Und dass man ihn mit oder ohne Kabel benutzen kann, gefällt mir sehr gut.

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Ihr scheint nicht schlecht zu sein. (Bild: Sony)

Dieser Kopfhörer unterdrückt auch die Umgebungsgeräusche. Das Noise Cancelling durch Antischall ist gerade im Newsroom eine feine Sache: Das Grundbrummen im Raum durch all die technischen Gerätschaften wird sehr effektiv reduziert. Und auch die Gespräche und menschlichen Arbeitsgeräusche werden zwar nicht komplett eliminiert, aber deutlich reduziert. Das fördert die Konzentration, und zwar deutlich effektiver als die Übertönungsmethode.

Es könnte also so schön sein. Nur: „Kein Umgebungslärm, dafür ein flauer Magen“ weiterlesen

Die grösste Hürde einer Zeitreise ist die Zeit

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The Dakota – hier kommt Si Morley in der Vergangenheit an.

Time and again (Wikipedia, Amazon Affiliate), zu Deutsch Das andere Ufer der Zeit (Wikipedia, Amazon Affiliate) ist eine der schönsten Zeitreise-Geschichten, die ich je gelesen habe – und in diesem Blog gibt es einige davon. Sie stammt von Jack Finney, der nicht zu den Granden des Genres gehört, aber doch einige bekannte Werke verfasst hat. Das bekannteste ist sicherlich «Die Körperfresser kommen» (W, A), das als «Body Snatchers» (W, IMDB, A) verfilmt worden ist.

Die Gesichte ist unspektakulär – gerade im Vergleich zu den spektakulären Plots von Brett Battles (Wir sind die Anomalie), bei denen die ganze Weltgeschichte umgekrempelt wird. Hier passiert nichts dergleichen1. Es gibt einen kleinen Kriminalfall und den Anflug einer Liebesgeschichte. Aber was dieses Buch auszeichnet, ist, dass es einen erleben lässt, wie sich eine Zeitreise anfühlen muss. „Die grösste Hürde einer Zeitreise ist die Zeit“ weiterlesen

Der Olivenbaumretter

Wir haben einen Olivenbaum namens Petros, der bei uns auf der Loggia steht. Nur geht es Petros in der letzten Zeit nicht sehr gut. Das liegt daran, dass wir beide leider keinen grünen, sondern viel eher einen braunen Daumen haben. Nicht, dass wir unsere Pflanzen vernachlässigen würden. Aber es fehlt uns oft an Talent für die erfolgreiche Florabetreuung. Immerhin: Karl der Kaktus wächst und gedeiht. Irgendwann werden wir ein Loch in die Decke hämmern müssen, damit er weiter nach oben streben kann.

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Der Parrot Sensor hat sich schon mit Petros angefreundet.

Was nun Petros angeht, will ich ihn nicht kampflos aufgeben. Ich habe mir darum den Parrot Flowerpower (bei Galaxus.ch1, Amazon Affiliate) besorgt. Das ist ein Ast-artiges Gadget, das man in seinen Topf steckt. Dort misst es die Umweltbedingungen und übermittelt die per Bluetooth an eine App. Überwacht werden vier Parameter: Sonneneinstrahlung, Wasser, Dünger und Temperatur.
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Browser-Reiter, wie ich sie haben will

Im Moment teste ich die Erweiterung Side Tabs. Sie verschiebt die Reiter vom oberen Rand an den linken. Auf die Idee gekommen bin ich durch meine kürzliche Vorstellung des Vivaldi-Browsers.

Die horizontal angeordneten Reiter-Laschen haben gewisse Nachteile. Wenn man sehr viele Seiten nebeneinander offen hat, passen die Reiter nicht mehr ins Bild und man muss durchscrollen, um von einem Ende der Liste zum anderen zu gelangen. In der Anordnung übereinander hat mehr Platz – wobei ich nicht im Detail ausgezählt habe, wie gross der Gewinn ist. Die vertikale Anordnung ist sicherlich leichter lesbar. Und auf breiten Bildschirmen wird der Platz genutzt, den Webseiten meist ungenutzt lassen, da sie eher in die Länge denn in die Breite wachsen.

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Ideal für intensive Parallel-Surfer: Die Reiter am linken Rand.

Ob ich Side Tabs dauerhaft benutzen werde, ist noch offen. Es hängt davon ab, wie gut mir die Umgewöhnung gelingt. Die Erweiterung hat nämlich auch Nachteile: „Browser-Reiter, wie ich sie haben will“ weiterlesen

Die Aussenseiter punkten


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Die Browserlandschaft wird nicht gerade täglich umgepflügt, ist mittelfristig aber erstaunlich veränderlich. Der Internet Explorer, lange dominanter Browser, ist heute quasi weg vom Fenster. Firefox, der uns vor zehn Jahren eine Alternative zu Microsofts löcherigem Standardverächter bot, ist heute auf dem absteigenden Ast. Google hat 2008 mit Chrome für Furore gesorgt und damals eine wendige, flinke Alternative versprochen. Heute ist Google Chrome der Dominator – und zu einem ziemlich trägen Zeitgenossen verkommen. Da bleibt Platz für die Aussenseiter: Edge und Vivaldi, die beide auf ihre Weise überzeugen.

Was mich angeht: „Die Aussenseiter punkten“ weiterlesen

Sauglattismus in App-Form

MSQRD ist eine der Apps, die ich schon monatelang auf dem iPhone habe und bei der ich mich immer mal wieder frage: Soll ich sie jetzt im Blog vorstellen oder einfach ignorieren? Fürs Ignorieren spräche, dass es eine typische Hype-App ist, die vor Monaten schon durch alle Blogs geschleppt wurde. Fürs Ignorieren spräche auch, dass es sich um eine typische Sauglattismus-App handelt, die nichts Nützliches tut.

Andererseits ist diese Haltung auch etwas moralinsauer. Ohne nun gleich in Begeisterung für die (allen Unkenrufen zum Trotz nicht totzukriegenden) Furzkissen-Apps auszubrechen, muss man auch nicht von jedem App-Entwickler eine hochtrabende Mission erwarten. Billige Unterhaltung ist auch im App-Store erlaubt.

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Ich und zwei meiner Alter Egos.

Für MSQRD (kostenlos für iPhone und Android) spricht jedenfalls, dass sie technisch beeindruckend ist. Sie entdeckt im Live-Kamerabild den Kopf und dessen Position im Raum und setzt einem in Echtzeit eine virtuelle Verkleidung auf. Man wird instantan zum Haifisch oder zum Ork, zum Angry Bird oder einem niedlichen Puma, zum Zombie oder zum Osterhäschen. Im Katalog gibt es acht Kategorien (Tiere, Filme, Gesichter, Sport, Gefühle, etc.), wo man Dutzende von Effekten findet. „Sauglattismus in App-Form“ weiterlesen

Die wissen, was du im Internet getan hast

Die Website Surfkoll.se analysiert die Browser-Historie und führt eine Analyse durch. Man erfährt, wie viele Websites man besucht hat, welches die beliebtesten Sites waren und an welchen Tagen man besonders internetaktiv war. Stellt sich die Frage: Warum würde man das wissen wollen?

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Mögliche Antworten auf diese Frage wären: Aus Neugierde. Weil es geht. Oder: Zwecks Selbsterkenntnis. Bei mir treffen alle drei Gründe ein bisschen zu. Ich habe die Website ausserdem auch schon für ein Patentrezepte-Video benutzt, um die Behauptung zu untermauern, dass man, wenn man über die Woche sehr viele unterschiedliche Quellen nutzt, auch wissen sollte, wie man diese Quellen auf ihre Glaubwürdigkeit hin untersucht.

Jetzt fragt ihr euch natürlich: „Die wissen, was du im Internet getan hast“ weiterlesen