Apple will nicht, dass ich ein Macbook kaufe

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich bei mir die Vorbehalte gegenüber dem Apfelkonzern in der letzten Zeit stark gewachsen sind. Die Ambitionen im Luxussegment gehen mir gegen den Strich. Mich stört auch das selbstbewusste Auftreten, dass in letzter Zeit je länger je weniger zu den Taten passt. Mich stört der Egiosmus, der Apple im Store an den Tag legt. Oder wie der Konzern seine Marktmacht schamlos nutzt – zuletzt gesehen bei der Causa Spotify. Meines Erachtens überfällig, dass Wettbewerbswächter, zum Beispiel der EU, hier eingreifen. Apple muss IMHO schlicht gezwungen werden, auf seiner Plattform auch fremde Zahlungsschnittstellen zuzulassen. Überzeugt hat mich Tim Cook eigentlich nur beim Zwist gegen das FBI.

Irritierend finde ich auch den Umgang von Apple mit seiner Produktpalette. Ich möchte mein 5½-jähriges Macbook Pro so langsam ablösen. Es ist dank SSD zwar wieder recht flott unterwegs. Aber allein für die Produktion meiner Videos könnte ich etwas mehr Saft brauchen.

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Apples Hardware ist zeitlos – und teils seit Jahren nicht aktualisiert. (Bild: «Unibodypower» von Anssi Koskinen/Flickr.com/CC BY 2.0)

Nur: Es ist im Moment nicht vernünftig, in neue Mac-Hardware zu investieren. Die Buyer’s Guides im Web stehen bei allen Modellen, mit Ausnahme des kürzlich erneuerten, für mich aber irrelevanten Retina Macbooks, die Ampeln auf Rot. Die klare Empfehlung: «Don’t buy!»
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Heisse Schlüssel und psychogene Pilze

Zugegeben: Dieses Buch in der Kategorie Nerdliteratur abzufeiern, lässt sich nur sehr schwer verargumentieren: Die Hauptfigur ist ein Anwalt (und hätte damit gut in diesen Blogpost gepasst), aber er ist kein Nerd. Urs Blank ist Experte für Fusionen. Er wird zum Pilzliebhaber und ist eine Art Vorläufer von Christopher McCandless (leider ohne den tollen Soundtrack). Und er ist eine Nulpe, was Computer anbelangt. Er interessiert sich nicht für sie und kann auch dem Internet nichts abgewinnen, weil dort ein Überangebot an Informationen herrscht. Nun kann man zu Recht behaupten, dass auch ein Wirtschaftsanwalt sich wohl kaum ums Internet foutieren kann. Doch zur Ehrenrettung sei gesagt, dass das Buch im Jahr 2000 geschrieben wurde und dass das Ignorieren damals noch ging. Vor allem, wenn man einen Assistenten namens Christoph Gerber und eine Sekretärin wie Petra Decarli hat.

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In der Verfilmung von 2015 begibt sich Moritz Bleibtreu auf Pilzsuche. (Bild: Alamode/Film.de)

Gut, ich werde deswegen gar nicht probieren, die Rubrizierung in diesem Blog zu rechtfertigen. Der Computeraspekt ist nämlich das schwächste Faktum in diesem Buch, das ansonsten toll recherchiert ist und (so weit ich das beurteilen kann) akkurat über Pilze, Waldkräuter, -gemüse, die Jagd und das Leben als Eremit informiert. Doch wie Urs Blank nach seinem Abtauchen in seinen jetzt vom nachgerückten Assistenten benutzten Computer eindringt, ist fragwürdig.

Petra Decarli setzte sich in einen Besucherstuhl. «Er besass einen hot key

Er benutzt nämlich eine Tastenkombination, mit der man das Passwort umgeht. „Heisse Schlüssel und psychogene Pilze“ weiterlesen

Die Plattformisierung der Podcasts

Ein Thema, das mich dieser Tage beschäftigt, ist die Plattformisierung des Web. «Plattformisierung» ist nun wirklich nicht ein griffiges Wort. Aber mir fehlt im Moment noch eine gute Alternative. Falls ihr eine habt: Ab in die Kommentare damit!

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Podcast super, Verbreitungsart blöd.

Der Begriff bezeichnet den Umstand, dass immer mehr Inhalte aus dem freien, für alle Internetnutzer problemlos zugänglichen Web auf Plattformen abwandern, wo die Inhalte nicht mehr so frei zugänglich sind. Beispiele sind soziale Medien wie Facebook, bei denen man einen Account besitzen muss, um die Inhalte ordentlich nutzen zu können. Viele kluge Dinge, die Leute auf Facebook sagen, könnten sie auch in einem eigenen Blog publizieren. Es ist oft einleuchtend, warum sie es nicht tun. Aber es ist halt eben schade, dass diese Inhalte nicht frei im Netz verteilt sind, sondern sich auf den Servern des Herrn Zuckerberg zusammenballen.

Ein anderes Beispiel für diese Plattformisierung ist das, was mit den Podcasts passiert. Spotify behauptet von sich, neuerdings Podcasts anzubieten. Zum Beispiel den Podcast Fest & Flauschig mit Jan Böhmermann und Olli Schulz.
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Klappe zu, Affe tot

Doch bevor ich mich hier aus dem Staub mache, führen wir noch eine Vollrasur bei Verschwörungstheoretikern, Pseudowissenschaftlern und Esoterikern durch. Dazu verwenden wir drei Rasiermesser und ein Laserschwert, plus Morgomatthias’ goldene Anti-Bullshit-Regel. Auf dass wir uns nie wieder ein Nine für ein Eleven vormachen, uns den Spass an der Mondlandung verderben oder die Illuminati aufschwatzen lassen. Fnord!
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Groundhog Day mit Krieg

«Edge of Tomorrow» (Wiki, IMDB, Amazon Affiliate) ist ein Film, der hier unvermeidlicherweise besprochen werden muss: Schliesslich geht es um eine Geschichte, die den normalen, linearen Ablauf der Zeit unterbricht. Und dieses Blog hat sich den Geschichten verschrieben, die in der einen oder anderen Form die Naturgesetze ausser Kraft setzen.

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Aliens…

In diesem Film von 2014 ist es Tom Cruise, seines Zeichens kleingewachsener Scientologe, der sich mit den grossen wissenschaftlichen Konstanten unseres Unviversums anlegt. Allerdings völlig unerwartet, und ohne dass er es überhaupt wollte. US-Major Bill Cage dient zwar im Militär, ist aber dennoch kein mutiger Mensch, sondern ein ausgemachter Feigling. Als PR-Offizier will er nicht an die Front, um dort den Mimics heimzuleuchten – denn das könnte ja gefährlich werden. Die Mimics sind Aliens, die zwar besiegbar scheinen. Aber trotzdem keine sonderlich freundlichen Erscheinungen sind.
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Prosaische Stromadapter


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Diesen Beitrag wollte ich mit «Einen Vorgeschmack vom Internet der Dinge» übertiteln. Dann ist mir aufgefallen, dass ich den Titel schon zweimal verwendet habe. Nämlich hier. Und auch hier. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mir einen anderen Titel auszudenken. Und mich eventuell zu einer etwas nüchterneren Haltung durchringen. Denn vom ständigen Vorgeschmack ist noch keiner satt geworden.

Also, ganz prosaisch: „Prosaische Stromadapter“ weiterlesen

Geld, das virtuelle Wesen

Der Omega-Tau-Podcast war hier schon öfters Thema: Zweimal nebenbei (hier und hier) und einmal hauptsächlich (nämlich hier).

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Sie sind Teil einer grossen Familie, von denen die meisten Familienmitglieder nur als Datensatz existieren. (Bild: Tekke/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Ich komme nun gerne auf diesen Podcast zurück, um euch die Folge Vollgeld, Inflation und Kryptowährungen speziell ans Herz zu legen. Der Titel ist eher abschreckend – ich hätte den salopper und zugänglicher formuliert. Aber ihr habt ja nun mich, der euch sagt, dass ihr die Folge trotzdem hören sollt.

Thomas Mayer gibt Auskunft zum lieben Geld. Und zwar so, dass auch Leute wie ich das kapieren. (Ich bin als ehemaliger Wirtschaftsgymnasiast zwar nicht völlig unbeleckt, aber auch nicht wirklich auf dem neuesten Stand.)

Als erstes räumt Mayer, der u.a. für Goldman Sachs und die Deutschen Bank gearbeitet hat, mit einer alten Mär auf. „Geld, das virtuelle Wesen“ weiterlesen

Googles hübscher Seitenhieb

Motion Stills (für iPhone) ist ein kleiner Seitenhieb von Google gegen Apple. Er besagt so viel wie: Ist ja nett, eue Live-Foto-Funktion. Aber wir zeigen euch jetzt einmal, wie es richtig geht.

Zur Rekapitulation: Live-Fotos werden oft in Anspielung an Harry Potter
Ein Videoclip aus Live-Fotos, ohne tiefere Bedeutung.

Man kann sich bezüglich dieses Mankos mit Dritthersteller-Apps behelfen. Ich habe bereits eine solche App vorgestellt, die einigermassen gut funktioniert, aber ein zweites Manko nicht behebt: Da man die Kamera nie ganz ruhig hält, sind die Live-Fotos wackelig. Manchmal nur ein bisschen, oft aber sehr.
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