Mails im richtigen Moment versenden

Boomerang stattet Gmail mit der Möglich­keit aus, Mails nicht sofort, sondern zu einem späteren Zeit­punkt zu senden. Praktisch, denn ein gutes Timing erhöht die Chance, dass der Empfänger die Bot­schaft auch zur Kenntnis nimmt.

Ich komme ab und zu in die Situation, wo es praktisch wäre, ein Mail automatisch zu einer bestimmten Zeit zu versenden. Typisches Beispiel sind meine digitalen Patentrezepte, die vorproduziert und dann am Sonntagmorgen vom Blattmacher auf den Newsnet-Seiten publiziert werden. Das Mail informiert den Blattmacher über das Thema und den Titel des Beitrags.

Mails später senden. (Bild: boomeranggmail.com)

Outlook erlaubt das Verzögern oder Planen des Sendens von E-Mail-Nachrichten, was meiner Erfahrung nach aber nicht sehr zuverlässig funktioniert. Ausserdem verwendet der Tagi seit Kurzem die Google-Apps. Darum braucht es eine Lösung, die mit GMail harmoniert.

Ein neuer «Send later»-Knopf

Google selbst bietet keine Möglichkeit, den Mailversand zu terminieren. Es gibt ein Script namens gmail-delay-send, das sich in meinem Test aber nicht hat installieren lassen. Darum bin ich auf Boomerang for Gmail eingeschwenkt. Das ist eine Erweiterung für den Browser, die den Knopf Send Later hinzufügt. „Mails im richtigen Moment versenden“ weiterlesen

Apples App-Store ist gescheitert

Der Softwareverkauf über einen zentralen Store hat Vorteile. Doch die gravierenden Nachteile überwiegen. Sechs Vorschläge, was Apple tun muss.

Beim Start des Apple App-Store im Sommer 2008 war ich beeindruckt. Die Idee überzeugte. Ein kuratierter Laden, der eine Mindestqualität seines Sortiments garantiert, der das Angebot übersichtlich gliedert, die Auslieferung sehr einfach macht und der eine integrierte Bezahlmöglichkeit bietet: Das war ein entscheidender Fortschritt. Ich hätte mir Während meines kurzen Ausflugs in die Welt der Softwareentwicklung so etwas gewünscht!

Meine Erfahrungen in diesem Bereich waren sehr durchzopgen: Ich habe anfangs der Nullerjahre einige Windows-Programme entwickelt und zum Verkauf angeboten. Namentlich den Game Designer, mit dem sich individualisierte Spieldateien für mein Game Clickomania basteln lassen. Und Address Harvester, ein Utility für das Sammeln von Mailadressen aus lokalen Mailadblagen.

Apple ruht sich hier auf den Lorbeeren aus. (Bild: PhotoAtelier/Flickr.com)

Ich habe diese Software über den Mikropayment-Dienst Kagi.com vertrieben. Das Problem war, dass dieser die gekaufte Software nicht selbst auslieferte. Ich musste das von Hand tun und zwar von Hand (alles andere hätte einen Riesen-Entwicklungsaufwand nach sich gezogen). Allein um diesen Aufwand abzudecken, musste der Verkaufspreis prohibitiv hoch angesetzt werden.

Apps günstig zu verkaufen, rechnet sich nicht

Mit dieser Lösung war es insbesondere unmöglich, ein Programm wie das Zwischendurch-Spiel «Clickomania» für einen oder zwei Franken zu verkaufen. Wäre das damals möglich gewesen, dann wäre ich heute wohl Multimillionär – selbst wenn nur jeder zehnte Downloader das Spiel effektiv auch gekauft hätte.

Mit anderen Worten: Der Apple-Store war, trotz seiner Nachteile, eine Riesenchance für unabhängige Softwareentwickler und eine Chance für Gelegenheitsprogrammierer, ihr Hobby zum Beruf zu machen.

Aus heutiger Sicht ist die Bilanz ernüchternd: „Apples App-Store ist gescheitert“ weiterlesen

Die Anti-Emazipations-Verschwörung

Die Astrologie gibt einfache Er­klärungs­muster und erzählt und genau das, was wir hören wollen – und nützt denen, die daraus Geschäfte machen. Schaden tut sie vor allem den Frauen, die speziell aufs Korn genommen werden.

An der Astrologie ist so ungefähr alles verkehrt, was an einem pseudowissenschaftlichen Hirngespinst verkehrt sein kann – und trotzdem verwechseln immer mehr Leute sie mit echter Forschung und Theorien, die in der Wirklichkeit verankert sind: Es sei ja bloss Unterhaltung, wiegeln sie ab.
Diese Entschuldigung muss man nicht unbedingt gelten lassen. Man kann die Astrologie auch als Verschwörung gegen die Emanzipation der Frau sehen. Oder als Einstiegsdroge für den harten Unsinn.
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Drei Links für Emoji-Fans

Iemoji.com, emojitranslate.com und emojisaurus.com helfen beim Umgang mit diesen kleinen, lustigen, bunten Symbolen, die auf einfache Weise viel­fältige Ge­fühls­em­pfin­dungen und Bil­der­geschich­ten trans­por­tie­ren.

Emojis sind poetisch, kryptisch und komprimierend, habe ich im Beitrag Eine literarische Revolution 😉 behauptet. Und bislang niemanden gefunden, der widersprochen hätte. 😂

Das hat noch gefehlt: Die nichtvirtuelle Emoji-Tastatur. (Bild: The All-Nite Images/Flickr.com)

iemoji.com

Hier findet sich eine Emoji-Tastatur für den Computer – denn Windows und OS X sind von Haus aus nicht mit der Möglichkeit ausgestattet, diese Ideogramme zu tippen. Mit dieser Webapp geht es einfach: Man schreibt den normalen Text über die Tastatur ins Eingabefeld und wählt die Emojis über das nach Kategorien sortierte Raster aus. Es gibt bei Emoji by subject auch eine Suchfunktion, mit der man Emojis über den (englischen) Bezeichner findet. „Drei Links für Emoji-Fans“ weiterlesen

Dem Mac Vernunft einbläuen

Die bewähr­ten Methoden, um Leis­tungs­pro­bleme, Abstürze und Fehl­ver­hal­ten bei Mac OS und Mac-Apps zu behe­ben.


Der 10-Punkte-Plan gegen Apple-Ärger.

Das Patentrezepte-Video erklärt diese Woche, wie man Macs wieder auf die Schiene bringt, wenn sie komische Dinge tun – was, entgegen des landläufigen Vorurteils, tatsächlich vorkommen kann.
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So schreiben Profis am Tablet!

Editorial ist eine höchst empfehlenswerte Textverarbeitungs-App für iOS: Sie verwendet Markdown, und sie hat viele praktische Arbeitserleichterungen zu bieten.

Editorial war letzte Woche Thema im digitalen Patentrezept zur mobilen Textverarbeitung. Für Freunde des geschriebenen Wortes liefere ich hier gerne eine ausführliche Beschreibung dieser App – auch, weil im Video aufgrund der gebotenen Kürze einige der netten Funktionen unerwähnt blieben.

Die per Markdown angewendeten Textauszeichnungen sind schon beim Tippen sichtbar.

Die App des Berliner Entwicklers Ole Zorn ist für 10 Franken im Apple-App Store erhältlich. Das ist für eine mobile App auf den ersten Blick ein stattlicher Betrag. Andererseits – für eine App, die man nur ab und zu produktiv einsetzt, ist das kein Betrag.

Und mir ist es lieber, wenn der Entwickler schon von Anfang an eine Ansage macht, als mit seltsamen Freemium-sperenzchen nach dem Herunterladen versucht, mich zu In-App-Käufen zu bewegen. Ich fände es sinnvoll, wenn Apple Testversionen ermöglichen würden, während der man eine kostenpflichtige App eine Woche lang ausprobieren könnte, um sie dann zu kaufen oder zu löschen – aber das ist eine Diskussion, die ich gerne bei einer anderen Gelegenheit führe.

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Zeit für Superhelden?

Superhelden gibt es in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen, wie meine nicht-repräsentative Auswahl (Asterix, Misfits, Ex-Heroes von Peter Clines und Todesengel von Andreas Eschbach) zeigt.

In den letzten Jahren ist der Wunsch nach Superhelden beträchtlich gestiegen. Kein Wunder, dass wir in Zeiten des Terrors gerne Lichtgestalten hätten, die auf unseren Strassen patroullieren und uns guten Menschen die Bösewichte vom Leib halten. Und so irreal wie diese übermenschlichen Retter in der Not erscheinen, so wenig nah an der Wirklichkeit sind oft auch die Antipoden.

Bei Ex-Heroes von Peter Clines sind es Zombies. Also keine Selbstmordattentäter oder Dschihadisten, sondern Zombies. In Clines Welt hat sich der so genannte Islamische Staat selbst überlebt, so wie auch die meisten anderen Staaten nur noch eine vage Erinnerung sind. Hier hat nämlich ein Virus zugeschlagen, sodass nun Mutanten mit Superkräften auf der einen Seite und untote Hohlbirnen auf der anderen stehen.

Hätten längst die Welt gerettet, wenn das nicht so langweilig wäre (Originalbild: JD Hancock/Flickr.com)

«Superman», «Asterix und Obelix»

Superhelden übten auf mich lange Zeit nur eine beschränkte Faszination aus. Comics wie «Super-», «Spider-» oder «Batman» waren mir in meiner Jugend zu … amerikanisch. Sprich: Zu weit weg von meiner Fantasiewelt, die durch europäische und vor allem belgische und französische Comics geprägt war. Nun, klar, in gewisser Weise sind auch Asterix und Obelix Superhelden – aber dass sie nicht so genannt werden, ist gleichzeitig auch ihre Stärke. „Zeit für Superhelden?“ weiterlesen

Müssiggang auf beiden Seiten des Zauns…

Wildschweine, Wölfe und Mufflons sind nur einige der Tierarten, die es im Wildpark Bruderhaus in Winterthur zu sehen gibt – und diejenigen, die es in mein Video geschafft haben.

Ich war mit dem iPhone 6s auf Pirsch im Wildpark Bruderhaus und habe dieses Video mitgebracht. Vor Ort auf einem sonnenbeschienenen Bänklein mit iMove geschnitten…

Das iPhone als Waage

Mit 3D-Touch lassen sich Gewichte im Bereich einiger hundert Gramm relativ präzise bestimmen. Allerdings nur bei kapazitiven Gegenständen.

Im Beitrag Peeken und poppen muss man erst lernen habe ich mich über die Funktion des 3-D-Touch des iPhones ausgelassen.

Meine Vorstellung beim Schreiben dieses Beitrags war, dass das iPhone nur relativ Angaben an die Apps weitergibt, wie stark der Nutzer-Finger aufs Display drückt. (Ich hatte am Briefing von Apple explizit danach gefragt, wie fein aufgelöst die Druckinformationen sind, die erhoben und an die Dritt-Apps weitergegeben werden.)

There’s a web app for that. (Bild: Gerlax/Flickr.com)

Nun belehrt mich die Website touchscale.co eines Besseren. Sie funktioniert, wie der Name sagt, als Waage. Man kann mit ihr Gegenstände bis zu 400 Gramm wägen – oder sogar 480 Gramm mit der Einstellung fest (firm) unter Allgemein > Bedienungshilfen > 3D Touch. Die Messung ist unter der Bedingung möglich, dass der gewogene Gegenstand eine kapazitive Oberfläche hat. Denn ohne diese Eigenschaft ignoriert sie die Touch-Oberfläche des iPhone-Displays. „Das iPhone als Waage“ weiterlesen

Strichen am iPad Leben einhauchen

Animation Desk ist eine App, die nur darauf wartet, dass man seine kreativen Ideen mit ihr auslebt. Sie verwandelt Einzelzeichnungen in Animaitonsfilme, sodass man mit viel weniger Aufwand als seinerzeit Walt Disney und selbst als Laie hübsche Resultate hinbekommt.

Eine neue Rubrik ist geboren: Wenn ich einmal Zeit habe, heisst sie. Sie enthält Beiträge, wie den hier zu der App Animation Desk (kostenlos im iTunes Store, bzw. für fünf Franken als Premium-Version).

So sieht es aus, wenn einer die Sache versteht: Alberto Ramirez mit Faje pianista.

Wie im Tagi-Beitrag So werden Fotos lebendig angedeutet, ist diese App dazu da, selbst gezeichnete Animationsfilme zu erschaffen. Im Kern ist Animation Desk eine Zeichen-App: Mit virtuellem Pinsel, Bleistift, Wachskreide oder Tusche geht man ans Werk und zeichnet und malt, was die Fantasie so hergibt. Sollte es mit der Fantasie nicht so weit her sein, lädt man ein Foto in die Zeichenfläche, um das abzupausen oder als Inspirationshilfe zu nehmen.
„Strichen am iPad Leben einhauchen“ weiterlesen