Naiv und blauäugig

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Solche Screens mussten wir den Zeitungslesern damals zumuten – weil man nur so die Sicherheit auf ein vernünftiges Mass erhöhen konnte, wenn man viele Microsoft-Technologien abgeschaltet und nur auf wenigen Sites zugelassen hat.

Wo ich es vorgestern von Scareware hatte:

Microsofts Browser ist wie ein kleines Kind, das von jedem Fremden Süssigkeiten entgegennimmt. Immer mehr Websites installieren über Hintertürchen ungefragt ihre Spione bei ahnungslosen Surfern, bespitzeln den Surfer und bieten auf eigene Faust Such- oder Startseiten an, die sich nicht löschen lassen. Spyware ist schwer im Kommen. Besonders dreist: Neuerdings werben die Spyware-Verbreiter auf ihren Zwangsstartseiten für Tools, mit denen sich angeblich Spyware beseitigen lässt. Es versteht sich von selbst, dass man von diesen die Finger lässt.

So heisst es im «Tipp der Woche» vom 5. Juli 2004 unter dem Titel «Spyware-Barriere für Explorer». Die Empfehlung damals: Die unsichere Java-Maschine des Internet Explorer durch diejenige von Sun (heute Oracle) zu ersetzen, ActiveX abzuschalten und die Sicherheitszonen bzw. -stufen in Microsofts Browser sinnvoll zu konfigurieren (in den Internetoptionen bei Sicherheit).
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Das iPad gebärdet sich als Laptop

iOS 9 wird ab morgen offiziell zu haben sein. Das Update bringt einige Neuerungen, die das iPad bedienungsmässig ans Laptop heranführen. Die wichtigste: Man kann nun zwei Apps nebeneinander auf dem Bildschirm haben.

Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Man kann nun darüber spotten, dass Microsoft das mit Windows 10 und dem Surface schon längstens vorexerziert hat – dort gibt es auch die Tastatur und den Stift, die wir mit dem iPad Pro werden erleben müssendürfen. „Das iPad gebärdet sich als Laptop“ weiterlesen

Lässt sich dieser Quatsch nicht stoppen?

Neulich am iPhone…

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… tauchte auf irgend einer noch nicht mal allzu abartigen Website der oben links abgebildete Balken auf, der behauptete, irgend einen Scan auszuführen. Mein erster Impuls war, diesen Quatsch wegzumachen. Doch dann erwachte die Neugierde: Was würde dieser «Scan» wohl zutage fördern?

Wenig später zeigte sich: Dieser «Scan» hatte eine «Virenbedrohung» «entdeckt» und gab mir die «Empfehlung», das «Virus» jetzt zu «entfernen».

Wenn schon, denn schon, sagte ich mir, und tippte auf die Taste in Orange. „Lässt sich dieser Quatsch nicht stoppen?“ weiterlesen

10 Alben für die einsame Insel

Es ist höchste Zeit, die Playlist der Woche wiederzubeleben! Der Anlass dazu kommt von einem beruflichen Apéro, bei dem man als Abschiedsgeschenk für eine Kollegin seine zehn Lieblings-Alben mitbringen sollte. Das ist keine leichte Aufgabe. Im Gegenteil – mit einer schwierigeren Aufgabe habe ich mich seit langem nicht konfrontiert gesehen.

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Fehlt nur noch der Ghettoblaster. (Bild: Torley/Flickr.com)

Klar: Ein paar der Platten liegen auf der Hand. Die erste Hälfte der Liste hat man nach vier Sekunden. Doch dann wird es haarig – für den hinteren Teil kommen so viele Platten in Frage, dass man sich stunden- oder tagelang den Kopf zerbrechen und das Für und Wider dieser oder jener Scheibe abwägen könnte. Darum ist so eine Liste auch bloss eine Momentaufnahme. Schon in einem halben Jahr könnte sie anders aussehen.

Trotzdem, hier meine Auswahl für die 10 Alben für die einsame Insel, die heute von den 9/11-Dokus ablenken könnte. Falls diese 9/11-Dokus noch immer en vogue sind…
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Scheisse bedeutet nicht Scheisse

Finderlohn von Stephen King (Englisch: Finders Keepers) ist der zweite Teil der als Trilogie ausgelegten Reihe mit dem pensionierten Polizeidetektiv Bill Hodges. Den ersten Teil, «Mr Mercedes» (d/e) habe ich im Beitrag Der Herr der kollektiven Ängste besprochen.

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Corpus delicti.

Es geht in diesem zweiten Teil um den Autor John Rothstein, der eine Buchreihe begonnen, aber nicht zu Ende gebracht hat. Oder richtiger gesagt: Er hat sie sehr wohl zu Ende gebracht. Bloss wurden von der Pentalogie nur die ersten drei Folgen The Runner and The Runner Sees Action und The Runner Slows Down veröffentlicht, während The Runner Goes West und The Runner Raises the Flag zwar in vielen Moleskin-Notizbüchern niedergeschrieben, aber nie gedruckt wurden. Die Figur des Autors erinnert laut King-Wiki an J. D. Salinger. Weniger gebildete Leser denken vielleicht auch an George R.R. Martin, dem von manchen Lesern ebenfalls Unmut, Ärger oder sogar Hass entgegenschlägt, weil er das Ende seiner Geschichte schon längst im Kopf hat, es aber nur zögerlich preisgibt. King selbst macht unter anderem Anspielungen an Kurt Vonnegut und dessen Phrase «So it goes», die neulich in diesem Blog schon ein Thema war.
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Die Krux mit iOS9

Der Werbeblocker im kommenden iOS-Update – Segen für die Nutzer und Fluch für Blogger wie mich?

Heute kommt vielleicht iOS 9 auf den Markt. Das Update von Apples mobilem Betriebssystem bringt einige Neuerungen, unter anderem die Möglichkeit, einen Werbeblocker zu installieren. Die Vermutung ist wohl nicht verkehrt, dass das auch als Stinkefinger in Richtung Google gedacht ist.

Hier würde man sich einen Adblocker wünschen…

Ich bin in dieser Frage Partei. In diesem Blog werden via Google Adsense Werbebanner angezeigt. Mit denen bin ich nicht reich geworden, aber sie decken die Serverkosten.

Allerdings wird auch mein Einkommen als Journalist zu einem gewissen Teil aus Werbeeinnahmen bestritten – beim Tagesanzeiger und beim Publisher. Werbeblocker schmälern diese Einnahmen und bedrohen entsprechend mein Einkommen. Darum bin ich kein Fan von Werbeblockern. Ich erwähne sie, aber ich rufe nicht zu deren Nutzung auf.
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Lausig, Apple, oberlausig!

Apple ist bekanntlich grossartig darin, die Klappe ganz weit aufzureissen und dann der Welt zu verstehen zu geben, dass nun jeder das gleiche tun soll – um dann ein andächtiges «Ohhhh…?!» zu hauchen. Ob der grossartigen technischen Errungenschaften, mit denen Apple die Welt mal wieder beglückt.

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Was die Verhunzung meiner Mediathek angeht, hat Apple ganze Arbeit geleistet. (Zur Erklärung: Das sind alles Songs, die zu einem Album gehören und somit das gleiche Coverbild haben müssten.)

Etwas weniger grossartig ist Apple, wenn es darum geht, fehlerfreie Software abzuliefern. Was habe ich mich mal wieder geärgert! Erst über mich selbst, weil ich ohne Nachzudenken beim Erscheinen von Apple Music die iTunes Cloud-Mediathek aktiviert hatte. Und dann über Apple, weil die meine düstersten Vorahnungen wahr gemacht und meine Mediathek komplett zerschossen haben. Weil Apple, obwohl grossartigstes Unternehmen auf diesem Planeten, nicht in der Lage ist, eine Funktion wie die Cloud-Mediathek frei von haarsträubenden Fehlern zu implementieren.

Das hat sich so geäussert: „Lausig, Apple, oberlausig!“ weiterlesen

Romantik, Schweizer Spielkonsolen, Flüge durchs All

Wie immer nehme ich die neue Ausgabe des Publishers zum Anlass, meinen publizistischen Ausstoss der letzten Wochen zu bündeln – ob das interessant für euch ist, daran habe ich ehrlich gesagt so meine Zweifel. Aber mir hilft es, die Übersicht zu bewahren. 😉

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Gamen im Grünen – mit Andrin von Rechenbergs Airconsole.

  • Romantik-Touch für Digitalfotos ist einer der Tipps aus der Rubrik der Prepress-Tipps. Mit etwas gezielter Unschärfe erhalten Fotos einen verträumten Look. Ausserdem gibt es zwei tolle Grep-Tricks für InDesign und viele nützliche Tastaturkürzel für die Adobe-Programme.
  • ID-Streiche für unliebsame Arbeitskollegen ist eine Anleitung zum Mobbing innerhalb von Teams, die mit Adobe-Produkten arbeiten. Nein, natürlich nicht. Wir publizieren diese Tricks, so schreibe ich, «nicht etwa als Anstiftung zu heimtückischen Untaten, sondern nur als Opferhilfe!» Ausserdem der Trick, wie man in Illustrator bessere Resultate beim Vektorisieren von Bitmap-Grafiken erzielt, Personen digital altert, spezielle Schriften findet und schöne Vektor-Portraits macht.
  • Steilvorlagen für InDesign ist die neueste Ausgabe von Publisher Insiders mit Heike Burch, die erklärt, wie man professionell Vorlagen für InDesign erstellt.
  • Photoshop-Glamour ab Stange stellt schöne Entwicklungs-Aktionen für Photoshop vor. Es gibt den Trick zur Erstellung von Präsentationen mit InDesign, eine Batch-Skalierungsmöglichkeit für Bilder in Adobes Layoutsoftware und ein Script, das in Satzdateien ein drehbarer, dreidimensionaler Vektor-Globus hinzufügt.

Beim Tagi haben mich die folgenden Themen auf Draht gehalten:
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Westeros ist (wortwörtlich) unter uns

Man könnte denken, die Idee stamme aus einem leeren Kopf – aber nein: Die Hohlerde hat viele brillante Denker der Menschheit beschäftigt: Den Astronomen Edmond Halley, den Mathematiker Leonhard Euler und den Schriftsteller Jules Verne.

Man kann allerdings geteilter Meinung darüber sein, wie klug es ist, die Behauptung von der Menschheit im Inneren unseres Planeten im 21. Jahrhundert ernsthaft aufrecht zu erhalten – oder sogar zu glauben, dass wir es sind, die im Globus stecken. Auch wenn das vielleicht irgendwann unsere Zukunft sein wird.
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