Schachteln schleppen muss man selbst

Beim Umzug neulich hatte ich die grandiose Idee, mir von einer App helfen zu lassen – da es Apps für alles gibt, müsste einem auch bei dieser logistischen und nervlichen Herausforderung geholfen werden können. Und tatsächlich: Es gibt Apps, die versprechen, einen durch das ganze Prozedere bis zur Ankunft in der neuen Wohnung und darüber hinaus zur Seite zu stehen. Um allfällige überzogene Hoffnungen gleich jetzt schon im Keim zu ersticken: Beim Kistenschleppen oder Putzen der alten Wohnung hilft einem die App nicht.

Der Umzug: Ein wahres Vergnügen (so suggerierst wenigstens dieses Bild hier).

Ich habe mich, das sei ebenfalls gleich zu Beginn gesagt, nicht lange mit der Evaluation des Angebots aufgehalten. Dafür hatte ich vor dem Umzug nicht den Nerv, da es bereits um die Frage ging, wie viele Schachteln wir denn nun benötigen, ob wir selbst Kisten buckeln oder uns helfen lassen und wer denn am Schluss die alte Wohnung putzt. (Um auch diese Frage gleich zu klären: Wir sind mit Hilfe von Läbesruum umgezogen und haben selbst geputzt.

Die erstbeste App, die ich für gut befunden und hernach auch benutzt habe, war der Umzugsplaner von Immobilien-Scout24. Sie umfasst acht Kategorien, vom Kartonrechner über die Erfassung von Zählerständen bis hin zur Handwerkersuche und zu den Nachsendeaufträgen. Da die App für Deutschland entwickelt wurde, nützen uns hier in der Schweiz nicht alle Funktionen – der Nachsendeauftrag führt zur deutschen Post. Die Suche nach dem Transporter und Umzugsunternehmen nimmt auch Adressen aus der Schweiz und aus Österreich entgegen. Wie gut die Angebote sind, konnte ich nicht eruieren, weil ich nach dem Ausfüllen des Formulars gleich auf «Kostenpflichtig buchen» hätte klicken müssen. Der Kostenvoranschlag schien mir aus Schweizer Sicht zu tief, aber nicht komplett realitätsfremd.

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Links die Auswahl der Module, rechts die Umzugs-Checkliste.

Die beiden (für uns) nützlichsten Funktion bei meinem Einsatz der App waren der Kartonrechner und der Checkliste. Ersterer überschlägt aus der Anzahl der Personen, der Zahl der Wohnjahre in der alten Wohnung, der Zimmerzahl und Anzahl Quadratmeter sowie der Buchmeter, wie viele Kisten man zur Verstauung der Habseligkeiten den brauchen wird. Auch Angaben zur Luftpolsterfolie, Packpapier, Klebeband und Schutzdecken erhält man. Die waren für unseren Fall recht adäquat. Die Bestellung wird, wenn man will, direkt an den Shop auf Umzug.de weitergereicht. Wir haben die Schachteln allerdings bei Micasa und Obi geholt, wobei das Problem aufgetaucht ist, dass die App keine Angaben darüber macht, wie gross die Kartonschachteln sind. Via Shop erfährt man, dass mit dem Standardkarton gerechnet wird, der 0,056 Kubikmeter Kapazität hat. Die Zügelbox von Micasa hat ihrerseits andere Masse und ein Fassungsvermögen von 0,068 Kubikmeter. Das Umrechnen haben wir uns gespart und die Differenz der Reserve zugerechnet. Es wäre aber sinnvoll, wenn die App ihre Empfehlung auch in Form einer Gesamtkapazität von z.B. 4 Kubikmeter ausweisen würde. Da kann man sich dann selbst entscheiden, ob man die auf wenige grosse oder mehr kleine Kartons verteilen will. Die Angabe des Kartonrechners war für unseren Fall recht akkurat; wir hatten am Schluss etwa ein halbes Dutzend Schachteln übrig. Ohne die (für mich anfänglich erstaunlich hohe) Prognose von 55 Kisten hätten wir ein Dutzend Boxen zu wenig gehabt.

Die Checkliste erinnert einen an die Dinge, die man vor, während und nach dem Umzug tun sollte. Die Aufgaben reichen von der Kündigung der alten Wohnung über das Ablesen der Zählstände bei Wasser und Strom bis hin zur Entsorgung von altem Kram und der Ummeldung bei der Stadt. Die meisten Dingen hatten wir (Streber) schon erledigt, wenn sie die App anmahnte. Das vermittelte das angenehme Gefühl, gut im Rennen zu sein – und die eine oder andere Kleinigkeit hätten wir ohne die App sicherlich vergessen.

Fazit: Die App ist absolut brauchbar, auch wenn ich ein Produkt vorziehen würde, dass einen nicht in den eigenen, angeschlossenen Shop lotsen will. Eine App, die ohne Eigeninteressen informiert, wäre mir sympathischer. Falls ihr so eine kennt, erwähnt sie doch bitte in den Kommentaren – ebenso, wenn ihr eine nutzt, die noch besser auf die einheimischen Verhältnisse zugeschnitten ist.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

2 Gedanken zu „Schachteln schleppen muss man selbst“

  1. Hallo,
    hab diese App auch für meinen letzten Umzug genutzt und war eigentlich auch sehr zufrieden damit. Habe auch die Angebote von Transport- und Umzugsunternehmen der App in Anspruch genommen. Dabei wurde mir das Service von <a href=”https://www.antstrans.at/umzugsservice”>Ants-Trans</a&gt; empfohlen, welches ich dann auch genutzt habe. Jetzt im nachhinein kann ich sagen, dass ich mit dem empfohlenen Unternehmen sehr zufrieden war. Kann diese App auch nur jedem ans Herz legen. Klar gibt es auch Eigenwerbung, aber mich persönlich stört das nicht besonders.

  2. Hallo,
    Wirklich sehr hilfreiche App, bravo.
    Was die Umzugskisten angeht, habe ich dann aber doch die praktische Dienstleistung von http://www.leihbox.com in Anspruch genommen.
    LeihBOX.com vermietet faltbare Mehrweg-Zügelboxen – auf Wunsch mit Lieferservice. Ich war echt froh, dass ich keine Bananenschachteln zusammensuchen musste und die leeren Umzugskisten wenig Platz benötigten. Und jetzt nach dem Umzug ist alles eingeräumt und ich muss keine leeren Umzugskartons im Keller stapeln 🙂

    Wäre cool, wenn diese Umzugs-App das Angebot von Leihbox.com mit aufnehmen könnte!

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