Das Dienste-Menü mit eigenen Befehlen bestücken

Apples Betriebssystem stellt über die Dienste nützliche Automatisierungsbefehle bereit. Die Palette der Funktionen lässt sich flexibel erweitern – wenn man sich an Automator heranwagt.

Die so genannten Dienste bei Mac OS X stellen global Funktionen bereit, die man in allen Programmen nutzen kann – soweit das sinnvoll ist. In Programmen, bei denen man mit Text hantiert, gibt es im Dienstemenü die Möglichkeit, die markierte Passage mit Google zu suchen oder im Lexikon nachzuschlagen. Es ist auch möglich, den markierten Text in eine neue Mailnachricht zu übernehmen oder als Notiz abzulegen.

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Mails versenden à la carte – Automator spart bei Routinearbeiten Zeit und manuelle Tätigkeiten.

Bei Programmen, in denen man es mit Dateien zu tun hat, kann man das markierte File als Attachment an ein Mail anhängen. Und wenn Bilder mit im Spiel sind, kann man diese ohne weitere Umstände als Bildschirmhintergrund einrichten oder in iPhoto importieren. Anwendungsprogramme können eigene Befehle in dem Menü registrieren und so Funktionen in anderen Programmen zur Verfügung stellen. GraphicConverter, BetterZip, TextWrangler oder SymbolicLinker sind Programme, die das beispielsweise tun.

Das Dienstemenü ist im Programmmenü untergebracht, das heisst, es steckt in dem Menü, das den Namen des geöffneten Programms trägt. Unerwünschte Befehle können über die Systemeinstellungen bei Tastatur in der Rubrik Tastaturkurzbefehle entfernt werden, indem man links Dienste auswählt und in der Liste rechts Einträge deaktiviert oder über die Minus-Taste gleich löscht.

Wie man Dienstherr massgeschneiderter Aktionen wird
Es ist nun auch möglich, das Dienstemenü durch eigene Befehle zu erweitern. Dazu muss man sich an Automator heranwagen – was aber nur halb so gefährlich ist, wie es klingt. Automator ist Apples Programm für die selbsttätige Abwicklung von Routineaufgaben. Das geht sogar ohne Programmierkenntnisse, nach dem Puzzle-Prinzip: Man fügt vorgefertigte Befehle zu einem Ablauf zusammen. Dieser Ablauf kann dann jederzeit auf eine beliebige Anzahl von Objekten angewandt werden. Man speichert die Abläufe als Programm, kann sie aber auch über iCal/Kalender zu voraus festgelegten Zeitpunkten ausführen, als Ordneraktion einem Ordner hinterlegen oder als Plug-in beim Drucken oder im Programm Digitale Bilder nutzen. Und eben: Es ist möglich, einen Automator-Ablauf als Dienst im System zu hinterlegen.

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Auch AppleScript-Programme lassen sich ins systemweite Dienstemenü einklinken.

Einen solchen Dienst können Sie ganz auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Wenn Sie beispielsweise oft Bilder per Mail verschicken, dann legen Sie einen Ablauf an, der als erstes abfragt, welche Bilddateien markiert sind. Das tun Sie, indem Sie links unter Bibliothek bei Dateien & Ordner den Befehl Ausgewählte Finder-Objekte abfragen auswählen und auf die rechte Seite ziehen. Da Sie nicht mit den Originaldateien arbeiten möchten, kopieren Sie in einem zweiten Schritt die Dateien (Befehl Finder-Objekte kopieren). Als nächstes bringen Sie sie auf eine Mail-verträgliche Grösse. Das tun Sie über das Modul Bilder skalieren. Da Sie die Bilder immer im JPG-Format versenden möchten, verwenden Sie den Befehl Bildtyp ändern und geben als Typ JPG an. Der Befehl Neue E-Mail erzeugt eine neue Nachricht und der Befehl Anhänge zu E-Mail im Vordergrund hinzufügen fügt sie der neuen Nachricht hinzu. Sie können, wenn Sie möchten, für die Nachricht einen Standardtext oder einen Betreff vergeben – und natürlich ist es möglich, den Ablauf beliebig zu variieren. Sie könnten beispielsweise ein ZIP-Archiv erstellen (Befehl Archiv erstellen) oder, falls Sie Nachrichten immer an den gleichen Empfänger absetzen, schon im Automator-Ablauf die Mailadresse eintragen und die Nachricht über E-Mails senden sogleich absetzen.

Mailen ohne Umwege
Sobald das entsprechend eingerichtet ist, speichern Sie den Dienst über Ablage > Sichern unter einem passenden Namen, beispielsweise unter Als JPG an Matthias senden. Achten Sie darauf, dass Sie am Anfang des Ablaufs bei Dienst empfängt… angeben sollten, auf welche Art von Inhalten sich Ihr Dienst bezieht. Im Fall des automatischen Bildversands würden Sie natürlich die Option Bilddateien angeben. Es stehen auch Film-, Audio-, Textdateien, Dateien oder Ordner und Dokumente zu Verfügung. Sie können aber auch Text, URLs, Adressen, Daten oder Mailadressen in Diensten verarbeiten, und es ist möglich, den Dienst nur in einem Programm anzubieten. Das tun Sie, indem Sie die Auswahl bei dem Dropdownmenü ändern, in dem standardmässig In jedem Programm eingetragen ist.

Ist der Dienst gespeichert, steht er im Finder, in Safari oder in Mail zur Verfügung und verschickt markierte Bilder ohne weitere Umstände über den Befehl [Programmname] > Dienste > Als JPG an Matthias senden.

Auch AppleScripts sind Dienstemenü-tauglich
Übrigens: Anwender, die in AppleScript programmieren, können Dienste auch via Scripts erstellen. Dazu wählen Sie als Aktion den Befehl AppleScript ausführen und tragen dann rechts den Code des Scripts ein. Auf analogem Weg ist es möglich, via Dienstemenü auch ein Shell-Script auszuführen.

Autor: Matthias

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