Reichweite dank Facebook-Werbung?

Facebook reibt mir mit einer gewissen Aufdringlichkeit den Vorschlag unter die Nase, die Reichweite meiner Inhalte mittels Werbung zu vergrössern. Geschaltet werden soll diese Werbung, wenig überraschend, natürlich auf Facebook.

Neulich habe ich mich breitschlagen lassen. Ich habe vor Kurzem den Beitrag Wenn dein Arbeitgeber dein iPhone löschen will veröffentlicht. Er hat in den sozialen Medien für Diskussionen gesorgt und zeichnete sich durch eine deutlich längere Halbwertszeit als ein normaler Blogpost hier aus. Eine gute Ausgangslage, dachte ich. Es geht mir um die Klärung der Frage, ob es sich lohnt, einem solchen Beitrag einen kleinen Schubs zu geben – um ihn noch weiter unter die Leute zu bringen.

Ich habe für dieses Experiment den exorbitanten Betrag von 5 Franken aufgeworfen. Ich habe mir davon nun nicht unbedingt den globalen Durchbruch als Erfolgsblogger versprochen. Aber mich hat sehr interessiert, was die Auswirkungen einer solchen Investition sein würden.

Wenn man nicht deswegen Geld für Werbung ausgibt, um nachher darüber zu bloggen, sollte man sich natürlich vorab ein paar Gedanken zu realistischen Zielen zu machen: „Reichweite dank Facebook-Werbung?“ weiterlesen

Mark ist ein Depp

Mit einem ziemlichen Erstaunen musste ich als erklärter Trendbanause zur Kenntnis nehmen, dass das Popup wieder in Mode ist. Das Popup! Genau das Ding, was uns vor zehn, fünfzehn Jahren das Surfen verleidet hat.

Damals war es eine aufdringliche Form der Werbung, die mit der amerikanischen Redewendung in your face recht gut beschrieben ist: Man bekommt etwas vor den Latz geballert, um das man nicht gebeten hat. Man könnte das auch als Form des Aufmerksamkeitsdiebstahls bezeichnen.

Immerhin: Die Belästigung ist weitgehend gebannt. Einerseits dank Technik: Die modernen Browser unterdrücken Fenster, die sich automatisch öffnen. Was zur Folge hat, dass legitime Popup-Fenster verhindert werden. Aber gut, diese Art von Kollateralschaden ist man sich im Internet gewohnt.

Noch wirksamer als die Blockade im Browser dürfte aber die offizielle Ächtung gewesen sein.  „Mark ist ein Depp“ weiterlesen

Muss das sein, SBB?

Die Schweizerischen Bundesbahnen sind ein Transportunternehmen. Würde man meinen. Und ganz falsch ist es nicht. Ein Teil des Unternehmens beschäftigt sich damit, Züge durch die Gegend fahren zu lassen. Aber die SBB sind auch Immobilienbesitzer und -vermieter, Bauunternehmer und Werbetreibender.

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Die sind auch noch stolz drauf!

Und deswegen habe ich ein Problem mit diesem Unternehmen, das mir grundsätzlich eigentlich sehr sympathisch ist. Die Werbung im öffentlichen Raum ist bekanntlich eines meiner Lieblings-Aufregerthemen. Aus Prinzip, denn Werbung ist eine Kommunikation, um die man nicht gebeten hat und die einem aufgenötigt wird. Es kann sein, dass sie einen interessiert. Aber in vielen Fällen muss man einen mentalen Verarbeitungs- und Verdrängungsaufwand für eine Botschaft betreiben, die völlig irrelevant ist. Wie viele Plakate für grottenhässliche SUV-Monstrositäten einer rückständigen Branche sehe ich täglich, die mit einem riesigen Aufwand ihre schon bald obsoleten Produkte in den Markt drücken wollen? Ich weiss es nicht, aber schon ein solches Plakat ist eines zuviel. Es braucht in jedem Fall einen kleinen Energieaufwand, um den Vandalismusimpuls zu unterdrücken. Denn ich würde sehr gerne etwas in der Art wie «Wer dieses Auto kauft, hat einen kleinen Penis» aufs Plakat schreiben wollen.

Werbung ist IMHO ein überholtes Ding und sollte mittelfristig abgelöst werden. Aber sie ist nicht überall gleich schlimm. „Muss das sein, SBB?“ weiterlesen

Netzsperren für Werbung

Die Möglichkeiten des Werbeblockierens war in diesem (teilweise werbefinanzierten) Blog auch schon ein Thema: In den BeiträgenTracker von der Schiene werfen und Zwölf tolle, weniger bekannte Mobil-Browser etwa. Oder in Weniger ist auch mobil mehr, wo ich den Inhaltsblocker 1Blocker X für Safari auf dem iPhone/iPad vorstelle.

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Hier wäre ein Werbeblocker angezeigt. (Bild: Jose Francisco Fernandez Saura/Pexels, CC0)

Eine interessante Möglichkeit habe ich auf Twitter gesehen. Da wird empfohlen, einfach einen bestimmten DNS-Server zu nutzen. Das ist eine klevere Idee: Eine Netzsperre für Werbung, quasi. Wenn die Adressen für Werbenetzwerke nicht aufgelöst werden, bleibt die Werbung weg.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man muss nichts installieren. Es funktioniert in jedem Browser und in jeder anderen App – und eben nicht bloss in Safari, wie bei 1Blocker X. Und es erzeugt keine Rechenlast auf dem Mobilgerät, wie das mit einem lokal installierten Inhaltsblocker der Fall ist.

Nachteile gibt es natürlich ebenfalls: „Netzsperren für Werbung“ weiterlesen

Weniger ist auch mobil mehr

Zu Werbeblockern habe ich eine differenzierte Meinung: Ich bin der Ansicht, dass sich Werbung als Finanzierungsmodell für gute Inhalte nicht bewährt hat, besonders nicht im Web, wo sie besonders lästig ist. Ich glaube, dass es zum Unterhalt schöner Medienprodukte neue Mittel und Wege braucht. Doch die lassen vorerst noch auf sich warten. Darum müssen wir uns mit der Werbung noch etwas abfinden – zumal Inhaltsproduzenten wie ich sonst kein Auskommen mehr haben. Das heisst aber nicht, dass man alles tolerieren müsste. Wenn die Werbung Überhand nimmt, darf man sie in die Schranken weisen.

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Die generellen und die individuellen Filter.

Ich verwende an meinem Windows-PC und Macbook keinen separaten Werbeblocker und auch keine Adblocker-Erweiterung mehr. Das ist nicht mehr nötig, seit Firefox in der Version 57 alias Quantum ordentlich zugelegt hat, was die Aktivitätenverfolgung angeht. Und die scheint ihre Wirkung nicht zu verfehlen: In meinem Blog sind die Adsense-Einnahmen seit Anfang Jahr deutlich zurückgegangen. Ich führe das auf die Aktivitätenverfolgung von Firefox zurück. Denn wenn die Funktion aktiv ist, werden in diesem Blog hier die von Google geschalteten Banner komplett eliminiert. (Ob die Aktivitätenverfolgung immer aktiv ist oder nur bei privaten Fenstern greift, schaltet man übrigens in den Firefox-Einstellungen bei Datenschutz & Sicherheit im Abschnitt Schutz vor Aktivitätenverfolgung ein.) Da meine Website einen hohen Anteil von Firefox-Nutzern hat, scheint es mir nicht unplausibel, Mozilla für den Rückgang verantwortlich zu machen.

Zurück zum Thema: „Weniger ist auch mobil mehr“ weiterlesen

Tracker von der Schiene werfen


Das Video und der Artikel bei Tagesanzeiger.ch.

Das Tracking ist so eine Sache, bei der man als Journalist und Webpublizist zu einer differenzierten Haltung gezwungen wird. Man kann es nicht in Bausch und Bogen verdammen, wenn man selbst für Medien arbeitet, die Daten über die Besucher erheben. Und wenn man (wie ich hier) eine Website mit Werbung betreibt, muss man sich seiner Doppelrolle bewusst sein. Ich habe ein Bein auf jeder Seite: Eines steht im Lager der Nutzer, die möglichst wenig getrackt werden wollen. Und das andere macht gemeinsame Sache mit Google. (Falls ein Bein gemeinsame Sache mit einem Internetkonzern machen kann.)

Das ist ein klassisches Dilemma. Aber es ist auch die ideale Voraussetzung für eine differenzierte Haltung. Deswegen verkünde ich im aktuellen Video nicht die Patentlösung für alle, sondern einen gestaffelten Ansatz: Vier Methoden für unterschiedliche Bedürfnisse:
„Tracker von der Schiene werfen“ weiterlesen

Flattr ist gescheitert, endgültig

Dass Flattr gescheitert ist, habe ich schon einmal verkündet. Im ersten Beitrag mit diesem Titel habe ich obendrein eine tolle Lösung vorgeschlagen, wie man gute Webinhalte finanzieren müsste – und wie man gleichzeitig das lästige Werbeproblem lösen könnte: Bitte hier nachlesen!

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Wenn er keinen Hut aufstellt, braucht er sich auch nicht über mangelnde Einnahmen zu wundern. (Bild: Caio/Pexels.com, CC0)

Beim ersten Abgesang von Anfang 2015 ging es um enttäuschte Erwartungen. Damals hat sich abgezeichnet, dass Flattr nicht die Revolution sein würde, die wir Blogger und Podcaster uns erträumt hatten. Heute geht es um das definitive Aus. Der Flattr-Knopf funktioniert zwar noch, aber Flattr selbst empfiehlt, ihn nicht mehr zu verwenden (The Flattr button is history). Ich werde ihn bei Erscheinen dieses Beitrags von meinem Blog entfernt haben (oder das demnächst tun, falls ich immer noch nicht dazu gekommen bin). Ich werde ihn entfernen, sobald ich in näherer oder ferner Zukunft dazu komme.

Es ist Zeit für eine Analyse: Flattr, das war am Anfang dieses Jahrzehnts eine ermutigende Sache. Ich habe in meiner Vorstellung mir ein explizites Urteil zwar verkniffen. Aber ich habe den Flattr-Button sogleich in mein Blog eingebaut und auch selbst fleissig geflattrt. Das finanzielle Fazit: „Flattr ist gescheitert, endgültig“ weiterlesen

Flattr ist gescheitert, 0-Click ist die Lösung

Flattr als Social-Payment-Service hat die Erwartungen nicht erfüllt. Mit Medienprodukten Geld zu verdienen, bleibt extrem schwierig. Wie könnte es weitergehen? Ich propagiere ein System, das die Medienbranche revolutioniert. Es heisst 0-Click und führt am Ende sogar dazu, dass Werbung nicht mehr lästig ist.

Inhalte im Internet zu Geld zu machen: Ein Thema, über das ich mich in letzter Zeit mit diversen Leuten unterhalten habe. Andreas Von Gunten hat mir gesagt, Paywalls würden nicht funktionieren. In privaten Gesprächen habe ich vor allem Ratlosigkeit gehört – und Unsicherheit, wie das noch weitergehen könnte.

So hat man Medien gestern verkauft. Aber wie könnte es heute gehen?

Dieses Blog ist mein kleines Versuchsprojekt in Sachen Geld verdienen mit dem Internet. Und bei dem ist die Diskrepanz zwischen meinen Ansprüchen Wünschen und der Realität unübersehbar. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die Werbung von Google. Adsense bezahlt die Domäne und das Hosting und wirft ein bescheidenes Taschengeld ab.

Flattr andererseits ist auch zwei Jahre nach der Einführung hier im Blog völlig vernachlässigbar. (Was nicht heisst, dass ich den treuen Seelen, die mich ab und zu flattern, nicht dankbar wäre!) Diese Tatsache kann Selbstzweifel wecken: Biete ich zu wenig Interessantes an? Schreibe ich langweilig oder an den Lesern vorbei? Habe ich die Zeichen der Zeit verpasst? Sprich: Sollte ich die sattsam bekannten Klicksteigerungsmechanismen der grossen Online-Medien adaptieren?
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Stoppt diesen Plakat-Irrsinn!

Ich laufe auf dem Weg von meiner Wohnung zum Bahnhof ein paar Meter der Winterthurer St.-Georgen-Strasse entlang. Dort gibt es eine kleine Wiese, die zwar nicht allein dafür verantwortlich ist, dass Winterthur auch die Gartenstadt genannt wird. Sie trägt aber mit dazu bei, dass es hier grüner und damit lebenswerter ist als anderswo.

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Das wäre doch mal ein Plakat! (von adbusters.org)

Nun kann man diese kleine Wiese offensichtlich nicht einfach so lassen, wie sie ist. Nein, da musste die Allgemeine Plakatgesellschaft AG hergehen, und am Strassenrand zwei Werbetafelnn aufstellen. Dort kleben jetzt Plakate für Dinge, die offenbar unbedingt beworben sein müssen. Die Plakate richten sich an die Autofahrer, die vor dem Rotlicht zur Kreuzung Theaterstrasse stehen, doch sie belästigen auch mich jedesmal mit ihrer Anwesenheit, wenn ich die St.-Georgen-Strasse entlanggehe.
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Ads mit Layer gehen mir auf die Nerven

Niemand würde heute einen Browser ohne Popup-Blocker benutzen. Popups sind unerwünscht. Sie stören, sie sind aufdringlich, gehen auf die Nerven. Man müsste meinen, die Internetgemeinde habe sich diesbezüglich unmissverständlich ausgedrückt: Weg damit!

Doch nein, ein paar unverbesserliche Quälgeister haben die Botschaft nicht verstanden. Sie haben zwar gemerkt, dass Popup-Werbung gestorben sind, aber das zum Anlass genommen, stattdessen Layer-Ads zu platzieren. Sie legen sich über die eigentliche Website, verstecken den Text und als ob das nicht genug wäre, arbeiten sie auch oft mit irreführenden Schaltflächen: Wenn man aufs «X» klickt, betätigt man nicht etwa die Schaltfläche zum Schliessen, sondern öffnet die werbende Website. „Ads mit Layer gehen mir auf die Nerven“ weiterlesen