«Wir sehen uns vor dem Kriegsgericht»

Ein grund­legendes Miss­verständ­nis besteht in der Fehl­annahme, die sozialen Medien würden sich für Frust­abbau eignen. Im Gegenteil – wer seine Unzu­frieden­heit bei Facebook ablädt, trägt bloss dazu bei, dass sich dort der Hass kumuliert.

Kein Like von Facebook.

Ein Erfolg! Ich habe es in der Tat geschafft, einen Kommentar erfolgreich zu melden. Ich habe Facebook dazu gebracht, einen Kommentar wegen Verletzung der viel zitierten Gemeinschafts-Standards zu löschen. Das ist etwas, woran ich mich aufrichten kann!

Nein, eigentlich nicht. Es führt nur vor Augen, wie sehr die sozialen Medien ausser Kontrolle geraten sind.

Ein Symptom sind die Nazivergleiche, von denen inzwischen fast täglich einer die Runde macht. „«Wir sehen uns vor dem Kriegsgericht»“ weiterlesen

Damit Windows richtig Hello sagt

Bei Microsofts Betriebs­system kann man sich mit mehreren Methoden anmelden. Doch wie definiert man die bevorzugte? Das ist, wenn auch etwas umständlich, möglich.

Windows 10 hält nebst der Anmeldung mittels Passwort diverse andere Möglichkeiten bereit. Das nennt sich Windows Hello:

Die Methoden, wie man Windows Hallo sagt.

In den Einstellungen bei Anmeldeoptionen stehen nebst dem klassischen Passwort auch PIN und Bildcode zur Verfügung.

Man kann auch einen Sicher­heits­schlüssel verwenden – mehr dazu im Beitrag Ein Blick in die passwort­lose Zukunft und mit der passenden Hardware-Aus­stattung stehen auch Gesichts- und Finger­abdruck­erkennung zur Verfügung.

Meine Lieblingsoption ist der Bildcode. Für die, die sie nicht kennen: Man wählt ein Bild, auf dem man drei Mausoperationen ausführt: Man klickt eine markante Stelle an, dann eine andere und zeichnet abschliessend noch eine Linie oder einen Kringel.

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass man sie nach einiger Zeit ganz ohne Nachdenken ausführt. Die Bewegungen gehen ins «Muskelgedächtnis» über und führen sich wie von allein aus. „Damit Windows richtig Hello sagt“ weiterlesen

Wie man im Ausland haushälterisch mit seinen Daten umgeht

Seit anfangs Juli 2021 gibt es neue Regeln fürs Roaming, die die Gefahr von Kostenfallen drastisch reduzieren. Und nebst dieser frohen Botschaft habe ich einen Tipp, wie man am iPhone sein Datenvolumen schont.

Das mobile Surfen im Ausland hat seine Tücken – vor allem, wenn man sich zu Hause an einen unbegrenzten Datentarif gewöhnt ist und dementsprechend munter drauflossurft. Immerhin: Ich habe schon seit längerer Zeit keine Horrorstorys mehr gehört, in denen Leute Tausende von Franken zahlen mussten, weil sie ihr Datenpaket zu schnell aufgebraucht oder überhaupt keins gebucht hatten.

Die Mobilfunkanbieter scheinen inzwischen besser darin zu sein, die Leute vorab auf Probleme hinzuweisen. Und bei konsumentenschutz.ch lese ich von neuen Regeln, die per 1. Juli 2021 in Kraft getreten sind. Unter anderem heisst es hier: „Wie man im Ausland haushälterisch mit seinen Daten umgeht“ weiterlesen

Die schnelle Notiz-App ohne Schnickschnack

Simplenote dient als digitale Gedächtnisstütze. Der über­schau­bare Funktions­umfang passt: Forma­tierung mit Mark­down, verfügbar auf allen Platt­formen, solide Versionierung und flottes Arbeits­tempo.

Da ich neulich (mehr aus Versehen) die Notiz-App Bear vorgestellt habe, spricht eigentlich nichts dagegen, nachzudoppeln. Und zwar mit einem offensichtlichen Kandidaten in dieser Kategorie: nämlich Simplenote.

Man kann seine Notizen im reinen Text erfassen – oder wie hier in Markdown.

Der Funktions­umfang ist zwar auf den ersten Blick sehr bescheiden. Doch es gibt Möglich­keiten, die man bei anderen, teils umfang­reicheren Apps nicht zur Verfü­gung hat: Man kann Notizen für andere freigeben und unter­einander verlinken und mittels Markdown forma­tieren.

Und es gibt eine auto­matische Versionie­rung, die man zügig schätzen lernt, gerade bei den Notizen, die man ständig benutzt und verändert – und manchmal auch verschlimmbessert.

Und die App hat einen weiteren, meines Erachtens ausschlaggebenden Vorteil: „Die schnelle Notiz-App ohne Schnickschnack“ weiterlesen

Die Post-it-Notizen von Windows sind nicht das Gelbe vom Ei

Seit 20 Jahren nutze ich die Kurznotizen-App nicht, weil sie zwei eklatante Mankos haben. Doch heute nehme ich einen beherzten Anlauf und räume alle Hindernisse aus dem Weg.

Die Windows Kurznotizen (Sticky Notes) gibt es seit bald zwanzig Jahren. Um genau zu sein, wird dieses Programm im November 2022 diesen Geburstag feiern, weil es, wie Wikipedia verrät, mit der Tablet PC Edition von Windows XP eingeführt worden ist. Nebenbei verrät das auch, wie lange Microsoft schon am Tablet-Computing herumdoktert – deutlich länger als Apple.

Und genau so lange, wie es diese Kurznotizen gibt, nehme ich mir vor, sie zu benutzen. Eigentlich hätte ich das Bedürfnis: Ich verwende oft den Windows Editor für Dinge, für die dieses Programm gar nicht gedacht ist. Ich halte darin Ideen fest, lagere Textfragmente oder Links zwischen oder missbrauche das Programm als Gedächtnisstütze oder To-do-Liste.

Die «Sticky Notes»-App wäre so viel besser…

Die Kurznotizen wären für diesen Zweck besser geeignet: Sie speichern den Inhalt automatisch, sodass nicht verloren geht, selbst wenn man den Computer herunterfährt und alle Warnungen, es seien in manchen Apps, namentlich Editor, noch ungespeicherte Dokumente vorhanden.

Ausserdem gibt es einige nützliche Befehle: „Die Post-it-Notizen von Windows sind nicht das Gelbe vom Ei“ weiterlesen

Die Bear-Notiz-App stellt Apple in den Schatten

Einfachen Aufgaben ist die Notizen-App von Mac, iPhone und iPad gewachsen. Doch wer mehr will, ist mit dieser un­kompli­zierten, leistungs­fähi­gen Alter­native besser bedient.

Ich bin weiterhin auf der Suche nach dem perfekten Texteditor. Auf dieser Mission bin ich neulich Atom begegnet. Das ist ein eindrückliches Stück Software, das keine Wünsche offen lässt. Wie hier beschrieben, gibt es nur ein Problem: Die Software ist für meinen Zweck zu überdimensioniert. Was ich suche, ist ein kleines, wendiges Textprogrämmchen, das nicht ganz so nervt wie TextEdit von Apple.

Den nächsten Versuch unternehme ich mit Bear. Das ist mehr Notiz-App als Editor – aber die Übergänge sind fliessend. Wenn man unkompliziert Gedanken festhalten, Textfragmente zwischenlagern und auch mal abspeichern kann, bin ich zufrieden.

Bear ist kostenlos im Mac-App-Store und fürs iPhone und iPad erhältlich. „Die Bear-Notiz-App stellt Apple in den Schatten“ weiterlesen

Die besten Übersetzungen, noch schneller

Eine kleine Lobes­hymne auf Deepl.com, weil der Über­setzungs­dienst auch mit Markdown und HTML zurechtkommt, Office-Dokumen­te übersetzt und eine nützliche Desktop-App hat.

Ich bin ein erklärter Fan von Deepl.com. Das ist ein Dienst für maschinelle Übersetzung, der 2017 für Furore gesorgt hat, weil er Google Translate und Konsorten in den Schatten gestellt hat: Deepl war nicht nur einfach ein bisschen besser, sondern der Konkurrenz massiv überlegen. Ich habe ihn damals im Beitrag Der erste Übersetzer mit dem Wow-Effekt auf den Tamedia-Newssites vorgestellt – und schon seinerzeit war die Resonanz überragend. Offensichtlich hat die Welt nur auf Deepl gewartet.

Ein heisser Tipp: Mit Markdown kommt Deepl bestens zurecht; die Steuerzeichen bleiben auch in der Übersetzung erhalten.

Seitdem nutze ich den Dienst gelegentlich, etwa, wie hier beschrieben, fürs Übersetzen meiner Youtube-Videos.

Ich habe auch mit englischen Varianten von Blogposts experimentiert. Das funktioniert gut, aber nicht so gut, dass man die Beiträge nicht nachbearbeiten müsste – und dafür bringe ich weder die Zeit noch die Lust auf.

Mit anderen Worten: Ich brauche Deepl zu wenig oft, dass ich ein Abo vor mir rechtfertigen könnte. Das bedauere ich fast ein wenig, da ich mir immer ein wenig schäbig vorkomme, wenn ich einen so tollen Dienst völlig unentgeltlich in Anspruch nehme. Darum sollte nun Deepl.com wenigstens einmal anständig hier im Blog besprochen werden.

Also: „Die besten Übersetzungen, noch schneller“ weiterlesen

Die Untergangsspirale brechen

Die sozialen Medien tragen derzeit zu einer rasanten Eskalation bei. Ich mache mir einige hilflose Gedanken, wie man diese Entwicklung aufhalten oder bremsen könnte.

Während die Pandemie fortschreitet, ist das Verweilen in den sozialen Medien nicht angenehmer geworden. Der Umgangston hat sich verschärft, die Wogen gehen ständig hoch und man wird den Eindruck nicht los, dass manche Leute das Mass völlig verloren haben.

Ich teile die Ansicht von Reda el Arbi im Blogpost Dieser «Spaltung der Gesellschaft»-Bullshit, dass es eine Minderheit ist, die die Diskussion bestimmt, weil sie sich pausenlos und immer extremer äussert.

Allerdings sehe ich auch Leute, die sich geistig in gefährliche Kaninchenbauten verkrochen haben. Das hier ist ein solches Beispiel: „Die Untergangsspirale brechen“ weiterlesen

Ich mag Gmail nicht

Googles Mail-Anwendung hat Mängel: Sie ist nicht benutzer­freundlich und kaum brauch­bar für ein umfang­reiches Mail­archiv. Für die Such­funktion sollte sich Google schämen.

Es gibt viele Produkte von Google, die grossartig sind: Die Bildersuche, der Kalender und Maps fallen mir zuerst ein. Und trotz Vorbehalten brilliert der Konzern auch beim Kerngeschäft, der Websuche.

Danach kommen einige Angebote, die einmal revolutionär waren, inzwischen aber einige Problemzonen aufweisen. In diese Kategorie zähle ich den Übersetzungsdienst Translate, der von Deepl.com auf den zweiten Platz verwiesen wurde. Ebenso Youtube – so erfolgreich die Videoplattform auch ist, so viel läuft schief: beim Umgang mit dem Urheberrecht, der Moderation der Videos, der Monetarisierung.

Schliesslich gibt es auch Google-Produkte, mit denen ich mich nie anfreunden konnte und die ich bloss deswegen verwende, weil mein Arbeitgeber sie gut findet. Google Docs (Die Doktorarbeit würde ich trotzdem nicht in Google Docs schreiben) gehört in diese Kategorie.

Und Gmail. „Ich mag Gmail nicht“ weiterlesen

Der Microsoft Store ist ein Trauerspiel

Der App Store für Windows und die Xbox wird zehn Jahre alt. Eine gute Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme: Wie steht es um das Angebot, die Präsentation und die Bewertungen. Spoiler – mehr als besch…en.

Bei Wikipedia lese ich, dass der Microsoft Store am 13. September 2011 vorgestellt wurde. Er hiess damals noch Windows Store und brauchte noch einige Zeit, um das Licht der digitalen Welt vollends zu erblicken: Mit dem Consumer Preview von Windows 8, der im Februar 2012 veröffentlicht wurde, konnte man ihn zum ersten Mal ausprobieren.

Ich habe im August 2012, nachdem auch die Windows-8-Variante für Privatanwender am Horizont aufgetaucht ist, eine ausführliche Rezension geschrieben und zum Store nur ein paar wenige Worte verloren. In der Bildlegende heisst es: «Der Store – so gut bestückt wie ein Delikatladen in der DDR.»

Die Startseite: Seht her, auch bei uns gibt es Netflix, Prime und Spotify.

Das war eine über­heb­liche Formu­lierung für einen zu­tref­fenden Tat­be­stand: Der Store hat dem Ver­gleich zu den Smart­phone-Stores von Apple und Google nicht im Ansatz stand­halten können. Und in gewisser Weise ist das auch zehn Jahre später noch so.

Gibt es Überraschungen, Perlen, Trouvaillen?

Ich habe gestern die Probe aufs Exempel gemacht. Was hat der Store an über­ra­schenden, eindrück­lichen und unent­deckten Perlen zu bieten? Und wie gut ist die Auslage kuratiert? „Der Microsoft Store ist ein Trauerspiel“ weiterlesen