Erstklassiger Passwortmanager fürs iPhone und den Mac

Manchen Apps bleibt man treu. In meinem Fall ist das Tweetbot oder Firefox. In manchen Bereichen wechselt man die App zwar nicht so schnell wie die sprichwörtliche Unterhose. Aber doch regelmässig. Ein Beispiel dafür ist der Passwortmanager. Ich setze bei Windows Keepass ein (Passwort-Safe für Windows, Mac und iOS (inklusive Datenaustausch)) und beim Mac KeepassX.

Fürs iPhone und iPad gibt es eine Handvoll Apps, mit denen man Passwort-Dateien in den Formaten .kdb und .kdbx öffnen kann (zum Unterschied siehe Ein überfälliger Umstieg). Ich hatte nacheinander und teilweise parallel iKeePass, PassDrop und KeePass Touch im Einsatz. Die haben alle den Zweck erfüllt, allerdings teilweise mit gewissen Abstrichen – und meist nicht mit brillanter Benutzerführung.

Nun bin ich gezwungen, mich von der Dropbox zu verabschieden. Die Gründe habe ich im Beitrag Die Dropbox fallen lassen erläutert: Es wurde eine neue Beschränkung für die Zahl der angebundenen Geräte eingeführt, die ich bei weitem sprenge. Das tangiert auch meine Passwortverwaltung: Ich synchronisiere die Passwortdatei via Cloud und brauche am iPhone eine App, die nicht nur mit Dropbox, sondern auch mit anderen Online-Dateiablagen kooperiert. Keepass Touch synchronisiert nebst der Dropbox auch via WLAN, was mir aber zu umständlich ist. Und via FTP auch mit einem Webserver. Das würde eine Möglichkeit eröffnen. Mir ist aber eine Lösung mit einem anderen Clouddienst lieber.

Darum brauche ich eine Alternative. Die Anforderungen sind wie folgt:

  • Flexible Synchronisation mit möglichst vielen Clouddiensten, vor allem mit Onedrive, weil das mein designierter Nachfolger für die Dropbox ist.
  • Entsperrung mittels Fingerabdrucksensor, also Touch-ID oder Face-ID.
  • Eine einigermassen ansprechende und gut nutzbare Oberfläche.
Die Übersicht der hierarchischen Organisation der Passwort-Einträge.

Nach einiger Suche bin ich auf Kypass gestossen. Die App ist mit 6 Franken nicht gerade günstig. Aber sie erfüllt die drei expliziten Anforderungspunkte. Und sie macht einen durchdachten Eindruck.

Kypass synchronisiert nicht nur per Dropbox, sondern auch per iCloud, Box, Onedrive und Onedrive für Business, sondern auch per Google Drive, WebDAV und SFTP (sicheres FTP). Und man kann auch eine Schlüsseldatei zur Absicherung verwenden, die nur auf dem Gerät hinterlegt ist.

Ein Eintrag in Kypass.

Und vor allem funktioniert auch der Sync vom iPhone oder iPad zurück zur Ablage in der Cloud, so weit ich bis jetzt sagen kann, zuverlässig. Die Funktion gab es theoretisch auch beim Vorgänger, KeePass Touch. Doch dort hat das Hochladen so oft nicht funktioniert, dass ich schliesslich darauf verzichtet habe, Einträge am iPhone zu erstellen oder zu ändern. Denn es ist enorm ärgerlich, wenn ein Eintrag wegen Synchronisationsproblemen verloren geht.

Fazit: Eine gute App, die die Keepass-Familie sehr schön ergänzt.

Es gibt Kypass auch in einer empfehlenswerten Variante für den Mac.

Und übrigens: Es gibt auch ein Programm namens KyPass Companion für Mac OS X. Das habe ich dann auch gleich angeschafft, weil es ein hervorragender Ersatz für das doch etwas angestaubte KeepassX ist. Zwei Dinge überzeugen besonders:

  • Das Programm unterstützt den Fingerabdrucksensor (Touch-ID) des Macbooks. Die lange Passphrase nicht tippen zu müssen, ist eine sehr grosse Erleichterung.
  • Die Oberfläche wirkt im Vergleich zum in die Jahre geratenen KeepassX modern und schick. Und Kypass unterstützt sogar den dunklen Anzeigemodus.

Theoretisch würde Keepass für den Mac auch Erweiterungen für Chrome, Firefox und Safari unterstützen, mit denen man die Passwörter dann direkt im Browser zur Verfügung hätte. In der Praxis funktioniert das nicht: Beim Versuch, die Erweiterung für Firefox zu installieren, gab es eine Fehlermeldung, die Erweiterung sei ungültig. Und bei Chrome wurde die Downloadseite erst gar nicht gefunden. Das trübt das Bild – trotzdem ist das Programm meines Erachtens die 7 Franken allemal wert.

Update: Im Beitrag Automatische Passwortabfüllung wird übrigens erkärt, wie Kypass bei iOS Passwörter auch automatisch bei Websites und Apps eintragen kann.

Beitragsbild: Wie dieses Ding, nur für Passwörter (Gabriel Wasylko/Unsplash, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

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3 Gedanken zu „Erstklassiger Passwortmanager fürs iPhone und den Mac“

  1. Sieht optisch recht gut aus.

    Gibt es eine Migrationsmöglichkeit von 1Password zu Kypass?

    Ich bin mit 1Password eigentlich sehr zufrieden. 1Password bietet eine vollumfängliche Integration über alle Devices und OS. Grosse Community und regelmässige Updates. Wenn nur der hohe Preis nicht wäre…

    Sowieso das A und O: Wie fest kann ich meine Passwortmanager trauen? Dies ist jedoch schwer zu prüfen.

    1. Für den Umstieg kannst du dir das hier ansehen. Habs aber nicht ausprobiert. Wenn du mit 1Password zufrieden bist, gibt es aber eigentlich kaum Anlass zu wechseln.

      Was die Gretchenfrage angeht – man weiss es eigentlich nie, ausser, man hat die Software selbst geschrieben oder wenigstens Code-Zeile für Code-Zeile kontrolliert und selbst kompiliert.

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