Taggen per Touch

Wie wichtig Metadaten sind, weiss man nicht erst, seit die NSA diese fleissig sammelt. Auch bei der Verwaltung des Digitalfoto-Archivs und bei einer gut gepflegten Musiksammlung sind sie das A und O. Die Metadaten helfen beim Auffinden eines «Assets», sie bringen Ordnung und Struktur in die Ablage und wenn irgendwann mal der Tag kommen sollte, wo man abtritt und seine digitalen Schätze weitervererbt, dann wird der Empfänger nur dank der Metadaten überhaupt etwas mit diesem Vermächtnis anzufangen wissen.

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Die Bilder in der Übersicht – über «Settings» kann man auch eine ganz dunkle Darstellung wählen.

Eine App mit dem holperigen Namen PhotosInfoPro von Dmitri Toropov steht für 5 Franken im App Store zur Verfügung. Sie kümmert sich am iPad um die Metadaten, und sie ist besonders geeignet fürs Zusammenspiel mit dem Camera Connection Kit. Die App eröffnet den Zugriff auf die Metadaten der digitalen Fotos, die man editieren und exportieren kann.

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Die Einzelansicht mit Exif-Informationen…

Exif- und IPTC-Daten einsehen
Nach dem Start erscheint ein Fotoraster, das die auf dem Tablet gespeicherten Bilder anzeigt. Über die Schaltfläche Library wählt man ein Album oder ein Ereignis aus. Indem man ein Bild antippt, sieht man die gespeicherten Metadaten – nicht nur Exif mit Kamera-Name, Blende, Belichtungszeit, ISO-Wert, Auflösung, Dateiformat, Aufnahmedatum, Objektiv, Brennweite, sondern auch die GPS-Daten und unter IPTC auch die Kategorie, Ort, Legende bzw. Caption, Titel bzw. Headline und die Schlüsselwörter (Keywords). Man kann in dieser Ansicht per Wischgeste auch durch die Bilder blättern.

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… und mit den IPTC-Tags.

Tippt man auf die Schaltfläche Metadata, kann das aktuell offene Bild zur Bearbeitung auswählen. Es ist auch möglich, im Fotoraster mehrere Bilder zur Bearbeitung zu selektieren, um für alle gewählten Fotos Informationen zu vergeben. Bei der Bildauswahl helfen die Schaltflächen Select all und Deselect. Anhand der Symbole in der rechten unteren Bildecke sieht man im Fotoraster, welche Bilder Tags und Aufnahmekoordinaten (Geotags) enthalten. Falls man diese Information ständig angezeigt haben möchte, tippt man auf Settings und wählt in der Rubrik Presentation bei Show Overlays die Option Always (anstelle der Standard-Einstellung On Export).

Bildtitel, Schlagwörter und Geotags setzen
In der ersten Rubrik des Metadaten-Editors vergibt man die Headline (den Bildtitel) und die Description (Bildbeschreibung). Die zweite Kategorie ist für die Schlagwörter zuständig. In der dritten Kategorie hinterlegt man seine Angaben als Fotograf (Creator, etc.) und in der vierten Kategorie finden die Urheberrechtshinweise platz. Auch die üblichen Job Instructions kann man vergeben, und es ist möglich, einen Geotag zu setzen.

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Hier wird die bereits vorhandene Headline editiert.

Um die Editieransicht zu verlassen, tippt man auf das Tastatursymbol rechts unten.

Im Fotoraster werden über Export die Bilder mit Metadaten exportiert. Man kann das Masterbild mit XMP in den öffentlichen iTunes-Ordner, per Dropbox oder FTP exportieren. Möchte man nur die XMP-Sidecar-Datei exportieren, kann man das zusätzlich auch per Mail tun. JPEG-Dateien mit eingebetteten Metadaten lassen sich in den iTunes shared folder, in die Dropbox, per FTP, E-Mail und Twitter weitergeben oder in die Fotoroll des iPad exportieren.

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In der Rubrik Keywords lassen sich Schlagwörter hinzufügen oder löschen.

Vor Ort für Ordnung sorgen
Fazit: PhotosInfoPro ist eine überaus nützliche App, wenn man es mit der Fotografie und der Verwaltung seiner Bilder ernst meint. Gleich vor Ort die wichtigsten Informationen erfassen zu können, ist sehr hilfreich für Pros. Die App erfüllt ihren Zweck – mit Lightroom darf man den Funktionsumfang aber nicht vergleichen. Was mir fehlt, sind eine Suchfunktion und die Möglichkeit, die Sortierung der Bilder anzupassen. Wenn Fotos bereits Metadaten enthalten und man mehrere Bilder aufs Mal bearbeitet, kann es passieren, dass bereits erfasste Angaben überschrieben werden. Davor ist man bei Lightroom durch den Hinweis (Mehrere Werte) besser geschützt. Trotzdem – die 5 Franken sind allemal eine gute Investition!

Autor: Matthias

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