Die Fatalisten und der Vulkan

In der Sonntagszeitung gestern gab es Fragen und Antworten zu der Aschewolke über Europa. Darunter auch die Frage, ob man nun seine Gartenstühle reinräumen soll, damit Eyjafjallajökull sie nicht auffrisst. Gartenmöbel in Ehren, aber sollte man sich nicht zum Beispiel folgende Fragen stellen?

  • Wie kann es sein, dass die offensichtlich reale Bedrohung im Bewusstsein der Bevölkerung bis jetzt nicht vorkam? Liegt es daran, dass Vulkane nicht in den Neunzigerjahren von Saddam Hussein erfunden und nicht nicht (sic) durch die Kontrolleure der UNO inspiziert werden konnten, sondern unzweifelhaft von Mutter Natur stammen?
  • Wie kommt es, dass diejenigen, die angeblich den Schutz der Bürger im Auge haben, noch so gern bereit sind, wegen Terrorgefahren jeden Bürger nackt auszuziehen (um ihn zu scannen) und Milliarden und Abermilliarden für unsere angebliche Sicherheit auszugeben, sich mit der Gefahr von Flugasche aber nur ein popeliges Institut in London beschäftigt?
  • Die Ansichten, wie gross die Gefahr ist, die von der Aschewolke ausgeht, sind diametral unterschiedlich. Warum ist diesbezüglich offenbar Niki Lauda die Speerspitze der Aufklärung?
  • Anschlussfrage dazu: Wiederholt sich hier vielleicht das Schweinegrippe-Muster? Maximale Sicherheitsvorkehrungen gegen etwas, das sich hinterher als harmlos entpuppt?
  • Und warum höre ich nicht von der Pharmaindustrie, dass man sich demnächst gegen Flugasche impfen kann?
  • Politiker reden nun davon, dass man die Entschleunigung geniessen soll, die durchs Flugverbot entsteht. Man sollte auch den Himmel geniessen, an dem kein einziger Kondensstreifen zu sehen ist. Dazu fällt mir keine Frage ein, ausser die: Haben die noch alle Tassen im Schrank?
  • Es ist nicht den Teufel an die Wand gemalt, wenn man sich ein paar Gedanken zu einer jahrelangen Vulkanaktivität macht. Die Papayas und die iPhones dürften dem Vernehmen nach schnell knapp werden. Und was, um Himmelswillen!, bedeutet das für das iPad in der Schweiz?

Autor: Matthias

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